Weil wir gerade in Sorrent urlauben, wollte ich mir, trotz Osterwochenende, die Gelegenheit zu einer Wanderrunde auf Capri nicht entgehen lassen. Also ging es früh mit der ersten Fähre los.
Die Überfahrt dauert nur eine halbe Stunde.
Wenn man am Hafen ankommt, fragt man sich erst mal, ob das die richtige Umgebung zum Wandern ist.
Aber wenn man das Hafengelände verlassen hat, geht es sofort durch Obstgärten, die üppiger kaum sein können.
Ich habe mich sofort zur südlichen Hälfte der Insel durchgeschlagen, und konnte feststellen, dass die Via Krupp geöffnet ist, die unser Kanonenbauer Capri vor 125 Jahren spendiert hat.
Die Straße ist ziemlich spektakulär und auch mit ästhetisch stimmigen Baumaterialien an einer Steilwand errichtet - und war, als ich vor 38 Jahren das letzte Mal hier war, wegen Steinschlaggefahr gesperrt.
Unten angekommen, war gerade eine Truppe von 6 Paddlern dabei, zu einer geführten Tour an der Küste aufzubrechen. Da habe ich mich spontan noch dazugesellt - und bin so zu einem unvergesslichen Paddelerlebnis gekommen.
Wir haben bei beträchtlichem Seegang eine kleine, aber trotzdem eindrucksvolle Höhle erkundet und sind anschließend durch ein Felsentor gepaddelt, das ich leider nicht fotografieren konnte, und das auch von keinem Punkt von Land aus einzusehen ist (nur das letzte Bild zeigt die Durchfahrt).
Hier sieht man die Szenerie noch mal nach Fortsetzung der Wanderung. Der am weitesten im Meer liegende Felsen ist der mit dem Tor.
Weiter ging es an der östlichen Küste, hier mit Blick auf die Villa Malaparte, in der Godard seinen unvergesslichen Film „Le mepris“ (Die Verachtung) gedreht hat, mit Brigitte Bardot in der Hauptrolle.
Anschließend hab ich mir in einem Lokal einen bescheidenen Teller Nudeln, einen Salat und ein Bier gegönnt. Ich sag lieber nicht, was das gekostet hat.
Dann begann bereits die letzte Fähre in bedrohliche Nähe zu rücken. Ich wollte aber noch unbedingt auf die Villa Tiberius, die ganz oben auf dem östlichsten Punkt der Insel liegt und einen Blick auf den Golf, den Vesuv und die Sorrentinische Halbinsel freigibt.
Und dafür hat sich die Kraxelei dann doch gelohnt.
Knapp vor der Abfahrt der letzten Fähre habe ich es noch zum Hafen geschafft. Und hier noch mal der Track von Komoot. Fazit: An den Tag werde ich noch lange denken!