Ende September los statt Ende August hat sich bei uns schon seit einigen Jahren so ergeben, allerdings auch wegen Schulferienorientierung der Kolleginnen.
Sehe, was Du mit "Hochgebirge" meinst, aber steile felsige Abschnitte gibts ja auch weit unterhalb und auch ohne die Verstärkung durchs Auftauen des Permafrosts gibts ja Steinschlag infolge von Wasser im Fels und täglichen Temp-Unterschieden. Und Erdrutsche und Muren wegen Starkniederschlagsereignissen dürften weiter unterhalb häufiger sein.
Wir hören also hin und achten vermehrt auf die Geologie und das Gelände - unterwegs. Aber wo lang und welchen Weg gucken wir eh erst unterwegs, vorher nur grob für die Gegend: welche Hütten haben Winterräume oder sind auf und haben Wasser, welche Biwakschachteln gibts in der Gegend. Ausserdem versuchen wir rauszufinden, was so die schönsten einfach zu erreichenden Aussichtskuppen sind und ob es Kämme gibt, die man vermutlich einfach lang kann.
Was deutlich mehr geworden ist: Wetter und Berg-Meldungen aus der Region verfolgen wir so ab Mitte August oder länger. Beim aktuellen Wetter gucken wir grössere Kartenausschnitte (ganz Europa, Druckverlauf).
Wenn die Wettervorhersage 50mm Niederschlag für den nächsten Tag ansagt oder eine hereinziehende Front ist für den nächsten Tag klar: Dorf/Bushaltestelle oder Hütte als Ziel.
Wintereinbruch für 2 Tage hatten wir zu der Zeit ein paar Mal und ein paar Mal keinen Wintereinbruch. Bei reinwehender Kaltfront ist man halt möglichst dorf- oder hüttennah, der Rest lässt sich händeln, entweder mit Spikes (ggf und Pickel) oder indem man tiefer geht. Helme hatten wir i-wann die letzten Jahre mal angeschafft, weil für viele Wege in einer Gegend überall Helmempfehlung war. Dann aber beim Packen entschieden: leichter und weniger klobig ist schöner, wir passen die Tour an. Helm damit raus. Pickel nehmen wir auch seit Jahren nicht mehr mit. Ich denke, so "altersmilde" geht das ziemlichst überall in den Alpen ohne dass "Wintereinbruch" ein ernstes Risiko ist, solange man sich nicht auf einen mehrtägigen Aufstieg ohne Abstiegsmöglichkeiten völlig festgelegt hat. Klamotten müssen halt ein etwas grösseres Temp-Spektrum abdecken als Ende August, aber das ändert am Gepäck für "Hochgebirge" ja wenig.
Edit, was sich auch geändert hat: wir bleiben anfangs nicht nur 1 Nacht im Dorf, sondern 2. Um bei einer Tagestour einen "Blick ins Gelände" zu werfen. Aber auch das ist nicht unbedingt wegen Klima so, sondern mindestens auch, weil uns Dorf mehr interessiert als früher. Zweites Mal in der Bar kriegt man dann vielleicht auch schon was erzählt von Locals.
Haupt-Vorteil im Vergleich zu Ende August: kaum andere Touris und es brennt nicht mehr. Allerdings auch die Bürgersteige/Infrastruktur hochgeklappt, weil viele nach der Saison erstmal verreisen.
Aber: das Interesse am X2 (das ich nicht aufgebaut kriege
, siehe anderswo) ist natürlich von der Vorstellung getragen (gewesen), bei 2 tägigem Wintereinbruch iwo auf dem felsigen Gipfel eines hohen 3000ers auf bessere Sicht zu warten
.