Beiträge von nivi

    Das Material fühlt sich sehr wertig an. Die XMIDs sind ja auch aus Polyester, aber eher matt, dieses ist eher glänzend. Die Nähte sehen für den Leihen erstmal alle sauber und solide aus. Durch die Struktur, welche durch das Gesänge definiert wird, steht das Zelt bombenfest. Die Flächen sind alle straff gespannt und geben kaum nach. Auch nach dem Regen hat sich das nicht wirklich geändert.

    Danke fürs Teilen deiner ersten Erfahrungen! :) Hast du zufällig mal an einem anderen Kuppelzelt herumgedrückt? Also wenn du schreibst, dass die Flächen straff gespannt sind und kaum nachgeben, wie würdest du das im Vergleich zu anderen Zelten einordnen?

    Sehe ich das richtig, dass die vorderen beiden Ecken nicht mit einer Kordel verbunden sind? Wenn die Tür geöffnet wird, warum bewegen sich die Ecken nicht auseinander? Vielleicht durch die Stoffspannung zur Querstange :/

    Finde ich cool, dass du das Raumgefühl nochmal so betonst, weil das meine Meinung nach einer der großen Pluspunkte von Kuppelzelten ist.

    Erst als ich das gelesen habe, habe ich verstanden, warum du etwa 10 cm an den Seiten Verschnitt eingeplant hast. Ich versuche den vorhandenen Stoff immer so effektiv auszunutzen wie möglich. Das Lavvu wäre ein ganzes Stück geräumiger geworden, wenn du die 1,50 m Stoffbreite voll ausgenutzt hättest.

    Ja da stimme ich dir voll zu :) Es ist so gesehen auch irgendwie ein Test, wie sich die Größe so anfühlt. Die meisten käuflichen Mids bewegen sich ja auch so um die 2,8m Liegelänge.

    Sowas habe ich damals auch verwendet. Bin aber einige Nähläden abgelaufen. Hast du das online bestellt? Wenn ja, wo?

    Auch in einem Nähladen. Kann dir leider keine online Quelle nennen.

    Einen zu großen Kreis, bei dem du den überschüssigen Umfang dann faltest oder wie hast du das gemacht?

    Im Prinzip genau so, ja :) Und dann die Spitze des Kegels umgefaltet und festgenäht. Dann einen kleineren Kegel in den ersten gesetzt. Dafür habe ich auch deutlich stärkere Garn benutzt, damit dort nichts reißt.

    Wenn ich diese beiden Teile jetzt an der geraden Kante zusammennähe, bekomme ich am Ende ein Element aus einer Ober- und Unterseite.

    Ah jetzt verstehe ich, was du meinst. Wenn das Material eine Ober- und Unterseite hat, dann passt der Schnitt nicht mehr.

    Nicht, wenn du die Diagonale bei der Hälfte der Flächen anders herum laufen lässt.

    Gibt es bei dem Material denn überhaupt unterschiedliche Seiten? Bei extex ist nichts dergleichen beschrieben.

    Ich glaube, man müsste zusätzlich noch bei allen Teilen die gleiche Nahtzugabe geben, sonst bleiben am Ende zwei Nahtzugaben, die nicht zueinander passen.

    Bei dem Silpoly konnte ich keinen Unterschied zwischen den Seiten feststellen. Hat DCF eine Ober- und Unterseite? Zumindest das Camo DCF ist wahrscheinlich nur einseitig bedruckt :/ Ich hatte die Maße extra so gewählt, dass sich das Ganze auch auf DCF realisieren lässt, falls ich mich da irgendwann mal rantrauen möchte.

    Hast Du dann die Teile gerade-an-gerade genäht so wie kamen oder die Flächen noch nach Ober- und Unterseiten sortiert?

    Ich weiß nicht so ganz, was du meinst, aber beim Zuschnitt gab es am Ende zwei verschiedene Teile mit unterschiedlichen Nahtzugaben. So gesehen gab es auch immer eine Seite die oben sein musste, sobald ich mich einmal für eine Seite als oben entschieden hatte :)

    Dafür dass sich Poly ja nicht so stark dehnt, finde ich das garnicht so wenig. Bei meinem Nylon Lavvu hatte ich auch nicht mehr genommen. Aber die Mittelnähte der einzelnen Seiten sind ohne Catcut, richtig?

    Silpoly dehnt sich in Schrägrichtung eigentlich genauso stark wie Silnylon, zumindest nach meinem Empfinden. Das müsste also 1 zu 1 übertragbar sein von deinem Lavvu :) Die Mittelnähte haben keinen Catcut bekommen.

    Kannst du noch was dazu sagen, wie du die Spitze genäht hast?

    Und was versteift die Hutze, dass die offen steht?

    Ich glaube, das heißt Miederband/Miederstab/Stäbchenband. Meins ist 10mm breit und vielleicht 1-2mm dick.

    Für die Spitze habe ich mich dazu entschieden einen gedoppelten Kegel aus Cordura und Ecopak von innen einzunähen. Zum Schluss habe ich noch einen "Deckel" aus Gridstop von außen draufgesetzt. Bin aber noch nicht zufrieden mit der Methode, weil es einfach mega komisch zu nähen ist.

    Danke dir! :)

    Mit den so geteilten Seitenwänden braucht man ca. 9,5 lfm. So ganz habe ich nicht mehr im Kopf, wie viel das ohne Unterteilung war, aber ich meine so ca. 14 lfm. Dadurch, dass der Zuschnitt dann in ~220cm x 68cm Blöcke unterteilt werden kann, spart man sich auch sehr viel Zeit, wenn man alle 8 Blöcke beim Ausschneiden übereinander legt.

    Pro Kante habe ich 3,5cm Catcut auf 220cm Länge. Das klingt erstmal nach wenig, aber je mehr Kanten das Mid hat desto kleiner sollte der Catcut sein, sonst bleibt nicht mehr viel vom Innenraum übrig. Alles zwischen 3 und 4cm passt hier ganz gut, finde ich.

    Was wird dann das nächste Projekt?

    Freunde haben mich gefragt, ob ich ihnen ein Kuppelzelt für 2 (lange) Personen nähe. Das wird aber noch etwas dauern ^^

    Um mit dem Silpoly von Extremtextil zu üben, habe ich in letzter Zeit an einem Lavvu gebastelt.

    Diesmal habe ich auch die Zeit mitgeschrieben. Insgesamt war ich ca. 30 Stunden beschäftigt.

    Spoiler anzeigen
    • 1h Schnittmuster am PC vorbereiten
    • 4h Aufzeichnen und Ausschneiden der Flächen
    • 1h Nähmaschine einstellen und probenähen
    • 1h Reißverschluss einnähen
    • 1h Über Lüfter nachdenken
    • 2h Lüfter basteln und annähen (2 Fehlversuche)
    • 6h Flächen zusammennähen
    • 1h Verstärkungen auschneiden
    • 2h Verstärkungen kleben
    • 1,5h Verstärkungen festnähen
    • 1,5h Saum nähen
    • 1h Linelocs festnähen
    • 3h Über Spitze nachdenken
    • 3h Spitze nähen (1 Fehlversuch)
    • 1h Kleinigkeiten (z.b. Kordeln einfädeln)

    Das hier war der grobe Plan:

    Ich habe es am Wochenende endlich geschafft, eine Spitze zu nähen, mit der ich zumindest nicht mehr komplett unglücklich bin! ^^ Deswegen vorhin schnell noch Kordeln angebracht, dann aufgebaut und ein paar Bilder geschossen:

    Leider rutscht die 1,5mm Polyesterkordel durch die Linelocs. Ich wollte sowieso auf Dyneema/Polyester Kordel wechseln, also nicht so schlimm.

    Mit den neuen Kordeln liegt das Gewicht dann bei 637g.

    Spoiler anzeigen
    • 508g Zeltstoff (inkl. Moskitonetz)
    • 45g Reißverschluss
    • 18g Linelocs
    • 14g Kordeln
    • 11g Spitze
    • 10g Schieber
    • 9g Verstärkungen
    • 8g Lüfterhaube
    • 6g Plastikversteifung
    • 3g Gurtband
    • 2g Blitzverschluss 

    Wo sitzt Du denn in D?
    Ich bin schon mal bei einem Wintersturm extra an die Küste gefahren, nur um brechende Wellen zu fotografieren.
    Dort hätte man auch ein Zelt in den Wind stellen können. ;)

    Ich bräuchte so 3 Stunden aus OWL an die Nordsee... nur habe ich kein Auto. Aber die Idee finde ich super! Ich schaue mal, was die Bahn mir so vorschlägt :)

    Hat Mountain Hardwear bei den alten EVs ja auch so gemacht. Die fügten sogar X-Pac-Streifen in die Flächen ein, damit die Spannung hier vom X-Pax aufgenommen wird und nicht vom restlichen Zeltstoff. Dadurch sind die Zeltstoffflächen relativ klein und wo keine Spannung auf dem Zeltstoff ist, ist auch Dehnung relativ egal.

    Danke dafür! :) Sowas hatte ich bis jetzt nur für DCF gesehen, damit das Laminat in schräger Richtung unterstützt wird. Super interessant... sieht so aus, als könnte dann ordentlich Zug über die Abspannpunkte auf die X-Pac Streifen (und damit dann aufs Gestänge) gebracht werden.

    Aber Dich interessiert wahrscheinlich nur die Konstruktion ...

    Die Konstruktion auf jeden Fall. Mich interessiert einfach der Ansatz, den viele dieser modernen Mountaineering Firmen wie Samaya und Slingfin fahren, besonders leichte Gestänge und Stoffe einzusetzen. Ich glaube, da kann ich viel lernen.

    Meine eigenen Erfahrungen geben mir eher das Gefühl, dass kräftere Gestänge und Materialien nötig sind, aber ich komme leider auch nur einmal im Jahr dazu, etwas anspruchsvollere Touren zu machen und Zelte zu testen. Die Expertise von diesen Herstellern ist vieeeel größer als meine.

    Hierzu kann ich zumindest anekdotisch berichten, dass ich dieses Jahr auf dem Laugavegur in Island jeden Tag sehen konnte, wie jemand mit dem Zelt unterwegs war, und es immer an der exponiertesten Stelle, komplett ohne schützenden Steinwall z. B. wie bei jedem anderen Zelt aufgebaut wurde, und im Gegensatz zu den anderen Zelten auch das einzige war, welches gefühlt vom Wind und Regen überhaupt nicht beeindruckt war, und sich gefühlt kein bisschen bewegte. Da sahen auch die Hillebergs im Vergleich schwach aus - aber die waren auch alle eher schäbig aufgebaut.

    Daher super spannend, Berichte darüber zu lesen :) Und die sprechen ja tendeziell eher für diese Zelte.

    Es gibt auf Reddit gerade einen Beitrag zum Plex Solo im Wind. Insgesamt wurden wohl 6 Zelte getestet:

    • Plex Solo
    • Dragonfly 2p
    • X-Mid
    • X-Dome
    • ArcDome
    • Samaya 2.0
    Zitat

    Just got back from testing 6 tents in some pretty high winds. Using 2 anemometers, I measured a peak gusts of 72 km/h (45mph), which led to two of the six tents having poles bend (2 tents had already failed). Average wind speeds were 30-40 km/h (19-25 mph) with normal gusts hitting 50-55 km/h (31-34 mph).

    Da aus den Daten ein Video entstehen wird, gibt es leider keine weiteren Infos dazu, welche Zelte nicht überlebt haben :( Besonders interessiert bin ich an der Performance vom Samaya Zelt, denn das entspricht von der Geometrie her in etwas meinem eigenen Kuppelzelt (und hat auch 8,7mm DAC NFL Gestänge).

    Ist es erlaubt/gewünscht reddit zu verlinken?

    Edit: Dann hier noch der Link :)

    ...hier noch eine Lösung bei dem die Zeltbahnen am X-Pac vernäht sind; daran dann wiederum die Gestängeaufhängung.Sieht für mich sehr ungewöhnlich aus.... :/

    Danke für die beiden Beispiele! :) Das X-pac als Verbindung der Zeltbahnen dient wahrscheinlich der besseren Kraftverteilung. Ich frage mich dabei immer, ob es so sinnvoll ist, ein nicht dehnbaren Laminat mit sehr dehnbarem Zeltstoff zu verbinden, um Kräfte abzufangen. Ähnliches sieht man ja auch häufiger bei Verstärkungen von Abspannpunkten.

    Zum Anderen wäre aber ein Silpoly auch windstabiler. Und zwar aus dem Grund, weil es wegen weniger Dehnung sich weniger einbeult und damit die Windangriffsfläche niedriger bleibt im Vergleich zu Silnylon.

    Ich habe das jetzt schon ein paar mal gelesen, also verbessert mich bitte, wenn ich falsch liege, aber Silpoly unterscheidet sich dabei eigentlich gar nicht von Silnylon. Beide Stoffe haben unter Zug ganz leichte Dehnung in Webrichtung und starke Schrägdehnung.

    Wenn Silnylon nass wird, dehnt sich der Stoff (auch ohne Zug) leicht in alle Richtungen. Das kann schon mal dazu führen, dass ein Shelter etwas durchhängt, aber macht das so viel aus bei der Windanfälligkeit und Stabilität?

    Oder ist hier gemeint: windstabil = weniger Bewegung des Materials im Wind? Da würde ich schon eher mitgehen.

    Letzteres hast du ja gesehen. Dabei habe ich einfach Gurtband mit ins Einfassband eingelegt und beim Abnähen hier zusätzlich verriegelt.

    Ich konnte mich nicht mehr richtig daran erinnern, wie genau du es gelöst hast, aber deine Variante sah auf jeden Fall ordentlich stabil aus! Wie viele Clips hast du für den Bogen benutzt?

    Was hast du denn schon wieder vor?

    Irgendwie bekomme ich gerade wieder Lust auf ein Projekt ^^ Meine Überlegungen sind, mal in die andere Richtung zu gehen und ein möglichst stabiles Kuppelzelt zu basteln. Bin noch nicht sicher, ob dann auch direkt für zwei Personen und mit Apsis, oder wieder ein komplett freistehendes Zelt mit minimaler Grundfläche.

    Durch das Clip-System kann man das Zelt von unten nach oben aufbauen. Unter Umständen unerlässlich bei starkem Wind.

    Das war auch mein Gedanke :)

    Ich versuche gerade, zu verstehen, wie man ein Clip-System am besten nähen würde. Das, was ich bis jetzt gefunden habe, waren vor allem Fotos von Hilleberg Zelten, bei denen ein nicht näher definierter und ziemlich kräftiger Stoff (?) direkt auf die Kappnäht genäht wird. Die Clips sind direkt mit diesem Material verbunden. Bei Trekkertent kann man etwas ähnliches auf den Fotos erahnen und bei Big Sky sind es einfach kleine Bänder in der Naht, was nicht wirklich stabil aussieht :/

    Auch wenn ich natürlich davon ausgehe, dass hier niemand mit so einem Zelt rumläuft, vielleicht gibt es ja noch ein paar Menschen, die Zelte mit einem Clip-System am Außenzelt besitzen :saint: Ich würde mich über ein Detailfoto sehr freuen!

    Im Detail möchte ich noch anmerken, dass es durchaus möglich ist, das Bogengestänge in einem Schwupp in die Kanäle zu schieben. Der „Trick“ ist sich die Kanäle zu markieren, sodass der zweite Bogen immer über den Kanal des ersten rutscht. nivi ?

    Sehe ich eigentlich genauso. Man muss halt einmal kurz aufpassen, dass man mit dem unteren Bogen nicht über den oberen Kanal kommt beim Einschieben. Ich weiß nicht, wie real die Gefahr ist, dabei den Bogen zu zerstechen, aber bei leichteren Materialien kann ich mir das durchaus vorstellen.

    Ich habe mir auch gerade das Video angeschaut und bin sehr überrascht, wie kräftig die Kanäle sind. Ist das Ultra 100X? Generell macht alles einen sehr festen, stabilen Eindruck. Vielleicht ist das auch ein Grund dafür, den einen Kanal nicht durchgängig zu haben: Die Laminate habe ja alle keine Dehnung in 45° Richtung und lassen sich vielleicht deswegen schlecht überlappen.

    Welche Zelte wären für Dich vollwertige 4-Season-Zelte? Das Slingfin Crossbow? :)

    Ich glaube, ich bin was Winter angeht sehr von Skandinavien geprägt und habe deswegen eine recht konservative Meinung dazu. Mir wäre wichtig: Windstabilität, auffällige Farbe, komplett solid Inner, größer Lüfter möglichst weit oben am Zelt und Materialien, die ein bisschen Reserve haben :)

    Dass es definitiv auch anders geht, beweist sehr eindrucksvoll der Sarek-Reisebericht von mawi im anderen Forum. Er war nur mit einem Duomid ohne Inner unterwegs.

    Wenn dir das Lightwave generell gut gefällt und es jetzt daran scheitert, dass niemand den Boden bzw das Gestänge reparieren will, kannst du mir gerne mal eine PN mit Detailfotos schicken. Dann schaue ich mal, wie aufwendig das wäre. Vielleicht wird das Zelt bei passender Stoffwahl ja sogar noch etwas leichter :)

    Wo finde ich den Hinweis über das Testverfahren?

    Auf der Hilleberg-Seite gibt es unter Materialien unten eine Tabelle über die verschiedenen Stoffe.

    Ich hatte das als näherungsweise doppelt abgespeichert. Die Info habe ich aus diesem Paper: A Comparative Analysis of Tear Strength Methods. Interessant für uns sind dort die Methoden 2 und 4. In Tabelle 7 sind die Ergebnisse für unterschiedliche Stoffe mit den verschiedenen Methoden aufgeführt. Der Faktor zwischen 2 und 4 schwankt so grob zwischen 1,7 und 2,0. Da dort nur Baumwolle (bzw. Mischgewebe) getestet wurden, ist natürlich nicht ganz klar, ob das auch auf Zeltstoffe übertragbar ist. Ich denke aber schon :)

    Naja, Nordisk gibt eine Reißfestigkeit von ca. 15 kg an, Hilleberg eine WEITERreißfestigkeit von ca. 8 kg (?).

    Und die Weiterreißfestigkeit: 5 kg / 4 kg
    (Kette/Schuss, ISO 13937-2, single rip)

    Quelle: https://www.extremtextil.de/ripstop-polyes…den-45g-qm.html

    Zum Vergleich: Hilleberg nutzt ISO 13937-4 (nennt sich wahrscheinlich double rip) und diese Methode gibt gegenüber ISO 13937-2 (single rip) in etwa einen Wert, der doppelt so hoch ist. Das 30d Silpoly von extremtextil ist auf dem Papier so weiterreißfest wie Kerlon 1000 (20d Silnylon).