Beiträge von Cross Hammock

    Ich sag das nur, um mal eine Lanze für die Hersteller zu brechen; bei Myog kann man halt vieles (wünschenswertes) verwirklichen, muss aber bei fail dann "bei sich selbst" reklamieren.

    Nach vielen Jahren Wintercamping mit Ofenzelt kann ich diese Befürchtungen zerstreuen. Die (unvermeidlichen) Brandlöcher halten sich in Grenzen, sind leicht zu patchen und beeinträchtigen die Stabilität des Zeltes in keiner Weise.
    Aber du kannst Recht haben, was die Kalkulation der Hersteller betrifft - wenngleich aus anderem Grund als du schriebst: Leichte Winterzelte sind einfach ungeeignet für den Massenmarkt, weil es zu wenige Leute gibt, die bei Minusgraden auf Tour gehen, um dann auch noch im Zelt zu übernachten.
    Mein Punkt ist aber ein anderer: Wer sich für Wintercamping wirklich interessiert, könnte auch UL unterwegs sein. Momentan leider aber nur als MYOGer.

    Ich erkläre kurz noch mal meine Meinung, worauf es bei so einer Kombination ankommt:

    Zelt

    1. Etliche Hersteller von Ofenzelten legen Wert auf ein feuerfest beschichtetes Material, was das Gewicht natürlich in die Höhe treibt. Das ist völlig übertrieben. Worauf es einzig ankommt, ist ein sauber gearbeiteter Auslass für den Schornstein. In vielen Videos mit Ofenzelt sieht man, dass das Zelt dort erstmalig benutzt wird. An der Stelle des Durchgangs ist ein - oft aufgeklettetes - Viereck aus feuerfestem Material, in das die Promoter dann ein Kreuz schneiden, durch das der Schornstein gesteckt wird. Das reicht aber nicht aus! Eine solide Verarbeitung des runden Durchlasses ist zwingend nötig, damit man mehr als einmal Freude an so einer Konstruktion hat. Die runde Kante des Stove Jacks muss eingefasst werden, wenn das halten soll.

    Verarbeitet wird das nicht mit Polyestergarn, sondern mit feuerfestem Kevlargarn.

    Dann hält so ein Durchgang viele (hunderte) Nächte.

    2. Die Konstruktion des Zeltes kann ich nur in Form eines Firstzeltes wirklich empfehlen. Ein Tipi/Lavvu ist zwar um Klassen besser, wenn es um Fragen der Ästhetik bzw. Windstabilität geht. Aber darum geht es eben oft nicht, sondern darum, mit möglichst wenig Material einen Raum zu umspannen, in dem man auch mal aufrecht stehen und z.B. den Schlafsack aufhängen kann.

    3. Bei der Verarbeitung des Zeltes heißt es in guter UL-Tradition alles Unwichtige wegzulassen. Das sind z.B. Snow-Flaps, die nicht nur komplett überflüssig, sondern auch gefährlich sind. Das Einströmen von frischer Luft von unten ist im Ofenzelt entscheidend wichtig für den sicheren Betrieb ohne Kohlenmonoxid-Vergiftung. Wenn man zu starke Zugluft vermeiden will, kann man von außen Schnee oder Laub anschütten, sollte aber immer beachten, das Zelt nach unten nicht komplett abzudichten.
    Was man ebenfalls tunlichst weglassen sollte, sind Verstärkungspunkte, die in die Zeltflächen hineinreichen, wie z.B. hier:

    Der einzige Effekt, den diese Dreiecke haben, ist, dass das Zelt an den angenähten Spitzen undicht wird. Für die Stabilität der Abspannung ist es einzig wichtig, dass die Tie outs auf dem vierfachen Stoff der Kappnähte sitzen - ohne weitere Ableitung in die Fläche.

    Ofen

    Dazu habe ich schon im entsprechenden Faden ausführlich geschrieben. Leider sind viele Öfen heute zu schwer, um über längere Strecken getragen werden zu können. Da kann man nur hoffen, dass mit der Nachfrage auch das Angebot wieder steigt. Wenn man vor dem immer noch erheblichen Mehrgewicht eines Ofens gegenüber Kocher und Topf zurückschreckt, sollte man beachten, dass sich mit einem Ofen einige Kochgefäße erübrigen.

    Ein beheiztes Zelt dürfte wohl die Ausnahme sein.

    Ich finde, die Frage sollte schon erlaubt sein, warum das so ist und Wärmezelte kaum verbreitet sind. Im Winter sind sie ein Gamechanger, da kann man sich alle VBL-Lösungen sparen. Nassen Sack aufhängen, einheizen, in einer halben Stunde ist das Problem gelöst.

    Auch wenn es nicht aus DCF besteht wie meins, sondern auch Silnylon, wäre ein solches Zelt ohne Boden und Innenzelt locker unter einem Kilo herzustellen. Es macht nur keiner. Alle käuflichen Wärmezelte wiegen mehrere Kilo, obwohl sie das nicht müssten. Mein großes Zelt, in dem wir schon zu zehnt saßen, wiegt nur 1,2 Kilo.
    Auch die Öfen werden momentan alle in die falsche Richtung weiterentwickelt - der Trend geht hin zu immer größer, immer komfortabler (klappbar wird als Standard erwartet) und immer schwerer. Mein kleiner 600g-Ofen reicht aber völlig aus, um ein Zelt von 4-5 m3 Rauminhalt auch bei tiefen Minusgraden auf 25-30 Grad aufzuheizen.
    Und schon gehören die langen, nur im Schlafsack auszuhaltenden Winternächte der Vergangenheit an. Voraussetzung ist natürlich, dass man sich in einer Gegend befindet, in der es Bäume, also Feuerholz gibt.

    Interessanter wäre für mich, wenn mal jemand versucht ne nasse Daune auf Tour wieder zu trocknen.

    Das habe ich tatsächlich schon oft und erfolgreich gemacht. Voraussetzung ist allerdings ein Wärmezelt mit einem geraden First, unter dem man innen eine Schnur spannen kann, über der der Schlafsack aufgehängt werden kann. Mir passiert es beispielsweise regelmäßig, dass der Schlafsack oben von der gefrorenen Atemluft flächig gefroren ist und sich auch innen gefrorene Klumpen tasten lassen. Dann hänge ich ihn bei 30 Grad auf und nach einer halben Stunde im geheizten Zelt ist er wieder trocken und kann eingepackt werden.

    Das Mehrgewicht des Wärmetauschers hat man nach einem Tag wieder durch Brennstoffersparnis raus. Wenn es nicht nur eine Übernachtung ist und Brennstoff eine Rolle spielt, führt aus meiner Sicht kein Weg daran vorbei.

    Das mag stimmen, solange man seinen Brennstoff mitschleppt.

    Wenn man den Schnee im Wärmezelt auf dem Ofen schmilzt, sieht es anders aus.

    Hier war der Kocher purer Luxus und hat nur als Anzünder gedient.

    Welcher 1,9L Topf ist das dann?

    Meinen finde ich nicht mehr, aber der hier dürfte baugleich sein.

    Ich nehme wenn irgend möglich einen 1,9 l Titantopf zum Schnee schmelzen. Töpfe mit weniger Volumen finde ich für diesen Zweck nicht effektiv genug. Ich habe aber notgedrungen auch schon mal meine Tasse von 750 ml nehmen müssen. Da heißt es dann, fünfmal kleine Portionen nachgeben, bis man einen Becher heißes Wasser hat…

    Ich nehme mir immer vor, abends möglichst wenig zu trinken, um nachts möglichst selten raus zu müssen. Aber das klappt, gerade wenn man mit mehreren unterwegs ist und gemütlich beisammen sitzt, leider oft nicht. 😉
    Das mit dem Frieren bei wenig voller Blase, glaube ich eigentlich nicht, hab ich bei mir auch so noch nie beobachtet. Dem Frieren beuge ich (als jemand, der schnell friert) dadurch vor, dass ich die zum Wetter, bzw. der Jahreszeit passende Isolation mitnehme.

    Ich habe mir mehrere Kombinationen Long John plus Kapuzenshirt nach dem Schnittmuster von Shelby genäht und trage die je nach Jahreszeit. Im Sommer nehme ich als Material die 170er Merinowolle von Extex, im Winter die 200er Merinowolle. Immer öfter benutze ich aber die Kombi aus Alpha direct, die passt erstaunlicherweise im Sommer wie Winter.

    Ich hatte die Maße extra so gewählt, dass sich das Ganze auch auf DCF realisieren lässt, falls ich mich da irgendwann mal rantrauen möchte.

    Erst als ich das gelesen habe, habe ich verstanden, warum du etwa 10 cm an den Seiten Verschnitt eingeplant hast. Ich versuche den vorhandenen Stoff immer so effektiv auszunutzen wie möglich. Das Lavvu wäre ein ganzes Stück geräumiger geworden, wenn du die 1,50 m Stoffbreite voll ausgenutzt hättest.

    Auch die Armlinge gehören zu meinen Lieblingen. Leicht, UV Schutz, zur Kühlung nass gemacht, luftiger als ein Longsleeve. Nie ohne.Wenn ich mir Beine und Nase so ansehe, haben sie mir mal wieder einiges an Sonnenbrand erspart, die Hitze erträglicher gemacht und bei Kälte etwas Wärme geschenkt und unter der Windjacke das Kleben verhindert.

    Hast du das aus dem alten Bericht übernommen? Irgendwo hast du doch kürzlich geschrieben, dass ein lockeres langes Hemd doch besser ist (finde ich auch). Oder hab ich mich geirrt?

    Den Trocki habe ich bisher häufiger gewaschen als die Schlafsäcke (die bisher gar nicht), und da ist keinerlei Ermüdung der Membran zu spüren. Vielleicht ist es eine gute Idee, auch mal einen Membranstoff für einen Schlafsack auszuprobieren. Der von etlichen Leuten hier bestätigte Loftverlust durchs Reinatmen ist damit vielleicht zu vermeiden. Über die andauernde Daunendichtigkeit von Membranstoffen würde ich mir jedenfalls keine Sorgen machen.