Doch, es gibt schon eine Lösung für solch ("britisches") Wetter – nur ist die nicht wirklich UL: Buffalo Systems Pertex & Pile.
Es gibt auch einen Wiki-Eintrag:
Pile & Pertex - Prinzip
Der bezieht sich aber (nur?) auf das Prinzip bzw. die Übertragung – und kommt damit anscheinend zu anderen Schlüssen: "Die Funktionsgrenze wird m.E. bei kaltem, andauerndem Starkregen/Nassschneefall erreicht [..]". Weiß jetzt nicht, wie stark der Starkregen ist, von dem Du hier sprichst. Ich hab jedenfalls mit meinem Buffalo Mountain Shirt (vor Jahrzehnten im UK gekauft, als ich dort arbeitete) diese Grenze noch nie erreicht; im Gegenteil genieße ich das Wohlgefühl umso mehr, je ekliger das Wetter ist – wer wie ich in Ostfriesland aufgewachsen ist, weiß es wahrlich zu schätzen, wenn man bei der Kombi naß/kalt/windig trotzdem kuschelig warm bleibt. Gab auch diverse Youtube-Videos dazu – bis hin zum Test, wie lange es nach völligem Eintauchen braucht, bis man wieder warm und trocken ist.
Das gilt so aber nur für das Original. Sowohl mit dem entsprechenden Shirt der britischen Armee als auch mit Eigen-Kombis sind die Erfahrungen nicht ganz so. (Wie Du bin ich aber bei trockener Kälte von der Kombi Netzunterwäsche/Pertex-Windshirt begeistert.) Ich vermute, daß der besondere Effekt der Kombination geschuldet ist, die Buffalo verwendet: extrem winddichtes Obermaterial, das trotzdem atmungsaktiv ist + dicker, hochwertiger Fleece, der die Feuchtigkeit gut abtransportiert + extrem flexible Belüftung durch 2-Wege-RV über die kompletten Flanken. Das alles funktioniert aber nur, wenn man wirklich nichts darunter trägt (bzw. allenfalls ein minimales Funktionshemdchen, gerade als Frau). Außerdem muß das Buffalo so körpernah wie möglich sitzen, ohne die Bewegung einzuschränken – deshalb ist die Größenabstufung auch sehr viel feiner als bei anderen Klamotten.
Langer Rede kurzer Sinn: Ich glaube nicht, daß es für naßkaltes Ekelwetter was Besseres gibt als ein Buffalo.
Inwiefern sich die Materialänderungen über die Jahrzehnte ausgewirkt haben, kann ich natürlich nicht sagen. Leider habe ich doch einige Kilo zugelegt seit dem Kauf; insofern stünde eigentlich ein Neukauf an. Walk on the wild Side, bisher der beste Anbieter in D, scheint das Zeug aber aus dem Programm genommen zu haben. Die hatten auch nie wirklich erklärt, wie und warum das System so unglaublich gut funktioniert; das wirkt sich gerade bei echten Innovationen ja oft verheerend aus. (Man erinnere sich nur an das von Stromfahrer gepriesene Tensegrity-Zelt von Sierra Designs.)
Zudem hat Buffalo wohl gerade die Eigentümer gewechselt. Welche Folgen das im einzelnen haben wird, kann auch niemand sagen. Nicht zuletzt scheint der Vertrieb geändert zu werden. Positiver Effekt jetzt, jedenfalls für eine kleine Zielgruppe: Wo es im britischen Online-Einzelhandel Restbestände gibt, werden die derzeit oft sehr günstig (relativ zum üblichen hohen Preis) verkauft; sind aber meist nur Randgrößen. Wenn was für Euch Passendes dabei ist: Zuschlagen!