Servus.
Eigentllich wollte ich im Februar und März dieses Jahr den E3 durch Frankreich laufen. Bei einem Blick auf die Karte viel mir aber wie immer sehr viel an der Routenführung auf, womit ich nicht einverstanden bin. Warum hier der Umweg? Warum an der Straße entlang? Und warum für die hunderste alte Burg den Berg hochstapfen?
Außedem: Wenn ich schon zwei Monate unterwegs bin und etwa 2000km laufen möchte, will ich auch was sehen. Gerne komme ich immer wieder in neue Regionen, und will nicht so lange irgendwo herumdümpeln. Gerade der Frankenweg ist da kein Vorbild.
Daher habe ich einfach einen Routenberrechner gefragt, und mir über die Stationen Hendaye, Agen, Plomb du Cantal, Le Puy, Dijon, Steinbach, und schlussendlich Erfurt eine Route planen lassen.
Aber Werner, aber Werner! Läuft man mit einem Routenberrechner nicht nur an Landstraßen entlang oder endet ständig in zugewachsenen Wegen?
Nein, nicht mit dem richtigen Routenberrechner! Hier habe ich auf nichts geringeres gesetzt als auf den heiligen Gral der Routenberrechnung: BRouter!
DL1JPH hat schon einmal erklärt, wie man BRouter auf dem Handy mit OSMAnd einrichtet:
Android: Offline-Navigation mit OsmAnd (und brouter)
Weil ich es besonders hilfreich finde und sehr viel benutze, möchte ich hier ein weniger bekanntes Feature von OsmAnd vorstellen, das gerade für die Bikepacker unter uns interessant sein dürfte - die Integration mit dem extrem flexiblen Routenrechner BRouter für schnelle Offline-Routenberechnung. Wer erstmal mit BRouter spielen möchte, kann das unter …
BRouter ist ein Routenberrechner, den man selber konfigurieren kann, sofern man sich etwas mit OpenStreetMap auskennt. So habe ich BRouter ganz genau gesagt, auf was für Wegen ich laufen möchte. Dabei habe ich auch Details einbezogen wie die Wegoberfläche, wie eben der Weg ist, ob der Weg nahe einer lauten Straße entlang führt, ob ich durch ein hübsches Bachtal laufe, oder ob der Weg durch einen Wald führt.
Dabei handelt es sich um einen Balanceakt: Wenn ich besser ausgebaute Wege nicht genug bestrafe, dann laufe ich mehr auf asphaltierten Radwegen und Schotterwegen. Wenn ich jedoch besser ausgebaute Wege zu viel bestrafe, dann passiert es, dass ich auf matschigen, grasbewachsenen Feldwegen wandere, nur damit der Weg am Ende mit Brombeeren und Brennnesseln zugewachsen ist.
Mein BRouter-Profil ist hier zu finden: https://codeberg.org/Werner-Wanderf…uhiking_profile
Und, wie hats geklappt?
Insgesamt ist es 13 mal passiert, dass ich mir einen Alternativweg suchen musste (oder hätte suchen sollen), weil der Weg zu überwachsen war oder es sich um ein eingezäuntes Privatgrundstück handelte. Bei 2000km Strecke ist das noch im Rahmen, wie ich finde.
Auch unschöne Abschnitte haben sich in Grenzen gehalten, wenn ich mal an einer Landstraße entlang musste, dann gab es wirklich keine bessere Alternative, die kein allzu langer Umweg ist.
Eigentlich habe ich erwartet, dass ich unterwegs ständig feinjustiere. In der Praxis ist das kaum passiert, besser sollte man sowas wahrscheinlich daheim am Computer machen.
Fazit
Ich bin auch durch Gegenden gewandert, die einfach keine schönen Wandergegenden sind. Gerade von Hendaye bis nach Dax war eine sehr zersiedelte Gegend, in der ich meistens auf einspurigen Landstraßen entlang gehen musste, weil es nichts besseres gab. Mein BRouter-Profil gibt stehts sein bestes, kann aber auch keinen Nationalpark herbeizaubern.
Ich bin sehr zufrieden mit meiner Route gewesen, und werde auch in Zunkunft weiterhin mit BRouter wandern.
Und noch ein letzter Tipp: German Tourist stellt sich ihre Wege ja gerne selbst zusammen, indem sie existierende Wanderwege manuell zusammenbastelt. Mit BRouter geht das automatisch, einfach nonhiking_route_penalty in meinem BRouter-Profil auf einen besonders hohen Wert setzen, z.B. auf 20.
Werner, Werner! War das schon alles? Wo ist dein Lighterpack?
Ist ja gut, das war mein etwas schlampiges Lighterpack: https://lighterpack.com/r/a0csr1