Ist das eigene Erfahrung oder nur Hörensagen?
Ich war zwar nicht gemeint, aber ich habe diese Erfahrung tatsächlich selbst gemacht. Und dafür musste ich nicht einmal wirklich schwitzen. Die Haut gibt nicht nur Schweiß in Form von Flüssigkeit ab, die Schweißporen sondern auch Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf ab und die Zellen leiten Feuchtigkeit per Diffusion (Transdermaler Wasserverlust) nach außen. Beides passiert auch ohne, dass uns zu warm ist und wird durch ungewohnte Luftfeuchtigkeit in der Umgebung beeinflusst. Je nachdem, wie gesättigt die Luft im Schlafsack ist und wo der Taupunkt liegt, kann es durchaus passieren, dass die Daunen dadurch feucht werden und verklumpen. Im Winter werden genau deshalb VBLs oder Overbags mit Synthetikfüllung genutzt, um den Wasserdampf gar nicht erst in den Schlafsack zu lassen, oder, um den Taupunkt in die Synthetik zu verlagern. Im Winter geht man einfach ein deutlich höheres Risiko ein, als im Sommer, wenn man das nicht beachtet.
In meinem Fall lag ein Teil des Problems auch bei mir: Damals hatte Cumulus gerade eine wasserdichte Außenhülle (Pertex Endurance) ins Programm genommen, was damals als der heiße Scheiß gehandelt wurde. Da ich für meinen großen Trip wirklich auf alles vorbereitet sein wollte, hab ich die bestellt. Morgens konnte man schön sehen, wie der Außenstoff in der Fläche von innen feucht war uns dort eben auch die Daunen verklumpten und rund um die nicht versiegelten Nähte alles trocken blieb. Hier konnte die Feuchtigkeit problemlos entweichen. Ja, mit einem anderen Außenstoff wäre weniger passiert, aber es zeigt doch, wie viel Feuchtigkeit im Spiel ist, auch wenn man nicht schwitzt. Nach 19 Monaten hab ich den Sack dann zum OST gegeben und die mussten 150 von 700g Daunen ersetzen, weil die trotz Waschen nicht mehr zu retten waren. Zu viel Salz und Fett.
Heute ist das Problem durch dünnere und bessere Materialien bestimmt besser geworden, aber an unserer Haut hat die Evolution in der Zeit nichts geändert.
mfg
der Ray