Geschichte im Oderbruch

  • Im Frühjahr plane ich eine Tour auf dem Oder-Neiße-Radweg.

    Wovon man beim Radeln wahrscheinlich nichts mitbekommen: Zwischen Bad Freienwalde und Frankfurt (Oder) fand am Ende des 2. Weltkriegs die größte Schlacht („Seelower Höhen“) in Deutschland statt. Das habe ich mir am Wochenende bei einer Tour mal angesehen.

    Anfang 1945 war die Rote Armee bis an die Oder gekommen. Dort gibt es einen Höhenzug, der Reitweiner Sporn um den 6 Wochen lang heftig gekämpft wurde - den habe ich erwandert.

    Von den Stellungen oben auf dem Berg kann man weit bis hinter die Oder sehen.

    Das Dorf Klessin lag mit einem Schloss direkt auf einem kleinen Bergvorsprung. Dieses PLateau wurde eingekesselt und 4 Wochen lang umkämpft. Danach war weder vom Dorf noch von den Verteidigern viel übrig.

    92.000 Granaten gingen dort nieder. Überall sind Granattrichter.

    Ein örtlicher Verein kümmert sich um den Erhalt des Schlachtfeldes und um die Bestattung von russischen und deutschen Gefallenen.

    Wenn man da mitten in den Schützengräben steht und sich vorstellt, wie man völlig sinnlos diese Fläche gegen eine 100fache Übermacht verteidigen muss, lässt einem das nicht kalt.

    Nach ungefähr 5 km durch den Wald kommt man in Richtung Norden zu dem Befehlsstand für den Angriff auf Berlin, den die Russen im Reitweiner Sporn eingerichtet hatten. Der Wald ist hier noch übersäht mit Stellungen und der Kommandozentrale, dem sogenannten „Schukow-Bunker“

    Alles ist natürlich inzwischen verfallen und zugewachsen.

    Ruinen gibt es hier auch noch.

    Nächste Station war Küstrin an der Oder.

    Auch hier sollte die Stadt als Festung verteidigt werden mit dem Ergebnis: Die gesamte Altstadt wurde zerstört und nicht wieder aufgebaut. Wenn man hier durch die Straßen geht, ist das schon sehr eindrucksvoll.

    Hier mal der Innenhof des Schloss`s

    und die Berliner Straße

    Am Abend war ich dann wieder an der Oder:

    Einmal editiert, zuletzt von noodles (16. März 2025 um 17:35)

  • Nach ungefähr 5 km durch den Wald kommt man in Richtung Norden zu dem Befehlsstand für den Angriff auf Berlin, den die Russen im Reitweiner Sporn eingerichtet hatten.

    Kleine Korrektur: Es waren die sowjetischen Soldaten, als auch Ukrainer, Kasachen, Armenier, Aserbaidschaner, Esten, Letten, …

    Sehr schöne Bilder hast Du da gemacht. :thumbup:
    Da kommen Erinnerungen an meine Radwanderung 2020 auf.

  • solche Orte

    Ja, sich vorher zu informieren, macht die Tour erst richtig interessant. In Verdun ist das Geschehen noch extrem präsent wenn man bedenkt, dass das schon 110 Jahre her ist. Eher positiv fand ich die Nachschubwege an die Alpenfront in den Dolomiten und Slowenien. Heute sind das super Mountainbiketrails. In jedem Fall gilt:

    Leute, fangt keinen Krieg an !! 

  • An und um die Landungsküste der Alliierten und an den Schlachtfeldern der Somme, in Nord Frankreich, war ich vor ein paar Jahren.

    Die Landungsküste ist super aufbereitet, mit zig Museen, Bunkeranlagen, etc…

    WW2 ist ja noch nicht ganz so lange her, aber der WW1 ist tatsächlich schon über hundert Jahre her und ist aus 90% der deutschen Erinnerung verschwunden.

    Nach meinem Gefühl!

    In Frankreich, da hat sich das Schlachten des Stellungskrieges ja größtenteils abgespielt, ist die Erinnerung noch viel lebendiger und frischer…

    Da gibt es (an der Somme) auch zig Denkmäler, ausgegrabene Schützengräben, Museen etc…

    Am beeindruckendsten fand ich ein Denkmal monströsen Ausmaßes, schätzungsweise groß wie der Arc de Triumphe, das nur den (ich glaube mich zu erinnern) 48 Tausend Vermissten, von denen einfach nichts übrig geblieben ist, in der ca 1 Jahr dauernden Schlacht an der Somme, gedenkt.

    Sehr beeindruckend, das ganze!

    Ja, noodles , du hast Recht…

    FANGT KEINEN KRIEG AN!!!

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