Beiträge von wilbo

    Bekommt den matschfrei?

    Nein:

    • Fly und inner trennen.
    • Das inner unter dem fly ausbreiten, mesh- oder solid Seitenteile zur Mitte einschlagen, bis nur noch die Bodenwanne übrig bleibt.
    • Bodenwanne zu je einem Viertel von links und rechts, zur Mitte hin einschlagen.
    • Jetzt hat man die dreckigen Seiten der Bodenwanne auf der Ober- und Unterseite. Alles was sauber ist, sollte innen eingefaltet sein.
    • Nun kann ich Deck auf Deck falten, oder rollen je nach belieben.
    • Das inner kommt in einen geräumigen Sack und wird dann innen verpackt.
    • Das fly kommt in die Netztasche oder in einen extra Netzsack, (Fahrrad / Faltboot).

    Habt ihr die Abspannung modifiziert? Gibt es spezielle Dinge, die zu beachten sind?

    Ich habe einmal auf einem Treffen das Dipole gemeinsam abgespannt. Ich glaube es war das Zelt von Ruskaman?
    Die Standard-Abspannungen ergaben in meinen Augen nur begrenzt Sinn. Wir haben in jedem Fall die Leinen verlängert, ergänzt und auch die Abspannwinkel verändert.
    Ich würde das Zelt für mich so modifizieren, dass ich das shelter möglichst einfach und schnell aufgebaut bekomme.

    Nun könnte ich die Leine natürlich verlängern, allerdings meinte Henry Shires auf meine Anfrage, dass dann die Leine zum Reissverschluss hin nicht mehr im Winkel des Eingangs zum Boden runterläuft, und das sei ungünstig.

    Es läuft immer auf einen Kompromiss raus.
    Am Ende bist Du der Anwender für den es passen muss. Wenn sich im Nach-herein rausstellt, dass der Hersteller doch die bessere Konfiguration hatte, baut man es eben wieder zurück. ¯\_(ツ)_/¯

    Würde ja dafür sprechen, dass da eher Adsorption an der Oberfläche als Absorption ins Gewebe dominiert?

    Bei relativ frisch beschichteten Geweben bleibt ein Großteil der Feuchtigkeit bestimmt auf der Oberfläche.
    Wenn ich mir hingegen mein altes Keron anschaue, bei dem das Silikon so gut wie ausgewaschen wurde, wird sicher mehr Wasser vom Gewebe selbst aufgenommen.

    Jupp, da wird es immer kleine Abweichungen geben.
    Mir hilft es eher als grobe Orientierung und dass ich einordnen kann welche Materialien & Beschichtungen für mich ausscheiden.

    z.B. Kaufe ich keine Zelte aus dünnen Stoffen die PU-Beschichtet sind. Und wenn ich mir doch einen PU-Stoff für eine bestimmte Anwendung raussuche, weiß ich auf welchen Kompromiss ich mich einlasse.

    Wo gibt es denn diesen Zauberstoff?

    Das hat einige Zeit gebraucht, bis ich einen Hersteller in China aufgetrieben habe. (Leider teuer)

    Und wirklich eine Steigerung um 20 Grad?

    Die Nutzung der Infrarotstrahlung vom Feuer im und am Tarp beschäftigt mich schon viele Jahre.
    Dabei ist die Physik dahinter so einfach: Je dichter man ans Feuer kommt, umso wärmer ist die Strahlungsenergie. Das gleiche gilt für die Reflexion der Strahlung.
    Das heißt, die Reflexionsfläche ist so glänzend und so dicht am Feuer wie möglich. Die Feuerstelle sollte dementsprechend nah der Liegefläche sein, da die Strahlungsenergie mit dem Quadrat der Entfernung vom Feuer abnimmt. (Abstandsquadratgesetz)
    Daher der Einsatz von Baumwolle als Shelter-Material.

    .. und Du willst keinen MYOG-Nachbau-, äh: Inspiriert-von-aber-besser-konstruiert-Workshop anbieten?

    ^^ Ich habe mir das Teil schon mehrfach genau angeschaut. Doch bisher hatte ich keine Vision einer Vereinfachung des Schnitts.
    Das Problem mit diesen "über-konstruierten" Teilen ist, dass es dort produziert wird, wo Arbeitszeit sehr wenig kostet. So wird ein Produkt aus vielen Kleinteilen zusammengenäht, weil es der einfachste und günstigste Weg ist.
    Jeden sinnvollen Schnitt kopiere ich gerne, aber bei so was sträubt sich in mir alles, sodass ich einen komplett neuen Schnitt entwickeln müsste. (Für ein Produkt, das dann niemand kauft, weil es eh zu teuer ist) :(

    Es gab von Therm-a-rest einmal eine "ultraleicht"-Serie vom Trekker-Chair, 195 g. Leider waren die Stress-Punkte der Konstruktion nicht ausreichend verstärkt, sodass er relativ flott wieder vom Markt verschwunden ist.

    Ich habe meinen jetzt gut drei mal repariert. Trotzdem ist es für mich die einzig sinnvolle Nutzung eines Camping-Stuhls.

    Mit meinen Nordisk Matten ist es sau-bequem.
    Wenn ich am Feuer sitze, nutze ich allerdings nur die Feststoff-Matten. Die doppelt gelegte 4 mm Matte ist von unten wunderbar warm und im Rücken okay.
    Im Gegensatz zu allen anderen Campingstühlen, hat mich neben dem geringen Gewicht, die zusätzliche Wärme der Isomatten überzeugt. Klar geht das auch bei den anderen, aber die sind halt schwerer und (für mich) weniger angenehm im sitzen.

    ... was für ne Baumwolle nimmst du da, sowas wie Etaproof /

    Bei diesem Tarp habe ich noch etwas von meinem Restbestand 180 g/qm Material aus Frankreich verwendet. Ansonsten nutze ich Etaproof von Extex, 170 bis 200 g/qm.
    Wenn mal wieder etwas Geld über ist, teste ich das 130 g/qm Material auf Regenfestigkeit. Sollte das funktionieren, läge so ein Tarp bei knapp über 1.000 g. ("plastikfrei") <3

    Was ist denn ne "Reflexwand"

    Das ist eine glänzend silberbeschichtete, feuerfeste Textilbahn, die für eine Reflexion der Infrarotstrahlung vom Feuer sorgt. Bei bisherigen Tests erreichte ich damit eine Temperatursteigerung von guten 20 Grad im Tarp.

    Moin!
    Ich finde das Shelter-Konzept nachvollziehbar und sinnvoll umgesetzt.

    Für mich sind Wintertouren oberhalb der Baumgrenze nicht mehr so wirklich attraktiv. Ich habe es im Hot-Tent lieber etwas gemütlicher. ;)


    Einige Fragen hätte ich noch:

    • Warum hast Du Dich gegen Snowflaps entschieden? (Bei guten Bedingungen könnte man damit die Aufbauhöhe vergrößern und bei miesen hat man weniger Drift im shelter).
    • Hast Du bei den Innen-Abspannungen schon mal nicht-dehnbare Schnur verwendet?
    • Warum hast Du Dich für den schwarzen Stoff entschieden? (Du wirst ja wahrscheinlich das Tageslicht maximal für Dich nutzen wollen. Also wird das Shelter wahrscheinlich nicht lange in der Sonne stehen um zu trocknen).
    • Hast Du das sehlter einmal testweise mit Fausthandschuhen aufgebaut und wie lange hat das gedauert?
    • Welches Kochsystem nutzt Du?

    VG. -wilbo-

    Ich denke nicht, dass die Risikobereitschaft mit dem Alter zunimmt. Aber abnehmende Fähigkeiten (Sehvermögen, Gleichgewicht, Kreislauf/Hitzeerschöpfung) können schon beteiligt sein.

    Als freier Photodesigner hatte ich mein Leben lang immer Zeit zu reflektieren und mich und meine Fähigkeiten zu hinterfragen. Ich kann mir gut vorstellen, dass jemand der permanent arbeitet, schlicht zu nichts anderem kommt. Mit den Jahren macht man halt weiter das, was man immer in den Ferien gemacht hat.

    In jungen Jahren habe ich eher Grenzen ausgereizt, um zu erfahren was geht und was nicht. Würde ich diese Einstellung immer noch haben, nähme mit meinen abnehmenden körperlichen Fähigkeiten das Risiko erheblich zu.

    btw.
    in der Statistik (Alpintote in Osterreich (2015-2024) sehe ich eher gleichmäßige Schwankungen, aber keine Steigerung.

    Wäre auf der Liste meiner bevorzugten Todesarten im Alter eh recht weit vorne....

    Das sagt sich leicht, wenn man noch nie mit einem gebrochenem Bein alleine in Bergen lag.
    Bei mir wurde jedenfalls der Kinderglauben an den "Lieben Gott" überraschend flott aufgefrischt.

    btw. Damals war ich jung & knackig und es gab noch kein Instagram.
    Es war schlicht ein blöder Steinschlag.

    Der blöde Stoff ist beim Nähen unter die Naht gerutscht ;(

    Das ist mir schon sehr oft passiert. Seit dem bin ich vor dem Nähen sehr aufmerksam und fühle immer nochmal unter die Nähstrecke, ob sich nichts dazwischen gemogelt hat.

    ... jetzt sind in einer Ecke ein paar Löcher drin.

    Leg den Stoff auf einen weichen Untergrund, (festes Polster) und streiche die Löcher mit dem Fingernagel wieder zu. Wenn Du das mehrere Male in Richtung der Kett- und Schussfäden gemacht hast, sollte es deutlich besser aussehen.

    Abschneiden ist vll. die bessere Variante. Mal schauen, habe mich noch nicht entscheiden.

    Trenner kann man nie genug haben. Es gehört einfach mit dazu!
    Ich nehme es sportlich und hoffe immer noch auf den Lerneffekt.