Hier noch ein paar Infos zu den Routen.
Cairngorms
Anreise:
Direkt am Flughafen Edinburgh in den Fernbus. Man muss ggf. einmal an einer Fernbus-Drehscheibe nördlich von Edinburgh umsteigen. Von dort verkehrt eine Schnellbus nach Inverness, der in Aviemore hält.
Route:
Die Route habe ich mir selber zusammengestellt. Walkhighlands und YouTube sind meine meistgenutzten Anregungen. Ich sammel, wo es schön aussieht und dann klicke ich mir selber eine Route in Locus Map zusammen. Ich wollte unbedingt mal in einer Bothy übernachten und habe dazu die Seite der Mountain Bothies Association zur Planung genutzt.
Ich empfehle sehr sich die Informationen auf Walkhighlands zur geplanten Route, sowie vorhanden Trip Reports gut durchzulesen. Die Cairngorms sind ein Gebirge, das nicht zu unterschätzen ist. Das gilt vor allem, wenn man nicht geübt ist mit topografischen Karten umzugehen, auch wenn man wie ich auf „viel begangenen“ Moderouten unterwegs ist (teilweise den ganzen Tag niemanden unterwegs gesehen). Man sollte im Gebirge immer und ins besonders in der Nebensaison einen ausreichenden Puffer an Kalorien, wärmender und schützender Kleidung dabei haben. Es kann schnell zu Wetterwechseln kommen, die ein Weiterkommen behindern. Beachtet auch, dass die Wege in den Cairngorms nicht mit viel begangenen Hüttentouren-Wegen in den Alpen zu vergleichen sind. Es gibt nur über wenige Bäche Brücken und nach Regenfällen können Bäche für ein paar Stunden oder Tage unpassierbar sein. Sumpfige und weglose Abschnitte brauchen viel mehr Zeit als die Wegplanungsapp berechnet. Damit muss man umgehen können: mentale Flexibilität zur Anpassung der Route, körperliche Fitness und das Lesen & Verstehen von topografischen Karten sollten vorhanden sein. Nicht zu Letzt auch die entsprechenden weiträumigen Karten sollten offline oder physisch verfügbar sein.
Moray Coastal Trail
Hin & Weg
Forres ist mit Bahn und Bus gut angebunden. Ich bin über Inverness angereist, da ich vorher in den Cairngorms unterwegs war. Abgereist bin ich per Bus nach Aberdeen und Bahn nach Edinburgh
Zelten
Sicherlich jede Nacht möglich. Es kommt wohl darauf an, wie hoch das Bedürfnis ist fernab von der Zivilisation zu zelten oder ungesehen zu bleiben ist. Ich kann mich nachts nicht gut entspannen, wenn man mich schon den ganzen Abend in der Gegend gesehen hat. Und die Küste ist abschnittsweise dicht besiedelt.
Es gibt teilweise weniger Plätze, als man nach einem kurzen Blick auf die Karte denkt. Zum einen gibt es sehr viel Golfplätze, an manchen Stellen reihen sie sich hintereinander. Häufig ist das Land bis nah an die Küste landwirtschaftlich bewirtschaftet. Und dann macht der stachelige Ginster an vielen Stellen einen Strich durch die Rechnung. Eine gute Option sind die vielen Coves, die häufig groß genug sind für ein Stück Wiese auf Meereshöhe. Dazu muss man einen mehr oder weniger steilen Pfad durch den Ginster hinabsteigen. Tipp: erst einmal die gesamte Cove auf dem Trail oberhalb umrunden, anstatt die erste Lücke im Ginster zu nützen. Meist gibt es einen sehr gut ausgetretenen, freigeschnittenen Pfad.
Drinnen übernachten:
Im Sommer, ins besonders an Wochenenden mit Badewetter, ist wohl Voraus buchen ratsam. Im April hatte ich keine Probleme etwas spontan zu buchen, auch wenn die Auswahl nicht groß war. Ich habe ein älteres Paar getroffen, die sich eine Ferienwohnung in Elgin gemietet haben und dann mit Hilfe der Öffis (Busse) den Weg abschnittsweise gegangen sind.
Wegfindung
Im Großen und Ganzen ist der Weg ausgeschildert, allerdings ist das Ganze schon etwas in die Jahre gekommen. Ich habe mir einen gpx Track heruntergeladen damit ich nicht die schönen Stellen und Wege verpasse. Aber im Grunde genommen folgt man immer der Küste und kann sich nicht wirklich verirren, schlimmstenfalls erhöht man die Asphaltquote oder den Anteil an langweiliger Agrarlandschaft. An einigen Stellen stimmen Track und Weg auch nicht überein, da es an der Küste zu Wegabbrüchen kommen kann. Also nicht blindlings dem Track folgen, sondern auch auf die lokale Ausschilderung achten.
Wer den Trail in 2026 gehen möchte, sollte die Speybrücke im Blick behalten: https://www.bbc.com/news/articles/c4g45p10z3wo
Ausrüstung
Die Moray Coast ist in Schottland für ihr mildes, warmes, sonniges und trockenes Klima bekannt. Eigentlich ein UL-Trail per excellence. Man braucht nicht viel an Ausrüstung. Ich habe keinerlei Tarperfahrung, aber das wäre ein Trail, an dem ich mir ein Tarp-Test zutrauen würde. Dazu eine Evazote oder Eierkartonmatte (wegen dem Ginster keine Luftmatte) und schon kann man sich in die kleinsten Lücken quetschen. Viele kleine Küstenorte mit Versorgungsmöglichkeiten. Im April war allerdings noch viel Gastro geschlossen oder hatte sehr eingeschränkte Öffnungszeiten. Man könnte also mit etwas Planung und zeitliche Flexibilität auch auf den Kocher verzichten.
Trailverlängerung
Im Westen schließt der Dava Way an und nach 2/3 des Weges trifft man auf den Speyside Way. Beide Wege führen grob in Richtung Süden in die Cairngorms Region. Es biete sich auch an den Weg auf eigene Faust entlang der Küste zu verlängern, im TGOC Blog gibt es ein paar Tipps dazu: https://www.tgochallenge.com/2024/11/21/the-moray-firth-coast/
Links
https://www.walkhighlands.co.uk/moray/moray-coast-trail.shtml
https://www.goingthewholehogg.com/moray-coast-trail-guide/ und ihr YouTube Film https://www.youtube.com/watch?v=gEACNRP3nYk
Mein Fazit zur Kombination dieser beiden Wege
An sich genommen, ging mein Plan auf das Beste aus Gebirge und Küste zu verbinden. Ich habe jedoch an der Küste viel Wärmekapazität umsonst mitgeschleppt. Klüger wäre es gewesen einen Teil mit der Post vorauszuschicken, zu meinem letzten Stopp. Allerdings konnte ich mir in Aviemore noch nicht vorstellen, dass es so warm werden wird. Also, der Wetterbericht hat das schon so gesagt. Aber ich habe im Frühling immer das Problem, dass ich mir nicht vorstellen kann, was ich wohl bei 12 Grad und Sonne anstatt bei Null Grad mit Tendenz zu Niederschlägen anziehen werden möchte. Und wie wird es nachts, wenn es kalt vom Meer reinzieht? Also, man hätte es smarter regeln können. Ich nicht. ![]()