Tourenplanung im Zeichen von Wetterextremen und des Klimawandel

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  • Ich hab mir schon im Vorfeld meiner letzten Alpentour Gedanke dazu gemacht, da in den Wochen vor meiner Tour in der Schweiz auch dort eine Hitzewelle herrschte, was angesichts meines vierbeinigen Wanderpartners zusätzlich problematisch ist, Felsstürze und Steinschläge sind ja hier im Forum auch schon Thema und hab ich auch selbst dann erlebt.

    Deshalb würde mich interessieren, ob ihr anfangt planerische Konsequenzen zu ziehen? Ich muss meine Urlaube immer relativ langfristig planen und mach mir jetzt Gedanken, inwiefern ich Zeiträume ändere, z.B. den August eher meide und Hochgebirgstouren eher in den September lege, mit dem Risiko eines frühen Wintereinbruchs.

    [Mir geht's hier ausschließlich um Gefahr men und Tourenplanung, lasst bitte andere Aspekte des Themas Klimawandels beiseite, so wichtig sie auch sind]

  • Bisher noch nicht so weit, dass ich/wir unsere Tourenplanung auf andere Monate oder Jahreszeiten verschieben, aber wir haben z.B. mittlerweile in den Alpen (noch) häufiger einen Helm dabei wenn es in felsige Gebiete geht.

    Ein weiterer Punkt, der mir insbesondere diesen Sommer aufgefallen ist, ist die Zunahme an Gewittern. Wir haben dieses Jahr wegen Gewitter schon eine Tour komplett umgeplant und eine Etappe auf einer mehrtägigen Hüttentour frühzeitig abbrechen müssen. Insbesondere in den Alpen mit dem unflexiblen Hüttenbuchungssystem ein echtes Problem meiner Meinung nach, weil man halt nicht mal eben einfach alles einen Tag nach hinten schieben kann.

    Toll, ein Anderer trägt's

  • Ende September los statt Ende August hat sich bei uns schon seit einigen Jahren so ergeben, allerdings auch wegen Schulferienorientierung der Kolleginnen.

    Sehe, was Du mit "Hochgebirge" meinst, aber steile felsige Abschnitte gibts ja auch weit unterhalb und auch ohne die Verstärkung durchs Auftauen des Permafrosts gibts ja Steinschlag infolge von Wasser im Fels und täglichen Temp-Unterschieden. Und Erdrutsche und Muren wegen Starkniederschlagsereignissen dürften weiter unterhalb häufiger sein.

    Wir hören also hin und achten vermehrt auf die Geologie und das Gelände - unterwegs. Aber wo lang und welchen Weg gucken wir eh erst unterwegs, vorher nur grob für die Gegend: welche Hütten haben Winterräume oder sind auf und haben Wasser, welche Biwakschachteln gibts in der Gegend. Ausserdem versuchen wir rauszufinden, was so die schönsten einfach zu erreichenden Aussichtskuppen sind und ob es Kämme gibt, die man vermutlich einfach lang kann.

    Was deutlich mehr geworden ist: Wetter und Berg-Meldungen aus der Region verfolgen wir so ab Mitte August oder länger. Beim aktuellen Wetter gucken wir grössere Kartenausschnitte (ganz Europa, Druckverlauf).

    Wenn die Wettervorhersage 50mm Niederschlag für den nächsten Tag ansagt oder eine hereinziehende Front ist für den nächsten Tag klar: Dorf/Bushaltestelle oder Hütte als Ziel.

    Wintereinbruch für 2 Tage hatten wir zu der Zeit ein paar Mal und ein paar Mal keinen Wintereinbruch. Bei reinwehender Kaltfront ist man halt möglichst dorf- oder hüttennah, der Rest lässt sich händeln, entweder mit Spikes (ggf und Pickel) oder indem man tiefer geht. Helme hatten wir i-wann die letzten Jahre mal angeschafft, weil für viele Wege in einer Gegend überall Helmempfehlung war. Dann aber beim Packen entschieden: leichter und weniger klobig ist schöner, wir passen die Tour an. Helm damit raus. Pickel nehmen wir auch seit Jahren nicht mehr mit. Ich denke, so "altersmilde" geht das ziemlichst überall in den Alpen ohne dass "Wintereinbruch" ein ernstes Risiko ist, solange man sich nicht auf einen mehrtägigen Aufstieg ohne Abstiegsmöglichkeiten völlig festgelegt hat. Klamotten müssen halt ein etwas grösseres Temp-Spektrum abdecken als Ende August, aber das ändert am Gepäck für "Hochgebirge" ja wenig.

    Edit, was sich auch geändert hat: wir bleiben anfangs nicht nur 1 Nacht im Dorf, sondern 2. Um bei einer Tagestour einen "Blick ins Gelände" zu werfen. Aber auch das ist nicht unbedingt wegen Klima so, sondern mindestens auch, weil uns Dorf mehr interessiert als früher. Zweites Mal in der Bar kriegt man dann vielleicht auch schon was erzählt von Locals.

    Haupt-Vorteil im Vergleich zu Ende August: kaum andere Touris und es brennt nicht mehr. Allerdings auch die Bürgersteige/Infrastruktur hochgeklappt, weil viele nach der Saison erstmal verreisen.

    Aber: das Interesse am X2 (das ich nicht aufgebaut kriege :/, siehe anderswo) ist natürlich von der Vorstellung getragen (gewesen), bei 2 tägigem Wintereinbruch iwo auf dem felsigen Gipfel eines hohen 3000ers auf bessere Sicht zu warten :saint:.

  • Wenn die Wettervorhersage 50mm Niederschlag für den nächsten Tag ansagt oder eine hereinziehende Front ist für den nächsten Tag klar: Dorf/Bushaltestelle oder Hütte als Ziel.

    Das ist tatsächlich das, vor dem ich im September sogar mehr Bedenken habe als ein früher Wintereinbruch. Derzeit ist wohl das Mittelmeer stark aufgeheizt, ich bin mal gespannt auf mögliche Starkregenereignisse südlich der Alpen.

    Ich hab's vor Jahren mal in Slowenien gehabt, da konntest du fast die Uhr nach stellen, dass nachmittags die Gewitter los gingen, lästig aber zumindest so halbwegs berechenbar.

    Der Ausweg Hütte ist für mich leider etwas schwierig, ich war in letzten Jahren in der Schweiz unterwegs und der SAC hat's nicht so mit Hunden, DAV und ÖAV machen's einem mit ihrem Reservierungstrip aer auch nicht einfacher, wobei ich bei allen drei Verbänden mal darauf hoffe, im Notfall in irgendeinen Schuppen gestopft zu werden 😄.

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