Im Podcast mit RSBTR (Ripstop On The Record, Ep. 123) kommt Dan Durston auf die "stormworthiness"-Debatte in Bezug auf das X-Dome zu sprechen. Grob aus meiner Erinnerung: Er fühlte sich von der Kritik diesbezüglich etwas überrumpelt und meint, "stormworthy" bedeute in den USA und EU wohl etwas gänzlich anderes. Während der Begriff in den USA eher auf allgemeines Schlechtwetter (=Regen) abziele, würden wir Europäer dabei eben an richtige Stürme denken. Er sagt auch, dass der Begriff in der Vergangenheit von vielen Herstellern für Zelte verwendet wurde, die ähnlich "stormworthy" sind, es da aber keinen so großen Backlash gegeben hätte.
Bin nicht mehr sicher, ob er meinte, dass sie die Kommunikation daraufhin angepasst hätten. Das Wort "stormworthy" taucht in der Beschreibung auf jeden Fall noch auf. In den Details dazu geht es aber tatsächlich eher um Regen: Viel Platz im Zelt zum Zurückziehen, überdachte Türen, kein Sag durch SilPoly, Vents und Double-Wall gegen Kondensation. Und es steht immer im Vergleich zu ähnlichen Zelten. Es gibt also aktuell nach diesem Verständnis keine pauschale Aussage mehr von wegen: "Damit zeltest du easy das ganze Jahr in Laugavegur!"
Ich verstehe grundsätzlich die Kritik und teile sie auch – das Wort ist nach meinem (europäischen) Verständnis zu stark für das Zelt gewählt, insbesondere bei all den Schäden, die man beobachten kann, und die (aktuell) die Verlässlichkeit in Frage stellen. Gleichzeitig kann man, zumindest aktuell nicht mehr, Dan Durston unterstellen, er würde es noch als absolutes bomb-proof-Shelter verkaufen. In der Regel finde ich ihn in seiner Kommunikation sehr konkret. Dafür muss man dann auch genau lesen, in welchen Zusammenhängen er bestimmte Dinge sagt (z.B. im Vergleich zu ähnlichen Zelten). Wenn das dann von anderen Medien und Personen verzerrt dargestellt und extrem auf die Probe gestellt wird, kann man das nicht nur allein ihm zur Last legen.
Weiterhin finde ich immer sehr spannend zu lesen, wie Dan Durston auf jegliche Kritik reagiert und immer überall sofort zur Stelle ist. Klar, das ist in erster Linie Imagepflege und Customer Support. Gleichzeitig gibt er viele Einblicke in Prozesse und was sie alles in Reaktion auf das Feedback anpassen. Da passiert wohl sehr viel und die Kommunikation wirkt transparent.
Mein Fazit daraus? Ich würde vielleicht kein Durston-Produkt der ersten Generation mehr kaufen. Aber sehr wohl eins der zweiten oder dritten, wenn die Mängel nach dem Test der "Durston Gearheads" aus dem Weg geschafft wurden. Ist das alles ideal und sollte das Zelt von Anfang an besser sein? Bestimmt. Aber das rechtfertigt nicht jede negative Kritik.