Beiträge von ChristianS

    Wieso hast du eigentlich die Höhe reduziert?

    Damit ich meine leichten 120cm-Faltstöcke verwenden kann. Dadurch, dass die nicht teleskopierbar sind, halten sie dem hohen Druck besser stand, der beim straffen Abspannen entsteht. Man muss natürlich auch zusehen, dass die Spitze nicht zu tief in den Boden einsinken kann. Und es zeigt sich immer wieder, dass auch gute Heringe nötig sind, die die Spannung auch halten können. Meine Mini-Groundhooks kommen da bei weicheren Böden schnell an ihre Grenzen.

    Bei dieser Gelegenheit wollte ich die beiden Geschwister 1.0 und 2.0 mal im direkten Vergleich sehen. Leider gab es das Gelände nicht her die beiden direkt nebeneinander aufzubauen.

    Man kann die größere Höhe der Version 1.0 doch ganz gut erahnen, aber es ist doch deutlich auffälliger ;)

    Baut man das Tarp mit 90 cm deutlich niedriger auf, hat der Wind natürlich weniger Angriffsfläche als beim normalen Aufbau mit der fast senkrechten Rückwand. Insofern wäre das auf exponierten Flächen im Sturm schon eine Alternative.

    Das stimmt natürlich, so tief aufgebaut geht der Sturm besser drüber weg. Mit meinen fest vernähten Mückennetzen aber eh keine Option ;)

    Ich bin gerade mehr dabei den Schnitt auf meine leichten Fix-Längen-Stöcke mit 120cm Länge zu optimieren, das sieht aktuell so aus:

    Insgesamt 118cm Höhe, um den 120cm Trekkingstock etwas schräg stellen zu können. Das bedeutet jedoch, dass das Tarp von 270cm auf 288cm verlängert werden muss, wenn es keine Überschneidungen mit dem "Schlafsarg" geben soll. In der Breite bin ich wilbo `s Beispiel folgend auch auf 100cm gegangen und habe das Beak noch ein bisl weiter rausgezogen, die 75cm Einstiegshöhe aber beibehalten.

    Wie man beim Teaser-Bild schon sehen konnte, ist das Penta-Mid Tarptent 2.0 inzwischen fertig!

    Die oben genannten Änderungen waren die Hauptmotivation, aber ich habe noch ein andere Details geändert. Da heute sonniges Wetter war, habe ich mir für ein Foto-Shooting ein ruhiges Plätzchen im Wald gesucht:

    Die offensichtlichste Änderung ist das Material. Hier habe ich diesmal das Camo-DCF gewählt, um etwas besser für Stealth-Camping gerüstet zu sein.

    Der hintere Flächenabspanner, der für mehr Innenraum und bessere Windstabilität sorgt, ist mit Verstärkungen entlang der Kraftlinien ausgeführt und ist somit super robust.

    Das Mückennetz vorne besteht nun auch aus dem 25g/qm Monofil, das in eins in das Bodenpanel durchgeht. Eine 2,88m lange Naht weniger :) Weiterhin kann man das Netz vorne nicht mehr komplett öffnen, sondern es gibt eine L-förmige Einstiegluke.

    Damit der innen stehende Stock dann das Netz nicht komplett auf den Boden drückt, habe ich eine Art "Schüssel" aus DCF eingenäht, deren Boden doppelt mit Ultra100 verstärkt ist, falls man mal seine Gummiabdeckung für die Stockspitze vergisst oder verliert.

    Als Boden habe ich erstmal einen aus Xfoil zugeschnitten, dessen Ränder zur besseren Stabilität einmal umgeklebt sind mit Eckverstärkungen aus DCF versehen ist. Die Ecken kann man dann mit aufgeklebten Schlaufen am Tarp anbinden und somit den Boden optimal in Position halten, bei Wind flattert dann auch weniger.

    Hier noch ein paar weitere Bilder:

    Die ganzen Entscheidungen fordern allerdings ihren Gewichts-Tribut. Das schwerere Camo-DCF, mehr Breite, mehr und größere Verstärkungen, etwas längerer Reißverschluss, etc. sorgen am Ende für 330g Gesamtgewicht für das Pentamid 2.0. Der aktuelle Xfoil-Boden wiegt mit Befestigungen und Verstärkungen 66g. In Summe also noch knapp unter 400g. Ein Zpacks Plex Solo Classic ist nur wenig schwerer, aber dafür kleiner, nicht so robust und deutlich auffälliger.

    Was haltet ihr davon?

    Bezieht sich das Gewicht aufs komplette Zelt inkl. Inner?

    Nein, das Inner wiegt nochmal ca. 240g glaube ich. Hier gibt es einen extra Faden dafür.

    Ich habe das DCF-Außenzelt von Capere nachgebaut, aber noch nicht in der Praxis getestet. Nur mit Silnylon als Boden wieg es knapp unter 300g. Ob dein Inner auch dazu passen würde?

    Cool, das ist doch schon mal super! Für mich wäre das DCF-Zelt von Capere zu kurz mit seinen ca. 240cm bei 120cm Höhe. Meines hat 254cm bei 130cm Höhe und das ist mit dicker Luftmatte schon recht knapp, und ich bin nur 178cm groß. Entsprechend wäre mein Inner zu groß für den Schnitt von Capere, aber man könnte es runterskaliert natürlich so bauen, dass es rein passt.

    Wie haltet ihr das mit Trinken abends?

    Interessante Frage. Ich trinke bisher abends meist ziemlich viel, um den Wasserverlust des Tages auszugleichen, der sich trotz Trinken tagsüber irgendwie immer einstellt. Dann muss ich nachts halt mal raus. Fällt mir auch schwer, aber nur bei Regen finde ich es richtig unangenehm.

    Aber wenn es da besser Strategien gibt, bin ich auch dran interessiert :)

    Mir gefällt dein Reisebericht total gut. :thumbup: Ich war noch nie auf dem Kungsleden und dein Bericht macht Lust auf diesen Trail, auch wenn mein geliebtes Norwegen sehr nah ist. ;) Toll geschrieben!

    Dankeschön! Ich bin aber echt kein literarisch begabter Mensch, aber ich finde man kann bei einem solchen Reisebericht noch mehr die "innere Wahrnehmung" transportieren, als es mit z.B. dem Video möglich war.

    Ich bin gespannt, wie es weitergeht. Der Rest soll laut Gerüchten vollkommen überlaufen sein. Mal sehen, wie du es erlebt hast.

    Kommt demnächst ;)

    :?: Eine Frage habe ich: Welches Zelt ist das? Die Kombi aus winddichtem Stoff und Mesh beim Inner (?) wirkt verlockend. Sollte es kein echtes Inner sein, könnte genau dies ein leichter Kompromis zwischen einwandigem Zelt und Schutz vor kaltem Wind sein.

    Das Zelt ist selbst gemacht --> klick. Ich hatte es primär für den Kungsleden konzipiert. Sehr leicht, windschnittige Form, wasserdichte Bodenwanne für modderigen Boden, teilweise Stoff-Inner gegen Wind und Kondenz. Hat sich bewährt! :)

    Tag 16

    Für heute erwarten mich nur so ca. 8km leicht bergab. Dann bin ich an der Fjällstation Saltoluokta, wo ich den Rest des Tages mit Einkaufen, Erholung, Essen, Waschen und Duschen verbringen möchte.

    Doch beim Aufwachen stelle ich fest, dass es sehr kalt ist und so bleibe ich noch eine Weile im warmen Quilt liegen. Als ich dann doch mal die Nase aus dem Zelt stecke, weiß ich auch warum es so kalt ist: Ich bin mitten in den Wolken. Also Zelt wieder zu und Frühstücken im Quilt.

    Aber die Annehmlichkeiten der Fjällstation rufen und so mache ich mich doch auf den Weg. Es geht weiter an dem Fluß entlang, immer leicht bergab. Die Wolken hängen immer noch tief, aber es regnet nicht.

    Der große langgestreckte See Langas, an dem die Fjällstation liegt, kommt immer besser in Sicht.

    Wie immer dauert dann der einfach und kurz geglaubte Weg dann doch länger und ich bin froh, als ich endlich die Fjällstation erreiche. Hier gibt es zahlreiche Gebäude und die Orientierung fällt mir schwer. Ich ich finde dann doch das Hauptgeäude und buche mir erstmal einen Stellplatz auf dem Zeltgelände.

    Dann wird erstmal geduscht und gewaschen. Leider gibt es keinen Trockner und keinen Trockenraum, zumindest fand ich keinen für die Camper. Aber das Wetter ist gut und ich verteile die Wäsche auf den Ästen rund ums Zelt. Eine Parzelle vor mir ist ein riesiger Hilleberg-Tunnel aufgebaut. Aber statt einer ganzen Familie wohnt dort nur ein Mann mit Hund. Naja, kann man machen, meins wärs nicht! ;)

    In dem kleinen Shop neben der Rezeption kaufe ich dann noch das Nötigste ein, aber auch ein paar unnötige Sachen :) Dann buche ich die Teilnahme am Abend-Buffet, auch wenn es sehr teuer ist, und den Bootstransfer für morgen früh. Nebenbei läd die Powerbank.

    Füße hoch!

    Gegen Abend kommt sogar noch richtig die Sonne raus und ich schlendere noch ein wenig über das Gelände und warte auf den Beginn des Abendbuffets.

    Dann geht es endlich los mit dem Abendessen. Am Eingang zum Speisesaal gibt es erstmal eine Namenskontrolle und man wird zu einem Platz geführt. Ich lande an einem Tisch mit zwei deutschen Ladys, die auch solo unterwegs sind und wir tauschen uns zu den bisherigen Tourerlebnissen aus. Der erste Gang wird von dem Küchenteam stolz auf schwedisch vorgestellt. Ich verstehe zwar fast nix, aber es wird lecker. Leider habe ich inzwischen vergessen, was serviert wurde... Letzter Tagesordnungspunkt ist nach dem Nachtisch satt und entspannt auf die Xlite zu sinken. :sleeping:

    Tag 15

    Ziemlich gerädert geht es morgens ans Frühprogramm. Ich habe mindestens 5 Mückenstiche im Gesicht. Das ist der Moment, in dem ich mir schwöre, nur noch in absoluten Notfällen in einer Hütte zu übernachten.

    Das Wetter hat sich leider nicht wirklich gebessert, es regnet immer noch kräftig. So lasse ich mir Zeit beim Frühstücken und Packen. Als der Regen endlich etwas nachlässt, starte ich wieder auf den Weg. Es geht direkt in die Steigung zum Fjäll hinauf und mir wird sehr warm in den Regenklamotten. Die miese Blutsaugerbrut hat sich direkt nach der Hütte auch an meine Fersen geheftet und ich bin leicht genervt. Richtung Baumgrenze wird der Wind zum Glück stärker und die Mistviecher weniger.

    Dann taucht der Wegweiser zum Skierffe auf. Aber leider ist es so grau, nass und wolkig, dass ich null Aussicht in das berühmte Tal haben würde. Also gehe ich mit einigem Bedauern weiter gerade aus. Die Strecke über das Fjäll ist recht kurz, kaum oben angekommen, geht es wieder in den Abstieg. Am höchsten Punkt steht ein Schild mit den nächsten Bootszeiten, denn es geht wieder eine lange Strecke übers Wasser. Die reguläre Bootsfahrt geht erst wieder abends. Da aber nur 4km bis zum Boot vor mir liegen und ich nicht Stunden warten möchte rufe ich dort an und buche gegen Aufpreis eine Sonderfahrt am späten Mittag. Das Telefonat war ziemlich schwierig, bei dem Wind und Regen... Es geht weiter, runter vom Fjäll zum See!

    Zum Glück gibt es unten am Bootsanleger wieder eine Schutzhütte, in der ich mir dann erstmal Pasta Bolognese mit Parmesan zubereite und mich wieder aufwärme. Bis dann das Boot ankommt, sind noch ein paar weitere Wanderer aufgeschlagen und das Boot wird voll.

    Nach der kalten und teuren Überfahrt möchte ich noch ein paar Kilometer Richtung Saltoluokta laufen.

    Gott sei Dank wird das Wetter endlich besser und ich kann die Regensachen ausziehen und so langsam abtrocken. Da es wieder ins Fjäll hoch geht, wird mir auch wieder mollig warm.

    Plötzlich taucht vor mir wieder wieder so ein Mini-Tal in der vermeintlichen Ebene auf. Dort findet sich ein beachtlich dickes Altschneefeld.

    Schließlich biegt der Kungsleden in ein Flußtal ein und man läuft parallel zum Fluß in einer beeindruckenden Landschaft. Wieder muss ich öfter stehenbleiben und staunen. Leider gelingt es mir sehr schlecht diese Großartigkeit in ein Foto zu bannen.

    Eine super krasse Kulisse! Ich laufe immer weiter, aber meine Kraft ist eigentlich zu Ende. Also, warum nicht hier Übernachten? Mit einem kleinen Traubenzucker-Boost geht es noch weiter bis zu einer guten Zeltmöglichkeit mit Wasserzugang.

    Jetzt erst merke ich, wie stark ich schon erschöpft bin. Mit Mühe baue ich noch mein Zelt auf und mache mir noch was zu Essen mit Aussicht. Gute Nacht!

    Sooo, nach einem arbeitsreichen Samstag ist mein Penta-Mid Tarptent 2.0 aus Camo DCF zu 95% fertig geworden. Hier schon mal ein "SneakPeak" vom ersten Aufbauversuch im Garten:

    Wenn in den kommenden Tagen mal schönes Wetter und Freizeit zusammen treffen, mache ich nochmal schöne Fotos und dann gibt es noch mehr Infos zu den Details.

    Falls das hier ähnlich sein sollte - die Mods dürfen das auch gerne nach "Schwerer als UL" verschieben🤣

    Das Victorinox Compact , wiegt mit Clip 56 gr und fällt sicherlich unter “schwerer als UL” .

    Woher kommen diese Ansichten? Ein Gegenstand alleine kann weder "UL" oder "nicht UL" sein. Es kommt immer auf den Gesamtkontext der voraussichtlichen Umstände der geplanten Tour und der gesamten Ausrüstung zusammen an.

    Klar, es gibt Dinge, die prinzipiell nichts mit UL-Trekking zu tun haben, z.B. Autos oder Hochhäuser ;)

    Ich habe mich gerade mal etwas auf der Burg umgesehen und der Mehrzweckraum wäre ideal. Leider ist er mit 200,– Tacken pro Tag kein Schnäppchen. :(

    So richtig viel Infos zu der Raumausstattung gibt es ja leider nicht auf der Website. Aber die 200€ pro Tag, also 600€ für ein Wochenende plus die üblichen Übernachtungskosten machen das Ganze dann aber wohl doch zu teuer. Da müssten wir schon 20 Leute sein, aber dann tritt man sich nur auf die Füße und hat zu wenig Platz für die Tarp-Arbeiten. Und man braucht ja noch Kohle für die auch nicht billigen Tarp-Materialien.

    Hat vielleicht jemand Beziehungen zu einem Vereinsheim oder so? Wenn da ein Sportplatz dran hängt, hätten wir auch gleich Duschen/WCs und eine große Rasenfläche zum Zelten ;)

    hat keine Seitverstellung richtig?

    Korrekt. Ist mir auf den Leib geschneidert ;)

    Was das Gewicht betrifft: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich da vor allem viele Detail-Entscheidungen läppern.

    Nach meiner Überschlagrechnung macht es ca. 10 bis max. 30g aus, wenn man die Kleinteile runter dimensioniert. Hatte ich auch an älteren Rucksächen schon mal gemacht, aber das war mir im Handling on Tour dann doch zu flimsig.

    Bei meinem Rucksack mit dem großen Korpus samt Rolltop liegt das meiste Gewichtspotential wohl beim Hauptmaterial und beim Stretch-Mesh. Also mit Ultra100x oder besser Aluula mit 89g/qm hätte man erstmal den größten Hebel. Dann leichteres Westentaschen-Material und die große Front- und Boden-Meshtasche auch aus dem leichteren Hauptmaterial fertigen. Ein wirklich leichtes 3D-Mesh für die Träger habe ich leider noch nicht gefunden...