GR139 - Gran Canaria - März 2025

  • Achtung!!! Die Staumauer bei Soria ist aktuell gesperrt und kann nicht passiert werden!!! Es macht wohl Sinn hier über den S60/S66 über La Data auszuweichen.

    Intro

    Ich bin der GR139 auf Gran Canaria (GC) mit einem Umweg über “Roque Nublo” Anfang März 2025 in 5 Tagen (im Uhrzeigersinn) gelaufen. Da der Weg von ganz oben in den Bergen (Artenara) bis fast an die Küste (La Aldea) geht, fand ich ihn, vor allem was Vegetation anbelangt, sehr abwechslungsreich. Im März hatte ich Temperaturen von unter 10° bis über 20°, was ich zum Wandern sehr angenehm fand. Touristisch war vor allen die Region um Tejada/Roque Nublo, ansonsten sind mir nur einzelne Wanderer begegnet, und ich hatte das Gefühl den Weg quasi alleine zu gehen.

    In a Nutshell:

    • 92km
    • 4600 hm hoch
    • 4600 hm runter

    Links

    Wegbeschreibung im Netz: https://www.senderismograncanaria.com/etapas-gr-139-…e-gran-canaria/

    Als pdf: https://s3.ppllstatics.com/canarias7/www/…6/21/mapa-2.pdf

    Auf mapy.cz: GR 139 - Reserva de la biosfera de Gran Canaria - https://mapy.cz/s/guleropuda

    Waldbrandgefahr in GC: https://grancanariamosaico.com/semaforos/

    Homepage Bus mit Fahrplan (aber Google Maps hat die auch): https://guaguasglobal.com/en/routes-timetables/

    Vorbereitungspage hier im Forum: Tourvorbereitung - Spanien - Gran Canaria - März - GR139

    3 Mal editiert, zuletzt von WonderBär (15. März 2025 um 16:56) aus folgendem Grund: Added mapy link

  • Anreise:

    Ich bin geflogen und vom Flughafen LPA mit dem Bus (1,60€?) nach Las Palmas (LP) rein. Hab hier meine letzten Einkäufe gemacht und versucht eine 100g Gaskartusche zu bekommen. Es gibt einen Decathlon und 2 Outdoor Läden in Las Palmas, aber die Läden waren zu und der Decathlon hatte nur 450g. Also in den Supermarkt und Spiritus gekauft, “96° Alcohol” wird hier als Händedesinfektionsmittel verwendet (in etwa bei den Kondomen/Kontaktlinsenreiniger suchen) und brennt subba. Danke für den Tipp Hiker

    Ich hab dann in LP nähe Busbahnhof San Telmo übernachtet und den ersten Bus (L-220? / 8:00? 5,50€ grob, Tickets gibts beim Fahrer, Cash oder Kreditkarte) nach Artenara genommen. Um ca 10:30 war ich oben und es ging los.

  • Wasser:

    Obwohl es während meinem Trip an fast 3 Tagen geregnet hat, gab es kaum welches in Bächen. Die Stauseen sind ausgetrocknet. Private Zisternen haben teils noch wenig Wasser, aber das sieht eher nach Brühe aus. Man ist komplett von Supermärkten oder Bars abhängig. Ich bin immer mit 2l losgelaufen und an sich ganz gut damit gefahren (im März!!!), mit Ausnahme der Strecke “La Aldea -> Artenara", wo es keine Einkaufsmöglichkeiten gibt und ich sicher 1l mehr mitnehmen würde. Hier habe ich ein tröpfelndes Rinnsal gefunden, mit dem ich bei mehr Trockenheit nicht rechnen würde

    Zelt & Übernachtung:

    Zelten ist in GC an sich nicht gestattet. Es gibt an GR139 einen Wild Campingplatz (fließend Wasser aber Klo zugesperrt) für den man ein Permit benötigt auf 27.9297871N, 15.6261313W

    Ich war auf dem Platz fast alleine und das Permit wurde wie erwartet, da Nebensaison, nicht kontrolliert. Wenn man die Augen offen hält findet man immer Stellen, wo man bequem eine 1P Dackelgarage aufstellen könnte, Teils mit spektakulärer Aussicht. Es hat einiges an flachen Hochplateaus oder in flachen Sattelstellen, dann sollte das Zelt halt Windtauglichkeit mit bringen. Da GC Terassenartig angelegt ist, findet sich teilweise selbst dort was, wo man es topografisch nicht erwartet hätte. Der Boden ist allerdings überall so hart und steinig, dass man sich tatsächlich überlegen kann, die Heringe zu hause zu lassen

    Das Problem allerdings ist das Wasser. Wenn man sich etwas waschen möchte und für die Weiterreise noch etwas dabei haben will, kommt ganz schön was zusammen (4l?). Da man so ziemlich an die Zivilisation gebunden ist, stellt sich die Frage, ob man nicht ganz auf Zelt und Schlafsack verzichtet und nur die Unterkünfte nimmt (pro Nacht < 50€), was bis auf Artenara nie spontan ein Problem (im März) war. Ich würde das nächste mal das Zelt wohl daheim lassen. Ich denke es ist außerhalb der Nebensaison und besonders in Artenara wichtig vorab zu reservieren. Was dann allerdings wieder fürs Zelt spricht.

    Einmal editiert, zuletzt von WonderBär (13. März 2025 um 15:56)

  • Der Weg:

    “Este es el Camino” (El Mandaloriano)

    Der Weg ist an sich hervorragend ausgebaut und beschildert, was einem viel Akku zur Navigation spart (bis auf Teilstücke zwischen “Camping Site Morro de Santiago” und Soria, das allerding soffiziell gespert sein sollte)

    Ich fand zum Mittagessen fast immer eine Bar oder Restaurant und es gab quasi einmal pro Tag grob einen Supermarkt.

    Wenn keine Bäume da sind, ist Schatten spärlich, und man läuft Stundenlang unter einer erbarmungslosen Sonne, besonders wenn man sich vor nimmt, bis zum nächsten Schatten weiter zu laufen.

    Ich bin den Weg im Uhrzeigersinn gegangen, um die 1650hm zwischen La Aldea -> Artenara nicht Bergab laufen zu müssen. Ich bin von Artenara deswegen gestartet, damit ich mir dieses knackige Stück zum Schluss aufhebe und mal etwas ins wandern rein komme. Und weil es gut von LP zu erreichen war.

    Im Netz kursieren die Gerüchte der Weg wäre sehr Straßen lastig: Jein. Man geht mal 5km eine Strasse lang ab Ayacata. Bei Absteigen kreuzt man Strassen häufig. Im Abschnitt zwischen Veneguera und La Aldea läuft man parallel zu einer Strasse in einiger Entfernung wo man an sich nur Motoräder wahr nimmt. In Summe habe ich die Route nicht wirklich “Strassenlastig” wargenommen, wobei ich den Umweg über “Roque Nublo” gegangen bin und so einiges an Straße ausgelassen habe.

    Anbei die Teilstücke nochmal im Detail

    Artenara -> Cruz de Tejeda

    Man läuft an sich an der Schlucht entlang durch Pinienwälder, die Teils terrassenartig aufgebaut scheinen, und hat eine spektakuläre Aussicht über die Schlucht. Leider hats zu Teilen geregnet und es war in Nebel gehüllt. Alles einsam und Natur pur. In Cruz de Tejeda, an sich eine Ansammlung von Restaurants und Imbissständen um das Kreuz eines Pilgerweges gebaut, wäre meine einzige kulinarische Empfehlung. Das Steak im Hotelrestaurant “Parador of Cruz de Tejeda” war perfekt abgehangen und auf den Punkt gebraten. Man sollte im verschwitzten/verdreckten Zustand halt mit vom Innenarchitekten gestalteten Design Interieurs mit Tischdecke etc klar kommen. 😜

    Cruz de Tejeda -> Tejeda

    Es geht bergab, eine 1½ spurige Strasse gelegentlich kreuzend, die man nicht sehr störend war nimmt. Je weiter man sich Tejada nähert, desto zivilisierter wird es, man kommt an Bauernhöfen vorbei, ich bilde mir ein, einen Campingplatz gesehen zu haben. Landschaftlich werde die Bäume weniger, dafür Agaven und Maquia. Währenddessen ich runter bin, hat es zunächst genieselt, später geschüttet.

    In Tejeda gibt es Hotels, einen Supermarkt und einige Konditoreien, die einen Besuch wert sind.

    Einmal editiert, zuletzt von WonderBär (13. März 2025 um 16:10)

  • Tejeda -> Roque Nublo -> Ayacata

    Aufgrund des Anraten hier im Forum Roque Nublo mitzunehmen, bin ich an dieser Stelle über den GR138 zum Roque Nublo hinauf. Dazwischen lag “La Culata” mit einem netten Restaurant (und Campingplatz), wo ich meine Wasservorräte auf stockte. Je näher man an Roque Nublo kommt, desto waldiger - und desto touristischer wird es. Roque Nublo selbst, ja, ist imposant und die Aussicht bis nach Teneriffa schon spektakulär, aber das kommt kurz vor Artenara am Schluss noch besser. Im März war schon recht viel los, bin mir nicht sicher, ob ich mir das Gewusel nochmal geben müsste. Von da gings dann über GR138/S70 nach Ayacata zurück zum GR139. Hier gibt es eine Reihe Restaurants wo man Wasser kaufen (und wo man seine Trekkingstöcke vergessen) kann.

    Ayacata -> Soria

    Nach Ayacata läuft man erst mal 5km auf einer Teerstraße bis zum besagten Wildcampingplatz.

    An sich sollte das Teilstück ab da gesperrt sein, da der Stausee umgebaut wird und der Staudamm gesperrt ist. Wie gesagt sollte man sich hier nach dem aktuellen Stand erkundigen und ggf über S60/S66 (Abzweigung kurz vor “Zona de Acampada Morro De Santiago”) ausweichen? Mir wäre nicht irgendein Schild osä aufgefallen, das mir selbiges mitgeteilt hätte. Habe auf dem Campingplatz “Zona de Acampada Morro De Santiago” genächtigt und bin weiter. Es geht anfangs durch eine wunderschöne Schlucht, später Maquia. An sich recht einsam alles. Der Staudamm ist nur von der anderen Seite gesperrt. Pförtner war sehr unglücklich über meine Anwesenheit und hat mich dennoch weiter ziehen lassen. Glück gehabt. Im Restaurant in Soria gabs erstmal was zu Essen und Wasservorräte wurden aufgestockt.

    Soria -> Mogán

    In Soria und dem darauffolgenden Ort Barranquillo Andres gibt es angeblich einen Supermarkt. Dann geht es hoch super einsam auf ein Hochplateau und im Anschluss durch einen Pinienwald noch höher, noch einsamer auf das nächste. Alles recht verblockt durch Steine. Vor Morgan geht es dann richtig steil runter, nichts für Menschen mit Höhenangst, nichts was ich bei Sturm oder strömenden Regen gehen möchte. Dauert grob 1h runter. In Mogan gibt es Herbergen, Restaurants und einen Supermarkt.

    Einmal editiert, zuletzt von WonderBär (13. März 2025 um 16:16)

  • Morgán -> La Aldea

    Bei Mogán geht es wieder den Hügel hoch zum Kreuz und auf der anderen Seite runter nach Veneguera, wo es Restaurants & Supermarkt gibt. Nach Veneguera einiges an verlassener Landwirtschaft, die Strasse immer in Sichtweite. Landschaftlich etwas zwischen Maquia und Wüste, das bleibt so bis La Aldea. Man kann vereinfacht sagen, je weiter man nach La Aldea kommt, desto hässlicher wird alles. Ich habe hier auch einiges an Regen abbekommen. In Aldea fand ich das Hotel “Hotel La Aldea Suites” empfehlenswert, wenn es im Budget liegt. Der Preis vor Ort war deutlich niedriger (105€ inkl Frühstück) als bei Google angegeben (160€), ggf mal anrufen. In La Aldea gibt es einen riesigen Supermarkt und auch sonst alles was das Herz begehrt

    La Aldea -> Artenara 

    Das knackigste Stück der Reise, weil es nichts dazwischen gibt. Aber an sich auch das schönste. Schaut das ihr zur Dämmerung morgens los kommt. Nehmt viel Wasser mit. Man schleppt sich anfangs die Geröllhügel hoch (sieht aus wie Mordor) und ich brauchte gut 2h um La Aldea final visuell hinter mich zu bringen. Irgendwann geht Maquia los, wunderschön prächtig nach all dem Regen. Auf 28.0124943N, 15.7456452W gibt es eine ausgebaute, verlassene Felshöhle, wo ich mich in den Schatten gerettet habe fürs Mittagessen. Irgendwann, kurz bevor die Bäume losgehen, kommt man auf einen Grat mit einem wunderbaren Blick auf die andere Seite und aufs Meer. An sich läuft man nun immer diesen Grat entlang, mal auf der einen, mal auf der anderen Seite. Ich hatte mit 2l eher zu wenig Wasser mit und habe glücklicherweise ein Rinnsal gefunden. Man bekommt später einen spektakulären Blick auf das Tal von Tejeda mit Roque Nublo dahinter usw und läuft ewig mit dem Blick entlang. In Artenara war ich final platt. Nichts ging mehr. Wer hier bleiben möchte sollte vorab eine Unterkunft klar machen. Ich kam am Sonntag um 18:00 an (habe mit Pausen 10h für den Teil gebraucht) und ALLES WAR ZU. Hier gäbe es einen Supermarkt und Bars/Restaurants. Man plane diese Etappe weise! Da der Großteil der Route durch ein Naturschutzgebiet läuft, kam campen für mich hier nicht in Frage. Ich war platt. Ich war sowas von platt….

    Einmal editiert, zuletzt von WonderBär (13. März 2025 um 16:20)

  • Equipment:

    Xboil 

    hatte mir den vor der Reise eher aus Neugier gekauft und war dankbar ihn dabei zu haben, da ich keine kleine Gaskartusche gefunden hatte. Hab aber echt Probleme mit der Dosierung und das Ding geht immer vorher aus oder brennt ewig weiter. Bin mit ~130ml Restspiritus angekommen, gespart habe ich mir Gewichtstechnisch erst mal nix.

    Trekking Stecken Gossamer Gear LT5 (320g tuto)

    Bin das erste mal mit 2 Stecken gelaufen. Da ich vor der Abreise einiges an Knieproblemen hatte, hätte ich es ohne glaub ich gar nicht hin bekommen. Mehr dazu hier: Trekking Stöcke: Gossamer Gear LT5 Three Piece Carbon Trekking Poles

    Toaks 550ml (85g tuto)

    Bin jetzt auf nen kleineren Topf umgestiegen und schwer zufrieden. Ich koche nur Wasser für Tee & Kaffee oder Trockenfrass. Brauchte bis jetzt nie mehr als 400ml, da ginge sogar noch was

    Fjällräven Abisko Sun-Hoodie

    (182g) War ein super Tip vom blauen Forum es mit einem Sunhoodie zu probieren. Ich bin völlig unfähig mich halbwegs einzuschmieren und laufe in ständiger Angst vor Sonnenbrand durch die Gegend, von Schatten zu Schatten hetztend. Jetzt verbrennt man sich wenigstens nur noch das Gesicht und die Beine!

    Das hoodie hat keine UV spec, hat bei mir im März aber super gepasst

    Zelt & Footprint

    Heringe hätte ich zu hause lassen können, da der Boden so hart ist, dass man eh nix rein bekommt. Tagsüber hatte man über 20°C, Nachts ging es runter auf 8°C, da hat man einiges an Kondens überall.

    Hatte das Yama Mountain Gear Cirriform 2P mit 500g tuto dabei. Dazu ein vom Änderungsschneider um die Ecke genähten Footprint (180g) aus Zeltboden Ripstop Nylon 65g/m² von Extremtextil.

    Der Footprint war mehr als sinnvoll und die Luma hat den Schotterboden damit gut überlebt. Bug Bivy habe ich mir dieses mal gespart, es gibt hier echt kaum Mücken um die Zeit.

    Mit dem Yama hadere ich noch etwas. Es ist etwas umständlich es aufzubauen, besonders wenn man die Heringe nicht rein bekommt. Es zieht unten immer etwas rein und man hat doch immer Kondens drinnen.

    Sonstiges:

    Es gibt einiges an Münzwäschereien in Las Palmas, in Google Maps einfach nach “lavandería automática” suchen. Sind aber nicht günstig und man ist schnell bei 10€ mit trocknen

    2 Mal editiert, zuletzt von WonderBär (15. März 2025 um 21:49) aus folgendem Grund: Added link

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