Barfuß durch den Harz…
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Erst mal vielen Dank für die schönen Fotos und für deinen Ansatz, das Schöne im Harz zu sehen.
Denn da gibt es wahrlich genug zu sehen!
Vielleicht eine kleine Ergänzung von mir:
ich hatte Anfang der 90er Jahre eine Försterei im Hochharz. Also richtig hoch! Der große Sonnenberg und der Bruchberg gehörten u. A. dazu.
In diesen Jahren habe ich genau 200 Stück Fichten gepflanzt. Und zwar Ballenpflanzen mit denen eine Weg zugepflanzt wurde, der nicht mehr belaufen werden sollte. Sonst wurde alles getan, um Laubholz zu Begünstigen, zu Pflanzen und zu Schützen. In den Lagen grob unter 800m Primär mit BAh und Bu, an den Bächen mit Roterle. In den echten Hochlagen mit Eberesche und Moorbirke, die dort natürlich vorkommen. Leider geht das Wachstum in diesen Höhenlagen nur sehr langsam vorwärts. Aber, wie du richtig schreibst, der junge Wald steht überall in den Starlöchern, man muss den Blick nur von den alten, toten Fichten losreißen.
Ich war diesen Sommer mal wieder auf dem gr. Sonnenberg. Der Blick zum Bruchberg war grün! Natürlich mit senkrechten, grauen Streifen drin.

Die Jagd auf Rotwild ist natürlich der entscheidene Faktor zur Verjüngung des Waldes. Hier gibt es leider auch die meisten Widerstände zu überwinden.
Und ja. Peter Wohlleben ist bei uns nicht anerkannt.
Kleine Anmerkung noch: das Klima auf dem Brocken ist meiner Ansicht nach subalpin.
Ich habe noch ein Foto vom Harz (Forst) aus den 90ern für euch. Der hatte auch damals in vielen Bereichen meiner Försterei überhaupt nicht die Anmutung eines Holzackers wie in den Anti - Fichten - Fotos. Fichten sind außerhalb des natürlichen Verbreitungsgebiet im Dickungsstadium immer trostlos. Da werden dann die Fotos gemacht. Später waren die überlebenden Altbestände immer grün und mit Bodenvegetation.
Dies Foto ist westlich von Oderbrück kurz vor dem Oderteich entstanden.
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Danke für Deine Ergänzungen und Informationen! Das finde ich sehr schön, wenn hier echte Fachleute sich einbringen.
Ich bin in erster Linie „Nutzer“ und wandere durch das hindurch, was da war, wird und sich wandelt.
Ja, man muss auch irgendwie positiv sein, sonst fällt es schwer, manche doch sehr krassen Veränderungen zu „verkraften“. (Die Gegend rund um Hasselfelde gehört leider wirklich zur Abteilung „Apokalypse“) Meine Prägung war der „dunkle Tann‘“ meiner Kindheit in den 1980ern. Doch es ist wirklich so, es sprießt überall nach und geht doch vielerorts viel schneller, als man sich das ausgemalt hätte. Ich hoffe, dass es auch den Touristen zunehmend gelingt, den Blick von den grauen Gerippen abzuwenden und das Neue zu sehen und als etwas Schönes anzunehmen.
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Im Westharz gab es ab 1987 das "Walderneuerungsprogramm Harz".
In den fogenden Jahren wurden viele Millionen Buchen, Bergahorne und andere Laubhölzer unter die älteren Fichtenbestände gepflanzt.
Das erfolgte auf ca. 6000 ha Fläche (also enorm) in meist kleineren Unterflächen und war sehr oft erfolgreich.
Nur: das erkennt der normale Wanderer gar nicht. Letztens im Okertal waren einige dieser "Voranbauten" zu sehen, aber meine Frau hat die nicht erkannt. Denn so viel höher sind diese Buchen und Ahorne nach 40-50 Jahren noch gar nicht als spätere Pflanzungen oder Fichten Naturverjüngung. Grund ist einmal der langsame Wachstumsfortschritt im jungen Alter (Buche) und anfängliche Probleme mit Wildverbiss.
Es wurde also schon recht früh gegengesteuert (in den Landesforsten!), aber leider braucht es echt lange, bevor man als Laie etwas Positives erkennen kann.
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Sehr schöne Herbstimpressionen!:)
Aber allein schon wegen den dort deutlich präsenteren Rottönen im Herbst..Es muss nicht immer Schweden sein!

....doch

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Hochmoor auf dem Bruchberg.
Mit Blick auf den Brocken.
Mit Wollgras und Sonnentau.
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ich hatte Anfang der 90er Jahre eine Försterei im Hochharz. Also richtig hoch! Der große Sonnenberg und der Bruchberg gehörten u. A. dazu.
By the way, was für ein traumhafter Arbeitsplatz! 😍
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Du weißt aber schon, dass es im Hochharz richtiges Scheiß Wetter geben kann?
Bei den Jagden fragte meivn Chef immer, ob jeder seinen Kompass dabei hätte. Da wurde gelacht.
Na ja, wenn die Wolken aufzogen, mussten wir mache erst suchen, oder sie waren nach Torfhaus abgetrieben worden. (Kein GPS).
Und auf 800 m Seehöhe zu Wohnen ist alles andere als spassig, v. A. mit kleinem Kind.
Und manchmal hat man morgens 50 cm Schnee vor der Haustür, einen großen Hof und einen weiten Weg bis zur Straße.
Sorry. wenn ich da so einsteige. aber romantisch ist das nur für Besucher gewesen.
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Jou, weiß ich, sozusagen aus erster Hand.

800m, jetzt überlege ich gerade, wo es da noch Gebäude gibt in der Ecke.
Das ist schon hoch.Im nächsten Leben werde ich Wirtin auf der Hanskühnenburg.
Ja, wenn man da mal dringlich weg muss im Winter, kann es herausfordernd werden. Ich fahre regelmäßig die B4 über Torfhaus, habe einen Saisonstellplatz in Braunlage. Wenn es irgendwo ganz schnell wettern kann, dann da oben zwischen Oderteich, Königskrug, Torfhaus, Wolfswarte und umzu.
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Genau. Oderbrück, Königskrug, Torfhaus und Sonnnenberg. Das waren die höchsten Förstereien im Westharz. Alle um die 800m.
Die im Ostharz liegen m. W. tiefer.
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Ein Letztes, dann soll es wieder um deine Wanderungen im Harz gehen,
Am Schlimmsten war die Zeit im Mai, Anfang Juni dort oben.
Wenn man ins Vorland fuhr blühten die Bäume und die Wiesen, die Insekten brummten und die Vögel sangen.
Zurück im Hochharz: graugrünes Gras vom letzten Jahr. Schneereste oft in den Farben gelb und bräunlich.
Einmal haben wir am 27.Mai 15 cm. Neuschnee bekommen.
Also nee. Da willst du nicht wohnen!
Grüße Azes
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