Beiträge von Kay

    Sehr schöne Gegend. Wie sah es mit der Lärmbelästigung durch Motorradfahrer aus? Ich war vor ein paar Jahren etwas südlicher an einem Wochenende unterwegs und fand den Lärm der aus den Tälern hochdringt teilweise als sehr störend.

    Ich habe gerade nochmal dein Essen angesehen. Ich finde 2400 kcal zu wenig für einen Tag in den Bergen mit ordentlich Höhenmeter und dann noch die Kälte. Ich würde mit min. 2600-2800 kcal rechnen. Ich komme mit einem Kalorien Defizit in den Bergen oder wenn es kalt ist nicht zurecht. Aber da ist natürlich jeder Jeck anders. Mir ist es wichtig ausreichend Essen dabei zu haben, da durch Mangel an Kohlenhydraten verursachte Müdigkeit, schlechtere neuromuskuläre Reaktion etc ein Sicherheitsrisiko darstellen. Szenario: Es ist kalt, man muss vom Berg runter. Dem Körper fehlen Kohlehydrate. Der Steig ist anspruchsvoll, verlangt saubere Tritte und meine Muskeln machen dicht oder meine Konzentration lässt nach? Nicht mein Wunsch Szenario. Oder man muss einen Tag schlechtes Wetter in einem Winterraum, Biwakhütte etc aussitzen. Eine extra Portion Essen oder eine Packung Fruchtleder sind für mich ein echter Moralbooster.

    Ich schau so genau hin, da ich für den Herbst 2026 eine im Umfang wahrscheinlich vergleichbare Tour im Piemont plane.

    Schöne schlanke Packliste!

    Kurz vorher sollte man das Wetter gut absehen können. Kaltfront im Anmarsch oder allgemein instabile Wetterlage: ich würde Spikes einpacken. Bei stabiler Hochdrucklage würde ich darauf verzichten und das "Risiko" auf mich nehmen ggf. absteigen und auf eine niedriger gelegene Route mit besseren Wegbedingungen zu wechseln. Daher noch der Tipp vorher dran denken offline Karten großräumig genug herunterzuladen.

    Mir wäre dein Schlafsetup zu kalt und zu riskant. Ich würde eine full size Xtherm und eine Halbkörper Evazote einpacken. 233er Apex wäre für mich vielleicht mit zwei Wärmflaschen und mit Puffy Pants machbar. Falls ihr in der Höhe übernachten wollt (und das ist doch der Charme solcher Routen) dann würde ich mit Temp unter Null rechnen plus Wind Chill plus sehr kalten Boden. Die Sonne kommt im September nicht mehr an alle geschützen Schlafplätze. Und an den weniger geschützten Plätzen ist es oft zugig und dann auch das Zelt ggf sehr laut. Warst du mit dem Plex auch in Island? So ein Zelt wäre für mich (sicherheitsorientierte Person) nicht meine erste Wahl im Herbst in den Alpen. Auch hier würde ich mich vielleicht an die Wettervorhersage kurz vorher orientieren. Die Evazote hilft dir eine Nacht mit ggf kaputter Matte zu überstehen, ist ein guter Temperatur Boost für die Xlite. Und du hast immer einen trockenen Platz zum hinsetzen untertags.

    Und noch eine Kleinigkeit: es ist kein Kabel bei der Elektronik aufgeführt?

    Mit etwas Wetter Glück wird das sicherlich eine super Herbstwanderung! Bin schon etwas neidisch. ^^

    Was ist denn so eine Gewichts-Hausnummer für ein sehr leichtes Drohen Setup? Drohne: 300g? Extra Powerbank: 150g Braucht man noch was?

    Ziel: vielfältigere Videos von Wanderungen für meine Eltern. Kein YouTube, kein Social, brauche auch nicht die beste Videoqualität. Das Ergebnis soll auf einem Fernseher ansehnlich aussehen.

    Bevor ich einen deep-dive in ein neues Hobby starte, möchte ich erstmal herausfinden, ob ich das Zeugs schleppen mag. Was wiegt euer Setup und wie groß ist das Volumen? Passt sowas in eine Bauchtasche ( fanny pack)?

    Danke schon mal!

    PS: ich habe mich schon mit Flugrestriktionen beschäftigt. Muss sich keiner mehr dazu in diesem Thread auslassen. 8)

    Jo, also vorweg mal, ich bin Laie, habe keinerlei medizinische Ausbildung. Und ganz wichtig, ich zweifel nicht deine Schmerz- und Körpererfahrung an. Niemand kennt deinen Körper so gut wie du. Du fragst nach Ideen und das finde ich auch einen guten Ansatz in deiner Situation und trage gerne bei.

    Ich denke, dass die Muskelverhärtung sonst wo herkommt. Tagesform, ein seltsamer Schritt, normale Anpassungsreaktion auf einen neuen Schuh oder Passform mit zwei Socken. Vielleicht ist es auch eine unbewusste Nervosität vor einer Wanderung. Ich selber habe regelmäßig die freakigsten Schmerzen kurz vor längeren Touren, die dann am Tag 1 plötzlich in Luft ausgelöst sind. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Sockenanzahl /- dicke bei gut passenden Stiefel dauerhaft Schaden auslöst.

    Ich hab einen neurologischen Defekt, der vor allem Schmerzen in den Extremitäten auslöst. Daher habe ich mich etwas in die Themen Schmerz und Nozizeption eingelesen. Daraus habe ich gelernt , dass nicht jeder Schmerz ein Schaden am Körper ist. Und aus persönlicher Erfahrung kommen und gehen muskuläre Triggerpunkte ohne dass ich ihnen bestimmte Auslöser zuweisen kann. Und daher kommt meine obige Einschätzung der Situation.

    Ich würde in dieser Situation versuchen noch mehrmals mit der neuen Kombi Kilometer zu machen. Wenn ich zurück denke an meine Hanwag Bergstiefelzeit, dann wurden die eher nach 200 km bequem. Wenn ich dann kurz vor dem Aufbruch Zweifel hätte, würde ich auf das alte System zurückspringen. Eine Sarektour ist nun mal eine andere Hausnummer als kurz mal den Heidschnuckenweg zu laufen.

    Ich wünsche dir alles Gute!

    Handschuhe: mir reichen bis tief in den Winter ganz dünne Handschuhe, ich glaube sie werden als Laufhandschuhe vermarktet. Tchibo hat so was regelmäßig, die Discounter und Decathlon sicher auch. Manche haben Smartphone Finger, wenn nicht schneide ich einen Schlitz auf Höhe des ersten Fingergelenks. Mein Lieblingspaar seit einem Jahr sind jedoch welche aus Liods besten Polypropylen. Robust genug für etwas Felskontakt, warm, auch bei Nässe und Wind (nicht winddicht!), schnell trocknend, super leicht. Aber ich empfinde sie auch nur eine Nuance besser als diese billig Laufhandschuhe.

    Hose: absolut die kurze Hose mitnehmen und dann Lagen. Die Herbstsonne auf den Waden ist mir eine besondere Wohltat. Mein Lagen: Windhose (schnell griffbereit), Regenhose und Leggings (für die kalten Tage). Alternativ, wenn es nicht so warm aussieht: eine leichte lange Hose, die sich gut krempeln lässt, Windhose, Regenhose.

    Was outdoorrama sagt. Ergänzend dazu, es kommt manchmal auch zu mehrtägigen Wetterlagen mit viel kalten Regen. Da ist es vielleicht gut einen Alternativplan parat zu haben. Oft ist das Wetter in Ost zu West Alpen oder nördlich - südlich vom Hauptkamm anders und man kann sich mit minimalen Aufwand in bessere Gebiete begeben. Ausrüstung: kurz vor der Abreise checken, ob eine Schlechtwetterfront mit Schnee auf deiner Wanderhöhe angesagt ist und dann Microspikes einpacken (Alternativ das Gebiet, die Höhenlage wechseln). Manchmal ist es nur der erwünschte Puderzucker auf den Gipfeln, aber es ist auch nicht gänzlich unwahrscheinlich, dass für mehrere Tage Schnee auf deinem Weg liegen. Genügend Wärmereserven mitnehmen. Nach Sonnenuntergang, im Schatten, nordseitig, bei Wind wird es schnell frostig. Also Handschuhe, Mütze oder gut sitzende Kapuze finde ich als Pflicht. Sonnencreme und Sonnenbrille nicht vergessen.

    Meine Erfahrungen basieren auf über einem Dutzend Herbsturlauben südlich des Alpenhauptkamms mit Tagestouren (und FeWo). Nur in den Dolomiten war ich noch nicht, weil überlaufen, aber in so gut wie allen benachbarten Gebirgszügen außen rum.

    Jan234 Ich kaufe unterwegs gerne kleine Chicorées oder Raddichio Köpfe. Einfach reinbeißen wie in einen Apfel. Bitterstoffe sollte man mögen. Ob die beiden in deine Definition von grünen Blattgemüse fallen, weiss ich allerdings nicht. Habe auch schon zu Eisbergsalat und diese Salatherzen gegriffen, wenn nichts anderes verfügbar. Nährstoffe vermutlich Mangelware. Ich find's einfach vom Kauen und Geschmack her super erfrischend und eine gute Abwechslung zu Riegeln, Wraps und Tütenfutter.

    Nog eine Alternative zum Poolnudeln. Aus einen Rest DCF (18 g/m2). Füllung mit Rückenpolster/Sitzmatte, Regenkleidung, Socken usw. Wiegt 30 gram für 50m cm Breit.

    Tolle Idee! Die Packbarkeit überzeugt. Das kommt weit oben auf die Nähliste. Muss nur noch mal über die Füllung nachdenken und dann auch testen. Regenkleidung ist bei meinen Touren oft nass. Die will ich eigentlich nicht im Innenraum haben, bzw feucht irgendwie reinquetschen und dann ist sie komplett durchnässt? Wie ist da deine Erfahrung? marieke333 Ich bin gerne bei nass kalten Wetter unterwegs und hänge dann Regenhose und Jacke an den Stöcken über Nacht auf zum abtropfen. Und sonst habe ich in den meisten Nächten eigentlich alles an was nicht nass ist. Außer ich habal wieder aus Versehen 7 paar Socken dabei. Muss da nochmal in mich gehen, vielen Dank fürs zeigen. Hab ja noch diverse Poly Reste da zum testen.

    Wie kann ich diese recht alte Stech/Click-Kartusche entleeren, ohne einen passenden Kocher zu besitzen? Ich habe diesen Adapter, von dem ich ausging, dass er für Steckgaskartuschen gedacht ist. Der passt jedoch nicht auf die Kartusche. Die Kartusche ist vermutlich aus dem Jahr 2002 (+-1 Jahr), da das Preisschild DM und EUR ausweist. Gab es damals vielleicht noch ein anderes Kartuschensystem? Eigentlich egal, ich möchte die nutzlose Kartusche nur endlich entsorgen können und dazu muss sie leer sein. Hat wer einen Tipp für mich?

    Was mir gut gefällt sind die Flügel-Vorschläge. So hatte ich das schon probiert mit X-Therm plus 4mm Evazote unter den Armen. Vielleicht kommt die Kältebrücke von der Höhendifferenz zwischen der X-Therm und der 4mm Evazote? :/ Vielleicht bräuchte ich so etwas wie eine halbierte Poolnudel unter jedem Arm? Ist sicherlich ein guter Gesprächseröffner, wenn man mit zwei Poolnudelstücken außen am Rucksack wandert.

    Ein kleiner Zwischenbericht: ich habe mir Poolnudel-Seitenausleger gebastelt, die meine Arme erfolgreich vom Abdriften nach Außen bewahrt haben. Das Gewicht mit Befestigung ist 74g. Mein Fazit nach 8 Nächten:

    • Pro: der beste Schlaf seit Jahren. Ohne Aufwachen mit kalten Armen und ohne Verspannungen im Schulterbereich.
    • Con: +74g und die außen am Rucksack befestigten Poolnudeln haben mich schon recht gestört.


    Mia im Zelt es drauf ankommen lassen und notfalls einen vor Ort in der Hütte kaufen? Also wenn du eh nur im Notfall in Hütten übernachten möchtest. Also geringe Wahrscheinlichkeit etwas schwerer zu schleppen als dauerhaft etwas leichteres dabei zu haben.

    Ich habe im Piemont zwei Mal in rifugios geschlafen und es hat keinen interessiert was ich getragen habe

    Ich habe zwei Sommer gebraucht bis ich mich sicher am Berg in trailrunner gefühlt habe. Mit sicher am Berg meine ich loses Geröll oder weglose Wiesensteilhänge und deren Querung. Das ist möglicherweise schon eine sehr extreme Zeitspanne. Ich hab schon von Leuten gelesen, die einfach wechseln und auf große Tour gehen. Aber in meiner Wahrnehmung liest man viel häufiger von Menschen, die all zu enthusiastisch umstellen und dann langwierige schmerzhafte Probleme bekommen. Vielleicht fällt es dir leichter als bei mir, du gehst ja schon im Alltag mit weicheren Sohlen. Ich bin entweder in Zustiegsschuhen (Alltag) oder Hanwag Bergstiefeln unterwegs gewesen. Vielleicht wären Zustiegsschuhe für dich auch eine (Überbrückungs?)-Idee.

    Ich habe salopp gesagt Geld in die Hand genommen und durchprobiert. Einige Schuhe davon trage ich jetzt 7 Jahre später noch im Alltag auf oder habe sie hier leicht gebraucht weiter verkauft.

    Meine persönlichen Erkenntnisse:

    Breiter Vorfuß Bereich macht mich sicherer in rutschigen, steilen Gelände, weil ich dann den ganzen Vorfuß einsetzen kann. Ich stelle mir immer breite Bärentatzen als Visualisierungshilfe vor. Diese Umstellung hat am meisten Zeit gebraucht: Muskelaufbau, neurologische Anpassungen, neuer Gehstil...

    Zero Drop / keine Sprengung war von der Achillessehne eine echte Umstellung. Ich hatte zum Übergang Einlagen vom Orthopädietechniker, die ich dann nach 1-2 Stunden wieder in den Schuh hab. Und dann die Zeiträume ohne Einlagen immer weiter ausgedehnt. Der erste Sommer ganz ohne Stiefel und Einlagen war der erste Bergsommer ohne Knieschmerzen. Bin jetzt seit 7 Jahren Knieschmerzfrei, abgesehen von konkreten Verletzungen oder kurzzeitigen Überlastungssituationen.

    Ich brauche für Tagestouren und Mehrtagestouren unterschiedliche gedämpfte Schuhe. Für Mehrtagestouren sind es Altra Olympus 5. Für Tagestouren gehen auch Lone Peaks ( ich glaube da bin ich auch noch bei 5er) oder die durchgelatschten Olympus.

    Meine Füße sind 2-3 Nummern größer geworden (und auch breiter). Ich rate vom Kauf auf Vorrat am Anfang ab.

    Im Winter gehe ich mit Hanwag Winter Bergstiefeln, weil ich im Schnee die steife Sohle so sehr zu schätzen weiß, dass ich meine Füße in die Stiefel reinquetsche. Dank Klimaerwärmung ist das allerdings nicht mehr so häufig nötig wie früher. Im Frühjahr/-sommer brauchen meine Füße dann erst mal wieder 1-2 kurze Touren um sich an die neue Freiheit zu gewöhnen. Aber das passt eh gut, weil weiter oben liegt ja auch noch Schnee.

    Ich wünsche dir noch viele hilfreiche Beiträge und immer guten Tritt in deinen neuen leichten Schlappen.