Ich erkläre kurz noch mal meine Meinung, worauf es bei so einer Kombination ankommt:
Zelt
1. Etliche Hersteller von Ofenzelten legen Wert auf ein feuerfest beschichtetes Material, was das Gewicht natürlich in die Höhe treibt. Das ist völlig übertrieben. Worauf es einzig ankommt, ist ein sauber gearbeiteter Auslass für den Schornstein. In vielen Videos mit Ofenzelt sieht man, dass das Zelt dort erstmalig benutzt wird. An der Stelle des Durchgangs ist ein - oft aufgeklettetes - Viereck aus feuerfestem Material, in das die Promoter dann ein Kreuz schneiden, durch das der Schornstein gesteckt wird. Das reicht aber nicht aus! Eine solide Verarbeitung des runden Durchlasses ist zwingend nötig, damit man mehr als einmal Freude an so einer Konstruktion hat. Die runde Kante des Stove Jacks muss eingefasst werden, wenn das halten soll.
Verarbeitet wird das nicht mit Polyestergarn, sondern mit feuerfestem Kevlargarn.
Dann hält so ein Durchgang viele (hunderte) Nächte.
2. Die Konstruktion des Zeltes kann ich nur in Form eines Firstzeltes wirklich empfehlen. Ein Tipi/Lavvu ist zwar um Klassen besser, wenn es um Fragen der Ästhetik bzw. Windstabilität geht. Aber darum geht es eben oft nicht, sondern darum, mit möglichst wenig Material einen Raum zu umspannen, in dem man auch mal aufrecht stehen und z.B. den Schlafsack aufhängen kann.
3. Bei der Verarbeitung des Zeltes heißt es in guter UL-Tradition alles Unwichtige wegzulassen. Das sind z.B. Snow-Flaps, die nicht nur komplett überflüssig, sondern auch gefährlich sind. Das Einströmen von frischer Luft von unten ist im Ofenzelt entscheidend wichtig für den sicheren Betrieb ohne Kohlenmonoxid-Vergiftung. Wenn man zu starke Zugluft vermeiden will, kann man von außen Schnee oder Laub anschütten, sollte aber immer beachten, das Zelt nach unten nicht komplett abzudichten.
Was man ebenfalls tunlichst weglassen sollte, sind Verstärkungspunkte, die in die Zeltflächen hineinreichen, wie z.B. hier:
Der einzige Effekt, den diese Dreiecke haben, ist, dass das Zelt an den angenähten Spitzen undicht wird. Für die Stabilität der Abspannung ist es einzig wichtig, dass die Tie outs auf dem vierfachen Stoff der Kappnähte sitzen - ohne weitere Ableitung in die Fläche.
Ofen
Dazu habe ich schon im entsprechenden Faden ausführlich geschrieben. Leider sind viele Öfen heute zu schwer, um über längere Strecken getragen werden zu können. Da kann man nur hoffen, dass mit der Nachfrage auch das Angebot wieder steigt. Wenn man vor dem immer noch erheblichen Mehrgewicht eines Ofens gegenüber Kocher und Topf zurückschreckt, sollte man beachten, dass sich mit einem Ofen einige Kochgefäße erübrigen.