Hier in der Schweiz gibt es den SAC. Einer der grössten, wenn nicht der grösste Verein in der ganzen Schweiz.
Wanderleiter:innen Ausbildung gibts hier auch, die wird aber von seriösen Fachhoch-Schulen angeboten und inkludiert sogar Fachwissen in den Bereichen Verletztenstabilisierung (geht viel weiter als die Nothelfer-Ausbildung die zum Beispiel im Bereich Autoführerschein notwendig ist), Natur (sogar Ornithologie) und natürlich Dinge wie Wetter etc. Die Wanderleiter Ausbildung sollte nicht mit der für Bergführer:innen verwechselt werden, da diese einem befähigt auch eher durchschnittlich Trainierte auf einen hohen Berg zu bugsieren.
Der SAC besitzt via seinen Sektionen auch die berühmt/berüchtigten Berghütten. Diese wurden teilweise vor langer Zeit gebaut und dienten ursprünglich als Wetterschutz für Berggänger, die sich mit ihren Nagelschuhen, 3 kg Bergpickel und Holzskier durch den Tiefschnee gewühlt haben. Heute gibt es Dinge wie Trailrunning, rauf und runter innert wenigen Stunden. Die Berghütten sind für nicht SAC-Mitglieder zu Konditionen zugänglich, die selbst Gutverdienende Schweizer:innen nicht mehr als geringe Gebühr bezeichnen würden. Trotzdem kann man die "Hüttenromantik" lieben oder hassen. Menschen die sich längere Wanderungen gewohnt sind, mögen sie oftmals nicht so sehr.
Mittlerweile lassen auch "normale" Wandernde ihre Lederstiefel zu Hause, aber leichtere Schuhe alleine sind noch keine Garantie für verantwortungsvolles Wandern. Am tollsten sind natürlich die Hütten, die quasi mit dem Auto zugänglich sind. Dort trifft mensch andere Menschen, die gescheiter zu Hause saufen würden.
Ich bin einmal an einem regnerischen Tag in die Blüemlisalp Hütte einkehren gegangen. Alle dachten, sie seien die grösseren Helden als der alte Messner (mindestens) und wer nicht gefühlt dreimal in der Woche auf dem Mont Blanc und der Zugspitze zugegen ist, hatte dort nicht viel verloren. Als ich sagte woher ich komme, sagten mir alle dies sei eine lange Wanderung, nun hätte ich mir ein Bier verdient, wo es denn morgen hingehe - um 15:00 Uhr. Ich ass ein Stück Kuchen und verabschiedete mich höflich. Natürlich unter grossem Protest, der Weg hinunter sei bei Näse sehr gefährlich etc. Nun ja, diese Art von Paternalismus kann mir gestohlen bleiben, besonders jetzt, wo ich mir doch gröbere Wanderungen zutraue. Der Weg hinunter nach Andermat war eher eine Touristenautobahn als ein Wanderweg.
Ich habe mir schon überlegt, eine Ausbildung zwecks gescheitem Einsatz von Schneepickeln zu absolvieren. Nur: Falls man als UL-Wanderer seinen Schneepickel benötigt, ist man schon in Regionen unterwegs, die der SAC als lebensmüde bezeichnen würde.
Was mich aber am SAC am meisten stört: Um möglichst viele Menschen anzusprechen, verstehen sie sich als "Bergsportverein" und nicht als Umweltschutzorganisation. Die lieben Amerikaner sind mit ihrem Leave No Trace Jahrzehnte weiter.