Wow, erstmal ein riesiges Dankeschön für dieses extrem fundierte und detaillierte Feedback! Es ist Gold wert, wenn jemand mit deinem Fachwissen drüberschaut. Ich kann mir schon denken, dass bei manchen Formulierungen einem Profi das Herz blutet. 
Du hast recht mit deiner Kritik an den Formulierungen zur Molekularstruktur („Kettenhemd“, „kurze Ketten brechen“). Ich habe aber ehrlich gesagt nicht gedacht, dass jemand durch die Kettenhemd-Erklärung wirklich denkt, das Material würde aus kleinen Ringen bestehen; das sollte nur ein Bild sein, um die Zähigkeit und den Zusammenhalt der Struktur plastisch zu veranschaulichen, ähnlich wie man von einem „reißfesten Gewebe“ spricht, ohne dass Webfäden vorhanden sind (nur als Beispiel). Aber das Bild mit dem Floß aus gleichmäßigen Stämmen (homogene Kettenlänge) ist fachlich sauberer – das werden wir übernehmen.
Ich möchte hier ganz offen und transparent sein; wie die Texte formuliert werden, ist bestimmt auch für euch interessant. Wir sind (leider) keine Chemiker, sondern UL-Enthusiasten, die sich in den letzten 12–18 Monaten tief in die Welt der Schaumstoffe eingearbeitet haben. Unser Produktionspartner sitzt in Italien. Die Kommunikation läuft auf Englisch, die technischen Datenblätter sind oft italienisch/englisch, und wir haben versucht, diese komplexen chemischen Zusammenhänge (Metallocene vs. Ziegler-Natta, Kristallinität vs. Dichte) erst einmal selber zu verstehen (und das ersetzt sicher kein Physik-Studium :)), für den Endkunden ins Deutsche zu übersetzen und zu vereinfachen. Dabei kann und wird sich unser begrenztes Verständnis auch in den Texten widerspiegeln und bestenfalls nach und nach optimiert.
Zum Thema Sprödigkeit ist mein Verständnis: Ja, Metallocene-PE (mPE) ist durch die höhere Kristallinität oft steifer und kann tatsächlich eine geringere Schlagzähigkeit haben als weiches, amorphes LDPE. Das bedeutet, es ist weniger „gummiartig“ und gibt weniger nach, bevor es bricht. Aber für unsere Anwendung (Isomatte/Rucksack-Frame) ist das kein Nachteil, sondern ein Feature. Wir wollen ja gerade, dass die Matte als „Frame Sheet“ Struktur gibt und nicht labberig ist. Bei der Reißfestigkeit (Weiterreißwiderstand) punktet die XMAT ja trotzdem. Das heißt, wenn ein Riss da ist, wächst er nicht so leicht weiter. Die „Sprödigkeit“ bezieht sich eher auf Schlagbelastung (plötzlicher Impact), was bei einer Isomatte selten vorkommt (anders als bei einem Stoßfänger am Auto).
Ich würde den Text jetzt so anpassen, dass wir nicht sagen „es ist weniger spröde“, sondern „es ist formstabiler und reißfester“. Wir fokussieren uns auf den Vorteil (hält die Form, reißt nicht weiter), statt uns in chemischen Details zur Schlagzähigkeit zu verlieren, die für eine Isomatte irrelevant sind. Wir lernen hier jeden Tag dazu. Wir versuchen als Nicht-Chemiker, komplexe Strukturen visuell darzustellen. Dass das teilweise eher „symbolisch“ als wissenschaftlich exakt ist, ist uns bewusst. Es kommt eben auch auf den Blickwinkel an, aber wir werden versuchen, das präziser zu machen.
Die Website, die ihr jetzt seht, ist die erste Version und ganz sicher nicht die letzte. Unsere eigentliche Deadline für den Launch war Sommer letzten Jahres. Es gab diverse Verzögerungen, und am Ende hing alles nur noch an der Seite. Wir haben uns entschieden, mit einer Version „live“ zu gehen, die funktional ist, aber inhaltlich und technisch sicher noch Zeit braucht. Dabei wird auch das Feedback von Kunden einfließen (technische Werte sind das eine, Praxis-Erfahrungen das andere). Zum Beispiel sind auch die Ladezeiten aktuell noch die Hölle, da die Bilder noch nicht komprimiert sind; auch werden manche Abschnitte sicher nochmal überarbeitet, wie die verschiedenen Anwendungen einer solchen Matte etc.
Wir nehmen das Feedback hier sehr ernst. Die Texte werden nach und nach angepasst, die Erklärungen zur Molekularstruktur werden korrigiert, wir werden deutlicher machen, dass der Vorteil der XMAT nicht auf „Magie“ beruht, sondern auf einem effizienteren Verhältnis von Materialeinsatz zu Leistung etc.
Es ist uns extrem wichtig, hier kein „Bullshit-Bingo“ zu spielen. Wenn etwas physikalisch falsch ist, korrigieren wir es. Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, so tief reinzuschauen. Das hilft uns massiv, das Produkt und die Kommunikation besser zu machen. Wir sind noch am Anfang und für jeden Hinweis dankbar. Wenn du Lust und Zeit hast, würde ich dir die angepassten Texte vorab schicken und dafür sicher auch etwas finden, was deine Zeit und Mühe kompensiert (evtl. eine XMAT?
). Falls du noch mehr solche „Schnitzer“ findest – immer her damit!