Markierte Zeltplätze in einem Wanderführer wären für mich ein Grund diesen nicht zu kaufen.
Ob man den jetzt kauft oder nicht, wird das Buch populär führt das dazu, dass diese Plätze erstens hart umkämpft und zweitens stark abgenutzt werden. Das kann gut sein, für ein Gebiet mit hohem Schutzwert und wenig geeigneten Plätzen. Im skandinavischen fjäll halte ich das aber eher für kontraproduktiv, da im allgemeinen eh mehr als genug Platz ist und es besser ist, wenn sich die Besucher möglichst gleichmäßig verteilen. Zudem lernen die Leute so nicht, nach welchen Kriterien man einen geeigneten Platz wählt. Jede Anleitung verschärft auch den Tunnelblick.
Eher würde ich mich darauf beschränken anzugeben, wenn es einem Gebiet eher schwierig ist, etwas geeignetes zum Zelten zu finden. Bspw. hilft es zu wissen, wenn es auf die nächsten 5-10km schwierig wird. Dann kann ich entsprechend planen. In Ausnahmefällen wäre dann auch hilfreich zu wissen, ob es in so einem Gebiet hie oder da doch auch mal eine geschützte Stelle gibt.
Mir fällt da als (abschreckendes?) Beispiel für Wanderführer immer der Södra Kungsleden oder auch der Nordkalottleden ein. Vor allem ersterer ist in Schweden praktisch unbekannt, bzw. es wird etwas anderes darunter verstanden, weil es hier halt keine Bücher dazu gibt (für den NKL seit neuestem schon). Drum trifft man dort vor allem auf Deutsche. Auf sehr, sehr viele Deutsche. Teilweise so, dass man direkt auf deutsch angesprochen wird, weil scheinbar davon ausgegangen wird, dass das jetzt annektiertes Staatsgebiet ist.
Was würde ich mir also wünschen: Leuten Respekt vor der Gegend zu vermitteln, in die sie sich begeben. LNT, geschichtlicher Hintergrund (Geschichte der Samí ist ja geplant), all das finde ich schon mal sehr gut. Ich bin ja gerade in weiten Teilen Tourbeschreibungen aus Jörgen Johanssons Buch zum Gröna Band gefolgt und fand daran gerade gut, dass er in vielen Aspekten recht vage bleibt. Er gibt einem die grobe Richtung vor, nennt zu erwartende Geländebedingungen aber gibt jetzt keine turn-by-turn Anweisungen á la „an der dritten Birke links“. So hat man immer noch eine gewisse Herausforderung sein eigenes Hirn einzuschalten, mit wachen Sinnen durch die Welt zu schreiten und selbst etwas zu entdecken und bewältigen. Persönlich finde ich es schon schlimm genug immer nur markierten Wegen hinterherzurennen. Die haben sicher vieles für sich, aber wie schon erwähnt, der Tunnelblick, der Tunnelblick. Je mehr man Leute an die Hand nimmt, umso mehr beraubt man sie der Fähigkeit selbst etwas zu entdecken. Ein guter Wanderführer sollte demnach genau das Fördern, die eigene Neugier, das Interesse für die Umgebung, Verständnis und Sinne schärfen.
Ein kleines Wörterbuch finde ich da etwa immer ganz hilfreich.
Wie andere schon schrieben, Dinge, die man sonst nicht wissen kann (mir hilft da die Vita och Gröna Band Facebook-Gruppe): *wo* gibt es *was* zu kaufen. Also kleine Läden längs des Weges. Haben die Gas? Trekkingnahrung? Öffnungszeiten (viele sind mittlerweile self-service, also rund um die Uhr offen - muss man aber auch erst einmal wissen)? Wo kann man resupply Pakete hinschicken und wie (für Schweden PostNord oder BussGods?)?
Wenn ich die Tour abkürzen will oder muss, was gibt es da für Alternativen (von x über Pfad y zur Straße die in Ortschaft z mit Bus führt …)