2. Tag
Der Ausblick von meinem Zimmer…
Am Morgen gab es ein sehr gutes Frühstück und 3-4 erstklassige Espresso. Es ist witzig, das in Frankreich jüngere Kellner oder Kellnerinnen den Begriff „Petit Noir“ nicht mehr kennen, und Espresso sagen. Ich bin alt und sage weiterhin den alten Begriff…
Hier rufe ich ganz laut: „La Vie est belle!“
Das Leben ist schön!
Man beachte die von schwyzi empfohlenen, Jysk Campchlappen , das Paar 105 Gramm in meiner Größe.
Ich bin dann, mit dem Gepäck auf dem Rücken, durch das verschlafene Dörfchen gelaufen, war in der Kirche, habe den Hut abgenommen (das ist auch das einzige gewesen, was ich an religiösem Respekt gezollt habe) und bin erstmal los gelaufen, Richtung Sault.
Es ging durch ein zwar liebliches, wenn auch vollkommen unspektakuläres Tal, bis Sault hoch auf einm Felsen vor mir lag.
Nach kurzem, aber knackigem Anstieg gab es erstmal Petit Noir 5 und 6. Es war ja immerhin schon so rund um 10 Uhr.
Von Sault ging es auf einem längeren Abschnitt durch einen Wald und danach durch Wiesen nach Aurel.
Da gab es einen eiskalten Minzsirup und einen weiteren Petit Noir. Mein Herz funktioniert übrigens hervorragend, hahahahaha!
Ebenfalls ein niedliches Örtchen.
Weiter ging es nach Montbrun les Bains.
Die Strecke war 18 Kilometer langer Durchschnitt. Wenig Steigungen , wenig Abwechslung, schnell gelaufen.
Montbrun les Bains
Hier war ich schon kurz vor Ende der Mittagszeit, Essenstechnisch gesehen, angekommen. Die Kilometer waren dahin geflogen.
Als ich am Tisch saß und darauf wartete, meine Bestellung aufzugeben, kam ein junger, schwer beladener Wanderer vorbei, blieb stehen und versuchte vergeblich, einen freien Tisch zu erwischen. Kurzer Hand winkte ich ihn herbei und lud ihn ein, an meinem Tisch platz zu nehmen.
Er heißt Alex, hat mir das Ok gegeben, das ich ihn bei Insta mit einbauen kann, also wird es hier auch kein Problem darstellen. Er kam aus La Ciutat an der Cote Azur. Er sprach genau so schlecht Englisch, wie ich Französisch, es war ein vergnügliches Stündchen mit Radebrechen, das wie im Fluge verging.
Alex war übrigens der einzige „Fernwanderer“ den ich unterwegs traf. Er wollte auch 7 Tage unterwegs sein.
Mein Zimmer hatte ich mir oben, in der Altstadt gebucht. Eine „Etage“ unterhalb der am höchsten gelegenen Gebäude der Stadt.
Erstaunt stellte ich fest, das es oben im Örtchen kein Cafe und schon gar keine Bar Tabak gab. Also nach dem Einchecken wieder bergab zur Bar Tabak. Da habe ich dann bis in den Abend hinein gesessen, habe 5-6 Tausend Pastis mit Wasser getrunken, und Kippen gekauft. Der Wirt sprach ein recht passables Englisch, und so wurde es ein unterhaltsamer Abend.
Wer Pastis mag, wie ihn die Franzosen trinken, kann sich im dörflichen Frankreich schön billig einen ansaufen! Man bezahlt 2-2,50 Euro für den Schnaps, der in einem Longdrinkglas auf Eis serviert wird und gießt ihn mit Leitungswasser auf. (Ähnlich dem türkischen Raki) Lecker!!
3. Tag
Am nächsten Morgen ging es nach Savoillan, schlappe 9 Kilometer weit. Da wollte ich auf jeden Fall zum Mittagessen aufschlagen, denn den Ort und das sehr gute Landrestaurant kannte ich noch, denn im Jahre 2013, waren meine Frau und ich eine Woche in der Gegend.
Das erste mal auf dieser Reise, der Toulourenc mit einer der vielen mittelalterlichen Brücken in der Gegend.
Das Feld auf der Linken, ist ein Thymian Feld gewesen. Es duftete Herrlich.
Kleines Päusschen auf einer verfallenen Bank, vor einer noch verfalleneren Einsiedelei.
Von Savoillan, habe ich hier auch keine Fotos eingestellt, wegen der schieren Menge der Selben.
Ein weiterer Grund, warum ich nach Savoillan wollte, war die beste Holzofenbäckerei der Welt… na ja, eine der besten…
Hier gibt es Fugasse, eine art flach gebackenes Brot, mit weißem Speck eingebacken. Suuuper lecker.