Beiträge von PositivDenken

    Noch ein paar Worte zum Organisatorischen. Während meine Bekannten sich am Cicerone Guide orientiert haben, habe ich mir eigentlich wie immer einfach die Trails auf Waymarked Trails heruntergeladen und online ein paar Weblogeinträge gefunden. Dank eines Tipps von einem Freund einen recht günstigen Flug von TUI gefunden (Charterflüge mit freien Plätzen).

    Eine Packliste gibt es natürlich auch. War im Großen und Ganzen sehr zufrieden mit meiner Ausrüstung. Ein Kissen wäre vielleicht doch ganz nett gewesen. Und ein oder zwei Heringe mehr hätten auch nicht geschadet. Handschuhe und Windjacke hätten mir an ein oder zwei Gelegenheiten das Leben versüßt aber es ging auch ohne. Das Leben ist schließlich kein Ponyhof!

    Ungewöhnlich war für mich die Wassersituation. Es gibt gerade auf den östlichen Insel nirgends natürlich vorkommendes Wasser. Später höchstens mal Regenwassertanks. Deshalb ist man entweder auf Supermärkte angewiesen oder vereinzelt auch Brunnen bzw Wasserhähne. Ich hatte mir offline die entsprechenden Karten von OpenStreetMap bzw OpenTopoMap geladen, welche einem solche Dinge auch anzeigen. Allerdings kam es mehr als einmal vor, dass die eingezeichneten Wasserhähne abgestellt waren. In größeren Ortschaften findet man manchmal auch öffentliche Toiletten mit einem Wasserhahn. Aber auch diese waren oft verschlossen. Die CNOC water blader hätte ich mir jedenfalls sparen können. Gefiltert haben wir nur hie und da auf La Palma und da hatten wir sowieso genügend PET Flaschen dabei.

    Wir bestimmen kollektiv, dass wir El Hierro auslassen und so ist La Palma die letzte Insel auf unserer Tour. In Santa Cruz de La Palma angekommen verstehen wir sofort: das ist schon mal das hübscheste aller Hauptstädte bisher. Hier sitzen die Einheimischen in Ruhe am Marktplatz und genießen ihren Lebensabend. Mit dem Bus geht es nach Fuencaliente, wo wir auf unseren Wanderweg treffen. Der steile Weg nach oben lässt mich das üppige Frühstück schnell bereuen. Aber schon bald überkommt mich ein überwältigendes Glücksgefühl. Sobald wir über die Wolkendecke steigen öffnet sich eine wunderschöne Landschaft geprägt von Lava, Sand und meist einzelstehenden Pinien (oder Kiefern?). Die Aussicht ist einfach gigantisch. Es ist kalt aber die Sonne scheint. Schon bald sehen wir den neuen Vulkan, der beim Ausbruch 2021 entstanden ist. Einfach umwerfend. Während meine Freunde irgendwo in einem Wäldchen Unterschlupf suchen, gehe ich weiter bis El Pilar, mein Wasser ist alle. Den Ridgewalk entlang der Caldera am folgenden Tag kann ich mit Worten kaum beschreiben. Links und rechts geht es über 2000m steil nach unten, der Atlantik ringsum zu sehen. Wir schaffen es kurz bis vor die Observatorien, zelten noch einmal um uns dann am nächsten Tag an den 2400m Abstieg zu machen.

    Der GR131 auf La Gomera führt praktischerweise direkt aus San Sebastian heraus. Folgt aber im Prinzip mehr oder weniger der Panoramastrasse. Tolle Aussicht, aber halt nicht mehr als man vom Auto aus auch sehen kann. Wenigstens stört der Verkehr nicht. Das Wetter ist eher schlecht geworden. Es ist überwiegend grau, windig und feuchtkalt. Oder zumindest kalt. Ja weiter man in den Norden kommt, umso grüner wird es. Trotz allem springt der Funke bei uns nicht so ganz über. Vielleicht liegt‘s am Wetter, vielleicht liegt‘s am GR131. Es gäbe auch einen Rundweg, einmal ganz um die Insel. Sieht beschwerlich aus, aber vermutlich würde man viel mehr so sehen bekommen. Die Busfahrt zurück nach San Sebastian gibt einen spektakulären Eindruck davon.

    Da müsste man anders rangehen.

    Mit genügend Vorlauf kann man die Nacht im Refugio auf Höhe der Seilbahnstation buchen, von wo aus man es dann rechtzeitig zum Sonnenaufgang nach oben schafft - unvergesslich! Wer die Möglichkeit hat, so früh zu planen, ein absolutes Muss!

    Das Refugio wird renoviert und ist geschlossen. Laut Rangern ist das Besteigen des Gipfels auch vor/zum Sonnenaufgang ohne Permit verboten. Es ist wohl nur so, dass die erst um 9 anfangen zu kontrollieren.

    Playa de las Americas [...] Ein Fehler.

    Jipp, der Süden ist übel! Kein Vergleich zum Norden! Aber auch hier on the upside, wenn auch nicht ganz so verzückend wie in Corralejo: Bei den Massen an Briten gibt es zumindest authentisches Pub food :D

    Und viel zu lachen! (Besoffen mit den doppelsitzigen E-Rollatoren gegen den Baum fahren usw)

    Santa Cruz de Teneriffe gefällt uns sehr gut. Wir gehen nett essen, nehmen aber am nächsten Morgen direkt den Bus nach La Esperanza und laufen weiter. Erst durch dichten, feuchten Wald, dann aber durch Waldbrandgebiet, welches gerade abgeholzt wird. Bald schon ist der Teide in Sicht. Eine Besteigung haben wir uns abgeschminkt. Permits sind bis Ende Mai ausgebucht und logistisch wäre es ohnehin eine ziemliche Herausforderung angesichts der geplanten Route. Da müsste man anders rangehen. So sehen wir ihn nur aus der Ferne, aber immerhin auch aus über 2000m Höhe. Eine Nacht in einer Höhle kommt nicht bei allen gut an, mir hat es trotz der Moskitos gefallen. Bin faul und jede Gelegenheit, das „Zelt“ nicht aufzubauen ist mehr als willkommen. In Playa de las Americas haben wir für zwei Nächte eine Unterkunft. Ein Fehler. Die Partymusik ist so laut, dass man kaum zum Schlafen kommt, trotz Ohrstöpsel. Samstags ist erst um vier Uhr morgens Ruhe.

    Die Fährfahrt nach Las Palmas de Gran Canaria ist eine ziemliche Katastrophe, hoher Wellengang sorgt dafür, dass uns und allen rundherum speiübel wird. Kotzgeräusche durchfluten das Gefährt, die Besatzung bemüht sich redlich für Tütennachschub zu sorgen. Wir überstehen es zum Glück auch so. In einem Second-Hand-Laden kaufe ich mir für wenig Geld ein Hemd und eine Badehose. Mit dem Bus geht es nach Maspalomas, wo wir einen Ruhetag einlegen. Hier hat sich nichts verändert. Massentourismus der schlimmsten Sorte. Wir sind etwas ausserhalb untergekommen, können Wäsche machen und einen Strandtag einlegen, schauen uns den botanischen Garten und die berühmten Dünen an. Von hier geht es Richtung Norden bis zur Mitte der Insel und dann weiter Richtung Westen nach Puerto de las Nieves. Die Landschaft ist atemberaubend. Unheimlich schön!

    Mit der Fähre geht es weiter nach Fuerteventura. Corralejo ist erstmal ein echter Kulturschock. So viele Touristen! Eine Partymeile. Restaurants, Kasinos, Bars, Sexclubs. Ich hab ein Bett in einem Surf-Hostel am Rande der Stadt. Passe nicht zu den übrigen Gästen dort, aber ich bekomme eine dringend benötigte Dusche. Ein paar Tage später treffe ich auf meine Freunde aus Schweden. Sie haben sich Zeit gelassen, während ich scheinbar gerannt bin. War auch schön, aber von nun all soll es langsamer vorangehen, denn wir beschließen gemeinsam weiterzuwandern. Ich nehme in La Pared eine Auszeit während sie sich einen Surfkurs gönnen. Wir zelten in den Dünen, bzw ich schlafe einfach unter freiem Himmel. Mit genügend Wasser im Rucksack geht es Richtung El Jabre. Wir haben beschlossen nicht weiter dem GR131 zu folgen sondern drehen Richtung Strand auf der Nordseite der Insel ab. 15 km einsamer Sandstrand warten auf uns. Unglaublich!

    Freunde aus dem Jämtland fragen mich Mitte Dezember, ob sie Anfang Januar ein-zwei Nacht bei mir schlafen können, da sie früh morgens einen Flug ab Stockholm hätten. Ich sage ja und frage wohin es geht. Von da an fängt es an in mir zu rattern. Sie wollen auf die Kanaren und den GR131 wandern. Maximal zwei Monate. Warum mache ich das nicht einfach auch? Ich war seit Ende Oktober dauernd krank. Nebenhöhlen, gereizter Hals etc etc. mal besser, mal weniger. Nach langem hin und her buche ich kurzentschlossen ebenso einen Flug und stehe knapp eine Woche nach meinen Bekannten mit meinem kleinen Rucksack auf dem Rücken in Arrecife auf Lanzarote. Mit dem Bus geht es gen Osten und kurz vor Einsetzen der Dämmerung fange ich an zu laufen. Bald finde ich eine windgeschützte Stelle in einer Kuhle und haue mich aufs Ohr. Kann es kaum fassen, dass ich jetzt hier bin. Ich fühle sofort, wie sich mein Körper viel besser anfühlt. Nach zwei Tagen Wandern sind die Beschwerden wie weggeblasen. Alles richtig gemacht!

    Ich hab Mütze und Buff und wenn es zu kalt wird, nehme ich die Daunenjacke (dünn), stülpe sie um, so dass die doppellagig wird. Und dann zieh ich mir die über den Kopf. Ich mag nicht in der Jacke direkt schlafen, das wird mir meist zu warm und irgendwie fühlt es sich komisch an, wenn der Oberkörper viel dicker eingepackt ist als die Beine.

    Wie sind eure Erfahrungen bezüglich Haltbarkeit, Pinholes und Delamination?

    Mein Notch Li hatte nach ca 80 Nächten die ersten pinholes und nach 120 war es einfach Schrott.

    An anderer Stelle schon beschrieben, das mag an einer Reihe stärkerer Stürme gelegen haben, in die ich damit geraten bin. Denke zumindest nicht, dass ich ungebührlich unpfleglich damit umgegangen bin.

    Ich hatte auch einen DCF Regenrock, der war aber schon nach einer 4 wöchigen Wanderung unbrauchbar. Wohl weil er halt in der Netztasche außen am Rucksack war. Aber wo sonst?

    Es gibt eine neue Reihe auf SVT über Wanderwege in Schweden, zuweilen hauptsächlich Lappland. Sehr gut gemacht, es kommen überwiegend Sami zu Wort. Jetzt der Nachteil: es gibt keine Übersetzung außer auf Schwedisch. Verlinke es trotzdem, das ist der erste Teil über den Kungsleden aber die folgenden sind fast noch spannender und interessanter.

    Vandringar – Kungsleden
    Kungsleden är den mest kända av de svenska fjällederna. Det är också en led som passerar genom 14 olika samebyar längs den 45 mil långa sträckan mellan Abisko…
    www.svtplay.se

    Mein ganz spezieller „Freund“ Sebastian Goulet hat ein Interview mit Dan Durston zum X-Dome geführt:

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    Goulet hat eine schwedische UL Facebook-Gruppe, die er aus Protest zur etablierten Vandrar Fjäderlätt gegründet hat, weil dort auch über Ausrüstung geredet wurde, die ihm zu schwer ist. Die neue Gruppe hat strikte Regeln, wie schwer einzelne Ausrüstungsgegenstände sein dürfen und wer ihn blockt wird auf Lebenszeit gesperrt.

    Hmm... wärmer als 10° werden die Abende in Patagonien wahrscheinlich eher selten. Funktionieren die dann gar nicht mehr oder verbrauchen bloß mehr?

    Er geht aus. Er verbraucht nicht mehr. Eine Möglichkeit ist es, den Topf mit der Hand anzuheben und so nach und nach das Wasser auf Temperatur zu bringen (genau genommen kommt es auf die Temperatur des Wassers an, nicht der Außentemperatur). Beim Hochheben des Topfes musst du aber auf deine Finger aufpassen, man verbrennt sich dabei sehr leicht. Ich würde es an Deiner Stelle einfach ausprobieren, einen Topfständer basteln kannst du dann ja immer noch, sollte es nicht funktionieren.

    Hast du einen Link zu dem eFrevo?

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    Ich frage mich, ob man einen Topfstand auch aus einer großen Bierdose bauen kann. Z.B. indem man den Boden und den Deckel entfernt und am Rand Löcher für die Luftzufuhr reinschneidet.

    Du wirst vermutlich keine finden, die groß genug ist. Was ich stattdessen gemacht habe: eine starke Alufolie, wie zB von take away meals und diese dann so ausgeschnitten, dass sie als Windschutz fungierend in ca 1cm Abstand einmal um den Topf herumreicht. Dann unten eine ganze Reihe (oder zwei) Löcher für Belüftung. Dann Löcher oben für einen (oder zwei?) Hering(e) der/die einmal quer durchgeht und auf denen dann der Topf so zu ruhen kommt, dass er in einem Abstand von ca 5cm zum Brenner steht. Dadurch hast du eben auch gleich einen Windschutz, der ohnehin sehr ratsam ist. Ich hab das so gestaltet, dass die Folie an ihren Enden je eine Falz hat, so dass ich diese Verschränken kann um einen stabilen Zyliner zu bekommen.

    Zur Effizienz: Pi mal Daumen ist Gas doppelt so effizient vom Brennwert her. Aber es muss ja in Druckbehältern transportiert werden. Im alten Forum wurde vor Jahren mal dieser Link mit einem Rechner in Excel rumgereicht, der mir sehr geholfen hat: https://happyhiker.de/gas-spiritus-brennstoff-kalkulator/

    Kurzgesagt: Im Sommer ist Spiritus unterm Strich für Touren/Etappen bis so 8-10 Tage leichter als ein Setup mit Gas.

    Nochmal kurz zur Bauweise des Beer can stoves: der Deckel muss ja gar nicht sauber ausgestochen sein, das spielt keine Rolle ausser für die Optik. Wichtig ist, dass man die Rillen einigermaßen gleichmäßig hinbekommt. Das geht mit einem Schweizer Taschenmesser mit ein wenig Übung.

    Topfständer kann man sich zB aus Kleiderbügeldraht zurechtbiegen.