Beiträge von dermuthige

    Bin an sich Fan von Alpha Direct, bei mir im dual-usig im Einsatz als Sleep Layer und Midlayer. Leider juckt mich das Material extrem, wenn ich nachts darin schwitze. Liegt vielleicht auch daran, dass ich ein super yummy Mückensnack bin und die Alpha-Fasern die Stiche einfach extrem reizen? Wie auch immer, ich muss was am Schlafsystem ändern.

    Bevor ich auf ein anderes Material wechsle, überlege ich: Vielleicht kann ich eine ganz dünne, luftige Schicht von Monofil/Monolite (z.B. von ExTex) innen an Hoodie und Hose nähen. Ist leicht, sollte die Qualitäten von Alpha nicht beeinflussen, aber trennt meine Haut von den Fasern.

    Hier die Frage: Eignet sich so ein Stoff? Vielleicht ein anderer? Angenehm auf der Haut und ausreichend luftig?

    Ich würde das ruhig laufen. Ich fand den Anfang sehr schön, gerade in dieser Jahreszeit, hoffentlich ist die Heide noch schön Lila. War auch alles sehr einfach zu laufen. Und dürften bis zum Wasser nur so 8km sein, denke ich. Da hatten wir einen unserer schönsten Campspots der ganzen Reise.

    Klingt für mich alles nach einer Frage der Motivation.

    Wofür und warum bin ich eigentlich unterwegs? UL um des UL willens, UL um weiterzukommen und schneller zu sein, UL um minimalistisch zu sein, UL um weniger Schmerzen zu haben und dadurch mehr Komfort zu haben, UL um auch andere Sachen mitzuschleppen ...

    Wenn du dich möglichst vom Alltag, von der Moderne, vom Handy abkapseln möchtest ... dann kann das sehr UL sein, weil du weniger dabei hast. Wenn du UL bist, um möglichst effizient/schnell/... voranzukommen, dann kann Elektronik hier sehr gute Dienste leisten, die das Gewicht wett machen. Wenn du wie ich zur Hälfte nach draußen gehst, um Fotos zu machen, dann zwingt dich das Fotogewicht, überall sonst so wenig wie möglich zu schleppen.

    ... aber leider sind die Nähte nur sehr schwer sehen. Zu allem Überfluss hatte ich die Nahtzugabe mit einem zweiten Zickzack-Stick auch schon schön "plattgedrückt". Hat 30 Minuten gekostet, die Kapuze wieder freizubekommen ^^

    Mehr MYOG-Fail als Trail-Fail:

    Hab grad einen neuen Alpha-Hoodie fertig genäht. Mit angepasster Kapuze, sodass auch mein hoher Zopf mit reinpasst.

    Das Ergebnis der Anprobe: Funktioniert super! Sofern ich ab jetzt immer nur nach links gucke. Denn dahin guckt die Öffnung der Kapuze ...

    Hat den jemand Infos wie das neue "Ultra X" genau aufgebaut ist? Ist das "X" eingewebt oder nur "aufgelegt" und mit einlaminiert? Also, bleibt die Struktur auch ohne den Folienfilm erhalten oder separiert dann alles in eine Lose-Faden-Sammlung.

    Das Ultra ist schon ein spannendes Material. Aber auch da gabs wohl Probleme mit der Verarbeitung weil die Nahtzugabe etwas knapp war. Da half auch kein "Double Stitching". Es ist halt doch sehr lose gewebt und ich habe den Eindruck, viel Festigkeit kommt durch den auflaminierten Film.

    Das X ist mit einlaminiert. Die laminierte Folie trägt stark zur Struktur bei. Jedes Nahtloch schwächt das Material.

    Empfehlungen fürs Nähen: Kleinstmögliche Nadel für das verwendete Garn (= kleine Löcher), möglichst große Stichlänge (= Abstand zwischen den Löchern), Naht tapen (= nicht nur zur Abdichtung, sondern Stärkung der Naht).

    Auch ist Vorsicht gefragt an den Stellen, wo besonders große Kräfte wirken. Stichwort: Schultergurte. Generell ist ein Laminat wie UltraX nicht das beste Material für Schultergurte, ein typisches Gewebe (z.B. das erwähnte 210d, UtraGrid ...) wird hier bessere Dienste leisten. Was nicht heißt, dass es mit UltraX nicht möglich ist. Die Naht sollte nur gut konstruiert werden. Zum Beispiel: Ausreichend Nahtzugabe, mehrere Schichten vernähen (ggf. mit einer zusätzlichen Lage Stoff verstärken), mehr als nur einmal mit der Maschine drüber, Naht tapen.

    Kurz: Es kommt darauf an, das richtige Material für den richten Zweck zu wählen und das Material seinen Stärken und Schwächen entsprechend zu verarbeiten.

    Ja, das muss man natürlich auch erstmal lernen. Ich spreche aus Erfahrung: Mir ist bei meinem ersten Rucksack mit Ultra (alte Version) durch mangelnde Materialkenntnis und Konstruktion beinahe ein Schultergurt aus der Naht gerissen. Mittlerweile habe ich bei meinen neuen Rucksäcken und mit aktuellem UltraX, dank besserer Materialkenntnis und Konstruktion, hier überhaupt keine Sorge mehr.

    Komplette Delamination am Rückenteil (vielleicht wegen Schweiß?)

    Ich kann mir auch vorstellen, dass es an den Kräften liegt, die am Stoff zerren. Die Rückenteil-Delamination ist ja direkt unter den Schultergurten und dort ist der Rucksack besonders gespannt. Die Delamination entsteht hier vermutlich, da sich das Gewebe unter dem Zug dehnt, die Folie aber nicht.

    Deshalb wurde ja das X-Grid in der neuen Version von Ultra (= UltraX) ergänzt. Deins sieht nach dem ursprünglichen Ultra aus.

    Die Enttäuschung über Ultra aufgrund von Delamination verstehe ich vollkommen. Und wenn man altes Ultra hat, hilft es natürlich sehr wenig, dass es jetzt ein besseres Ultra gibt. Ich finde es aber wichtig darauf hinzuweisen, weil diese Berichte ja die Materialauswahl für neue Käufe/Projekte beeinflussen. Und durch die Änderungen ist es nunmal so, dass man die bisherigen Erfahrungen nicht unbedingt auf das aktuelle Material übertragen kann.

    Drohne: 300g?

    Bin nicht mehr tief im Thema drin, hab meine Drohne verkauft. Aber es gibt eine EU-Drohnenverordnung und darunter fallen Anwedungs-Erleichterungen (höhö) für Drohnen unter 250g. Darum findest du typische Modelle mit der Gewichtsbezeichnung "<249g", wie z.B. die DJI Mini 4. Das Gewicht des Akkus ist hier schon mit einberechnet. Nachgeladen habe ich bei Bedarf direkt von der Powerbank in die Drohne via USB-C.

    Achso, plus Controller natürlich. Der wog bei mir 390g. Da war also der Hauptgewichtsanteil. Ließ sich aber während der Nutzung das Handy auch mit laden. Weiß nicht, ob das wirklich relevant war ...

    Dann gibt's noch so Sachen wie die DJI Neo. Keine Erfahrung mit. Wiegt aber nur 135g.

    Im Podcast mit RSBTR (Ripstop On The Record, Ep. 123) kommt Dan Durston auf die "stormworthiness"-Debatte in Bezug auf das X-Dome zu sprechen. Grob aus meiner Erinnerung: Er fühlte sich von der Kritik diesbezüglich etwas überrumpelt und meint, "stormworthy" bedeute in den USA und EU wohl etwas gänzlich anderes. Während der Begriff in den USA eher auf allgemeines Schlechtwetter (=Regen) abziele, würden wir Europäer dabei eben an richtige Stürme denken. Er sagt auch, dass der Begriff in der Vergangenheit von vielen Herstellern für Zelte verwendet wurde, die ähnlich "stormworthy" sind, es da aber keinen so großen Backlash gegeben hätte.

    Bin nicht mehr sicher, ob er meinte, dass sie die Kommunikation daraufhin angepasst hätten. Das Wort "stormworthy" taucht in der Beschreibung auf jeden Fall noch auf. In den Details dazu geht es aber tatsächlich eher um Regen: Viel Platz im Zelt zum Zurückziehen, überdachte Türen, kein Sag durch SilPoly, Vents und Double-Wall gegen Kondensation. Und es steht immer im Vergleich zu ähnlichen Zelten. Es gibt also aktuell nach diesem Verständnis keine pauschale Aussage mehr von wegen: "Damit zeltest du easy das ganze Jahr in Laugavegur!"

    Ich verstehe grundsätzlich die Kritik und teile sie auch – das Wort ist nach meinem (europäischen) Verständnis zu stark für das Zelt gewählt, insbesondere bei all den Schäden, die man beobachten kann, und die (aktuell) die Verlässlichkeit in Frage stellen. Gleichzeitig kann man, zumindest aktuell nicht mehr, Dan Durston unterstellen, er würde es noch als absolutes bomb-proof-Shelter verkaufen. In der Regel finde ich ihn in seiner Kommunikation sehr konkret. Dafür muss man dann auch genau lesen, in welchen Zusammenhängen er bestimmte Dinge sagt (z.B. im Vergleich zu ähnlichen Zelten). Wenn das dann von anderen Medien und Personen verzerrt dargestellt und extrem auf die Probe gestellt wird, kann man das nicht nur allein ihm zur Last legen.

    Weiterhin finde ich immer sehr spannend zu lesen, wie Dan Durston auf jegliche Kritik reagiert und immer überall sofort zur Stelle ist. Klar, das ist in erster Linie Imagepflege und Customer Support. Gleichzeitig gibt er viele Einblicke in Prozesse und was sie alles in Reaktion auf das Feedback anpassen. Da passiert wohl sehr viel und die Kommunikation wirkt transparent.

    Mein Fazit daraus? Ich würde vielleicht kein Durston-Produkt der ersten Generation mehr kaufen. Aber sehr wohl eins der zweiten oder dritten, wenn die Mängel nach dem Test der "Durston Gearheads" aus dem Weg geschafft wurden. Ist das alles ideal und sollte das Zelt von Anfang an besser sein? Bestimmt. Aber das rechtfertigt nicht jede negative Kritik.

    Das Schnittmuster für einen Rucksack-Korpus in groß und eckig ist nicht schwierig zu erstellen. Straps sind da schon schwieriger, vielleicht auch der Trailrunning-Korpus, wenn der wie häufig ein paar Kurven enthält. Da kann ich mir gut vorstellen, dass man von 0 auf 100 ein paar Versuche braucht, bis das Muster gut sitzt.

    Meine Empfehlung wäre also auch, auf ein bestehendes Muster zurückzugreifen und von da an anzupassen. Alternativ (oder außerdem) würde ich dir empfehlen, das Schnittmuster digital zu erstellen. Mit einem Programm wie Seamly2D. Da legst du eine Tabelle mit Variablen an (z.B.: Schultergurt-Länge: 50cm, Hüftumfang: 90cm, Rolltop-Höhe: 30cm, Korpus-Höhe: 40cm+Rolltop-Höhe). Dann legst du das Muster an und gibst bei der Länge von Linien deine Variablen an. Passt das Muster nicht, änderst du einfach den Wert der Variable und das gesamte Schnittmuster wird passend angepasst. Oder du änderst die Form einer Kurve deiner Straps und es wird ebenfalls entsprechend alles angepasst.

    Das ganze funktioniert sehr gut in Kombination mit Projector Sewing: Schnittmuster via Beamer auf die Schneidefläche projizieren. Da entfällt das stets neue Nachzeichnen oder Drucken von Mustern.

    nach 3 tagen wieder da Danke für die Ausführungen! Ich schiele auf die beliebte Rundtour (also ausschließlich die roten ut.no-Wege, da ist ja praktisch täglich eine Hütte, teilweise bedient, und bis 12.-14. September geöffnet). Würde primär Zelt planen, aber Hütten sind ein tolles Backup. Nass stört mich gar nicht so sehr, da ich bisher meist mit Wetterglück gesegnet war, mir dadurch aber Schlechtwettererfahrungen fehlen und ich meine Grenzen nicht kenne/austesten kann und daher noch nicht abseits der roten Wege und Hütten laufen möchte. Im Zweifel mal was auszusitzen könnte auch eine wichtige Erfahrung sein. Wenn ich die Karte lese, gibt es ja auch Ausstiegsmöglichkeiten. Je nach Wetter/Temperatur könnte es im Zelt durchaus frostig werden, aber die Region bietet ja ausreichend Ausweichmöglichkeiten, dass ich denke, ich buche mal bald den Transport und der Rest ergibt sich dann ... :)