Beiträge von PositivDenken

    BPL bzw. das befragte Wanderer-Sample auf dem Markentrip (Mail von heute morgen), OMG:

    "With Gröna Bandet hikers, we see that wear and tear immediately.

    That allows us to quickly identify:

    which tents stand up to wind and harsh conditions"

    und dann, tätä, in dieser Reihenfolge: SS2-solid / Enan / xmid2-solid / Anjan :S

    Du redest da vom schwedischen backpackinglight store. Diese Leute … *rolleyes*

    … naja, wollen halt verkaufen, was gerade auf Lager ist. Aber wirklich Ahnung haben die nicht. Heiße Luft und Dummschwatz.

    warum sehen viele das X-Mid als sehr windanfällig an, während beispielsweise das Stratospire als windstabile Lösung genannt wird?

    Es gibt ein recht eindrucksvolles Video, ich denke es war von BackpackingLight selber, finde es aber nicht mehr, da baut er verschiedene Zelte auf und demonstriert, wie stark oder leicht die Stangen am First wackeln. Dadurch, dass das Stratospire diese Pitchlock Corners hat, hat es an beiden Enden zusätzliche Verankerungen, die das Zelt stabil am Boden halten (vgl. Zeltstangen beim Tunnel oder Dome), das haben X-Mid und Co so schon einmal nicht. Egal wie kurz du die guylines an den Ecken auch machst, da wird immer mehr Spiel sein, als beim SS. Je mehr Spiel, je mehr Bewegung umso instabiler steht ein Zelt, da das Schaukeln letztlich Stress aufs Material und auf die Heringe ausübt.
    (Er demonstriert in dem Video auch, dass man beim X-Mid wirklich alle Heringe setzen muss, um es halbwegs stabil zu bekommen)

    Man kann das X-Mid doch entsprechend der Windrichtung aufbauen, das ist doch bei Geometrien wie der des Enan auch angeraten?!..

    Der Wind dreht sich ja gern mal, ich stehe ungern mitten in der Nacht auf und richte das Zelt neu aus. Beim Enan leidet ja die Stabilität deswegen ja nicht gleich so, dass es dann drinnen unaushaltsam würde. Und bleibt es bei ein Mal neu ausrichten? …

    PS: Ich hab auch mittlerweile schon von zu vielen Leuten gehört, dass sie mit dem X-Mid mittlerweile nur noch frustriert sind, weil es eben zu windanfällig ist. Weil sie zu oft in Situationen waren, wo es damit ungemütlich wurde. Sprich: die Praxis spricht da einfach dagegen.

    Ich hab nen Nanolite und empfinde dessen Rating als sehr zutreffend. Dazu muss ich aber sagen, dass ich das Befestigungssystem als eher unzureichend empfinde und daher wäre es mir beim Astralite einfach nicht mehr ausreichend. Da würde ich dann eher einen Katabatic Palisade oder Alsek empfehlen. Letzteren habe ich seit mehreren Jahren und bin extrem zufrieden damit.

    Könntest du netterweise vielleicht ein, zwei Sätze zu dem Schnitt vom Nanolite im Vergleich zum Alsek schreiben? Laut der Größentabellen sieht der Nanolite ziemlich eng aus.

    Ich empfinde den Nanolite gerade rund um die Kniepartie rum geräumiger als meinen Alsek. Ich hab aber auch noch den alten Alsek. Der neue ist weiter geschnitten. Obenrum zwar ausreichend (bin nicht breit gebaut), aber es kommt eben schon mal vor, dass ich ihn beim Drehen am Rücken von der Matratze hebe. Hier spielt auch das eher dürftige Befestigungssystem eine Rolle. Ferner hat der Alsek auch eine wirklich gut funktionierende „edge retention“. Sonderlich weit geschnitten sind aber beide nicht.

    Da empfehle ich dir wärmstens den WM Astralite in Größe M.

    Wie realistisch sind hier eigentlich die Temperaturangaben von -3°C? Bei 454g Gesamtgewicht ist das schon eine Ansage, oder?

    Ich hab nen Nanolite und empfinde dessen Rating als sehr zutreffend. Dazu muss ich aber sagen, dass ich das Befestigungssystem als eher unzureichend empfinde und daher wäre es mir beim Astralite einfach nicht mehr ausreichend. Da würde ich dann eher einen Katabatic Palisade oder Alsek empfehlen. Letzteren habe ich seit mehreren Jahren und bin extrem zufrieden damit.

    Hast du dazu überall (Finanzamt, KV, RV, Knöllchengeber, Handy, Freunde, ... die Adresse zum Service angegeben oder geht das mit permanenter Nachsendung von der Post?

    Wie gesagt, ich leb ja in Schweden. Hier gibt es einen Dienst (Kivra), der ist was praktisch wie all die gescheiterten deutschen ePost Dienste waren. Ich sag einfach, schickt meine Post digital und dann landet es bei Kivra. Das geht von Bank über Versicherungen, Finanzamt, Pensionsmyndighet bis mittlerweile sogar Supermarkt-Quittungen.

    Rechnungen kommen zumeist direkt digital mittels E-Faktura in meinem Online-Banking an.


    PS: eine neue Kreditkarte bekomme ich natürlich immer noch über mein Postfach. So oft passiert das aber auch wieder nicht und ist auch gut kalkulierbar. Bei Klarna hätte ich zur Not auch die Möglichkeit eine virtuelle Karte zu erstellen, die dann zumindest auf dem Handy und online funktioniert.


    PPS: wenn außerhalb der EU, dann Airalo für ne eSIM, ansonsten gilt eh meine normale (ist das bei deutschen Anbietern nicht auch so?)

    Kann hier nur beipflichten. Keine Kinder, kein Auto, kleine Mietwohnung, lebe bescheiden (das tut mir nicht weh, das ist einfach so). Hatte Glück mit meinem Beruf, mit meinen Fähigkeiten und Interessen. Aber ich denke auch, dass jeder der wirklich will, es sich auch eingerichtet bekommt. Ich kenne so viele mit viel, viel mehr Geld, die dann sagen „Ich wünschte, ich könnte das so machen wie du“, andererseits kenne ich auch viele mit viel weniger Geld, die noch mehr unterwegs sind als ich.
    Bei mir kommt noch dazu, dass ich in Schweden lebe. Hier sind die Lebenshaltungskosten hoch, das weiß man. Die Steuern auch. Aber, findet man eine günstige Mietwohnung, ist die typischerweise billiger als in D. Bin ich unterwegs, gebe ich idR weniger aus als daheim. Krankenkasse gibt es hier keine. Ich bleibe gern in der EU, weil ich dann auch keine Auslands-KV brauche. Aber selbst wenn nicht, ist das nicht das Ende der Welt. Ich schau halt auch, dass ich möglichst billig zu meinen Wanderorten komme. Vermeide aber zu fliegen.

    Gernstl Ganz ohne Höhenmeter ist die GTA nicht, ganz klar. Aber nicht alle Abschnitte sind gleich anstrengend. Ich kenne allerdings auch den Peaks of the Balkan nicht. Bin jetzt nur davon ausgegangen, dass der deutlich anspruchsvoller wäre.

    Außerdem schläft man auf der GTA ja normal in den Unterkünften, heißt deutlich weniger Gepäck und nur eine „Jause“ für den Tag.

    Um auch noch mal ne Gegenmeinung unters Volk zu bringen (sorry, kann nicht anders):

    Für Nordeuropa wäre das Zelt selbst in der „solid“ Variante nur bedingt tauglich, darin sind wir uns offenbar halbwegs einig. Für Mittel- und Südeuropa stellt sich mir die Frage: wofür brauche ich da wirklich ein *doppelwandiges* *Zelt*. Als solches ist es dann nämlich einfach zu schwer um als echte ultraleicht Lösung durchzugehen.

    Mit allem drum und dran kommt das X-Mid auf locker 950g. Ein Tarp für zwei 400g. Groundsheet ~100g (evtl. weniger), Moskitonetz (wer‘s braucht) 100g, Heringe 80g. Das sind fast 300g weniger bei weniger Geld und mehr Flexibilität. Und meiner Meinung nach auch ein besseres Naturerlebnis. Zudem brauch ich bei einem Tarp nicht unbedingt Trekking poles, besonders nicht, wenn ich eh im Wald unterwegs bin.

    [edit] Und ich wage mal zu behaupten, ein A-Frame pitch mit einem Tarp ist um Längen einfacher als ein X-Mid halbwegs vernünftig aufgestellt zu bekommen. Ich hab da schon weiß Gott wieviel Zeit mit verplempert Freunden und Bekannten beizubringen, wie sie das Ding so aufgebaut bekommen, dass es auch halbwegs straff und gerade ist.

    Hatte auch eine von Salewa(? - unsicher, haben die jemals Matten gemacht? Die hatte so ein bronzenes Schraubventil und war so fleischfarben). Die hat mich meine ganze Jugend, inklusive diverser Pfadfinderlager begleitet und wurde an einen Bekannten verschenkt, als ich so um die 40 war. Vielleicht „lebt“ sie ja immer noch?

    Markierte Zeltplätze in einem Wanderführer wären für mich ein Grund diesen nicht zu kaufen.

    Ob man den jetzt kauft oder nicht, wird das Buch populär führt das dazu, dass diese Plätze erstens hart umkämpft und zweitens stark abgenutzt werden. Das kann gut sein, für ein Gebiet mit hohem Schutzwert und wenig geeigneten Plätzen. Im skandinavischen fjäll halte ich das aber eher für kontraproduktiv, da im allgemeinen eh mehr als genug Platz ist und es besser ist, wenn sich die Besucher möglichst gleichmäßig verteilen. Zudem lernen die Leute so nicht, nach welchen Kriterien man einen geeigneten Platz wählt. Jede Anleitung verschärft auch den Tunnelblick.

    Eher würde ich mich darauf beschränken anzugeben, wenn es einem Gebiet eher schwierig ist, etwas geeignetes zum Zelten zu finden. Bspw. hilft es zu wissen, wenn es auf die nächsten 5-10km schwierig wird. Dann kann ich entsprechend planen. In Ausnahmefällen wäre dann auch hilfreich zu wissen, ob es in so einem Gebiet hie oder da doch auch mal eine geschützte Stelle gibt.

    Mir fällt da als (abschreckendes?) Beispiel für Wanderführer immer der Södra Kungsleden oder auch der Nordkalottleden ein. Vor allem ersterer ist in Schweden praktisch unbekannt, bzw. es wird etwas anderes darunter verstanden, weil es hier halt keine Bücher dazu gibt (für den NKL seit neuestem schon). Drum trifft man dort vor allem auf Deutsche. Auf sehr, sehr viele Deutsche. Teilweise so, dass man direkt auf deutsch angesprochen wird, weil scheinbar davon ausgegangen wird, dass das jetzt annektiertes Staatsgebiet ist.



    Was würde ich mir also wünschen: Leuten Respekt vor der Gegend zu vermitteln, in die sie sich begeben. LNT, geschichtlicher Hintergrund (Geschichte der Samí ist ja geplant), all das finde ich schon mal sehr gut. Ich bin ja gerade in weiten Teilen Tourbeschreibungen aus Jörgen Johanssons Buch zum Gröna Band gefolgt und fand daran gerade gut, dass er in vielen Aspekten recht vage bleibt. Er gibt einem die grobe Richtung vor, nennt zu erwartende Geländebedingungen aber gibt jetzt keine turn-by-turn Anweisungen á la „an der dritten Birke links“. So hat man immer noch eine gewisse Herausforderung sein eigenes Hirn einzuschalten, mit wachen Sinnen durch die Welt zu schreiten und selbst etwas zu entdecken und bewältigen. Persönlich finde ich es schon schlimm genug immer nur markierten Wegen hinterherzurennen. Die haben sicher vieles für sich, aber wie schon erwähnt, der Tunnelblick, der Tunnelblick. Je mehr man Leute an die Hand nimmt, umso mehr beraubt man sie der Fähigkeit selbst etwas zu entdecken. Ein guter Wanderführer sollte demnach genau das Fördern, die eigene Neugier, das Interesse für die Umgebung, Verständnis und Sinne schärfen.

    Ein kleines Wörterbuch finde ich da etwa immer ganz hilfreich.

    Wie andere schon schrieben, Dinge, die man sonst nicht wissen kann (mir hilft da die Vita och Gröna Band Facebook-Gruppe): *wo* gibt es *was* zu kaufen. Also kleine Läden längs des Weges. Haben die Gas? Trekkingnahrung? Öffnungszeiten (viele sind mittlerweile self-service, also rund um die Uhr offen - muss man aber auch erst einmal wissen)? Wo kann man resupply Pakete hinschicken und wie (für Schweden PostNord oder BussGods?)?

    Wenn ich die Tour abkürzen will oder muss, was gibt es da für Alternativen (von x über Pfad y zur Straße die in Ortschaft z mit Bus führt …)

    nur Schaummatte oder was selbstaufblasendes wie die Trailscout.

    Meine selbstaufblasende von VauDe war nach den zwei Monaten Vita Band kaputt. Delimanation am Rand. Ließ sich auch nicht reparieren. Ersatz habe ich keinen bekommen, weil mich VauDe auf den Händler verwiesen hat, obwohl sie die schon älter als ein halbes Jahr war. Und der Händler irgendwo im schwedischen fjäll sitzt, wo ich so schnell nicht mehr hinkomme.

    (Die erste Matte, die ich damals dabei hatte, ist gleich am ersten Abend delaminiert - Danke Nemo! Hat keine zwei Wochen gehalten insgesamt.)