Wer mich kennt, der weiß, dass ich allerlei Abenteuer auf meinen Touren erlebe und dauernd irgendwas passiert bei mir... wie sagte man mir kürzlich?! "Wenn Mucki nich irgend ne Katastrophe aufm Trail passiert, is es kein richtiger Urlaub für ihn"
Also hätte ich allerlei Storys im Gepäck. Eine dovon beginnt mit diesem Bild (unten drunter gibts dann wieder die Story dazu):
📍 12/2025 Åndalsnes, Norwegen
Es war ein traumhafter Tag. Ich reiste mit der "Raumabanen", eine der schönsten Bahnstrecken Europas, von Dombås nach Åndaldsnes. Das Wetter war unfassbar toll und der Sonnenuntergang deuete an, sehr sehr schön zu werden. Ich entschloss mich daher kurzerhand, nach meiner Ankuft direkt mit der "Romsdalsgondolen" hoch auf die Berge zu fahren, da es bald dunkel werden würde und ich den Aufstieg zu Fuß nich mehr im hellen schaffen würde.
Oben angekommen, stromerte ich noch ein bisschen umher und fand dann einen perfekten Spot. Eigentlich wollte ich dort, an diesem gigantiachen schönen Platz das erste Mal "Cowboycamping" machen, aber nach nem kurzen Blick in die Wetterapp sah ich, dass leichter Regen angesagt war für die Nacht, also doch fix das Zelt aufgebaut.
Es war recht mildes Wetter dafür, dass ich im Winter in den Bergen in Norwegen war, also saß ich noch ne ganze Weile in meinen Schlafsack gekuschelt vor dem Zelt und schaute in die Sterne. Irgendwann ging ich ins Zelt und wollte schlafen. Als ich das Zelt gerade zu machen wollte, erschien über den Bergen nen grelles Licht (ich weiß, klingt total durchgeknallt). Ich hab versucht raustufinden, was das is, weil es wurde so krass schnell hell und immer größer... es war der Mond. Ich hab noch nie gesehen, dass der Mond so unfassbar schnell aufgeht und vorallem so extrem hell war... das war ehr, als würde ich in die Sonne gucken, statt in den Mond... total abgefahren...
Ich knippste noch fix ein paar Fotos und schloss dann mein Zelt. Eigentlich wollte ich ja schlafen, aber es wurde dann etwas windig und das wurde recht schnell, recht doll.
Ich hatte mein Zelt mangels Möglichkeiten nur behelfsmäßig mit Steinen abgespannt, was sich im Nachhinein als großer Fehler herausstellte. Durch den Wind, der mittlerweile zum Sturm geworden war, sind durch die doch sehr scharfkantigen Steine die Zeltstrippen gerissen, was dazu führte, dass nun das gesamte Zelt (semi freistehend) vor sich hin flatterte und nur nich wegflog, weil ich drin saß. Ich versuchte also mein wild umherfliegendes Zeugs im Zelt einzusammeln und packte meinen Rucksack. Irgendwann fing es dann noch an zu regnen, daher beschloss ich, die Nacht auf meinem gepackten Rucksack sitzend zu verbringen, das erschien mir auf Grund des draußen tobenden Sturmes und des Regens die beste Option, da ich im Zelt immerhin trocken saß.
Das Ergebnis dieser Nacht: Zelt komplett kaputt - Boden komplett aufgerissen, beide Absiden gerissen, Mesh kaputt, Gestänge verbogen und stark beschädigt... ach ... und undicht war mein Zelt dann den Rest der Tour auch.
Am nächsten Morgen war dann nen sehr schöner Sonnenaufgang und die Berge taten so, als wäre garnix passiert. Ich packte mein stark beschädigte Zelt ein und erklärte die "Nacht" gegen 4 Uhr für beendet. Kurz vor der Gondel, die erst um 11 fahren würde, fand ich eine Schutzhütte. Dort hab ich mir völlug übermüdet den Arsch abgefroren bis ca 10 Uhr, dann hatte ich keine Lust mehr zu warten und stieg einfach zu Fuß ab.
Zurück in Åndalsnes besorgte ich mir Reperaturtape und fuhr weiter nach Molde. Dort quartierte ich mich für 2 Tage in eine kleine gemütliche Hütte ein und machte mich daran, etwas Schlaf nachzuholen und mein Zelt notdürftig zu reparieren.
Mein kaputtes Zelt wohnt nun bei mir zuhause, aber irgendwie kann ich mich davon nich trennen. Ich überlege tatsächlich, zu schauen, ob ich das einfach reparieren kann, um es weiter zu nutzen. Wir haben doch schon so tolle Abenteuer gemeinsam erlebt.