Tag 28 - Die Kür
Ushuaia --> Fin del Mundo ; 48km (hin und zurück)
Zum Abschluss einer solchen Reise darf natürlich das Foto nicht fehlen. Also fuhr ich, noch etwas verkatert vom Vorabend (werde hier was bei "Land und Leute ergänzen"
), durch den Regen ans „Ende der Welt“. Hm was eigentlich für ein Ende der Welt?? Hier gibt’s gefühlt ein Dutzend… also jedenfalls ist das das Ende der Ruta Nacional 3. Der Straße, der ich nach Abschluss der Ruta Nacional 40 folgte und die nach meinem Verständnis die südlichste Nationalstraße der Welt ist. Doch da kommt es dann wohl auch wieder auf die Zählweise an. Genau wie bei der südlichsten Stadt. Hier sind nämlich die Rahmenbedingungen ausschlaggebend, von denen ich hier einige aufzählen werde:
- Ushuaia, Argentinien --> südlichste Großstadt der Welt (82tsd Einwohner)
- Punta Arenas, Chile --> südlichste kontinentale Großstadt der Welt (123tsd Einwohner)
- Puerto Williams, Chile --> südlichster Ort der Welt (2tsd Einwohner)
- Puerto Toro, Chile --> südlichste Siedlung der Welt (50 Fischer + Familien)
- Villa Las estrellas, Chile --> Antarktissiedlung mit 88 Personen Zivilbevölkerung
- Amundsen-Scott-Südpolstation, USA
- Wellington, Neuseeland --> Südlichste Hauptstadt der Welt
Egal was jetzt nun "die echte" südlichste Stadt ist... Ushuaia war für mich ein gutes Ziel um meine Radreise zu beenden und ich denke so furchtbar eng sollte man das ganze nicht sehen. Gerade zu meinem Zieleinlauf musste ich ja feststellen, dass das "Ziel" weit davon entfernt war mein echtes Ziel oder mein echter Moment der Zufriedenheit, des Stolzes oder des Glücks zu sein. Es waren die Menschen, die schönen Begegnungen, die persönliche Herausforderung, die Lektionen über mich selbst und das Leben, die Natur, die Tiere... einfach alles, was ich auf meiner Reise erlebt habe war für mich das bisher größte Abenteuer meines Lebens. Also ist es ziemlich egal was jetzt genau der südlichste Punkt ist. Ehrlich gesagt hatte ich nochmal einen "was mache ich eigentlich hier"-Moment, als ich dann am Schild "Aqui finaliza la Ruta Nac. No. 3" stand, dem eigentlichen Ende der Straße. Kalt, nass, dreckig, leicht verkatert wollte ich nichtmal ein Bild machen, zumal ich just in diesem Moment von einer ganzen Busladung Touristen umströmt wurde (was meine Laune nicht wirklich besserte). Doch ich hätte es wissen müssen! Genau jetzt wurde ich von einer Frau auf mein Fahrrad angesprochen und über meine Reise ausgefragt. Sie war es auch, die mich überredete doch ein Bild von mir zur Erinnerung machen zu lassen. Es mag im Prinzip egal sein wo die Reise endete und trotzdem habe ich es nach einiger Zeit geschafft stolz darauf zu sein das selbstgesteckte Ziel erreicht zu haben und bin glücklich über das Foto am Ziel!
Jetzt ist meine offizielle Radreise wirklich zuende. Was folgte war nurnoch der organisatorische Teil. Fahrradkarton besorgen, Fahrrad demontieren und verpacken etc. etc.
Ich hoffe meine Geschichten haben euch ein wenig erheitert, motiviert oder sonst irgendwie positiv beeinflusst. Mir jedenfalls hat es Spaß gemacht davon zu berichten und ich freue mich, dass ich wieder im Forum angekommen bin. Bei Gelegenheit ergänze ich dann die Kapitel "Land und Leute" sowie "Ausrüstung" etc..