Beiträge von Christian Wagner

    Zum "Selberkochen" ist mir aufgefallen dass in dem hier erwähnten Kochbuch "little red hiking" die Autorin erwähnt, dass sie ihre Gerichte in Ziplocs füllt um sie dann daraus zu löffeln.

    Puuh also das finde ich ja noch eine Stufe härter als diese Alubeutel von Trekfood, aus so einem Wabbelbeutel zu essen ist doch echt unangenehm.

    Musst du ja nicht. Dein Essgefäß steht ja direkt daneben, du hast gerade das Wasser darin erhitzt.

    Wenn dein Topf dafür zu klein ist dann musst du halt einen größeren mitnehmen. Der Gewichtsunterschied ist minimal.

    Christian Wagner
    29. September 2025 um 14:46

    hier hatte ich das mal verwendet... Ist wie ich schrieb. Nicht sehr dick beschichtet aber leicht. Nass war es noch nicht.

    Versteht mich bitte nicht falsch. Ich finde das Gatewood Cape genial! Wer Shelter und Regenkleidung kombinieren möchte kommt am Gatewood Cape IMHO nur schwer vorbei. Die Naht ist denke ich auch nicht wirklich kritisch. Die Hauptbelastung geht entlang der Naht von der Spitze zum Boden. Belastung quer zur naht kommt nur bei Winddruck auf und da spielt das Gatewood Cape seinen Trumpf mit der geringen Windangriffsfläche aus. Gerade das Türpanel ist nicht sehr groß. Über dem Schläfer ist dann überhaupt keine Naht mehr. Der Platz ist, als Zelt genutzt, gerade so ausreichend, und als Cape bietet es wohl guten Schutz mit trockenen Armen.

    Die die das Teil mit in den Sarek nehmen sind entweder recht klein oder eben recht schmerzbefreit, für Sommertouren in D ist das Teil aber IMHO absolut ausreichend.

    Ich habe letzte Woche tatsächlich mein erstes kommerzielles Zelt erstanden. Von einem Mitforisten habe ich ein Gatewood Cape mit Lanshan1 Innenzelt erstanden.

    Erstaunt musste ich feststellen dass die Nähte als einfache Nähte mit Nahtband ausgeführt waren.

    Da aste ich mir jahrelang einen ab und mache brav Kappnähte an meine Außenzelte und dann sehe ich so etwas. Beim Moskitonetzinnenzelt finde ich das ja noch voll OK, da habe ich bei meinen Zelten teilweise nicht mal versäubert, aber beim Aussenzelt?

    Auch die Verstärkungspatches an den Abspannpunkten sind ohne Zickzack und nur minimaler Nahtzugabe ausgeführt.

    Vor einigen Wochen hatte ja Mal wer sein Solomid vorgestellt das genau so genäht war. Sowohl MLD als auch Sixmoondesigns sind ja nun Hersteller mit durchaus gutem Leumund, aber das hat mich dann schon überrascht.

    Es scheint ja alles zu halten, aber interessant ist es schon mit wie vielen "Abkürzungen" im Produktionsprozess man dann doch auskommen kann.

    Hm, die Studie von Slingfin ist ja schon länger bekannt und hat was die UV- Beständigkeit angeht bei mir auch eher Fragen aufgeworfen als Antworten geliefert.

    Das hochgelobte 10 D Material von Slingfin scheint ja hoch UV- stabil zu sein, hat aber, der niedrigen Fadenstärke geschuldet, insgesamt schon eine sehr geringe Zugfestigkeit. Sowohl im Neuzustand als auch nach den 200 Tagen UV- Exposition. Nur die relative Änderung ist eben sehr gering.

    Die Fadenstärke ist zumindest im Neuzustand noch einigermaßen direkt proportional zur Zugfestigkeit. Alles andere hätte einen ja auch gewundert. Nach 200 Tagen UV ist das aber nicht mehr so. Da weis aber Slingfin offenbar auch zu wenig über die einzelnen Stoffe (zusätzliche Ausrüstung o.Ä.) um da doch noch etwas Licht ins Dunkel zu bringen.

    Erwartertermaßen sind die Sil/PE beschichteten Stoffe richtig schlecht weggekommen, sowohl im Neuzustand als auch nach 200 Tagen. Interessanterweise war da auch ein Polyesterstoff dabei. Wobei Zugfestigkeit nicht unbedingt Weiterreißfestigkeit ist. Letztere sollte bei PE- beschichteten Stoffen nochmal schlechter sein.

    Disclaimer: Es sind nur zwei PE beschtete Stoffe in der Studie dabei gewesen.

    Krass ist auch das schlechte Abschneiden von Polyesterstoffen insgesamt. Überliefert ist ja eigentlich eine "natürliche", bessere UV- Stabilität von Polyester gegenüber Nylon.

    Auch hier Disclaimer: Es sind nur zwei Polyesterstoffe in der Studie dabei gewesen.

    Was lernt da nun der geneigte MYOGer der keine Kapazitäten hat solche Tests selber durchzuführen?

    Zelte nicht unnötig in der Sonne stehen lassen, auf Sil/Sil- Beschichtung achten und auf ausreichend hohe Fadenstärke (Denier) achten.

    Ich hätte gerne Mal noch mehr Versuche mit noch mehr silikonisierten Polyesterstoffen gesehen. Die Ergebnisse sind hier doch sehr überraschen.

    Mit leicht verwunderten Grüßen, Christian

    Hat mich auch gewundert, bis ich dann mal bei Decathlon über eine Rash Vest gestolpert bin die ein mehrseitiges, mehrsprachiges Büchlein mit Safetyhinweisen eingenäht hatte. Netterweise war das aber an einem winzigen Stofffizelchen angenäht was man easy durchschneiden konnte.

    https://backpackinglight.com/quilt-pad-conv…t-loss-zenbivy/

    "How does a Quilt’s Pad Attachment System Influence its Heat Loss Resistance?"

    Kürzlich erst entdeckt und gestern erst gelesen (my 2 cents):

    So wie ich das verstanden habe hat Backpackinglicht einen 10F Zenbivy mit einem 20F HMG Quilt verglichen. Gesponsort ist das ganze übrigens von Zenbivy gewesen. Hätten die das oben hin geschrieben, dann hätte man genau da auch das lesen aufhören können IMHO.

    Man hat dann einen warmen Wassersack in die Quilts reingelegt und geguckt wie schnell dieser die Wärme verliert. Das hat man dann einmal mit und einmal ohne Seitenwind Ventilator gemacht. Das wäre im Prinzip ein gutes Setup gewesen und wäre eventuell etwas für unsere Rettungsdeckenversuche falls sich da nochmal wer austoben möchte, jedoch für die Messung der Quilt- Befestigungssysteme war das leider nix. Die Kontrolle war nämlich nicht etwa der jeweilig Quilt ohne geschlossenes Befestigungssystem, sondern einfach nur ein Wassersack ohne Quilt. Da kann man dann natürlich gar nix mehr vergleichen.

    Den krassen Wärmeverlust bei sich im Schlaf bewegendem/ drehenden Schläfer kriegt man mit einem Wassersack natürlich überhaupt nicht raus, ich wüsste aber zugegebenermaßen nicht wie man das überhaupt vergleichbar quantifizieren könnte.

    Heraus kam jedenfalls dass der 10F Zenbivy wärmer ist als der 20F HMG. Vergleicht an die Unterschiede mit und ohne Wind, dann kommt man drauf, dass der Zenbivy mit seitlich komplett geschlossenem Befestigungssystem einen weniger stark erhöhten Wärmeverlust mit Wind hat als ohne. Das hätte man sich ja auch schon vorher denken können. Ergebnis jedenfalls ganz im Sinne des Sponsors... not impresssed.

    Falls jemand ein löchriges Sorgenkind zuhause rumliegen hat, kannst Du Dich gerne melden - irgendwo gab es hier ja auch die Möglichkeit, pn zu senden...

    Im Zuge der Erweiterung der forumsinternen Outdoorskills kann ich so etwas ja nicht gut heißen ;). Die Reparatur der eigenen Ausrüstung im Felde ist ein elementarer Skill den jeder Outdoorer beherrschen sollte. Also ran an die Nadeln!