Ich verstehe das Unterfangen und habe mich auch immer mal wieder mit dem Thema beschäftigt. Am Ende ist es wie bei Dir daran gescheitert, dass es keine richtige Lösung für mich gab. Des weiteren habe ich schon eine unangenehme Nacht in einem Not-Bivy verbracht (trotz Quilt und Boden Iso - hatte noch einen relativ guten Schlafplatz gefunden bevor ich mich zurückziehen musste). Es war feucht, man atmet durch ein Loch, und dann waren natürlich die Umstände, die einen zweifeln gelassen haben, ob das jetzt noch mal gut geht.
Kondensation innen ist für mich das Stichwort, und die kriegt man kaum weg, vor allem wenn es draussen regnet. Damit ist der Daunenquilt/-schlafsack raus, und dann geht es für mich nicht mehr klar (Apex wäre dann einfach zu gross/schwer). Manche lösen das Problem mit einer VBL - stelle ich mir aber sehr unangenehm vor (ohne es wirklich probiert zu haben).
Bei Regen ist dann noch die Frage: wohin mit dem Rucksack und hoffentlich ist der auch von unten dicht, falls sich das Wasser von unten durch staut (irgendwo hat es immer ein Loch an der Unterseite, sei es noch so klein).
Du sprichst es auch an, moderne DCF-Zelte/Tarps sind oft schon leichter als der Biwacksack den man kaufen kann, v.a. wenn man sowieso Trekkingstöcke nutzt. Ein Kumpel von mir ist deswegen auch umgestiegen.
Ich mache öfters Cowboy-Camping wenn das Klima es zulässt. Wenn man Zugriff auf Temperatur und rel. Luftfeuchtigkeit sowie einen halbwegs guten Wetterbericht hat, kann man relativ schnell rausfinden, ob es während der Nacht zu Nebel kommen kann. Tau ist ein bisschen schwieriger. Wenn optimale Bedingungen da sind, schmeiss ich einfach meine Bodenplane auf den Boden, Iso drauf (ich nutze nur noch Schaum) und schon kann ich Richtung Himmel schauen. Wird zusammen eingewickelt und dann auf den Rucksack /das Velo geschnallt.*
Öfters habe ich mich aber schon verschätzt und dann musste der Quilt dann doch in die Sonne zum trocknen gelegt werden, und schon verfluche ich den Moment, wo ich am Vortag gedacht habe : "Wird schon !"
Für ein MYOG Projekt würde ich Richtung Pertex-Shield o.ä. für das Obermaterial schauen, was komplett dichtes (klassicher Zeltboden) für das Untermaterial. Wie bei allen Membranprodukten ist es dann : taut es von draussen, wird es auch drinnen tauen - ausser man schafft es, dass es drinnen sehr viel wärmer bleibt. Da fällt mir grad das Kondensfrei Zelt von Decathlon ein, welche einen Membranstoff mit einer Metallbeschichtung kombinieren (leider patentiert, da wird man kaum an was äquivalentes kommen). Das wurde auch schon im Forum diskutiert:
Beitrag
[…]
Du hast sehr wohl ein Gefälle des Dampfdrucks, da du innen durch Schweissabsonderungen mehr Feuchtigkeit bildest. Der Dampfdruck ist ja primär nur die Konzentration von Wasser in der Luft.
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Also, die haben ein Patent angemeldet, und ein Patent ist ja öffentlich. Für die interessierten hier der Link. Um das zu finden braucht man die Anmeldenummer, die netterweise in der Produktbeschreibung ist

Das wichtige Dokument in der Sammlung ist die "Veröffentlichte internationale Anmeldung - A1.…
Patirou
14. April 2025 um 17:53
*Wenn man es genau wissen will: Entweder per Taupunktrechner wie diesen oder Formel (ist dankenswerter Weise im FAQ hinterlegt). Dann Taupunkt mit erwarteter Temperatur vergleichen, man weiss schon mal ob es nebelt, jedoch nicht, ob es tauen wird. Denn: die Bodentemperatur ist meist in der Nacht um einiges kälter sein als die Lufttemperatur (es taut, hat aber keinen Nebel), und leider sind diese Daten nicht als Vorhersage erhältlich (und auch Messungen sind schwierig bzw. spärlich). Da ist eher Erfahrung und Beobachtung gefragt : klare Nacht und kein Wind, über den Tag durch war es warm und sonnig und die erwartete Temperatur geht nahe an den Taupunkt -> es wird höchstwahrscheinlich zu Morgentau kommen. Im Wald bleibt der Boden Wärmer als auf einer offenen Weide. Ein nicht bewachsener Boden kühlt noch schneller aus.
So ganz nebenbei, Tau (wichtig: nicht Nebel) wird noch in keinen Wetter- und Klimamodellen berücksichtigt, weil viel zu komplex. Dabei kann es in manchen Niederschlagsärmeren Regionen wie z.B. Franken bis zu 1/3 des Niederschlags ausmachen. Daher ist es u.a. z.B. auch immer noch nicht klar, wie sich der Niederschlag tatsächlich mit dem Klima entwickeln wird (Richtung Regenwald oder Wüste grob gesagt). Es gibt noch andere Faktoren wie ob sich der Jetstream hält, über die spricht man jedoch auch in der breiteren Öffentlichkeit mehr).