Beiträge von ChristianS

    Das gilt mittlerweile als ziemlich gesichert, dass es hierbei um kein verunreinigtes Wasser ging. Es konnte nichts gefunden werden. Dagegen wurde bei vielen Besuchern eben tatsächlich der Norovirus diagnostiziert. Dieser ist nun mal in seiner Natur extrem ansteckend. Die oft nicht ganz perfekte Hygiene auf den Hütten tut da ihr übriges und schon tragen es die Wanderer von Station zu Station, von Klohäuschen zu Klohäuschen.

    Okay, danke für die Info! Die Klohäuschen habe ich tatsächlich immer wenn möglich genutzt, da man in dem felsigen Boden seine Hinterlassenschaften nicht gut LNT-konform verbuddeln kann.

    Einen Großteil der Kohlenhydrate auf den Abend verlegen.

    Wenn einem hauptsächlich Fett über den Tag nicht ausreicht, so ist man zu schnell unterwegs.

    Was ist der Gedanke dahinter? Ich hatte gelesen, dass man tagsüber regelmäßig mit Kohlehydrate Schwerpunkt essen solle (wegen einfach verfügbarer Energie) und abends dann viele Proteine (für die Regeneration) und Fette (für lang anhaltende Energieversorgung aufniedrigem Level).

    Kurzer Zwischenstand zu Planung:

    • Anreise: Werden wir mit dem Auto machen, da drei Fahrer verfügbar und zusammen am günstigsten
    • Route: Start irgendwo im westlichen Ariege auf dem GR10 bis Andorra, von da auf dem GR11 zurück

    Weiß jemand, wie das mit dem Parken für drei Wochen in den kleinen französischen Orten ist? Kann man das machen oder wird das Auto dann ausgeschlachtet oder abgeschleppt?

    Zelten ist auch unter Beachtung der Biwakregeln ziemlich unkompliziert. In Frankreich kann man oft neben den Hütten schlafen, in Spanien ist das unerwünscht.

    Wie zeltet man in Spanien am Besten?

    Das wichtigste zuerst: https://www.lighterpack.com/r/eag20h

    Ein paar Anmerkungen zu deiner Liste:

    1. Hast du keinen Regenschutz für die Beine vorgesehen? Also keine Regenhose, Regenrock oder Windhose? Das wäre mir zu riskant mit der Auskühlung, insbesondere wenn man Nocook unterwegs ist und sich keine heiße Suppe oder Wärmflasche machen kann.
    2. Ich finde es super, dass du auch deine Kamera mit in die Liste schreibst, nicht wie die meisten UL-Youtuber, die mit ihrem tollen Baseweight prahlen, aber das Kameraequipment einfach weg lassen ;)
    3. Kann dein Smartphone die US-Frequenzen? Wirst du dir einen Vor-Ort-Tarif beschaffen?

    das stimmt allerdings. Ich versuch mal noch genauer zu recherchieren. Bärenspray ist ja erstmal egal, das würd ich für Glacier / Bob eh kaufen, und dann kann ich ja sehen, wie lang ichs trage.

    Das klingt vernünftig. Und du kannst jetzt ja noch nicht absehen, ob du dann evtl. mit einer kleinen Gruppe läufst, etc.pp. Vieles lässt sich dann sowieso nur vor Ort entscheiden.

    Zum Abschluss vielleicht noch ein kleines Fazit:

    Zum Trail:

    In Summe echt ein empfehlenswerter Weg für den Einstieg ins Fernwandern, aber auch für Fortgeschrittene bieten sich ein paar interessante Optionen (Teilrouten über Nallo oder Padjalantaleden, etc.). Man kann sehr wild und autark unterwegs sein, hat aber mit der Hütteninfrastruktur ein Backup, falls mal was nicht hinhaut. Für mich war es einsam genug für die Erholung, aber man hat auch Chancen auf gleichgesinnte Gesellschaft, wenn man möchte. Nur auf dem nördlichen Abschnitt Abisko - Sälka war es unter den vielen Wanderern schon etwas anonym.

    Lanschaftlich toll, wenn man den hohen Norden mag. Für mich waren die felsigen Wege sehr herausfordernd, weil sie 1. viel mehr Konzentration erfordern und 2. mein normales Tempo nicht möglich war.

    Zur Ausrüstung:

    Mein Lighterpack ist hier zu finden: https://www.lighterpack.com/r/535fzq
    Im Großen und Ganzen war ich mit meiner Zusammenstellung zufrieden. Bei einem nächsten Mal würde ich nur das Solarpanel gegen einen Schirm tauschen. Das hätte mir sowohl in den sonnigen Phasen als auch in den Regenphasen mehr geholfen. Zu windig dafür wäre es nur an 2-3 Tagen gewesen. Und ich würde vielleicht noch ein leichtes Handtuch mitnehmen, um den Saunabetrieb an den Hütten mitmachen zu können.

    Falls mir noch mehr einfällt, werde ich es noch ergänzen.

    Gut, dass es Dir wenigstens recht bald wieder besser ging!

    Ja, war zwar sehr unangenehm, aber es hat sich zum Glück alles in den geplanten Rahmen gefügt und hatte keine negativen Konsequenzen.

    Gegen ein Virus hätte ja wahrscheinlich auch das Filtern nicht geholfen.

    Vermutlich nicht, wenn es wirklich ein Virus war. Einen Filter hatte ich allerdings sowieso nicht mit, sondern die chemische Keule "Lifesolution DUO", also Chlordioxid-Tropfen. Sowas müsse eigentlich auch gegen Viren helfen, oder?

    Die letzten Bilder vom Karibik-Fluss sind wirklich unglaublich. Ich glaube, ich hätte mich einen Tag nur an das kiesige Ufer gesetzt und den Ort in mich aufgesogen.

    Das wäre auch mein Plan für den "Warte-Tag" gewesen, aber den habe ich dann leider krank im Zelt verbringen müssen. Das Wetter hätte jedenfalls mitgespielt!

    Tag 21, 22, 23

    Es ist soweit. Der letzte Tag meiner Tour ist angebrochen. Nur noch etwa 13km bis Abisko.

    Das Wetter begrüßt mich mit Nieselregen. Tja, irgendwas ist immer. Ich frühstücke noch entspannt und räume dann langsam alles in den Rucksack. Trotzdem komme ich ziemlich früh los, es hat sich offenbar eine effektive Routine eingestellt. Schade, dass ich diese neue Routine und Kondition nicht mehr für weitere Etappen nutzen kann ;(.

    Erstmal geht es südlich am Rande des großen Sees entlang, an dem die Abiskojaure Hütte liegt. In ein paar hundert Metern Entfernung knattern ein paar ATVs den Weg entlang, auf den ich auch gleich komme. Nicht so schön, die Zivilisation rückt wieder näher. Etwas später folgt noch ein Helikopter. Also dieser Motorenlärm hat mir überhaupt nicht gefehlt.

    Nach etwa zwei Kilometern endet der See, aber ein Fluss entspringt hier dem See und der Kungsleden folgt ihm mit mehr oder weniger Abstand bis nach Abisko. Und so langsam ist mir auch das Wetter gnädig. Der Nieselregen und Dunst verschwindet und der Himmel reißt langsam auf. Dafür bin ich jetzt noch sehr dankbar, da der nun folgende Abschnitt am Fluss noch viel schöner ist.

    Wenige Kilometer vor Abisko zwängt sich dann der Fluss durch enge Felsformationen und es ergibt sich ein faszinierendes Spiel aus zum Teil karibischen Farben und Wasserstrudeln.

    Ich bleibe immer wieder stehen und muss staunen und die Natur bewundern. Versuche die Schönheit digital zu bannen und mit nach Hause zu nehmen. Was für ein Finale meiner Tour!

    Bald kommt jedoch eine große Straßenbrücke und der Bahndamm in Sicht, ich bin zurück in der Lappländischen Zivilisation. Fühlt sich etwas surreal an. Und dann ist sie schon da, die brühmte Bretterwand, die den Start/Zielpunkt markiert.

    Hier herrscht reger Menschenverkehr, daher halte ich mich hier nicht lange auf, sondern gehe weiter zur Abisko Fjällstation. Mein Zug nach Stockholm geht übermorgen und ich möchte mir zum Ende ein Zimmer mit Bett gönnen. Leider stellt sich bald heraus, dass nur noch "Premium"-Einzelzimmer für 170€ pro Übernachtung frei sind, ansonsten Schlafsaal. Puhh, nein. So buche ich dann einen Stellplatz auf dem Zeltgelände, so habe ich wenigstens etwas Privatsphäre. Und mein Zelt ist ja auch gemütlich und mir ein richtiges Zuhause geworden.

    Der Zeltplatz liegt etwas abseits und so laufe ich an diesem Tag noch erheblich mehr, als die 13km der Etappe. Zuerst zum Platz, Zeltaufbauen, Klamotten sortieren. Zurück zur Fjällstation, Wäsche waschen. Zurück zum Zeltplatz, Sachen zum Duschen packen, zurück zum Sanitärhäuschen und Duschen. Zurück zum Zelt, warten, zur Waschmaschine, Wäsche in den Trockenraum, zurück zum Zeltplatz.

    Dann geht es ans Einkaufen. Der Supermarkt ist etwa 1,5km vom Zeltplatz entfernt, los geht´s. Dort angekommen bin ich etwas überfordert und gleichzeitig enttäuscht von dem Angebot. Schwierig was Passendes für meine kulinarischen Gelüste zu finden. Am Ende kaufe ich ein paar Fertig-Sandwiches, Cocktailtomaten, Bier, Wasser und noch ein paar Sachen, die ich nicht mehr erinnere.

    Zurück am Zelt wird der Einkauf erstmal verstaut, dann die Wäsche vom Trockenraum in der Fjällstation eingesammelt. Danach ist endlich Zeit fürs gemütliche und ausgiebige Abendessen. Und endlich nicht mehr rumlatschen, am Ende waren das bestimmt auch über 25km mit dem ganzen hin und her.

    Entspannt gehe ich dann irgendwann schlafen. Doch leider steht mir keine erholsame Nacht bevor. Mir wird langsam aber sicher übel. So ein Mist. Bald ist es so schlimm, dass ich nur noch für kurze Erholungsphasen im Zelt liege, den Rest der Zeit verbringe ich auf dem Klo im Sanitärhäuschen. Gott sei Dank gibt es hier ein solches. Mit fließend Wasser. Was sich genau auf der Toilette abspielt, möchte ich hier nicht weiter detaillieren. Ich achte aber darauf, dass ich trotzdem immer etwas Wasser trinke, um nicht zu dehydrieren. Morgens wird es dann endlich etwas besser, so dass ich auch mal zum Schlafen komme. Etwas Fieber habe ich wohl auch und so verbringe ich den Tag zwischen Wachen und Schlafen in einem leichten Delirium. Zum Glück geht mein Zug erst morgen und ich habe meine Wäsche und Reisevorbereitungen schon erledigt.

    Gegen Abend kann ich mir einen Tee kochen und esse etwas trockenes Brot. Es bleibt drin! Yeah! Ich grüble schon länger, was mir dieses Elend eingebrockt hat. Ob es die Fertig-Sandwiches waren? Die nächste Nacht kann ich durchschlafen.

    Morgens bin ich noch sehr schwach, aber nicht mehr krank. Glück im Unglück, gestern in dem Zustand wäre ich nicht reisetauglich gewesen. Im Schneckentempo geht es zum Bahnhof.

    Der Zug ist pünklich, los geht es Richtung Heimat. In irgendeinem Ort ist nochmal Umsteigen angesagt. Hier ist der Anschluss leider verspätet und die Warterei ist in meinem schwachen Zustand etwas belastend. Aber dann ist es auch hier soweit, mein Platz im Schlafabteil ist auch schnell gefunden. Schnell komme ich mit einem Mitreisenden ins Gespräch. Als er hört, dass ich vom Kungsleden komme, fragt er sofort ob ich auch krank war. Etwas irritiert, dass es das weiß, frage ich nach mehr Infos. Offensichtlich ist auf dem Kungsleden unter den Wanderern eine kleine Noro-Virus Epidemie ausgebrochen. In Hütten wurden Quarantäne-Bereiche eingerichtet, manche kranken Wanderer mussten auch schon mit Hubschraubern ausgeflogen werden. Später wurden die Hütten dann sogar für ein paar Wochen komplett geschlossen. Man vermutet eine verseuchte Wasserquelle, von der dann wohl auch ich getrunken hatte. Es ist also auch auf dem Kungsleden ratsam immer das Wasser zu filtern.

    So hatte ich dann doppelt Glück im Unglück, dass mich der Noro-Mist nicht auch noch auf dem Trail erwischt hat, sondern erst in der Zivilisation.

    Ende :)

    ich plane, nächstes Jahr den CDT Southbound zu laufen. Dachte, ich mach mal nen Thread auf, vielleicht gibts ja noch mehr?

    Sehr cool, ich würde am liebsten sofort mitmachen. Aber das wird nix nächstes Jahr ;). Ich werde aber diesen Faden sehr interessiert verfolgen und mir aus den hoffentlich vielen guten Tipps was merken. Wenn alles gut geht, geht es für mich 2026 in die Staaten...

    der Test hat ja auch herausgebracht, dass es eine leichtere 20 000er Powerbank gibt, die nur ein Viertel kostet und außerdem noch die exakten Prozente im Display anstelle der drei oder vier LEDs anzeigt.
    Ich bin für diesen Test sehr dankbar, weil ich mich nicht selbst durch alle Angebote hindurchprobieren möchte

    Das ist auf jeden Fall eine wichtige Erkenntnis und auch ich bin sehr dankbar für diesen Test! Gerade die Ansmann-Modelle scheinen ja ein sehr guter Kompromiss aus Gewicht, Preis und Leistung zu sein.

    Robert Klink Mich hat echt schockiert, was du über die neue 20 000er Powerbank von Nitecore rausgefunden hast. Die hätte ich mir fast gekauft, danke dass du mich davor bewahrt hast.

    Naja, in Roberts Tests war keinerlei Statistik enthalten, was mit einer eigen-finanzierten Testreihe auch kaum anders möglich ist. Soll heißen, vielleicht hat er da ein Montagsmodell oder eine schlechte Charge erwischt. Sowas kann immer mal passieren, sollte durch den Hersteller dann aber ausgetauscht werden. Gerade Nitecore hatte in der Vergangenheit recht treffende Angaben zum Energieinhalt gemacht, wäre interessant von denen mal ein Statement dazu zu hören.

    Tag 20

    Das schöne Wetter hält an. Ich stehe früh auf, bevor die Bewohner der vielen Zelte um mich herum munter werden. Hier der Blick zurück im Aufstieg zur Alesjaure Hütte, hinter der der Trail weiter nach Norden geht.

    Es wartet wieder eine recht entspannte Etappe von ca. 20km fast ohne Höhenmeter auf mich.

    Zuerst geht es ca. 8km am Ufer des grün-blauen Sees entlang. Man könnte hier auch einen Motorboot-Trip buchen, aber ich möchte natürlich laufen.

    An wenigen Stellen läuft man direkt am Strand des Sees entlang, was mir bei dem sonnigen Wetter einen surrealen Eindruck von Strandurlaub vermittelt. Auch sonst ist die Landschaft faszinierend und es gibt viele abwechslungsreiche Ausblicke auf den langgestreckten See.

    Schließlich erreiche ich das Ende des Sees, wo ein Fluss über breite Stromschnellen weiter nach Norden fließt. Dort ist auch der Bootsanleger samt Wartehäuschen und nacktem Tipi.

    Dann führt der Weg weg von der schönen Wasserlandschaft und die weite grüne Fjälllandschaft dominiert. Aber nicht weit, da liegt rechts unterhalb das nächste Tal, in dem ein Flüsschen rauscht. Etwas gequält schiele ich auf das Wasser, das so nah und doch unerreichbar ist, denn mein Trinkwasser ist alle. Die Sonne lässt mich schwitzen, aber es gab schon länger kein erreichbares Gewässer mehr und so geht es mit immer größer werdendem Durst weiter. Laut Karte muss ich noch 5km durchhalten, bis der Trail wieder einen Fluss kreuzt. Puhh, ich ärgere mich, dass ich nicht besser aufgepasst habe. Doch das Universum ist mir gnädig und nach etwa 1km kommt links vom Berg ein kleines Bächlein herunter. Freudig fülle ich meine Flasche auf, doch das Wasser ist so dermaßen kalt, dass ich es kaum trinken kann.

    Etwa eine Stunde später fällt der Weg ab hinunter zu einer Brücke, die dann den großen Fluß quert. Es geht weiter in ein Birken-Wäldchen, hier beginnt der Abisko Nationalpark.

    Bis zu meinem heutigen Tagesziel, der Abiskojaure-Hütte, sind es jetzt nur noch etwa 2,5km. Plötzlich gibt es einen mächtigen Donnerschlag, der mich furchbar erschreckt. Überall ist blauer Himmer, nur links schräg hinter mir hat sich zwischen zwei Berggipfeln plötzlich ein kleines Gewitter gebildet. Ich lege einen Zahn zu. Zum Glück kommt mir der Wind entgegen, so dass es recht unwahrscheinlich ist, dass ich in das Gewitter hinein gerate. Kurz vor der Hütte gibt es dann nochmal einen großen Fluß über eine große Hängebrücke zu queren.

    An der Hütte angekommen sichere ich mir erstmal einen netten Zeltplatz.

    Es ist erst früher Nachmittag, aber bei den vielen Wanderern hier kann man das nicht früh genug machen. Dann gibt es nicht mehr viel zu tun, außer zu relaxen. Ich kaufe mir im Hüttenshop ein paar Süßigkeiten und ein überteuertes Bier und genieße die Sonne auf einer Bank liegend.

    Dann erkunde ich noch ein wenig das Umfeld der Hütte. Es gibt einen kleinen "Badestrand", aber zum Baden ist mir das Wasser zu kalt.

    Außer Abendessen ist dann auch nicht mehr viel los. Morgen erwartet mich dann nach einer kurzen Strecke das Finale in Abisko.

    Tag 19

    Am Morgen erwartet mich eine Überraschung: Die Sonne scheint! Blauer Himmel mit ein paar Wölkchen... toll, meine Garmin Inreach Wettervorhersage hatte mir mieses Wetter prophezeit und meine Erwartungen waren entsprechend gering.

    Um so fröhlicher starte ich in den Tag und auch Fotos sind wieder ohne Nässeschutz möglich:

    Ich verlasse die Sälka-Hüttenansammlung weiter Richtung Norden entlang des Flusstals. In ca. 8km gilt es den Tjäktja-Pass zu erklimmen, den höchsten Punkt des Kungsleden. Allerdings liegt der Weg entlang des Flusstals sowieso schon ziemlich hoch, so dass deutlich weniger Höhenmeter anstehen als sonst auf den meisten Etappen.

    Links und rechts begleiten einen weiterhin die beeindruckenden Berge, zum Teil garniert mit Altschnee, zahlreiche Bäche mit kleinen Wasserfällen rauschen zu Tal. Entsprechend oft gibt es auch wieder Flüsschen, Bäche und großflächig überspülte Bereiche zu queren. An einer Stelle, an der das Tal besonders schmal zwischen den Bergen entlang führt, fliegen einige Möven herum und stoßen ihre markanten Rufe aus und ich fühle mich ans Meer gebeamt, nur ohne Meer ;).

    Auf dem kargen Boden rund um den Pass liegt die Schönheit auch in so manchem Detail:

    Der Pass selbst hat zwar ein paar schöne Aussichten, die ich allerdings nur im Film versucht habe festzuhalten, aber keinen klaren merkbaren höchsten Punkt und so bin ich schon wieder im Abstieg, bevor ich gemerkt habe, dass der Pass schon geschafft ist. Naja, die Landschaft voraus ist auch super, also weiter! Zunächst gilt es den Abstieg über eine weglose, sehr steinige Fläche zu bewältigen. Erst Richtung Tjäktja Fjällstuga entwickelt sich wieder ein Trail. Die Hütte auf der anderen Seite des Flusses lasse ich aber im wahrsten Sinne des Wortes links liegen und suche mir lieber in Richtung meines heutigen Tagesziels, der Allesjaure Hütte, einen sonnigen Platz zum Pausieren.

    Auf den gewünschten Pausenplatz muss ich nicht lange warten, als ich aus dem Schatten der Berge heraus komme. Ein flacher Fels läd zum Sitzen ein und ich breite mein nasses Zelt zum Trocknen aus.

    Bald geht es wieder weiter, das schöne Wetter hält an und ich cruise entspannt den Weg entlang.

    Plötzlich sehe ich in der Ferne die nächste Hütte. Irritiert gucke ich auf die Karte. Tatsächlich, das ist schon die Alesjaure-Stuga. Bis ich dann wirklich dort bin dauert es dann zwar noch eine Stunde, aber gegen 16 Uhr bin ich dann schon an meinem Tagesziel angekommen. So schnell war ich sonst nie bei einer 25km-Etappe. Da scheint langsam ein Trainigseffekt einzusetzen.

    Die Hütte liegt hinter einer Brücke auf einer felsigen Anhöhe. Ich sichere mir aber einen wunderschönen Zeltplatz vor der Brücke, da es an der Hütte direkt nur sehr wenige Stellplätze geben soll und man sieht schon einige Zelte.

    Bald darauf treffen der Franzose A. und sein Kumpel ein und suchen sich auch ein Plätzchen. Dann gehen wir erstmal zur Hütte hoch, um uns ein Bier und Süßigkeiten zu kaufen. Das Bier kostet zwar 6€ die 0,33l Dose, aber sie kommt aus einem Kühlschrank! Krass, die anderen kleineren Hütten hatten sonst keinen Strom. Wir genießen das Bier noch direkt an der Hütte mit Aussicht, auf der anderen Seite kann man eine kleine Sami-Siedlung und weitere Zeltplätze sehen.

    Dann geht es zurück zu den Zelten. Das klare blaue Wasser lädt an diesem warmen, sonnigen Tag zum Baden ein.

    Was so einladend aussieht, ist allerdings eiskalt. Klar, ist ja auch alles Schmelzwasser von Schneefeldern und Gletschern. Der harte Hund A. schafft es in die Fluten, ich nur bis über die Knie. Ich bin eindeutig zu sehr ein Weichei. Aber ich erfrische mich mit meinem Lappen etwas.

    Den Rest des Tages hängen wir ab, kochen etwas und beobachten, wie sich die noch freien Zeltplätze immer weiter mit Zelten füllen. Abends erscheint dann noch ein ganzes Rudel Pfadfinder, die rund um unsere Zelte auch noch den kleinsten Platz belegen. Es ist sehr unterhaltsam, wie die Truppe so ihre Standard-Zelte aufbaut. Irgendwann verkrümele ich mich dann ins Zelt und höre noch etwas Hörbuch vor dem Einschlafen. Gute Nacht!

    Es gibt jedoch auch in Skandinavien Orte wie den Kungsleden, da sind dann nicht mehr bloss 100 Menschen unterwegs. Sonnencreme und Seife in den Bächen kann dort problematisch werden

    Exakt, deswegen habe ich mich z.B. für lange Insektenschutz-Kleidung auf dem Kungsleden entschieden, um nur minimale Mengen Sonnencreme für das Gesicht und keinerlei DEET o.ä. zu benötigen

    Tag 18

    Mein Plan für heute sieht vor etwa 24km bis zur Sälka-Hütte zu laufen. Landschaftlich geht es dabei entlang einer Art Hoch-Flusstal auf dem Fjäll. Insbesondere die Ecke um Sälka herum soll super schön sein.

    Das Wetter ist wieder recht wolkig und angenehm kühl, aber leider hatte sich in der Nähe ein Schwarm Krähen nieder gelassen, die die ganze Nacht durch rumgekrächts haben... Sch*** Natur! ;) Naja, der Körper hat sich trotzdem erholt und nach dem Frühstück geht es wieder los.

    Ein Blick zurück, bevor es Richtung Norden ein paar Höhenmeter zu machen gilt:

    Den Fluss, der mich jetzt den ganzen Tag begleiten wird, kann ich schon bald durch die niedrige Vegetation erspähen. Wieder dieses krasse blaue Gletscherwasser! :)

    Immer wieder sind große und kleine Zuflüsse zu queren, manchmal auch der große Strom selbst.

    Gegen Mittag treffe ich an der Singi-Hütte ein. Ich freue mich über Tisch und Bank für die Pause, das Klohäuschen kommt auch sehr gelegen. Dann geht es weiter durch eine wirklich sehr schöne Landschaft mit sanften Hügeln, tollen Blicken auf Flussarme und Bergkuppen. Nun trifft man auch deutlich mehr Wanderer, da bei Singi der stark frequentierte Weg zum höchsten Berg Schwedens, den Kebnekaise, Richtung Nikkaluokta abzweigt. Die Begegnungen stören mich nicht, da ich ja schon einige einsame Wochen hinter mir habe. Aber etwas befremdlich ist es schon, dass man nun wie in einer Großstadt ohne Gruß aneinander vorbei geht, mein "Hej" wird immer seltener beantwortet und bald spare ich es mir auch. Auf dem südlichen Abschnitten grüßt man sich, hält einen Smalltalk und auf den wildesten Abschnitten hat man sich sogar nach dem Wohlbefinden der anderen erkundigt, falls Hilfe benötigt wird.

    Wenn es bewohnbare Plätzchen gibt, sind sie auch immer öfter mit zahlreichen Zelten belegt.

    Leider verschlechtert sich das Wetter zum Nachmittag hin. Die Kamera bleibt seit dem leider verpackt, da ein hartnäckiger Nieselregen einsetzt. Ich entscheide mich zuerst gegen die Regenkleidung, da mir durchs marschieren sehr warm ist. Leider verpasse ich den richtigen Zeitpunkt dann doch die Regenjacke anzuziehen, als der Nieselregen in richtigen Regen übergeht. Ziemlich durchnässt erreiche ich die Sälka-Hütte. Dort suche ich mir erstmal einen Zeltplatz, was bei dem durchnässten Boden zwischen den ganzen Wasserläufen rund um die Hütten gar nicht so einfach ist. Schließlich finde ich aber doch ein ebenes Plätzchen mit noch annehmbarer Entfernung zum Klo. Der Boden ist zwar auch durchweicht, aber mit meinem DCF-Boden kein Problem. Dann gehe ich in die Zelterküche mit Trockenraum, wo ich meine nassen Sachen aufhänge. Es ist schon gerammelt voll, aber jemand Nettes macht mir einen Platz in der Küche am Tisch frei und ich kann mir mein Essen köcheln. Lustiger Weise sitzen an meinem Tisch nur Deutsche, so fällt ein Schwätzchen leicht.

    Nach dem Essen setzt dann auch die Müdigkeit ein, leider sind meine Klamotten aber nicht wirklich trocken geworden. Immerhin konnte ich den heftigsten Regen in der warmen Küche verbringen und es regnet nur noch leicht. Egal, die wichtigsten Klamotten hänge ich im Zelt nochmal auf und kuschel mich in den Quilt. Der Flussarm 5 Meter neben mir singt das Gute-Nacht-Lied...

    Auch wenn ich ehrlicherweise die 1,5 Stunden nicht in Echtzeit angeguckt habe

    ^^ klaro, das guckt man sich wohl auch nur komplett an, wenn man wirklich so ein Projekt in Angriff nehmen möchte.

    Frage am Rande: Wie viele dieser Alkohol-Tupfer verbrauchst du bei der Herstellung eines Tarps? "Lohnt" sich da nicht schon ein Fläschchen Alkohol plus ein Hunderterpack Wattebäuschchen? (Wirtschaftlich ist das natürlich bestimmt sowieso vernachlässigbar gegenüber den Kosten fürs DCF und gar erst der Arbeitszeit)

    Habe gerade mal in die Schachtel geguckt: Da sind bestimmt über 100 Pads für drauf gegangen. Aber bei 5€ für 200 Pads ist das verkraftbar. ;) Eine Flasche nehme ich nicht gerne, weil man da schnell mal zuviel nimmt oder es anderweitig rumsaut...

    Für alle, die sich auch für den Herstell-Prozess und vielleicht auch einen Selbstbau interessieren:

    Hier gibt es nun mein How-To-Video auf Youtube:

    How To Make Your Own Ultralight Shelter
    In this video you can see how I built my ultralight tarp tent “Pentamid”.For more information have a look at https://ultraleicht-trekking.de/forum/thread/9-p...
    youtu.be

    Die Prinzipien können natürlich auch auf alle anderen Konstruktionsarten von DCF-Sheltern übertragen werden.

    Tag 17

    Dank Toilette und Küche verläuft das Morgenprogramm easy und angenehm.
    Dann wird es Zeit mich Richtung Bootsanleger auf den Weg zu machen.

    Das Wetter ist ruhig und bewölkt, insgesamt ganz angenehm. Das Boot nach Kebnats liegt schon am Steg und wird schon mit dem Müll der Fjällstation beladen. Dann dürfen wir auch einsteigen und los geht es.

    Am anderen Ufer in Kebnats steigen alle aus. Insgesamt werden es so ca. 25 Wanderer sein, also einsam ist es hier nicht mehr. Wir warten alle auf den Bus, der uns die bevorstehenden 30km bis zum nächsten Einstieg in den Kungsleden bei der Vakkotavare Fjällstuga bringen soll. Nach ca. 15 Minuten kommt er dann auch um die Ecke gekurvt, die Rucksäcke werden eingeladen und wir steigen ein.

    Schön faul lasse ich mich durch die Gegend kutschieren und genieße die motorgetriebene Fortbewegung. Der Bus macht noch einen Zwangsstop in Stora Sjöfallet, wo man die Touris wie bei einer Kaffeefahrt für eine knappe Stunde bei einer Art Restaurant rauswirft, damit die dort ihr Geld ausgeben. Ich freue mich primär über die Toilette.

    In Vakkotavare angekommen halte ich mich nicht lange an der Hütte auf, sondern schnappe mir meinen Rucksack und mache mich an den Aufstieg ins Fjäll, bevor ich in der großen Gruppe da hochstiefeln muss. Nun erwarten mich erstmal knapp 14km Wanderung über das Fjäll, bevor die nächste Bootsüberfahrt gemeistert werden muss.

    Da ich bisher fast nur motorisiert unterwegs war, nimmt der Bewegungsdrang überhand und ich gebe Gas. Die Strecke ist landschaftlich wieder sehr schön, aber man muss weiterhin gut auf seine Füße aufpassen bei dem felsigen Weg. Dass mir jemand entgegen kommt passiert nun deutlich häufiger, aber nicht so häufig, dass es mich stören würde.

    Es wird später Nachmittag und so langsam kommt der nächste See in Sicht.

    Am Ufer angekommen setze ich das Zeichen für das Motorboot, da es 1. ziemlich aufgefrischt hat und 2. kein Ruderboot mehr an meinem Ufer vorhanden ist. Leider muss ich noch etwa eine gute Stunde auf das Motorboot warten. Ich vertreibe mir die Zeit mit Essen. Der Wind kühlt mich immer stärker aus und ich ziehe immer mehr Klamotten an. Eine Schutzhütte sehe ich leider keine. Immerhin habe ich Gesellschaft bekommen von einem deutschen Pärchen und wir Quatschen etwas.

    Auch ist es ganz unterhaltsam den Leuten zuzugucken, die sich trotz des Windes ans Rudern wagen.

    Die Hütte am gegenüber liegenden Ufer kann man schon gut sehen, auch den Wasserfall, neben dem gleich der nächste Aufstieg verläuft. Endlich ist es soweit, das Motorboot naht. Schnell gehe ich zum Steg, damit ich auch einen Platz im Boot bekomme. Inzwischen sind bestimmt 10-15 Wanderer angekommen, aber niemand hat so lange warten müssen wie ich.

    Kurzer Blick zurück nach der Überfahrt. Schnell gehe ich zur Hütte, um die Überfahrt zu bezahlen, dann geht es an den Aufstieg. Ich möchte heute noch bis zur Kaitumjaure Fjällstuga laufen, das sind noch knapp 9km und es ist schon früher Abend.

    Wieder geht es eine schöne Strecke über das Fjäll. So langsam geht aber mein Energievorrat zu Ende, es war einfach ein langer Tag. Um die letzten Kilometer noch durchzuhalten stöpsele ich mir noch ein Hörbuch in die Ohren und träume mich voran. Schließlich gilt es nochmal einen Rentierzaun zu durchqueren, dann ein imposanter Fluss zu überqueren.

    Die letzten Meter vor der Hütte sind dann wie immer auch die längsten, aber endlich bin ich dann doch da. Es ist kurz vor 22 Uhr. Leider sind alle guten Zeltplätze schon belegt, so dass ich nur noch eine abschüssige Fläche mit wenig Gestrüpp zum Campen finde.

    Trinken, Essen, Zähneputzen, gute Nacht!