Kommen wir zum ersten Abschnitt, dem #Blindinje Nationalpark. http://www.visit-blidinje.com/?lang=en https://en.m.wikipedia.org/wiki/Blidinje_plateau Dort war man per Mail übrigens auf Zack ![]()
Besagtes Taxi karrte uns also mangels Tramp-Erfolg und fortschreitender Stunde und zunehmender Hitze aus Jablanica (200hm) gern Westen zum Blindinje Jezero, den wir als markanten Startpunkt auf etwa 1180m auserkoren hatten, um von da aus wieder gen Osten zurück nach Jablanica aufzubrechen.
Wir kurvten und schraubten uns also aus dem Tal heraus, bis sich plötzlich die imposante Hochebene zeigte, auf der sich wiederum recht abrupt im steilen Anstieg das Blindinje Plateau bis auf 2228m in die Höhe reckte.
Es war knackig warm - zum Glück schienen wir mit unserer Wahl des Sonnenschutzes voll im lokalen Trend zu liegen ![]()
Die Richtung war klar - aufwärts. Zunächst noch bewaldet, vorbei an einer imposanten Kirchenanlage (http://www.visit-blidinje.com/masna-luka/?lang=en), später dann mit weniger und weniger grün.
Nb - Kirchen und Moscheen - je nach Landesteil - sollten sich als stets bestens finanziell ausgestattet, auf's beste instandgesetzt oder nett gebaut herausstellen - auch noch im winzigsten, fast verlassenen Dorf - oder gar ganz ohne selbiges - in Hoffnung auf Wiederansiedlungen. Die Fortsetzung des eingefrorenen Konflikts mit anderen Mitteln...
Es wurde langsam spät, wir stoppten noch kurz auf der bewirtschafteten Vilinac Hütte, die als eine der am schönsten gelegenen des ganzen Landes gilt (zu recht - tatsächlich kein Bild gemacht).
Bis auf einen Raki (tatsächlich der einzige der Tour, man glaubt es kaum) sind wir ganz gut durchgekommen, die Vierergruppe rund um den Hüttenwart, allesamt von der lokalen 'Alpenvereinssektion', waren aber bereits gut in Schwung. Es gab ein paar Tipps und Geschichten dank eines in Deutschland lebenden Besuchers - und die Warnung, es würde kalt nachts, Richtung Gefrierpunkt. Die Hütte hatte eher Sauna Temperatur, da waren wir nicht ganz sicher, ob nicht einfach das Kälteempfinden eine andere ist...
Noch war Sonne da, ein Stück weiter wollten wir noch, es waren ein paar Plateaustellen in der Karte ersichtlich - von der Hängematte hatte ich mich gedanklich für diese Nacht bereits verabschiedet.
An der ersten Möglichkeit hätten sich bereits zwei Belgierinnen eingerichtet, die uns mit Nachdruck die toooooollen flat Spots eine Ecke weiter nahelegten. Also gut, man will ja nicht aufdringlich sein, also noch ein Stück weiter gezogen, was soll's. Vorteil - den Hajducka vrata noch in der blue hour und nachts sehen (Langzeitbelichtungen hat tib mit der Kamera gemacht, sry).
Wir mampfen noch länger andächtig mit Blick auf den Bogen - ich schlage mir mehrmals den Gedanken aus dem Kopf, meine Matte einfach in das bröcklige Felstor zu hängen bis es langsam zunebelt und tatsächlich frisch wird.
Die Nacht war tatsächlich kalt, wir tragen alles, was wir dabei haben - und fragen uns nicht nur ein Mal, ob wir beim erwarteten Temperaturbereich gehörig in's Klo gegriffen haben.
Kleiner Blick in die Zukunft - es sollte direkt die kälteste (und eigentlich einzige kalte) der ganzen Tour werden.
Wir wachen in einer tropfend nassen Dunstwolke auf, selbst meine offene Halbpyramide ist von innen wie außen pitschnass, bei jeder Böe tropft es in's Gesicht. Bodenbrüten olé! ![]()
Dementsprechend zögern wir das Aufstehen noch etwas hinaus. Irgendwann wird absehbar, dass es langsam klarer wird und so machen wir uns auf.
Noch ein Blick zum Arch, der ist zumindest schon mal erkennbar, das Tal dahinter nur bruchstückhaft für Sekunden je nach Wolkenbewegung.
Es wird mit jedem Schritt besser und so haben wir bald wieder tolle Ausblicke beim langen Abstieg runter bis Jablanica
Auch der ersten Schlange begegnen wir - die sich aber zumindest von selbst verzieht - und nicht, wie ein späterer Kollege per Wanderstock vom schmalen Trail gen Abhang katapultiert werden muss.
Wie bereits zu der Etappe gelesen, führt das letzte Stück vor Jablanica an der lokalen Müllkippe vorbei, die sich bereits etliche Höhenmeter zuvor durch wilde Ergänzungen ankündigt. Ein malerisches Panorama!
Gen Spätnachmittag sind wir in Jablanica, die Sonne brutzelt inzwischen ordentlich im Tal und die Oberschenkel merken den ersten amtlichen Abstieg gehörig.
Da kommt es wie gelegen, dass wir uns die lokale Spezialität Lamm am Spieß natürlich nicht entgehen lassen dürfen, wie man uns auch auf der Hütte nochmals mit Nachdruck nahelegte. (Die es nebenbei gesagt allerdings fast überall in Bosnien gibt, natürlich verstärkt im muslimischen Teil)
Durch Jablanica schiebt sich derweil aus Mostar kommend eine nicht enden wollende Blechschlange, die Nachteile der bergigen, schwer zugänglichen Gegend mit nur wenigen Verbindungsstraßen.
Da die Ausflugslokale allesamt etwas der Straße nach aus der Stadt heraus den Fluss entlang liegen zwar nervig, aber dafür wenigstens sicher - rasen kann hier gerade keiner ![]()
Wir schlagen uns ordentlich voll, packen dann noch bestesbörekderwelt von der Bäckerei des Vortrags für später ein und füllen die Vorräte für die nächste Etappe bis zum resupply am boracko See in ein paar Tagen und dann geht es auch schon wieder hoch aus dem Tal raus ehe es zu sehr dämmert.
Am besagten, riesigen Dokumentationszentrum an der zerstören Brücke ist irgendeine Feierlichkeit, Musik, viele Leute etc. Wir schauen nur kurz vorbei, der Trachten tragende Chor älterer Damen treibt uns umgehend weiter, Flamenco wirkt dagegen geradezu lebensbejahend ![]()
Ein letzter Blick auf die Neretva, die uns noch öfter begleiten soll. Wir laufen eine ganze Weile in die Dunkelheit hinein, bis wir über den steilen an - und Abstieg in's nächste Tal auf einem winzigen Fleck Kuhweide kurz vor Ravna endlich eine ebene Stelle für tib's neues, selbst genähtes tarptent - und für mich ein paar hübsche Bäume zum Hängen finden. Endlich keine feuchte Bodennacht mehr (für mich
)
Der nächste, noch steilere Aufstieg in die zweite Etappe, das Prenj (https://en.m.wikipedia.org/wiki/Prenj) wartet, noch steiniger, noch karstiger, noch trockener, wir vertrösten ihn auf morgen ![]()