Der GR R2 ist der vielfältigste Wanderweg, den ich je gelaufen bin. Man kommt, je nach Klassifizierung, durch fünf Klimazonen. Es ist größtenteils tropisch, aber ohne gefährliche Tiere. Er ist, wenn nicht gerade die Bäche in der Regenzeit angeschwollen sind, einfach zu gehen und die Beschilderung ist perfekt. Die 130 km war ich in 5 Tagen durch, es ist aber möglich, Abstecher zu machen. Insb. gegen Ende des Pfades die Mondlandschaft hätte ich gern noch erkundet.
Reunion ließe sich ansonsten gut mit Mauritius verbinden, für die, die nicht mal eben für eine Woche um die halbe Welt reisen wollen. Während Flüge nach Reunion meist um die 1000€ kosten und man umsteigen muss, gibt es teils Direktflüge ab Frankfurt mit Condor für ca. 500€ nach Mauritius, alternativ für ähnliche Preise mit Umstieg in Saudi Arabien (falls man das will). Zwischen Mauritius nach Reunion hin und zurück kostet knapp 200€.
Ich hatte mir extra für die Reise ein neues Paar meiner Lieblings-Decathlon-Wanderschuhe gekauft, doch einer der beiden drückte schon bei der Anreise. Glücklicherweise gibt es in Flughafennähe einen Decathlon, wo sie mir die Schuhe nach etwas Diskussion umtauschten. Da Übernachtungen in Reunion recht teuer sind, startete ich den GR R2 abends und übernachtete in einer Schutzhütte mit wunderbarem Blick auf Saint-Deniz.
Zum Größenvergleich lehnt ein Wanderstock am Bambus, kaum zu sehen, so groß ist die Pflanze.
Man merkt in Reunion an der europäische Bauweise an, dass es zu Frankreich gehört.
Ich war ohne Kocher unterwegs, doch wurde ich einmal der lokalen Jugend bekocht, die selbstverständlich noch nie in den Bergen waren. Zusätzlich gab es eine Verkostung verschiedener lokaler Spirituosen.
Der Piton des Neiges ist der höchste Berg der Insel, hier traf ich dann auch auf etliche Touris. Sonst war es eher leer.
An mehreren Stellen blühten hunderte Orchideen. Auf Fotos, die den ganzen Weg zeigen, sieht man das aber kaum, die Blüten sind zu klein.
Aber nicht nur Orchideen blühten:
Ein kleines Loch im Boden? Nein, der kleine schwarze Fleck unten ist eine Feuerstelle.
Diese Landschaft erinnert mich an südafrikanischen Fynbos.
In der letzten Nacht regnete es, was etwas unpraktisch war, da ich die Nähte meines Aliexpress-Tarps nicht nachgedichtet hatte, auch von der Seite kam trotz niedriger Aufstellung mit dem Wind etwas Wasser.
Warum die Dampfwalze wohl auf der Plastikfolie steht?
Ein Igel?
Auf der letzten Etappe wird etwas Vanille angebaut.