Chile / Argentinien - Patagonien - Villa La Angostura nach Ushuaia - Ruta40/Carretera Austral - 2024

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  • Die Ankunft in Ushuaia war sehr ernüchternd. Kalt und nass und alleine rollte ich in die Stadt hinein und wusste nicht so richtig was ich mit mir anfangen sollte. Kein Gefühl des Erfolgs, kein Stolz, nichts. Dafür kalte Finger… Das war tatsächlich der schwärzeste Moment meiner Reise. Komisch aber wahr.

    Uuuuuh das kenn ich. Da kommt man an und fällt in das "und was jetzt ?"-Loch. Bist da nicht allein, vor allem wenn man da allein in der Gegend steht. Was ich für mich herausgefunden habe und den Absturz weniger brutal macht : schon im Vorfeld erkunden, ob es nicht ein spezielles Restaurant gibt, wo man sich mal was "erlaubt". Oder Familie/Freunde vor Ort haben, die einen empfangen.


    Danke für den Bericht ! Ist schön zu lesen.

    Einmal editiert, zuletzt von Patirou (27. August 2025 um 12:57) aus folgendem Grund: diverse Korrekturen

  • Die Ankunft in Ushuaia war sehr ernüchternd. Kalt und nass und alleine rollte ich in die Stadt hinein und wusste nicht so richtig was ich mit mir anfangen sollte. Kein Gefühl des Erfolgs, kein Stolz, nichts. Dafür kalte Finger… Das war tatsächlich der schwärzeste Moment meiner Reise. Komisch aber wahr.

    Uuuuuh das kenn ich. Da kommt man an und fällt in das "und was jetzt ?"-Loch. Bist da nicht allein, vor allem wenn man da allein in der Gegend steht. Was ich für mich herausgefunden habe und den Absturz weniger brutal macht : schon im Vorfeld erkunden, ob es nicht ein spezielles Restaurant gibt, wo man sich mal was "erlaubt". Oder Familie/Freunde vor Ort haben, die einen empfangen.


    Danke für den Bericht ! Ist schön zu lesen.

    Beruhigend zu lesen, dass ich da nicht alleine bin und irgendwie schade. Man hat doch eigentlich was ganz tolles geschafft. Ist also doch was dran an der "Der Weg ist das Ziel" Redewendung.

    Durchdacht habe ich die Situation vorher schon. Natürlich war mir klar, dass niemand am Ende der Welt auf mich wartet und mir auf die Schulter klopft. Ich dachte auch, ich wäre drauf vorbereitet - war ich nicht. Um so toller, dass ich am Ende wieder so einen schönen Moment mit neuen Leuten hatte. Das hat mich in kürzester Zeit wieder aufgebaut!


    Mit dem nächsten Beitrag endet der offizielle Teil der Reise.

    Ich habe geplant noch ein Allgemeinkapitel (z.B. Land, Leute, Unterkünfte, Bier oder so) zu machen und ein Kapitel zur Ausrüstung. Was hatte ich dabei, was war gut, was war schlecht.

    Mir ist auch klar, dass es hier im Forum deutlich krassere Reisen und Ausrüstungsthemen gibt und wenn es Fragen gibt (oder ich was verschieben soll), dann werde ich mich bemühen das so gut ich kann zu beantworten. :)

    Danke schonmal an alle für die positiven Rückmeldungen. Habe mich sehr gefreut!

  • Um so toller, dass ich am Ende wieder so einen schönen Moment mit neuen Leuten hatte. Das hat mich in kürzester Zeit wieder aufgebaut!

    Das ist Gold Wert.

    Ich dachte auch, ich wäre drauf vorbereitet - war ich nicht

    Ich würde behaupten, das ist seltenst der Fall - aber letztendlich kann ich nur für mich sprechen.

    krassere Reisen

    Mit dem Velo bis ans Ende der Welt ? Nix da mit kleinreden. Und sowieso, was die Reise für Dich Wert ist, ist was zählt. Hike (Bike) your own Life !

  • H4nnes

    Was solls, ob hier jemand „Krasseres“ erlebt hat?

    Ich finde deine Tour schon sehr krass!

    Aber ob krass, oder weniger krass, ist doch eigentlich nicht mal einen Gedankenfurz wert.

    Entscheidend ist doch, was die Tour für dich bedeutet und ob sie dir Spaß gemacht hat!!

    Mir hat jedes Foto und jedes Wort, was ich gesehen und gelesen habe, gefallen, bzw begeistert!

    Ich persönlich wäre a) zu untrainiert und b) schlicht weg zu faul, so eine Tour zu machen.

    Ziehe aber immer meinen Hut, vor Leuten, die so eine anstrengende Tour auf sich nehmen.

    Das Thema „Land, Leute, Bier“ würde mich auf jeden Fall interessieren, da ich vor 30 Jahren auch da unten unterwegs war. Allerdings mit dem Bus von Ort zu Ort… Damals bin ich mit Bikerstiefletten an den Füßen unterwegs gewesen, das wäre zum Wandern eine noch viel unbrauchbarere Fußbekleidung gewesen, als deine Fahrradschuhe… Hahahahaha.

    Gear ist auch ein interessantes Thema!

    Ich harre darauf!!

  • Tag 28 - Die Kür

    Ushuaia --> Fin del Mundo ; 48km (hin und zurück)

    Zum Abschluss einer solchen Reise darf natürlich das Foto nicht fehlen. Also fuhr ich, noch etwas verkatert vom Vorabend (werde hier was bei "Land und Leute ergänzen" :D), durch den Regen ans „Ende der Welt“. Hm was eigentlich für ein Ende der Welt?? Hier gibt’s gefühlt ein Dutzend… also jedenfalls ist das das Ende der Ruta Nacional 3. Der Straße, der ich nach Abschluss der Ruta Nacional 40 folgte und die nach meinem Verständnis die südlichste Nationalstraße der Welt ist. Doch da kommt es dann wohl auch wieder auf die Zählweise an. Genau wie bei der südlichsten Stadt. Hier sind nämlich die Rahmenbedingungen ausschlaggebend, von denen ich hier einige aufzählen werde:

    • Ushuaia, Argentinien --> südlichste Großstadt der Welt (82tsd Einwohner)
    • Punta Arenas, Chile --> südlichste kontinentale Großstadt der Welt (123tsd Einwohner)
    • Puerto Williams, Chile --> südlichster Ort der Welt (2tsd Einwohner)
    • Puerto Toro, Chile --> südlichste Siedlung der Welt (50 Fischer + Familien)
    • Villa Las estrellas, Chile --> Antarktissiedlung mit 88 Personen Zivilbevölkerung
    • Amundsen-Scott-Südpolstation, USA
    • Wellington, Neuseeland --> Südlichste Hauptstadt der Welt 

    Egal was jetzt nun "die echte" südlichste Stadt ist... Ushuaia war für mich ein gutes Ziel um meine Radreise zu beenden und ich denke so furchtbar eng sollte man das ganze nicht sehen. Gerade zu meinem Zieleinlauf musste ich ja feststellen, dass das "Ziel" weit davon entfernt war mein echtes Ziel oder mein echter Moment der Zufriedenheit, des Stolzes oder des Glücks zu sein. Es waren die Menschen, die schönen Begegnungen, die persönliche Herausforderung, die Lektionen über mich selbst und das Leben, die Natur, die Tiere... einfach alles, was ich auf meiner Reise erlebt habe war für mich das bisher größte Abenteuer meines Lebens. Also ist es ziemlich egal was jetzt genau der südlichste Punkt ist. Ehrlich gesagt hatte ich nochmal einen "was mache ich eigentlich hier"-Moment, als ich dann am Schild "Aqui finaliza la Ruta Nac. No. 3" stand, dem eigentlichen Ende der Straße. Kalt, nass, dreckig, leicht verkatert wollte ich nichtmal ein Bild machen, zumal ich just in diesem Moment von einer ganzen Busladung Touristen umströmt wurde (was meine Laune nicht wirklich besserte). Doch ich hätte es wissen müssen! Genau jetzt wurde ich von einer Frau auf mein Fahrrad angesprochen und über meine Reise ausgefragt. Sie war es auch, die mich überredete doch ein Bild von mir zur Erinnerung machen zu lassen. Es mag im Prinzip egal sein wo die Reise endete und trotzdem habe ich es nach einiger Zeit geschafft stolz darauf zu sein das selbstgesteckte Ziel erreicht zu haben und bin glücklich über das Foto am Ziel!

    Jetzt ist meine offizielle Radreise wirklich zuende. Was folgte war nurnoch der organisatorische Teil. Fahrradkarton besorgen, Fahrrad demontieren und verpacken etc. etc.

    Ich hoffe meine Geschichten haben euch ein wenig erheitert, motiviert oder sonst irgendwie positiv beeinflusst. Mir jedenfalls hat es Spaß gemacht davon zu berichten und ich freue mich, dass ich wieder im Forum angekommen bin. Bei Gelegenheit ergänze ich dann die Kapitel "Land und Leute" sowie "Ausrüstung" etc..

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