Biwaksack mit Abstand?
Ich denke da ans Bristlecone Bivy, aber mit Membran.
Ja, meine Gedanken kreisen u.a. um solche Ansätze. Was zeichnet das Bristlecone hier für dich aus? 😃
Biwaksack mit Abstand?
Ich denke da ans Bristlecone Bivy, aber mit Membran.
Ja, meine Gedanken kreisen u.a. um solche Ansätze. Was zeichnet das Bristlecone hier für dich aus? 😃
Nichts für ungut, aber irgendwie ist der ganze Thread sehr theoretisierend. An deiner Stelle würde ich mir mal einen Biwaksack besorgen (Leihen oder auf dem Gebrauchtmarkt und wenn es ein Militärteil ist, die Carinthias der Bw sind nicht schlecht, nur schwer) und einfach mal rausgehen, vielleicht siehst du die Sache nach einem Regenwochenende in so einer Tüte völlig anders.
Das ist ein vollkommen berechtigter Kommentar. Da spielen gewiss persönliche Makel eine Rolle. Der nächste große Tripp die Tage wird auf jeden Fall erstmal noch mit dem alt bewährten Zelt stattfinden.
Trotzdem verstehe ich nochmal besser, wieso der Winkel von Außenwänden eine Rolle spielen. Wie die verschiedenen Taupunkte zusammenspielen. Wie Belüftung ein Lösungsaspekt ist, aber nur für ein Teil des Problems. 🤷
Und wenn die Lösung so offensichtlich wäre, dann gäbe es das Produkt ja auch bereits.
Die Wahrscheinlichkeit ist ziemlich hoch. Und ich habe bereits (mehrfach?) zum Ausdruck gebracht, dass mir das bewusst ist. Trotzdem hilft (mir) das darüber Nachdenken und im Kopf durchspielen oft Dinge tiefgründiger und besser zu verstehen. 🙃
Nichtsdestotrotz gibt es immer Innovation und Wandel. Und schau dir nur was für beeindruckend “erfolgreiche” MYOG Projekte es in diesen und anderen Foren gibt. Es muss ja nicht Markt tauglich sein. In diesem Fall wird es wenn überhaupt nur eine einzigartige Lösung für sehr subjektive Bedürfnisse. Viel wahrscheinlicher passiert aber einfach nichts. 🫣
Wie dem auch sei. Gute Einwände. 👍
Ich nenne meine Vision das EWMS “Biwak”. Offensichtlicherweise steht das für die Eierlegendewollmichsau als Biwak. Kann alles, keine Nachteile, Null Feuchtigkeit. Und Ultraleicht versteht sich. Man muss ja Träume und was zum Nachdenken haben.
Ja, so langsam bekomme ich das Gefühl die Materie doch immer besser zu durchdringen. Das hilft um über Lösungswege nachzudenken.
Ich habe ursprünglich gemeint, dass ich das hier nicht in diesem Thema teilen möchte. Aber irgendwie passt es jetzt doch ganz gut. Ich finde nämlich dieses Projekt sehr inspirierend. Nicht das ich es unbedingt genau so haben möchte. Aber es geht grob in die Richtung in welche ich auch aktuell denke: Wie kann man ein Biwak so “upgraden” das die Feuchtigkeit nicht so ein drastisches Problem darstellt. Gar nicht im Sinne von Komfort, mehr Platz/Raum oder Ähnliches. So einfach wie möglich, mit so wenig Feuchtigkeit wie möglich.
Leider hat die Person noch nicht auf meine Rückfragen via E-Mail geantwortet.
Ich denke, es hilft, einen Luftraum zwischen Biwaksack und Schlafsack zu haben. Das ergibt eine stufenweise Absenkung der Temperatur. Auch kann so Feuchtigkeit, die irgendwo entsteht, über die gesamte Oberfläche des Biwaksacks austreten.
Wenn Durchlüftung möglich ist, z.B. indem man das Bivy "aufspannt" und im Kopfbereich offen lässt (aber ohne allzusehr hineinzuatmen), hilft das sicher auch.
Das entspricht meinem vorhergehenden Vorschlag einen solchen Biwak zu konstruieren, mit einer großen Belüftung an Kopf- und Fußende. 👍
Mir geht es hier vorrangig um Situationen, bei denen der Taupunkt unterschritten wird. In diesem Szenario ist auch der Wind mit Feuchtigkeit gesättigt und die Trocknung bleibt aus. Im Gegenteil, bei solchen Witterungsverhältnissen wird mit Wind schnell alles klitschnass.
Es wird ja immer gehofft, dass auch ohne Wind die Kondensation an den Zeltwänden verhindert werden kann. Und da sind meine Erfahrungen eben eindeutig, dass die beste „Lüftung“ nichts bringt.
Du sprich den Punkt an, wo es nicht um den Taupunkt von der warmen und feuchten Luft aus dem Inneren des Schlafsacks geht, sondern (zusätzlich) dem Taupunkt der warmen Luft des Tages zur Nacht hin. Korrekt? Sprich wenn die kalte Nachtluft dien Wassergehalt der zuvor wärmeren Luft am Tag nicht mehr halten kann. Das ist ja nochmal ein separater Aspekt. Aber vielleicht liegt hier das “Missverständnis”.
Finde ich auf jeden Fall einen sehr spannenden Punkt. Wenn für diesen Fall Durchlüftung nicht mehr funktioniert, was sind deiner Erfahrung nach hierfür gute Lösungen? Das sollte ja unter einem Tarp das selbe Problem sein, oder?
Naja, wenn die Wand idealerweise die Temperatur der Luft hat, wieso sollte da was kondensieren? Und die Isomatten die ich kenne sind alle wasserfest.
Wenn du aussen Temperaturtechnisch am Taupunkt bist is man drinnen weit wärmer und drüber.
Normalerweise ist es drinnen wärmer, und die Zeltwand hat eine Temperatur irgendwo zwischen der Temperatur aussen und der Temperatur innen. Im "kritischen Bereich" ist die Wand dann unter dem Taupunkt der feuchten Luft innen, und die Feuchtigkeit kondensiert.
Ich muss zugeben, dass ich die Fragestellung doch irgendwie interessant finde. Was würde denn passieren, wenn ich einen Schlafsack mit einer dampfdurchlässigen, aber Wasserdichten Hülle nähen würde? Sprich Biwaksack weg, nur der Schlafsack direkt als “Shelter”.
Ich möchte nicht behaupten, dass das als vollständiges Shelter eine gute Idee ist. Aber ich frage mich gerade wirklich was dann passiert. Quasi ein vereinfachtes Szenario ohne die extra Hülle des Biwaks mit mehr oder weniger Luft dazwischen.
Der Körper produziert im Schlafsack Wärme. In Relation zu seinem Wärmedurchlasskoeffizienten, verlangsamt der Schlafsack den Wärmeaustausch mit der Außenluft. Wenn die Außenluft im Verhältnis zur Luft innen so viel kälter ist, dass sie die absolute Menge an Wasser die von innen kommt nicht halten kann, sprich unter dem Taupunkt liegt, wo setzt sich dann das Wasser ab?
Bereits in der Isolationsschicht selber, da dort die Temperatur an einem Punkt nach außen hin den Taupunkt unterschreitet? Oder erst an der Außenhülle? Traumszenario wäre ja an der Außenseite der äußeren Hülle. Vermutlich eher unrealistisch oder?
Kondensation hat sich in diesem Forumsthema als Nummer 1 Problem für Biwaksäcke hervorgetan. Der Taupunkt ist offensichtlich Teil davon. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass die Kommunikation nicht mehr so richtig zielführend im Sinne des Themas ist. Meine subjektive Wahrnehmung.
Wie WonderBär bereits aufgezeigt hat, ist das ja alles nichts Neues und bestens ergründet. Die Frage die mich beschäftigt, ist, wie man auf kreative Art und Weise einen MYOG Biwaksack entwerfen kann, der das Problem der Kondensation signifikant verringert, ohne die Vorteile des Biwaksacks zu sehr aufzuweichen.
Ich bin gespannt!
Bitte lass uns an Deinen Ideen teilhaben.
Ich denke dafür mache ich ein neues Thema im entsprechenden Unterforum auf. Scheint mir hier nicht passen für alle Mitlesenden. Ich bin auch noch auf ein (für mich) sehr interessantes Projekt gestoßen, wo ich gerne mehr erfahren würde wollen.
Aber vielleicht nochmal ein wenig zurück zum Anfang:
Dieser Review zum bereits erwähnten MLB Soul eVent Bivy scheint ja relativ beliebt zu sein. Allerdings auch etwas alternativlos und alleine stehend. Ich wäre durchaus bereit dafür zu zahlen den Artikel lesen zu dürfen. Aber eine Premium Mitgliedschaft ist es mir doch irgendwie nicht wert. Hat jemand in der Runde Zugriff und kann da mal rein schnuppern?
Ohje.... Sorry.
Gewicht ist 158g
Wie konnte ich das nur vergessen
Verzeihung. Mir ist entgangen, dass das eine Referenz auf den zuvor besprochenen Hoodie war.
Tut mir leid.
Bei Otto gibt es den Jack Wolfskin Hoodie gerade für 37,74 Euro in beiden Farben bei Aktivierung eines 20 Prozent-Gutscheines:
Ohne Gewichtsangabe ist das leider nicht ganz so viel wert. Hat jemand des Hoodie schon mal auf die Kaffeewaage gelegt?
Ui, hier ist ja einiges hinzu gekommen. 😊
Danke fürs Teilen, den Austausch und die Anregungen zum Nachdenken.
Zu diesem Thema gab es kürzlich einen ausführlichen Beitrag im Podcast von Ryan Jordan auf Backpackinglight:
Ist mir bekannt. Könnte sein das die Folge meine Motivation wieder entfacht hat. 😜
Ein kleines Buch zum Schmökern, was man günstig gebraucht findet
Danke für die Empfehlung. Ich bin ein großer Freund von “Fachbüchern”. Vielleicht hole ich es mir tatsächlich. Und wenn es nur zur Unterhaltung ist.
Ich habe die beste Erklärung für den Taupunkt, die ich finden konnte, ins Wiki eingetragen.
Schön das das Wiki wächst. Den Taupunkt kannte ich bereits davor sehr gut. Die zuerst verlinkte Website hat das Verständnis nochmal vertieft. Das Video hat nichts Neues beigetragen. Aber schöne Ergänzung.
Aber meine Frage bleibt bestehen: Was bedeutet das für den Alltag auf dem Trail?
Erstens fehlen mir dafür die Daten vor Ort. Zweitens wüsste ich gerade nicht welche Entscheidungen bzw. Handlungen das jetzt beeinflusst.
Entschuldige falls das offensichtlich ist.
also da hätte ich noch sowas gefunden https://www.amazon.de/dp/B0BSKF9KR8/…TQY5&th=1&psc=1
Das ist was ich unter “Hooped” mit Kuppel und schwer meinte. Überzeugt mich irgendwie nicht so richtig. 🤷
Wenn Du den Stand nicht durch ein schweres Kreuzgestänge erschaffst, muss so eine Konstruktion abgespannt werden. Dann kann ich auch gleich ein Tarp aufbauen.
Ich hab gerade mal beim Aufbau meines Zelts auf die Uhr geschaut, für das Außenzelt des Stealth mit allen Heringen brauche ich ungefähr drei Minuten, entspricht ungefähr einem Tarp in Bauform Dackelgarage, nur mal so zur Einordnung des Aufwands.
Mir geht es hier nicht primär um die Zeit. Mein X-Mid lässt sich tatsächlich auch echt rasant aufbauen. Ich hatte das mal gestoppt, aber wieder vergessen.
Wie dem auch sei, jedes Tarp braucht Minimum 4 Heringe, oder? Vielleicht im Extremfall 3. Oftmals eher 5-7, wenn man eine bessere Wetterfestigkeit haben möchte. Ähnliches gilt für alle nicht frei stehenden Zelte. Oder liege ich da falsch?
Außerdem wird der Footprint immer größer sein als die Liegefläche. Einfach weil du die Wände nicht wirklich senkrecht aufspannen kannst. Und weil man Schutz gegen Spritzwasser benötigt, da nie perfekt bis zum Boden gespannt werden kann (ein inneres Bivy leistet hier Abhilfe).
In Summe führen mindestens diese beiden Punkte dazu, dass es “schwerer” ist das Shelter aufzubauen. Man braucht einen entsprechend geeigneten Lagerpunkt. Inklusive des Bodens mit gutem Halt für die Verankerung.
Ja, Tarps lassen sich an sehr diversen Orten kompakt aufbauen. Ja, man kann auch Bäume nutzen, wenn man unter der Baumgrenze ist. Ja, man kann auch Steine nutzen, wenn man über der Baumgrenze ist.
Wie gesagt vermute ich nicht eine bahnbrechende Idee zu haben. Aber meine Gedanken gehen in folgende Richtung:
Im Prinzip bleibt erstmal alles beim Biwaksack. Der Footprint ist die Liegefläche. Diese wird durch das Schlaflager selbst “aufgespannt”. Null Heringe und Spannleinen. Meine Ergänzung wäre nun, dass man auf geschickte Art und Weise für den Oberstoff einen speziellen Schnitt entwirft, so dass eine Art Minioberzelt entsteht. Wichtig ist, dass sowohl am Fuß- als auch Kopfende etwas vollkommen luftdurchlässig eingenäht wird. In seiner primitivsten Form als langer Dreiecksprisma vorstellen (nur zur Vorstellung, nicht für die Praxis).
Klar, das geht nicht einfach so. Aber 2 halb hohe Wanderstöcke mit zwei Spannleinen ist immer noch eine signifikante Vereinfachung. Auch hier können Bäume, Büsche und Steine mit verwendet werden. Aber der viel wichtigere Punkt ist, dass es viel weniger “perfekt” sein muss. Es muss nicht jede Nacht optimal aufgebaut sein. Der “Hochbau” dient ja nur dem Zweck der verbesserten Belüftung. Das kann auch mal für eine Nacht mies sein. Und generell stellt das einfach weniger Anforderungen an die Aufstelltechnik/-option. Ein schlecht aufgespanntes Tarp ist ein schlechtes Shelter. In diesem Fall ist es einfach ein Biwaksack, welcher wieder mehr unter Kondensation leidet. Und dann hat man ja trotzdem noch einen stark dampfdurchlässigen Stoff. Ein Tarp muss aufgespannt werden (sich einwickeln stelle ich mir suboptimal vor). Ein Biwaksack nach meinen Vorstellungen kann trotzdem einfach als Sack verwendet werden, aus welchen Gründen und Einflüssen auch immer. Ergibt das irgendwie Sinn?
Wie man das Fuß- und Kopfende entwirft, kann glaube ich relativ kreativ werden. Da hätte ich auch schon ein paar Ideen, die zumindest im Kopf ziemlich cool sind.
Ich möchte mich zu allererst für die vielen, schnellen und auch ausführlichen Antworten bedanken. Ich war mir ehrlich gesagt nicht sicher wie viel Resonance da überhaupt kommen wird. Aber dieses Forum gibt wirklich viel zurück. Freut mich total.
Anmerkungen zu einzelnen Kommentaren weiter unten.
Nachdem ich all eure Kommentare gelesen habe, muss ich feststellen, dass Feuchtigkeit wirklich ein ernsthaftes Thema ist. So sehr, dass es mir vorerst nicht wert ist da für >400€ etwas zu importieren.
Kurze Anmerkung zu den Rahmenbedingungen meinerseits. Ich komme nicht oft im Jahr zum ultraleichten Wandern. In der Regel ist es dann eine Woche und immer in den Bergen. Sprich es geht mir nicht um Overnighter, aber auch kein Thruhiking.
Der Gedanke wieder über Tarp Setups nachzudenken widerstrebt mir aktuell. Das ist mir noch zu viel Aufbau/Gefummel für zu wenig extra Vorteil. Aber leitet mich dazu über verrückte Lösungen zu sondieren.
Der signifikante Vorteil eines Tarps gegenüber den Biwaksack scheint erstmal die Luftzirkulation zu sein. Zumindest für mich und in diesem Kontext.
Der Biwaksack besticht mit seiner Einfachheit. Die Isomatte bildet quasi den Footprint und „spannt“ diesen gleichzeitig auf. Man muss auch nicht wie beim Tarp eine größere Fläche abspannen, damit man an den Seiten vor Regen geschützt ist. Schutz von unten ist inklusive. Was aber fehlt, ist die Möglichkeit für Luft über dem Schlafsack (o.ä.) zu zirkulieren.
Von daher meine aktuelle Idee: Könnte man ein bisschen Setup in Kauf nehmen und einen MYOG Biwak (ohne Sack) durch einen kleinen Aufbau erweitern? Die obere Lage Stoff muss ein paar Zentimeter hoch gehalten werden. Und dann benötigt es am Kopf- und Fußende Belüftungsmöglichkeiten, so dass die Luft durchziehen kann.
Ich habe da ein paar erste Ideen im Kopf und auch schon etwas aufgezeichnet. Aber alles noch sehr wild. Die Chancen stehen hoch, dass ich versuche das Rad neu zu erfinden und es zu nichts führt. Mal sehen.
Patirou danke für die interessanten Infos zum Taupunkt. Habe mir alles auf der Seite zum Rechner durchgelesen. Ich überlege noch was das für den Alltag auf dem Trail bedeutet.
Wenn ich einen leichten Bivy aus Kunstfaser nähen wollte, wäre dies Material meine erste Wahl.
Wieso genau der Stoff? Einfach damit ich es verstehe und lerne. Gar nicht mal zu teuer.
Ich entwickele gerade in Kooperation mit swissbushcraft einen Biwaksack aus Baumwolle. Der Schnitt kann aber genauso gut mit beschichteten Laminat-Stoffen realisiert werden. Wenn Du Interesse an einer myog Lösung hast, kann ich Dir gerne den Schnitt-Entwurf via PN zukommen lassen.
Würde mich grundsätzlich auf jeden Fall interessieren. Vielleicht ergänzt es meine eigenen Gedanken gerade sehr gut.
Ich muss zugeben, dass ich mir schon immer mal mehr zu seinen Baumwollprojekten angucken wollte. Habe ich immer noch nicht gemacht.
Was Regen angeht , da das Regenzeug vermutlich dann auch durch ist hängt es an einen Baum noch nasser kann es nicht mehr werden.
Und dann? Also blöde Frage von mir. Ich weiß es leider auch nicht. Das Problem hatte ich bisher nicht. Aber wenn es am nächsten Tag immer noch regnet, kann ich das ja nicht auf meine trockene Kleidung drüber ziehen. 🙈
Genau. Einfach nur der Ersatzkopf ohne Stiel.
Ach DU bist das!
Haha! Das ist auch eine Lösung.
So sieht das dann bei mir aus. Schlicht und einfach. Kann mit gut nicht ~3 Fingern greifen. Wiegt 4g. 🤷
Nur mit dem Ersatzkopf oder wie ist 'so'?
Genau. Einfach nur der Ersatzkopf ohne Stiel. Der ist mir mal kaputt gegangen und seit dem… Ich nutze auch Zahnpastatabletten mittlerweile zuhause. Ursprünglich durchs Wandern mit angefangen und dann zuhause einfach weiter genutzt.
TL;DR: Was sind eure (ehrlichen) Erfahrungen mit Biwaksäcken?
Hallo in die Runde,
wie der Titel bereits besagt, fasziniere ich mich schon seit längerem für den Gedanken einen Biwaksack als primäres Shelter für Wanderungen in Alpinen Gebiet zu verwenden.
Und da sind wir vermutlich schon bei der Begriffsklärung. Wenn ich in diesem Forumsbeitrag von einem Biwaksack spreche, dann meine ich kein “bug bivy” oder eine Art Innenzelt für Tarps. Ich meine auch kein Rettungsbiwak für den Notfall den man eine Nacht lang nutzt. Ich meine ein wasserdichtes Shelter zum Schlafen für mehrere Nächte.
Um ehrlich zu sein, dümpel ich noch immer mit meinem alten Durston X-Mid 1P Zelt rum. Das habe ich vor mehreren Jahren gebraucht gekauft und ich war auch eigentlich immer recht happy damit. Aber seit längerem zieht es mich raus aus dem Zelt, mehr in die Natur. Ich liebe grundsätzlich Camping und das Schlafen im Zelt. Aber auf meinen Solo Wanderungen, primär durch alpines Gelände, fühlt sich das Einschließen in ein Zelt immer merkwürdiger an. Außerdem sind mir die mehr als 800g Gewicht mittlerweile echt ein Dorn im Auge. Das ist mit Abstand mein schwerstes Stück Ausrüstung. Aber darum soll es nur sekundär gehen.
Des weiteren hat sich meine “Form” des Reisens etwas geändert. Ich möchte nicht mehr ein Lager aufschlagen, Essen zubereiten und das Leben im Camp genießen. Gegessen wird in einer Pause auf dem Trail. Bevorzugt an Wasserquellen, um unnötiges Wasserschleppen zu vermeiden. Die Morgen- und Abendstunden sind wunderschön und ich möchte einfach frei sein. Außerdem sollte das Shelter eh nur nach Sonnenuntergang aufgebaut werden und vor Sonnenuntergang abgebaut. Zumindest so lange das Ganze so halb legal (wenn überhaupt) ist.
All das führt dazu, dass ich mich schon seit langem mit deutlich einfacheren (und auch leichteren) Sheltern befasse. Das Ganze ist ein Hin und Her in meinem Kopf. Praktisch ist gar nichts passiert. Mal zerdenke ich mir die schieren Möglichkeiten von Tarps, dann schaue ich mir doch noch mal die leichtesten Zelte an die es so gibt (Danke für das Thema Grenzen & Möglichkeiten von “ultraleichten” sheltern) bzw. bin beeindruckt von MYOG Projekten wie von Capere. Doch irgendwie lande ich doch immer wieder bei einem Biwaksack.
Die Eigenschaften eines Biwaksacks faszinieren mich irgendwie. Man muss so gut wie nichts aufbauen. Es gibt vermutlich kein Shelter, für welches es einfacher ist ein geeigneten Lagerplatz zu finden. Minimaler Fußabdruck. Kein Stress mit Heringen/Erdnägeln, dem Boden oder Spannleinen. Widerstand gegen den Wind und stürmisches Wetter ist an sich kein Thema. Zumindest nicht was die Stabilität der Konstruktion angeht.
In meiner romantischen Vorstellung, können Bodenisolation (e.g. Luftmatratze, Schaummatte) und Oberisolation (e.g. Quilt, Schlafsack) einfach im Biwaksack bleiben. Vermutlich sollte man sie tagsüber mal auslüften. Dann kann man den Abend richtig genießen und wandert so weit man möchte. Man isst zu Abend wann es passt und genießt den Sonnenuntergang an einem schönen Platz. Irgendwann, wenn es Zeit wird zu schlafen, zieht man das Bündel aus seinem Rucksack, kriecht in sein gemütliches Lager und schläft die Nacht durch. Die Natur ist ganz nah, der Sternenhimmel (in Sicht) über einem. Man verschwindet in der Natur und stört hoffentlich niemand anderen. Mutmaßlich wird “wildes Biwaken” auch besser toleriert als wild campen (?). Skills für gute Schlafplätze im Sinne von Temperatur, Feuchtigkeit, als auch Tiere bleiben natürlich erhalten.
Am Morgen hat man hoffentlich keine Probleme mit Kondensation gehabt. Das Lager ist schnell wieder abgebrochen, verstaut und ab geht es in die Natur. Auf zu einem schönen Platz für den Sonnenaufgang. Vielleicht gibt’s dann ja sogar ein Käffchen nach den ersten Kilometern. Bei Sonne natürlich das Shelter einmal rausholen und auslüften lassen.
So viel zu meiner stark romantisierten Vorstellung einer Wanderung mit Biwaksack in alpinen Gebiet. Aber kommen wir vielleicht mal zu den Nachteilen.
Ich muss sagen, dass mich das Thema Klaustrophobie nicht wirklich berührt. Im Gegenteil, gefühlt wirkt ein enges Zelt mit geschlossenen Wänden viel beklemmender. Zumindest solange eine vernünftige Form eines Fliegengitters bzw. ein Sichtfenster gegeben ist, sehe ich da wenig Probleme für mich. Bei wirklich schlechtem Wetter sieht das nochmal anders aus. Aber auch da bin ich irgendwie optimistisch. Es ist ja wirklich rein zum Schlafen. Ohne noch ein Buch zu lesen, Notizen zu schreiben oder einen Podcast zu hören.
Meine Regenausrüstung muss so ausreichend sein, dass ich tagsüber auch ohne Shelter dem Wetter Stand halte. Dazu muss man sagen das Winter Camping für mich damit erstmal ausfällt.
Meine Sorge Nummer Eins ist tatsächlich das Thema Kondensation. Ich mag eigentlich meine Dauneninsulation und habe wenig Bestreben auf synthetische umzusteigen. Wenn auch nicht undenkbar. Trotzdem sollte das nicht die primäre Lösung für das Thema Feuchtigkeit sein. Wenn man sich den einen oder anderen Biwaksack anschaut, dann scheinen ja “atmungsaktive” Oberstoffe das A-und-O zu sein. So etwas wie eVent. Aber ich muss zugeben, dass ich mich da nicht gut auskenne. Ich weiß nicht welches Material wirklich taugt, was ist Marketing und was passt tatsächlich zum besagten Anwendungsfall.
Was ich mir tatsächlich schwierig vorstelle ist, wenn man triefend nass ist und dann sein Lager beziehen muss. Irgendwie muss die nasse Regenkleidung aus und man selber ganz fix in den Sack. Ohne das etwas kritisch nass wird. Aber was dann tun mit der nassen Regenkleidung? Das ist kein reines Problem von Biwaksäcken. Aber irgendwie nochmal schwieriger.
Auch wenn das Gewicht nicht an erster Stelle stehen soll, hätte ich schon das Gefühl Potential verschenkt zu haben, wenn ein Biwaksack nicht leichter ist als mein besagtes Zelt sein sollte. Es scheint auch interessante Biwaks zu geben, welche “hooped” sind. Quasi eine Kuppel über den Kopf bilden. Diese sind aber oft richtig schwer. Und es scheint auch einfachere Lösungen zu geben, die den Zweck erfüllen. Und wenn es zur Not doch der Wanderstock mit einer einzelnen Leine ist.
Leider scheint die Auswahl an käuflichen Produkten stark beschränkt zu sein. In Europa bzw. Deutschland sowieso. So richtig passend finde ich nur das eVent Soul Bivy von Mountain Laurel Designs. Das ist aber gar nicht so einfach zu bekommen. Es scheint generell wenig gute Reviews zu geben (außer hinter einer Paywall). Von daher ein großes Commitment. Zumal man es dann vermutlich nicht wieder los wird.
Ich hätte auch Lust da einen MYOG Ansatz zu verfolgen. Aber da kommt wieder das Thema Materialwissen ins Spiel. Das Projekt von Capere (ich find es gerade nicht) ist da schon sehr inspirierend. Obwohl besagte Person ja scheinbar doch lieber wieder auf ein Zelt umgestiegen ist.
Nachdem ich euch nun mit mehr als genug Text “zugeplappert” habe, hier meine Fragen an euch: Was sind eure Erfahrungen? Was habt ihr für Ideen? Kennt ihr jemanden, der schon mal eine längere Wanderung mit mehreren Nächten im Biwaksack unternommen hat?
Ich würde mich freuen, wenn die Kommentare konstruktiv bleiben würden. Ich verstehe vollkommen, dass für manche die Vorstellung eines Biwaksacks verrückt vorkommt.
Ich würde mir erhoffen mit eurem Input etwas näher an eine Entscheidung zu kommen, ob ich mich an einem Biwak probiere (kaufen oder selber nähen) oder mich vielleicht doch lieber auf Tarps konzentriere (kaufen oder nähen).
Danke euch!
Das mit der Sriracha Spitze für den Brennspiritus hatte ich glaube ich auch mal im Blauen Forum erwähnt. Allerdings finde ich die mittlerweile fast schon UH mit 4,5 Gramm. 😜
Da lob ich mir das „einmal“ Schnapsglas aus Plastik. Das funktioniert unabhängig vom Aufbewahrungsgefäß wunderbar.
Zahnbürste nehme ich seit Jahren diese Einmaldinger vom Zahnarzt, je nach Zahnarzt 7 bis 15 Gramm.
Die haben mich dieses Jahr bei kurzen Touren auch begeistert, hab aber jetzt auf dem Via Alpina festgestellt, dass die Borsten wie ein explodierte Igel aussehen und die Benutzung auch unangenehm wird, hab mir gestern im Migros eine neue geholt (und jetzt nix zum absägen dabei 😕).
Im Drogeriemarkt gibt es solche Zahnbürsten aus Bambus mit austauschbaren Köpfen. Der Kopf hat sogar ein “Loch” zum Aufstecken auf den Stiel. Das macht ihn besonders ultraleicht. 😉
Wiegt 4 Gramm. Und aus purer Faulheit putze ich mir seit „Jahren“ auch zuhause so die Zähne. 🤷
z.B. mit Kleber? Danke!
Kommt etwas darauf an woraus die Jacke gemacht ist. Aber ja, ein schmaler Streifen Transferklebeband und einmal umschlagen sollte gut halten können.
Falls du so etwas da hast. Sich jetzt dafür eine Rolle besorgen ist natürlich sehr teuer.
Dann gibt's noch so Sachen wie die DJI Neo. Keine Erfahrung mit. Wiegt aber nur 135g.
Fand ich auch ursprünglich sehr interessant. Der Killer ist für mich allerdings, das die maximale Starthöhe bei 2.000m liegt. Ist aber sicher nicht für alle so wichtig. Ansonsten wäre das gerade für mich eine gute “UL-ish” Version.
Ich weiß nicht ob solch eine Frage hier passt, aber kennt ihr Shops wo man in Europa Alpha Direct (Camp-)Socken aktuell noch bekommt? Bei den “einschlägigen” Seiten ist leider alles ausverkauft. Ich hätte nur ganz gerne welche für meinen nächsten Trip. 😛
Wow, so viel Input in so kurzer Zeit! Ganz lieben Dank an alle! Das hilft mir auf jeden Fall sehr. 🙏
Dann bin ich da ganz optimistisch das ich die Tour guten Gewissens antreten kann. Ich werde auf jeden Fall das Wetter vorher, wie empfohlen, beobachten und suche mir schon mal Alternativen für den „Notfall“ raus. Mal schauen wann ich mir das Bahn Ticket besorge.
Ich werde nochmal meine Wärmeisolation durchgehen und mir überlegen ob das reicht. Einen Quilt für die Temperaturen habe ich. Die Layer an Kleidung sollten eigentlich auch passen. Handschuhe überlege ich mir noch. Da habe ich bisher keine und weiß nicht so wirklich was da gut funktioniert.
Trotzdem in kurzen Hosen wandern? Die Höhenmeter sollten ja gut einheizen oder?