Beiträge von nach 3 tagen wieder da

    Varallo ist ein angenehmes Städtchen, viel lebendiger als erwartet. Die hohen Berge weiter rechts.

    Hier oben auf dem Hügel eine Basilika und 45 Kapellen mit ca. 800 Statuen aus dem späten 15. bis frühen 17. Jahrhundert. Der älteste und wahrscheinlich interessanteste der Sacri Monti. Oft genug hatte ich staunend vor Bildern von Hieronymus Bosch gestanden, aber wie konnte ich nur keine Vorstellung haben, dass es so etwas wie hier gibt?

    Die Bedeutsamkeit des Hingestellten hat auch eine Leichtigkeit.

    1486 fing hier jemand an, "Jerusalem" nachzubauen und es gibt weite Blicke beim Gehen zwischen den Bildfolgen.

    Hier ist er hingelegt, zu dem man kriechen kann

    oder andersherum durch eine Kapelle gehen kann. Diese erste 1492 fertiggestellt.

    Die Statuen mit den Wandbildern dahinter guckt man durch so Gucklöcher an.

    Je nachdem, von wo und wohin man guckt, sieht man andere Teile der sich wiederholenden Geschichten. Es ist wahnsinnig viel los, Perspektiven, Farben, Figuren.

    Es wird auch viel diskutiert, aber nicht von allen.

    Ständige Wiederholung führt zu "eigener" Erinnerung, denke ich mir. So ähnlich wie Tiktok. Viel langsamer, statisch. Aber körperlicher, weil man ja erst noch den steilen Berg hoch muss und oben von Bild zu Bild geht, sich recken und strecken muss beim gucken. Ich stelle mir vor: und in Gruppen den Berg hoch, betend, singend, Lasten tragend, auf Knien. Und dann dieses Feuerwerk an Eindrücken.

    Die Fahne wohl Erinnerung an die Kreuzzüge, 200 Jahre früher und früher. Man kann Wasser schöpfen.

    *


    Unten. Das Museum des Bastelns lassen wir aus, Bus und Alagna.

    (Pedomonte, Weiler hinter Alagna)

    Tageswanderung:

    nach 3 tagen wieder da
    3. Oktober 2025 um 19:30

    Der Camping ganz lauschig so leer. Die Platzwartin hat uns den Platz gezeigt, an dem morgens die Sonne zuerst durchkommt. Leider ist die Lampe die ganze Nacht an. Aber zum Carrefour nur 100 Meter.

    Col d Olen wäre von beiden Seiten Skigebiet. Wir entscheiden uns für die einfachsten Wege. Das ist hier der nach Riva Valdobbia und schon wieder ein Stück gta.

    Der Ort hat einen wunderschönen Platz mit Panorama, drei Seiten werden Samstagvormittag draussen von der Bar genutzt, alle Städter mit Ferienhaus im Ort anwesend, Wochenende.

    Der letzte Weiler im Tal vor uns

    und hinter uns. Vorm Haus macht ein Junge, vielleicht 15, 16 Jahre alt, sich fertig zur Jagd, Flinte, zwei dackelartige Hunde, etwa doppelt so gross, die ganze Familie um ihn rum am Wuseln, zwei Kleinkinder, Eltern, Hütehunde.

    Here we go.

    Plan Zero: selbstverständlich wieder Anfang Oktober Norditalien. "mal gucken".

    Plan 1: das erste Seitental vom Aostatal, absolute Hochburg der AVS bei den Europawahlen, über 20 %. Müssen wir angucken. Reisen nach Zahlen.

    Plan 2: Varallo (Valsesia), wegen der Reportage in der SZ.

    Plan 3: das ist ja ganz hinten die Fortsetzung der 4000er von der italienischen Seite (wenn man schon mal im oberen Anzascatal war). Yeah. Selbstverständlich nur von unten.

    Realisierung: nachts packen, ungeschlafen morgens losfahren. In Domodossola steigen wir um und rauschen am Val Grande vorbei.

    Erstmal ausschlafen und Ortasee angucken.

    Im Zug geklärt, dass wir nicht in Omegna loswandern, sondern gleich nach Alagna wollen. Allerdings über Varallo. Rome2Rio hat die wesentlichen Fahrpläne, aber nicht für alle Busse alle Tage vollständig. Auf der Fähre, die zum ÖPNV gehört, sind wir bis zur berühmten Insel San Giulio die einzigen Fahrgäste, Nebensaison und noch vorm Frühstück. Statt auf die Füsse achten wir auf die Hände.

    Auf der Anreise finden wir noch eine einsame Gasse im touristisch gut besuchten und naturalemente pittoresken Städtchen Orta San Giulio. Und den kleinen Bahnhof der oberen Ortschaft, an dem der nächste Zug erst in 2 Stunden ankommt, aber überraschenderweise ein Bus in die richtige Richtung, bevor wir in der Bar was bestellen können. Knappe 3 Stunden später laufen wir durchs nicht weit entfernte Varallo, wesentlich interessanter anzuschauende Kleinstadt und wissen noch nicht, dass der manifesteste Katholizismus der Gegenreformation auf dem Hügel wartet. Welterbe.

    Wandern kommt nach der Anreise.

    (...)

    Ich stelle mir das auch cool vor mal einen Weg über eine Zeit zu "pflegen".

    Ich auch. Wenn ich in den Bergen lebte, wäre ich da mit dabei. Auch Hütte aufräumen, Winterraum herrichten und solche Sachen, schleppen, hilfsarbeiten, umsichtig rumlaufen, Gedenkorte pflegen, Müll mitnehmen, Steine richten, Naturschutzschildchen hinstellen.

    Aber ich glaube das sollte man mit einer Motorsäge umgehen können, oder?

    Naja, das machen halt die Leute, die damit umgehen können. Eher die Waldarbeiter. Grundsätzlich reicht mit Farb-Eimerchen und Pinsel rumlaufen zu können, auch wenn schon etwas mehr ist. War ich mal 2 Tage mit dabei, mit Spitzhacke und Schaufel (als ein Freund in die Pyrenäen gezogen war, erst Tischler, dann Waldarbeiter, und immer am Wandern). Ansonsten hin und wieder mal so Gruppen von Freiwilligen gesehen.

    Die "Urlaubsvereine" können sich vor Mitgliedern nicht retten. Die Sektion Berlin des DAV hat ... 28.000 Mitglieder, zur Mitgliederversammlung kommen ... keine 100 (war letzten Mittwoch auch nicht da). Man kommt in die Hütten (war seit deutlich über 10 Jahren in keiner bewirtschafteten Hütte mehr). Mein letzter Ausbildungskurs war Anfang der 2000er, meine letzte Ausbildungstour 2008. Das Vereinsheftchen wird mal nebenher auf dem Klo schnell durchgeblättert und dort auch von Nicht-Mitgliedern gelesen. Bleibt die Versicherung, die ich in jahrzehntelanger Mitgliedschaft noch nie in Anspruch nehmen musste. Theoretisch und wahrscheinlich auch praktisch kann man in diesem Verein seinen Interessen nachgehen. Wenn man konkrete Interessen hat. Versuch scheiterte daran, dass das Vorstandsmitglied, dem ich als Ideenbeauftragter meines entsprechenden Antrags auf einer Mitgliederversammlung zugeordnet war, genauso wenig Zeit hatte wie ich. Wenn Zeit war, war Urlaubsabwesenheit (bei uns beiden). Es kam also nie zu einem Treffen, um zu besprechen, was wer wie wann. Ich wäre bereit gewesen, da Zeit und Urlaubszeit reinzustecken. Passiert - nicht weiter schlimm. Die Idee lebt weiter, eine andere, noch grössere Sektion arbeitet jetzt daran. Keine Ahnung, wie sehr. Um zum üblichen "Vereinsleben" beitragen zu können, steck ich nicht intensiv genug drin "in den Materien". Weil meine Zeiteinteilung anders geprägt ist. Wenn ich jeden Tag Wandern gehe und da Leute vom Verein treffe, kann ich auch noch was für den Verein machen. Wenn. Ansonsten: die Sektion tut was für die Inklusion von Menschen mit Behinderung. Es gibt mehrere Gruppen. Da habe ich mehrmals Leute hinempfohlen, die beruflich bei mir auftauchten und neu hier waren.

    Wofür der Verein gut ist: man könnte eine Gruppe gründen. Eine Weitwandergruppe zum Beispiel. Oder eine Biwakiergruppe. Also sich austauschen und organisieren (soweit also das, was hier passiert) und mit Briefkopf des Vereins versuchen, hier und da Zugänge zu organisieren. Jemand könnte eine Ausbildung als Wanderführer machen und hätte eine Wanderführerhaftpflichtversicherung vom Verein optimalerweise. Da steht dann leider schnell das Problem von mars_hikes im Weg: "Weitwanderer" machen ja mehr als nur Wandern. Jedenfalls vermutlich mehr Sachen, als ein ausgebildeter Nur-Wanderführer verantworten dürfte. Braucht man also eine Weitwanderausbilder-Ausbildung dafür, mindestens so ein bisschen ins Alpine rein vermutlich. Dafür kann man sich einsetzen. Zum Beispiel.

    Ich bin dann noch seit Ewigkeiten Mitglied in einem kleinen Wander- und Hüttenverein, der in den 2000ern eine kleine, traditionsreiche Wanderhütte für kleines Geld erworben hatte. Die wird seitdem Stück für Stück saniert, man bekam Anerkennung dadurch, dass Denkmalschutz gewährt wurde und macht Veranstaltungen zum Tag des Offenen Denkmals. Nur Übernachten geht weiterhin nicht und auch Zelten an der Hütte geht nicht ausser ca. einmal im Jahr zur besonderen Gelegenheit. Behördengestrüpp und rechtliches Gestrüpp. Der Verein wird getragen von den Leuten, die in der Nähe wohnen und da quasi täglich bzw. ziemlich jedes Wochenende vorbeikommen. Ich bin auf der Mailingliste und auch hier ein völlig passives, mit Sympathie beobachtendes Mitglied.

    Dann ist da noch ein Verein, der einen Jazzclub betreibt. Seit den 90ern. Ursprünglich war das kein Jazzclub, hätte aber trotzdem gut in die Helge-Schneider-Filme gepasst. Der Verein wird getragen von den wenigen, alle einige Jahre neuen sehr engagierten Leuten, die (ehrenamtlich) das Programm machen. Zur Mitgliederversammlung werden immer noch die Gründungsmitglieder mobilisiert, damit Beschlussfähigkeit erreicht wird. Da bin dann sogar ich wichtig. Was objektiv wichtig ist: ein offener Raum, Offenheit für neue Leute, die da was machen wollen. Und alle paar Jahre bin ich mal zu einem musikalischen oder Vortrags-Event im Club anwesend. Viel teure Technik aus Lottomitteln, grundsätzlich interessante Veranstaltungen und man kann den Raum auch für eigene oder private Veranstaltungen haben.

    Will sagen: wenn das Dein Ding ist, mach. Jedenfalls ist Ausprobieren besser als Nicht-Ausprobieren.

    FYI

    "Die Gefahr, von einem Wolf angegriffen zu werden, liegt nahezu bei Null. Die Wahrscheinlichkeit, dass einem beim Spaziergang im Wald ein Ast auf den Kopf fällt, ist dagegen weitaus höher."

    Was mache ich, wenn ich einem Wolf begegne? - WWF Österreich
    Was mache ich bei Wolfsbegegnungen? Kaum jemand wird es bemerken, wenn Wölfe in der Nähe sind. Grundsätzlich sollte man Ruhe bewahren.
    www.wwf.at

    Im März (24) hatte nicht nur der Shop, sondern auch das Cafe in Elgol zu (Saison ab April). In Torrin gibts ein Cafe (tagsüber paar Stunden auf aber nicht täglich). Glenbrittle aufm Camping gibts auch so rudimentär Lebensmittel (ab April auf). In den Bothies spare food ... eigentlich immer paar Nudeln da :)

    300 aufwärts, Wahnsinn. Nachgeguckt: März 24 war 54 Euro für 1 Übernachtung in airbnb Wohnung. Gleiche Bude März 26 wäre 130 E die Nacht. Das war die Billig-Bude. Scheint mir nicht nur auf Skye und nicht nur in UK so. Komfort-Zone nicht mehr leistbar als Nicht-Eigentümer.

    tolle Bilder! Allgäu kommt dann doch mal auf togo...

    Ist das

    11770-2c58a-jpg

    schon das erwähnte Stück Klettersteig oder nur eine drahtseilversicherte Passage? Sprich: Klettersteigstück wanderbar (les ich bei @Nelson so) oder Klettersteig-Klettersteig mit Klettersteigzeugs?

    OT: jetzt auch den "Bild per URL einfügen Schalter" gefunden ...

    Den Schalter kaputt zu bekommen bedarf es schon deutlicher, fehlgeleiteter Energie...

    Jein, ich habe den Schalter gedrückt, aber nichts leuchtete und leer war sie ganz bestimmt nicht (wie man im Foto vom Ende sieht, Dauerleuchten). Habe den Schalter dann längere Zeit gedrückt gehalten (paar Sekunden) und dann war er verkantet. Was der automatische Heating Mode ggf. macht, wollte ich im Rucksack lieber nicht ausprobieren. In der Anleitung steht, dass die PB bei Temps unter -10° C Zeit brauche, um ins Laufen zu kommen. War aber nur um die Null und geheatet war da nichts, wurde erst später mal bisschen warm und kühlte wieder ab. Wollte aber nicht ausprobieren, was eine PB mit verkantetem Schalter so macht und habe sie im nächsten Ort mit Elektroladen abgegeben. Vielleicht war das dumm. Möglicherweise dauerhaft der Schwachstrommodus.

    Mit der NB 10000 habe ich keine Probleme. Mit der lade ich das Handy und habe oft beides zusammen in der Brusttasche der Puffy. Deren Schalter kann schlicht nicht reindrücken. Mechanisch finde ich das deutlich besser (idiotensicherer).

    Die nicht abgedeckten Ventilatorflügel laufen verdammt schnell, stehen schräg über und haben zur offenen Mitte hin scharfe Ecken, die am höchsten überstehen.

    Ernsthaft gefährlich für Kinder und User wie mich. (edit: wenn man den Anschluss noch nicht drauf hat weil ausprobieren oder verschiedene Matten mit verschiedenen Ventilen dabei und den Beutel eingespart hat)

    Beweisfoto ("Zero-Pump", v.1):

    Fährt denn kein Bus mehr oder Stück trampen?

    Auch Stück Bus Richtung Portree würde ja gehen, Küste undoder in die Red Cuillins und von dort in Richtung Torrin.

    Landschaftlich ist das alles ganz nett aber erst Mal ist so ein Stück puhichglaube eingezäunte Heide/Weide = paar Km Strasse (also der direkte Weg von B nach T).

    Hab zwar noch nie zwischen B und T gepennt, aber man muss sich kein Kopf machen, kein Problem.