5-Tages-Wanderung auf dem Forststeig mit Hängematte und DCF-Hot-Tent

Zur Vermeidung von Spam werden deine Posts vor Veröffentlichung von den Moderatoren geprüft, falls du Links verwendest.
  • Letzte Woche waren Moch und ich auf dem Forststeig unterwegs und haben - kurz vor Saisonende - der sächsisch-böhmischen Grenzregion einen neuerlichen Besuch abgestattet. Teilweise waren wir auf denselben Wegen unterwegs wie auf der Forumswanderung vor zwei Jahren, haben aber, Dank Moch s Vertrautheit mit der Gegend, etliche verborgene Highlights in Augenschein nehmen können, die mir noch unbekannt waren.

    Vom Zug aus zeigte sich die rechtselbische Seite des Nationalparks, den wir aber aufgrund der Übernachtungsverbote nicht besuchen würden.

    Statt dessen überquerten wir die Elbe ...

    ... und erklommen eine Höhe auf der linken Seite der Elbe, von der aus wir ein erstes Panorama auf die herbstliche Landschaft genießen konnten.

    Am ersten Übernachtungsplatz weitete sich die Sicht und wir erlebten einen ersten großartigen Sonnenuntergang ...

    ... und konnten bei klarer Sicht in der Ferne sogar Dresden mit Fernsehturm erahnen.

    Den Abend verbrachten wir zwar noch gemütlich im Hot Tent, aber schon bald frischte der Wind auf, der sich in der Nacht immer mehr verstärkte. Gegen drei Uhr weckte mich Moch , und empfahl, das arg vom Wind gezauste Zelt zu bergen. Während er für die restliche Nacht mit seiner Hängematte in die Hütte umzog, blieb ich bei relativ heftigem Wind ohne Tarp in der Nähe der Felskante hängen - solange der Wärmerückhalt funktioniert, bin ich relativ hart im Nehmen ...

    ... und konnte so den einzigen Sonnenaufgang erleben, der uns auf der Tour vergönnt war.

    Bei immer noch heftigem Wind packten wir alles ein und machten uns auf in Richtung der tschechischen Grenze, ...

    auf der der gelb markierte Forststeig verläuft.

    Obwohl wir diesmal keine Pilze gefunden haben wir vor zwei Jahren ist dieser schmale, abwechslungsreiche Pfad doch ein Weg, der nur eine Bewertung verdient:

    Nach einer Einkehr im tschechischen Gasthof von Kristin Hradek ...

    ... ging es zurück auf die deutsche Seite des Elbsandsteingebirges, wo wir uns kurz vor Einbruch der Dämmerung einen Übernachtungsplatz suchten.

    Am zweiten Abend blieb im geschützten Wald der Wind aus, sodass das Zelt stehenbleiben konnte und uns sowohl am Abend ...

    ... als auch am nächsten Morgen Wärme spenden konnte.

  • Am dritten Tag unternahmen wir zunächst einen kurzen Schlenker ins Tschechische, aber das Hotel in Ostrau hatte noch geschlossen, sodass wir nur unsere Wasservorräte auffüllen konnten und dann wieder ins Bielatal zurückkehrten. Hier begann die eigentlich spektakuläre Felsenlandschaft, die wir aber an diesem Tag nur durch einen Regenschleier getrübt wahrnehmen konnten.

    Einen Vorteil hatte diese Witterung allerdings, denn wir hatten unter diesen Bedingungen die bizarren Felsen fast ganz für uns allein ...

    ... ungestört von den Massen an Ausflüglern, die in der Hochsaison hier aufkreuzen.

    Oberhalb der beiden Herkulessäulen liegt ein Plateau, auf dem wir uns für die dritte Nacht ein Unterkommen suchten.

    Der Aufbau von Hängematten, Zelt und Ofen im strömenden Regen war kein reiner Genuss, aber wir konnten unter den geschützten Felsüberhängen zum Glück genug trockenes Holz finden, um ohne Probleme ein Feuerchen im Ofen zu entfachen.

    Der vierte Tag begann dann glücklicherweise wieder regenfrei, und wir hatten bei langsam abziehendem Nebel ...

    ... eine zunehmend klarere Sicht auf die Felsenlandschaft.

    Etliche Kilometer später konnten wir dann in der Ferne den Tafelberg ausmachen, von dem aus wir vor vier Tagen gestartet waren.

    Sehr schön fand ich, dass der Wald - ganz im Unterschied zum Harz - in diesem Teil er Sächsischen Schweiz überwiegend noch intakt geblieben ist.

    Für die letzte Übernachtung haben wir uns einen Platz ausgesucht, er spektakulärer kaum sein konnte. Wiederum auf einem Tafelberg gelegen, eröffnete sich ein Panorama, das wir in den letzten zwei Stunden vor Sonnenuntergang ganz für uns allein hatten.

    Hier erkennt man in der Bildmitte den Falkenstein, den weltweit ersten Berg, an dem 1865 die Geschichte des Freikletterns begonnen hat.

    Ich habe mir wieder einen Platz möglichst weit an der Abbruchkante gesucht, aber vom hier im Abendlicht zu erkennenden Pfaffenstein war im Nebel des nächsten Morgens leider nichts mehr zu sehen. Direkt dahinter hätte man den Sonnenaufgang erleben können - aber eben nicht an diesem Tag im Herbst.

    Etwas weiter geschützt im Wald standen das Zelt und Moch s Hängematte.

    Im Zeltinneren sind hier die Zutaten meines Abendessens zu besichtigen. Die Tour war insofern auch eine Herausforderung, als wir neben der Ausrüstung auch Lebensmittel für fünf Tage mit uns führen mussten, ohne die Möglichkeit, unterwegs etwas einzukaufen. Am Ende habe ich festgestellt, dass ich ohne Probleme auch noch zwei weitere Tage mit dem mitgenommenen Proviant ausgekommen wäre.

    Der letzte Abend war witterungstechnisch noch einmal sehr ruhig, obwohl wir ähnlich nahe an einer Felsenkante campiert haben wie am ersten und dritten Tag.

    Am letzten Morgen blieb nur noch ein kurzer Abstieg, bevor wir den Bahnhof erreichten, von dem aus wir wieder zurückfahren konnten.

    Ein letzter Blick auf die Elbe.

    Fazit: Obwohl Ende Oktober die Tage schon sehr kurz sind (7:00 Uhr wird es hell, 17:00 Uhr dunkel) und die Logistik mit Hängematte, Tarp, Zelt und Ofen jeweils eine Stunde Auf- und Abbauzeit erfordert, war das Erlebnis dieser Wanderung von knapp 60 Kilometern in der Nachsaison doch unvergleichlich!

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!