Hier meine Eindrücke zum Pioulou in Silnylon 20D nach einem Testwochenende. Wirklicher Einsatz unter schwierigeren Bedingungen im Fjäll steht noch aus, aber bis jetzt bin ich sehr zufrieden!
Das Mid lässt sich einfach und sehr straff aufbauen. Ganz anders als mein bisheriges Gatewood Cape! Vermutlich helfen da die Catcuts, wobei ich das als nicht-Experte nur vermute.
Empfohlen sind 125 cm Höhe, die halte ich auch ungefähr ein - mein Carbonstock ist max. 130 cm lang und ich stelle ihn etwas schräg. Etwas höher wäre zwar nett, aber auch mit meinen 191 cm kann ich ganz gut darin liegen und sitzen, ohne die Wand zu berühren.
Sehr hilfreich beim Aufbau ist, dass man die drei hinteren Punkte mehr oder weniger auf einer Linie auslegen und dann fixieren kann - kein Abstand-Schätzen und sicher von Vorteil beim Aufbau gegen den Wind. Nettes Detail sind die unterschiedlichen Farben für die kurzen Leinen in der Mitte (blau) und an den Seiten (rot), das hilft echt wenn man müde ist und nicht viel nachdenken will.
Ich hab die Version ohne Reißverschluss; die zwei Türen lassen sich vorne unten einklipsen. Passt gut für mich. An der Abspannleine vorne ist ein kleiner Karabiner zum Einhängen, den werde ich aber entfernen. Befestigung mit einem zusätzlichen Hering am Boden scheint mir stabiler, und kommt mit einem Titanhaken vermutlich aufs gleiche raus, gewichtsmäßig.
Das Tarp hat fünf Sturm-Abspannpunkte mit 1.5-mm-Leinen (die Firstleine und die anderen fünf kurzen Hauptleinen - mit clam cleats - sind 3 mm). Mit denen lässt es sich wirklich sehr stabil machen. Test im Wind steht wie gesagt noch aus, aber mit den fünf Leinen + zusätzlichen Heringen werde ich mich schon mal über die Baumgrenze wagen.
Die Sturmleinen lassen sich mit einer kleinen Schlaufe ziemlich leicht verstauen, sehr praktisch. Habe mich gefragt, ob eine durchgehende Leine ohne Knoten und Ring nicht doch stabiler wäre, aber vermutlich halten die schon einiges aus und die Heringe sind eher der Schwachpunkt.
Der Beak über der Apsis ist gut bemessen, habe eine Tür trotz Regen nachts offen lassen können. Trotz meiner Größe komme ich auch gut rein und raus. Das nimmt mir auch etwas die Bedenken bezüglich fehlender Lüftung an der Spitze: außer bei wirklich widrigen Bedingungen lasse ich dann einfach die vorne offen.
Die Türen haben auch jeweils zwei Gummischlaufen zum Befestigen wenn sie aufgerollt sind, super. Beim Gatewood Cape haben die sich schon bei leichtem Wind immer schnell gelöst.
Die Aufnahme oben für den Stock ist eine Art verstärktes "Hütchen":
Und natürlich, das Gewicht! Ohne die fünf Sturm-Abspannleinen bei mir 294 g, diese Leinen zusammen 21 g. Packsack 9 g.
Hab auch wilbo s "Regentest" durchgeführt, sprich bei Regen im Garten aufgebaut, 3-4 Stunden gut draufregnen lassen, 10 mal gut ausschütteln, dann wiegen: 82 g Wasseraufnahme. Also fast exakt der gleiche Wert wie bei wilbos ähnlich schwerem Silnylon-Tarp! Vielleicht kann fatrat mit seiner Silpoly-Version ja auch noch einen Wert zum Vergleich beisteuern 
Und die Dehnung bei Regen ist wirklich überschaubar, wenn man vorher schon gut abspannt. Etwas nachspannen oder Stock höher stellen reicht. Extra Gummilitzen werde ich nicht brauchen. Bin ganz froh, dass ich letztendlich doch die leichtere Silnylon-Variante genommen habe!
Als Inner nehme ich mein Serenity Net Tent von Six Moon Designs. Passt ganz gut rein, aber ich werde die hinteren Schlaufen im Tarp zum Einhängen noch etwas verlängern, damit das Inner weiter vorne sitzt und noch etwas weiter von der Wand entfernt ist.
Insgesamt sehr zufrieden mit einem super verarbeiteten Tarp! Vielleicht ist es einfach nur der unfaire Vergleich mit einem Poncho-Tarp, aber ich bin bis jetzt wirklich sehr glücklich über meine neue Behausung.