Beiträge von nats

    Wenn man genau hinschaut, begegnet man solchen Gewichts-Überraschungen doch öfter: So bin ich z. B. kürzlich über ein Video mit Winter-Camping-Ausrüstung nach dem Vorbild Horace Kepharts gestolpert – waren auch nur 17 (amerikanische!) Pfund. Im alten Forum, meine ich mich zu erinnern, wurden mal alte Seiden-Zelte diskutiert, auch überraschend leicht.

    Und die wesentliche Erkenntnis aus dem Beitrag ist eh: "[...] having an intimate understanding of the way your gear and apparel performs, even if said gear is outdated, is probably far more important than owning cutting-edge products." Das ist doch genau das, was UL eigentlich ausmacht, auch wenn man das vor lauter Titan- und DCF-Begeisterung gern vergißt: skills, not just gear.

    Interessanter Beitrag dazu, warum Frauen schneller frieren als Männer, was es insofern sonst noch an Unterschieden gibt – und was man tun kann, um weniger zu frieren:

    Warum das Geschlecht, Schlafmangel und Alkoholkonsum fürs Kälteempfinden eine Rolle spielen.
    Unser Kälteempfinden hängt von vielen Faktoren ab. Doch das Frieren lässt sich auch abtrainieren. Tipps, wie das gelingt, und warum das Geschlecht,…
    www.tagesschau.de

    Für die ganz Lesefaulen: Muskelmasse erhöhen, fitter werden, Kälte trainieren, Zwiebelschichten tragen, bewegen – alles nichts Neues. Und Heißgetränke (aber die ohne Alkohol!).

    Gab es Ultraleichte Geschenke für euch?

    Ja! Und was für eins – wenn auch mehr Geschenk als UL: Mein Bruder, der mit dem Ganzen so gar nichts anfangen kann (er: privat Siebentonner, ich: Beta Alp 200, gut 100 kg und paßt sogar stehend in meinen Yaris Verso), hat beim Abgeben von Zeug in einem Sozialkaufhaus einen SnowPeak-Titan-Thermobecher entdeckt und längs durch die Republik zu mir geschickt...

    Patirou: "Pile" bezeichnet den kuscheligen Faserpelz der Innenseite – mit heutigen dünnen Fleece-Oberteilen nicht zu vergleichen.

    Zum Gewicht: Erstens muß man in der Tat mit dem gesamten Zeug vergleichen, das ein Buffalo ersetzt. Zweitens, WonderBär: Das "Special 6" ist eine Spezialausführung, (nur?) deutlich länger, deshalb auch schwerer als das normale "Mountain Shirt". Auch das ist aber hinten länger geschnitten, damit auch der Po warm bleibt – sehr angenehm.

    Und Páramo funktioniert meines Wissens etwas anders, ist ja z. B. durchaus auch imprägniert. Hab noch nie ein Teil von denen angehabt, aber mal was im Laden angefaßt – schien mir schon schwer(er), wenn ich mich recht erinnere. Und Páramo hat "normale" Jacken, man zieht also was drunter – während man beim Buffalo wie gesagt alles andere einsparen kann, jedenfalls als Mann.

    Doch, es gibt schon eine Lösung für solch ("britisches") Wetter – nur ist die nicht wirklich UL: Buffalo Systems Pertex & Pile.

    Es gibt auch einen Wiki-Eintrag:

    Pile & Pertex - Prinzip

    Der bezieht sich aber (nur?) auf das Prinzip bzw. die Übertragung – und kommt damit anscheinend zu anderen Schlüssen: "Die Funktionsgrenze wird m.E. bei kaltem, andauerndem Starkregen/Nassschneefall erreicht [..]". Weiß jetzt nicht, wie stark der Starkregen ist, von dem Du hier sprichst. Ich hab jedenfalls mit meinem Buffalo Mountain Shirt (vor Jahrzehnten im UK gekauft, als ich dort arbeitete) diese Grenze noch nie erreicht; im Gegenteil genieße ich das Wohlgefühl umso mehr, je ekliger das Wetter ist – wer wie ich in Ostfriesland aufgewachsen ist, weiß es wahrlich zu schätzen, wenn man bei der Kombi naß/kalt/windig trotzdem kuschelig warm bleibt. Gab auch diverse Youtube-Videos dazu – bis hin zum Test, wie lange es nach völligem Eintauchen braucht, bis man wieder warm und trocken ist.

    Das gilt so aber nur für das Original. Sowohl mit dem entsprechenden Shirt der britischen Armee als auch mit Eigen-Kombis sind die Erfahrungen nicht ganz so. (Wie Du bin ich aber bei trockener Kälte von der Kombi Netzunterwäsche/Pertex-Windshirt begeistert.) Ich vermute, daß der besondere Effekt der Kombination geschuldet ist, die Buffalo verwendet: extrem winddichtes Obermaterial, das trotzdem atmungsaktiv ist + dicker, hochwertiger Fleece, der die Feuchtigkeit gut abtransportiert + extrem flexible Belüftung durch 2-Wege-RV über die kompletten Flanken. Das alles funktioniert aber nur, wenn man wirklich nichts darunter trägt (bzw. allenfalls ein minimales Funktionshemdchen, gerade als Frau). Außerdem muß das Buffalo so körpernah wie möglich sitzen, ohne die Bewegung einzuschränken – deshalb ist die Größenabstufung auch sehr viel feiner als bei anderen Klamotten.

    Langer Rede kurzer Sinn: Ich glaube nicht, daß es für naßkaltes Ekelwetter was Besseres gibt als ein Buffalo.

    Inwiefern sich die Materialänderungen über die Jahrzehnte ausgewirkt haben, kann ich natürlich nicht sagen. Leider habe ich doch einige Kilo zugelegt seit dem Kauf; insofern stünde eigentlich ein Neukauf an. Walk on the wild Side, bisher der beste Anbieter in D, scheint das Zeug aber aus dem Programm genommen zu haben. Die hatten auch nie wirklich erklärt, wie und warum das System so unglaublich gut funktioniert; das wirkt sich gerade bei echten Innovationen ja oft verheerend aus. (Man erinnere sich nur an das von Stromfahrer gepriesene Tensegrity-Zelt von Sierra Designs.)

    Zudem hat Buffalo wohl gerade die Eigentümer gewechselt. Welche Folgen das im einzelnen haben wird, kann auch niemand sagen. Nicht zuletzt scheint der Vertrieb geändert zu werden. Positiver Effekt jetzt, jedenfalls für eine kleine Zielgruppe: Wo es im britischen Online-Einzelhandel Restbestände gibt, werden die derzeit oft sehr günstig (relativ zum üblichen hohen Preis) verkauft; sind aber meist nur Randgrößen. Wenn was für Euch Passendes dabei ist: Zuschlagen!

    Irgendwie hat niemand eine echt zufriedenstellende Lösung für anhaltend richtig schlechtes Wetter wenn es auch gleichzeitig kalt und stürmsch ist aber was auch funktioniert wenn geschwitzt wird. Im amerikanischen Westen kann man nass werden, man trocknet ja wieder, da ist es ein bischen egal. Wenn es nicht windet gehen Poncho und Regenschirm. Wenn es zuverlässig unter null Grad ist, sind die Anforderungen auch anders weil es eine andere Nässe ist. Aber bei nasskalten Bedingungen geht die Stimmung irgendwann mit der zunehmenden Nässe in den Keller.

    Doch, es gibt schon eine Lösung für solch ("britisches") Wetter – nur ist die nicht wirklich UL: Buffalo Systems Pertex & Pile. Und voluminös ist das Zeug auch noch; nur für den Fall der Fälle würde das schon deshalb niemand mitschleppen. Buffalo empfiehlt seine Mountain Shirts etc. für die britischen Verhältnisse von Oktober bis März, dafür bzw. bei entsprechenden Bedingungen paßt das auch. Funktioniert aber ganz anders als klassische Zwiebelsysteme und wird entsprechend auch anders getragen. Wie angenehm sich das tatsächlich auch bei ekligen Wetterbedingungen anfühlt, kann man sich aber schwer vorstellen, wenn man das nicht mal ausprobiert hat.

    Ich als naive Nichtbartträgerin frage mich: Wäre die rundherum leichteste Lösung nicht, sich regelmäßig bei Zivilisationsstops rasieren zu lassen? Nur wenig zunehmendes Bartgewicht, jeweils abhängig vom Rasurintervall, und null Rasierzeugsgewicht...

    Dito: kaufe viel über (eBay-) Kleinanzeigen; schaue mir an, was der Verkäufer sonst noch anbietet, achte auf die Fotos (nicht nur irgendwo runtergeladen, Kontext/Hintergrund etc.), stelle Fragen – und lese die Antworten. ;) Zahle in der Regel mit normaler Überweisung; allerdings auch keine horrenden Summen – das Höchste waren, wenn ich mich recht erinnere, 165 €. In all den Jahren nur zwei negative Erfahrungen: Einmal fehlte ein Zubehörteil, ein anderes Mal war die Ware nicht so neu wie beschrieben. Das ist aber ganz was anderes als die o. g. Betrügereien. Und umgekehrt aber nicht nur tolle Schnäppchen geschossen, sondern oftmals auch wirklich schöne Überraschungen erlebt.

    Fazit: kritsch-gesunden Menschenverstand nutzen, aber nicht paranoid werden.

    Vielleicht interessant für Tarpeinsteiger:

    "Tarp Camping Masterclass - Everything You Need to Know!"

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    Ich find' gerade zu verschiedenen Tarp-Aufbauten und deren jeweiligen Eigenschaften die Videos von "Papa Hiker" gut:

    Papa hiker
    Papa hiker's channel, dedicated to the ultimate tarp shelter how to, other uses for a tarp, drying and preparing backcountry food, product comparisons, boat…
    www.youtube.com

    (Die jüngsten drehen sich um Wikinger-Schiffe – weiter runter scrollen, da gibt's Diverses zu Tarps.)

    Selbstverständlich ist die Aussage – wenn sie so getätigt wurde – zu verurteilen. Es geht aber um den Gesamtzusammenhang: Wer sich öffentlich äußert in einer Art, die der Trump-Regierung nicht paßt, oder dieser nicht willfährig, sondern kritisch begegnet, wird abgestraft – bis hin zu prominenten Journalisten. Der Beitrag zeigt diesen Zusammenhang auch auf. Daß dieses Risiko nun eben auch Visa betrifft, das ist für das Thema hier relevant.

    Selbstverständlich ist die Aussage – wenn sie so getätigt wurde – zu verurteilen. Es geht aber um den Gesamtzusammenhang: Wer sich öffentlich äußert in einer Art, die der Trump-Regierung nicht paßt, oder dieser nicht willfährig, sondern kritisch begegnet, wird abgestraft – bis hin zu prominenten Journalisten. Der Beitrag zeigt diesen Zusammenhang auch auf. Daß dieses Risiko nun eben auch Visa betrifft, das ist für das Thema hier relevant.

    Das Zeug fühlt sich ziemlich abgefahren an und ist ein elektrostatischer Magnet. Für mehr Puffy einfach ein Pelztier streicheln

    Das kann ich jetzt auch bestätigen, besonders die Abete Hose ist aufgrund ihrer fleeceartigen Webart ein echter Tierhaarmagnet. Wenn mein Hund auf mir gelegen hat, sehe ich aus wie ein Flokati.

    ... d. h.

    – Du sparst die Hundebürste ein, die offensichtlich mitzunehmen wäre, und

    – genießt zusätzliche Wärmeleistung durchs Hundehaar, das ja eigentlich zum "worn weight" des Tieres zählt:

    UL-mäßig also ganz großartig!