Beiträge von ChristianS

    Hallöchen,

    eines meiner Lieblingsmaterialien für MYOG/Selbstbauprojekte ist DCF (Dyneema Composite Fabric). Er ist sehr leicht und stabil, leicht zu verarbeiten, zu nähen und zu kleben. Leider ziemlich teuer. Wegen der hohen Kosten sollte dann das Ergebnis möglichst lange halten und somit möchte ich hier eine Sammlung für Tips rum um die DCF-Verarbeitung starten.

    DCF ist durch seine Faseranordnung anfällig für Beschädigungen diagonal zur Faserrichtung. Möchte man also z.B. ein Zelt oder Tarp aus DCF bauen, dann sollte man sich gründlich Gedanken über die potentiellen Kraftverläufe machen und die Faserausrichtung entsprechend optimieren. Zur Verdeutlichung habe ich hier mal einen Streifen DCF mit diagonal zum Zuschnitt liegenden Fasern eingespannt und gezogen:

    Die Zugkraft wird praktisch nur auf die Folien des Sandwichs übertragen bis es reisst. In der Praxis entstehen an Stellen mit Diagonalkräften Dehnungen oder kleine Pinholes.

    Sollte man keine Lösung für eine optimierte Faserausrichtung finden oder eine optimierte Faserausrichtung würde zu viel Verschnitt des teuren MAterials nach sich ziehen, kann man auch Verstärkungen entlang der Kraftlinien aufkleben. Hier ein Beispiel mit einem Verstärkungsstreifen aus relativ günstigem UltraTNT PSA Tape, das auch in Längsrichtung Dyneemafäden aufweist:

    Im Zugversuch sind deutlich größere Kräfte nötig, um den Steifen zu zerstören, aber es gelingt relativ einfach.

    Die teuerste und beste Variante ist einen Streifen DCF mit Fasern in Längsrichtung aufzukleben. Diese Verbindung konnte ich mit Handkraft nicht zerstören:

    Hi zusammen, ich habe inzwischen schon so einiges zusammen genäht und geklebt, aber an einen Quilt hatte ich mich noch nie gewagt. Nun bin ich auch über diesen Schatten gesprungen 😎 Für Sommereinsätze fehlte mir noch ein leichter Quilt, den man auch zur Decke öffnen kann. Als Füllung sollten 200g Daune verwendet werden, die Hülle selbst ist aus Argon49. Bei der Form und Größe habe ich mich am Windhard orientiert, der mir gut passt. Herausgekommen ist ein 320g leichtes Daunenwölkchen, das nun auf seinen ersten Testeinsatz wartet. Hier ein paar Bilder:

    Das dünne Argon zu nähen ist nicht ganz ohne, wenn man leicht Spannung auf den zu nähenden Bereich gibt aber gut machbar.

    Die Kammern für die Daunen sind nicht durchgehend, sondern nur mit kurzen Segmenten aufgebaut.

    Das hat den Vorteil, dass man die komplette Daunenfüllung in einem Arbeitsgang nach dem Nähen der Hülle einfüllen und verteilen kann und nicht für einzelne Kammern die richtige Daunenmenge berechnen und abfüllen muss.

    Das Einfüllen der Daunen geht dann mit der Föhn-Müllsack-Methode auch ziemlich einfach und ohne Sauerei!