Weil mir hier so viel Unsinn angedichtet wird, zitiere ich mich einmal selbst.
Wenn Du mit günstiger Matte eine mit ausschließlich Luftisolation meinst, hast Du zwar mehr Abstand und dadurch ein kleineres Zelt, aber kaum Wärmeisolation. Die Luft zirkuliert in den Kammern und transportiert die Kälte dadurch sehr effektiv vom Untergrund hoch. Um die Zirkulation zu unterbinden, füllt man die Matten ja mit Schaum, Daune oder Mikrofasern.
Außerdem bildet sich durch Ausfrieren von Aufblas-Luftfeuchtigkeit in der Matte Eis , was ebenfalls die Kälte gut leitet und das Gewebe beansprucht.
Es geht um ausschließlich luftgefüllte Matten.
Ich nehme nicht an, daß die Wärme nur durch Leitung übertragen wird, aber das Eis in der Matte öffnet einen weiteren gut leitenden Kanal parallel zu der Konvektion in der Luft und der Wärmeleitung im Gewebe..
Über Phasenübergänge, Schnee und Wasser schreibe ich nichts. -> Muß man deshalb annehmen, daß ich das vergessen hätte?
Die Sandwich-Lösung von Wilbo finde ich übrigens sehr gut und stimme ihm zu, daß sich das nicht berechnen läßt. Man kann die Effekte zwar diskutieren, müßte aber ein Modell aufsetzen, das alle richtig berücksichtigt. Zum Beispiel ist die Konvektion in den Löchern keine Strömungs-Konvektion wie an einer Kerze. Im einfachen Modell einer waagerechten Wärmequelle über der waagerechten Matte ist die erwärmte, leichtere Luft ja schon oben und hat kein Interesse daran, abzusinken.
Wenn man berücksichtigt, daß der Schläfer in der Matte einsinkt, hat man neben und unter dem Schläfer doch wieder Schrägen, an denen warme Luft nach oben steigen kann. Das erzeugt eine chaotische Zirkulation, die sich nicht geschlossen berechnen, sondern nur modellieren läßt. Das ist eine ganz wesentliche Komponente, die die Test zur Bestimmung des R-Werts übrigens außen vor lassen. Und natürlich berücksichtigen die R-Wert Tests auch nicht, daß die reale Matte unter der Hüfte dünner ist, dadurch mehr Wärme durchläßt und man ausgerechnet dort friert. Zur Strömungs-Komponente müßte das Modell noch die Diffusion der Luftmoleküle berücksichtigen, die ihre Wärme-(Bewegungs-)Energie mitnehmen.