Beiträge von questor | hangloose

    Hast du spezifische Fragen?

    Danke, war eher zufällig drauf gestoßen, hatte ich noch nie gehört und hier auch noch nichts davon gelesen, da dachte ich erst mal, ich stell den mal hier rein.

    In Sachen Zivilisationsnähe, Höhenmeter, Baumangebot und Exotik nicht wirklich mein Profil, aber wenn's mich tatsächlich mal zum Wandern auf die Insel verschlagen sollte...

    Hatte im Hängemattenforum, wo die Packa beliebter ist ja schon mal gegrübelt, warum man davon keine wirklich leichte Variante macht. Und habe auch schon länger gehadert, ob ich auch mal einen myog Hack versuchen soll.

    Ich hätte es allerdings gerne noch länger, eher Mantelartig, mindestens die kurze Hose soll schon bis über die Knie mit trocken bleiben. Insofern iteressant, bei welchem Gewicht Du schon bei der kurzen Version rausgekommen bist. da ist dann nennenswert leichter als mein Altus, der sich letztes Wochenende gut geschlagen hat, kaum noch möglich.

    In Sachen Belüftung - wenn der Rucksackteil nicht wie ein extra Fach gearbeitet ist, sondern der Mantel hinten insgesamt weiter, hat man ähnlich dem Poncho von unten Luftaustausch, flattern tut es dennoch nicht, da immernoch ausreichend schmal geschnitten. Zudem läuft das Wasser hinten dann weiter weg vom Körper ab und weniger landet auf den Beinen beim Schritte machen.

    Ich überlege, ob ich aus froggtoggs noch einmal eine Version frankensteine...

    Als ich morgens aufbreche, ist es wie zumeist noch neblig,



    lichtet sich aber zusehends. Ich komme alsbald an einer kleinen Kuhherde vorbei, die von zwei Frauen mehr oder minder erfolgreich die Straße entlang getrieben wird. Ich versuche mein Glück, in Erfahrung zu bringen, ob es in den umliegenden Dörfern auf dem Weg zum Durmitor Resupply Möglichkeiten geben könnte - und bin erstaunt vom Englisch-Niveau. Turns out - ich habe die Dorflehrerin erwischt :)

    Das war's dann aber auch schon mit Glück - man scheint noch so sehr Selbstversorger zu sein, dass nicht mal wirklich Wissen vorhanden ist, wo es einen Laden geben könnte, aber ist sich relativ sicher, dass da nichts ist. Dafür kann sie mir noch ihren Lieblingsgipfel im Durmitor empfehlen, den Prutaš(2393m).
    Das lasse ich mir nicht entgehen und plane die Ecke, in der ich dort einsteigen wollte, etwas um.

    Also bleibt mir nichts weiter übrig, als weiter in die Richtung zu laufen - und auf einen Lift zu hoffen, um sicher noch bei den Optionen am Durmitor-Einstieg einkaufen zu können, es ist noch eine ganze Ecke.
    Die skurile Kraterlandschaft, die sich in der Dämmerung nur erahnen ließ, begleitet mich noch ein gutes Stück.


    Nur...Verkehr gibt es zunächst überhaupt nicht. Und als ich irgendwann an eine etwas größere Straße gelange, auf der wenigsten selten mal ein Auto fährt, bin ich nicht vom Glück verfolgt. Es scheinen bereits eher Touristen in Richutng Durmitor zu sein, zumeist serbische Kennzeichen, da hatte ich interessanterweise noch nie Glück - man mag selbst urteilen, was das über die serbische Mentalität aussagt.

    Irgendwann hat eine Familie Erbarmen, die sehr gut Englisch spricht, womöglich ist auch das eine Hürde in den Köpfen vieler Vorbeigefahrener. Sie sind tatsächlich auch unterwegs Richtung Durmitor - und auch die Richtung zum Prutaš stimmt, und so befinde ich mich kurze Zeit später am Einstieg. Macht tatsächlich was her, der P.



    Und auch der Blick von oben jat die Mühen gelohnt.


    der sodann folgende Gratweg zum Škrčko Ždrijelo ebenso.


    Dann Abstieg zum Veliko Škrčko Jezero (1684m)


    und gleich wieder steil rauf in Richtung Planinica (2330 m), wo man dann, in Anbetracht der relativ weglosen Schinderei auch wieder allein ist.





    Und dann war's das auch schon mit dem spektakulären Durmitor-Teil. Es bleibt noch herauslaufen, wieder endlos bergab. Die Wege werden immer ausgetretener, es ist spätnachmittags und nicht mehr viele unterwegs zum Glück.


    Am Crno Jezero mit Parkplatz herrscht jedoch noch so richtig Volksfeststimmung,


    und so ziehe ich noch noch Zabljak durch für den angepeilten Resupply und kulinarischen Amoklauf.
    (den ich übrigens mehrfach einfordern muss, da man mir die Kiloplatte für zwei wohl nicht zutraut, als ich nach ein paar anfänglichen Snacks rund um Börek &co zur inzwischen deutlich fortgeschrittenen Stunde zu allen Schandtaten bereit im Fresstempel auflaufe).


    Endlich habe ich auch mal wieder Wlan - im ganzen Städtchen gibt es ein Netz, btw.
    Meine SIM-Karte will seit dem Grenzübertritt nämlich kein mobiles Internet mehr ausspucken, obwohl roaming in Montenegro eigentlich inklusive sein soll.
    Bei der Recherche trifft man zwar auf allerlei andere frustrierte Touris mit dem selben Problem - aber leider keine Lösung :|

    Wer Russlandfreund ist, macht daraus übrigens keinen Hehl, fiel mir seit überschreiten der Grenze am Stausee übrigens schon mehrfach auf.




    Retrospektiv scheint es in dem Städtchen nur zwei Klassen an Hotelzimmern zu geben - Luxus oder Abfuck. Gelandet bin ich wohl in letzterer, gehofft hatte ich auf die trotz herausragender Bewertungen scheinbar nicht existente goldene Mitte. Egal, viel war ohnehin nicht mehr frei - und wurzeln schlagen wollte ich eh nicht, lesson learned.

    Von der Spitze der Halbpyramide reichen zwei Verstärkungsstreifen bis runter zu den hinteren Ecken.

    Das klang letztens doch noch anders? :/

    Jupp, die langen Diagonalen sind immer ein Problem.
    Bei diesem Proto habe ich diese Linien mit je einem 25 mm Streifen DCF verstärkt. Das macht es etwas besser, aber noch weit ab von wirklich gut.
    Für diese Problematik arbeite ich aber schon an einem Lösungsansatz.

    Dieser Teil war aber auch super schön, ich habe es sehr genossen über der Baumgrenze zu laufen.

    Super schöner Gratweg dort! Das war auch bei uns eine echt kalte Nacht - und die Vogeljäger den ganzen Grat entlang haben morgens ordentlich gebibbert in ihren Stellungen.

    Witzig, das von der ganzen Länge des SI hier fast alle zur selben Jahreszeit in der selben Ecke gelandet sind.

    Hat noch jemand das Stück hinter Pracchia zu bieten? Eigentlich wollten wir noch weiter, der Toscana Abschnitt hätte mich sehr interessiert, weil ich die Ecke ansonsten ganz gut kenne.

    Als ich morgens früh aufbreche und den offiziellen Campingspot passiere, staune ich nicht schlecht - ganz schön was los, denn - man kann mit dem Auto bis hierhin fahren. Aber zum Glück schlafen die meisten noch oder packen gerade erst zusammen.
    Ganze Teeniegruppen liegen wie die Sardinen nebeneinander im Cowboy Camp.

    Dann mal rauf auf die 2386 Meter! Ich hatte mich ja für den direkten Aufstieg entschieden - und direkt ist die Devise. Kurz hinter dem Campspot geht es direkt steil und geröllig bergauf - und wird auch so bleiben. Ein paar noch frühere Gruppen habe ich schnell eingeholt und staune, in welchen Fittnessleveln und Altersklassen man sich diesen direkten Aufstieg zumutet. Und ich staune noch viel mehr, als jene Gruppen bei Ihrer Verschnaufpause im Geröll erst mal den Schnaps zücken zum Mut machen. Ich werde natürlich im Vorbeiziehen zum Mittrinken animiert, kann mich aber gerade noch bremsen, mir noch vor acht auf nüchternen Magen im Geröllfeld einen Sljivovica hinter die Binde zu kippen. Das Bild wiederholt sich - Wandergruppe in Volksfeststimmung, Schnaps, viel Gelächter - und gefährliche Überforderung mit dem Gelände. Nicht nur die ordentlich schnaufenden älteren Semester, am laufenden Band gerät zudem ordentlich Geröll in Bewegung. Das nichts passiert ist in Anbetracht zahlreicher anderer Gruppen darunter ein Wunder.
    Ich sehe zu, dass ich etwas weiter außen aufsteige und jeweils möglichst schnell vorbei komme.



    Oben angekommen bin ich tatsächlich einer der Ersten - und Nebel und Wolken lichten sich gerade.






    Ich genieße ein wenig die Aussicht und Sonne, beäuge die Tito Verehrung, dann noch ein Frühstückssnack, und weiter geht es, rüber nach Montenegro.
    Die Grenze ist schon nach wenigen hundert Metern passiert. Der Abstieg in Richtung Piva Stausee führt durch ein hübsches Tal, unten soll es etwas Resupply geben - und so läuft es sich gut weg.













    Unten angekommen gibt es ein paar Häuschen, einige scheinen auch Schlafplätze und Campspots anzubieten - nur der Kiosk scheint nicht mehr in Betrieb. Mist, dann heißt es jetzt wohl etwas stärker Vorräte rationieren.




    Zwischen steilem Fels und dem nicht enden wollenden Stausee führt lediglich eine Straße entlang - und so wird es trotz ganz hübscher Blickwinkel auf den See doch eine ziemliche Latscherei.


    Dann durch Felstunnel, nur echt mit frischen Steinschlag,


    über die Staumauer - und nun? Wo geht's denn hier weiter? FML! Quasi senkrecht wieder nach oben auf der gegenüberliegenden Seite, da hab ich mal wieder Höhenlinien übersehen. Zu allem Überfluss hat es sich inzwischen langsam auch wieder zugezogen - und es dauert nicht lange, bis das schnaufende, schimpfende ich die Serpentinen hinauf auch noch den Regenmantel übwerwerfen darf, damit der ganze trockengewanderte Kleiderschrank auch trocken bleibt.
    Immerhin gibt's einen entschädigenden, schönen Blick hinunter auf den Stausee -


    und oben ein ganz nettes Plateau, auf dem ich noch etwas Strecke mache, ehe es bei Einzug der Dunkelheit in die Falle geht, um noch ein wenig zu recherchieren, wie ich den ausgefallenen Resupply ausbügeln könnte. Verzeichnet ist auf dem Weg in den Durmitor NP nichts - ob es trotzdem in den Dörfchen etwas geben könnte?


    Ach witzig - da bist Du ja genau den SI Abschnitt vor unserem aus letztem Jahr gelaufen, wir sind kurz nach dem Taro am Cisa Pass eingesetzt und etwas über einen Monat später.

    Bin gespannt, wie's weitergeht auf deiner Tour!

    questor | hangloose
    4. November 2024 um 11:19

    Es nebelt des Morgens wieder einmal, klart aber alsbald auf











    T. hatte die große Straße nach Gacko als am erfolgversprechendsten angepeilt, um der Zivilisation wieder näher zu kommen, und so ist der Abschied plötzlich nah. Weiter zum Sutjeska NP und dem Maglic als höchsten Berg des Landes muss ich zwar auch ein Stück die Straße lang, aber uns dämmert relativ bald, dass wir wohl besser einzeln den Daumen raushalten, um unsere an großen Straßen bisher äußerst miesen Chancen auf einen Lift zu maximieren.
    T. kommt wohl relativ schnell weg, ich laufe irgendwann in die richtige Richtung und halte immer mal den Daumen raus.
    An einer Parkbucht, an der es auch eine Quelle gibt, quatsche ich den Fahrer des Tiefkühl-Lieferwagens und seinen Copiloten an, die eben noch mit eher merkwürdiger Fahrweise und viel zu lauter Musik an mir Vorbeigezogen sind.
    Sie nehmen mich mit - jedoch bin ich mir recht schnell nicht mehr so sicher, ob das so eine gute Idee war. So richtig fahrtüchtig scheinen sie mir eigentlich nicht mehr, die Sonnenbrille scheint auch eher die wahrscheinlich tellergroßen Pupillen verstecken zu sollen - und die Laute Musik ist nicht mal gut. Aber wahrscheinlich ist der Job ohne chemische Aufheiterung auch einfach todeslangweilig, in der dünn besiedelten Gegend von Haus zu Haus zu rollen, und Omma ihr tiefgefrorenes Kaisergemüse vorbei zu bringen.
    Zum Glück bin ich alsbald am Abzweig zum Nationalpark - und der Lieferwagen schlenkert ohne mich weiter.

    Am bemannten Schlagbaum treffe ich auf eine andere VD Wanderin, die sich mit dem "Kassierer" des Parkeintritts, wie sich herausstellt, ein Redegefecht liefert. Sie hat kein weiteres bargeld bei sich, außer noch ein paar kroatische Münzen, scheint aber auch nicht so richtig akzeptieren zu wollen, dass Eintritt fällig ist. Ich hatte davon gelesen, dass Teilweise an offiziellen Campstellen etwas kassiert würde, so richtig transparent war das jedoch alles nicht herauszufinden. Ich schlage vor, für zwei zu zahlen - wie es der Zufall will, hat der Kassierer gar kein Wechselgeld - scheint so seine Masche zu sein, dadurch seinen privaten Schnitt zu machen. Das wird mir dann doch etwas zu albern, zumal das Wechselgeld gar nicht mal wenig gewesen wäre - und nachdem ich auch noch in die Diskussion mit einsteige, findet sich dann doch ebenso zuuufällig doch noch Wechselgeld.
    Da fällt mir wieder ein, dass ich dem Nationalpark zumindest einmal schreiben wollte, was da für Praktiken laufen - vielleicht mache ich das tatsächlich noch.

    Wir laufen einen Moment, die Gutste ist die VD tatsächlich von Anfang an gelaufen - und rät mit vollem Herzen davon ab - zumindest vom kroatischen Teil. Worte wie Steinwüste, elende Hitze, mieser Wegzustand fallen. Ich weiß nicht mehr, wie ange sie schon unterwegs war, nur noch, dass es wirklich lange war, was sich auch mit Ihrem Tempo während der Unterhaltung deckt. Als es dann in Serpentinen bergauf geht, setze ich mich ab, Geduld ist nicht so meins, zumal das Wetter umzuschlagen scheint.

    Und so kommt dann auch, was der Wetterbericht angedeutet hatte. Ein Regen Sinnflutartigen Ausgusses - gefolgt von stattlichem Hagel.


    Ich kauere mich unter eine ordentlich belaubte Buche und wettere ab, Rucksack zwischen den Beinen, Regenmantel und Sonnenschirm drüber - und bleibe gut trocken, bis es nach einer gefühlten Ewigkeit endlich aufhört.
    Hilft halt nur nicht, wenn der Pfad danach durch ziemlich zugewachsenen - und jetzt komplett nassen - Jungwald führt, und man mit jedem Schritt eine ordentliche Ladung abstreift, auch der Boden völlig durchweicht und von Rinnsalen durchzogen ist - und dazu noch Böen dafür sorgen, dass auch die großgewachseneren Bäume ihre nasse Ladung wieder auf mir abwerfen. Und so bin ich nach einer Weile auch ohne Regen ganz gut durchnässt.

    Hatte ich beim Einstieg in den NP noch kurz damit geliebäugelt, noch über den Maglic hinaus durchzuziehen, streiche ich den Plan bei diesem Untergrund direkt wieder. Zumal der direkte Anstieg, den ich angepeilt hatte, gar nicht mal so unambitioniert sein soll.

    Also suche ich mir im (Sicht)Schutze des Waldrandes Lager, da es an den offiziellen Campstellen keine Bäume mehr, dafür aber ggf. den nächsten Gebühreneintreiber geben soll, und habe tatsächlich mal im hellen ein Lager aufgebaut 8| Von den Bäumen regnet es weiter munter herunter, als würde es mich immer ordentlich gießen - da muss doch irgendwann mal Ende sein?
    Die Klamotten trocknen unter dem Tarp - oder tropfen vielmehr ab, die Luftfeuchte ist zu hoch für viel mehr - und ich habe ausnahmsweise noch etwas Muße, mich mit der weiteren Tourplanung zu befassen.
    Morgen soll es früh los gehen, keine Lust auf Menschenmassen beim Sturm auf den Gipfel.

    Hier gibt's auch noch ein paar Gear-Empfehlungen

    janphilip
    23. September 2025 um 14:08