Zunächst mal die Fakten, detaillierter Bericht mit Bildern folgt dann... irgendwann, wenn ich die 3900 Fotos mal sinnvoll sortiert habe ![]()
Der GR221 durchquert auf 130-140km (je nach Varianten) die Serra de Tramuntana im Norden Mallorcas. Man ist dabei zum allergrößten Teil in den Bergen und hat nur 2-3 mal Gelegenheit zum Baden, weshalb sich das Erwandern gerade früh im Jahr (Februar-April) anbietet. Im Mai kann es dann schon sehr heiß werden, dafür kann man aber auch die Bademöglichkeiten schon nutzen. Im Hochsommer muss man dann vermutlich schon sehr viel Hitzeresistenz mitbringen. Wir sind im Westen gestartet.
Anreise: Von Palma aus gibt es regelmäßige und günstige Busse zu Start/Ziel und auch in die Etappenorte. Im Bus sollte man mit Bankkarte bezahlen, dann ist es nochmal deutlich günstiger als mit Bargeld.
Anspruch: Der Weg verläuft durch die Berge, solange man sich an den Hauptweg hält reicht aber ein wenig Trittsicherheit und natürlich aufgrund der Höhenmeter auch Fitness völlig aus um diesen zu bewältigen. Die Trittsicherheit braucht man auch weniger aufgrund von alpinen Gefahren als vor allem wegen der oft sehr felsig-steinigen Wegbeschaffenheit. An vereinzelten Stellen wie im Abstieg nach Deia sind Stöcke wegen des recht losen Untergrunds hilfreich. Geht man Varianten oder sucht sich Sidequests, wird es aber schnell mal anspruchsvoller und man muss hier und da auch mal die Hände benutzen oder stärker ausgesetzte Stellen überwinden.
Schlafen: Der GR221 lässt sich relativ problemlos komplett mit Unterkünften erwandern (für die ganz faulen auch mit Gepäcktransport und von der Agentur zusammengestellt). Lediglich im Bereich um Ses Fontanelles im relativen Westen und nach Soller sind die Unterkünfte zwar vorhanden aber eben so stark limitiert, dass zumindest vorheriges Buchen angezeigt erscheint. Als Unterkünfte kommen dabei einerseits in den Orten Hotels etc in Frage, es gibt aber auch private (Ses Fontanelles) und öffentliche Refugis mit Unterbringung in Zimmern oder im Schlafsaal. Hinsichtlich Übernachtung im Zelt scheint es mir in den letzten Jahren zunehmend strenger geworden zu sein. Man sieht viele relativ neue Schilder, die das Campen verbieten und auch in neueren Videos wird dies schon zunehmend thematisiert (z.B. bei Robert Klink ). Gleichzeitig gibt es aber auch auf den allermeisten Abschnitten tolle und abgelegene Wildcampingspots, erlaubt ist es aber eben generell nicht.
Essen/Trinken: Leitungswasser ist leider mindestens geschmacklich meh und Wasser außerhalb der Ortschaften so gut wie nicht vorhanden. Es gibt aber in den allermeisten Unterkünften inkl. der Refugis 1,5l Flaschen zu kaufen (Achtung: Ses Fontanelles verkauft mMn nur noch an seine zahlenden Gäste) und idR gibt es in den Örtchen auch einen oder mehrere kleine Lädchen, die nicht nur Wasser-, sondern auch eine grundlegende Nahrungsversorgung ermöglichen. Darüber hinaus kann man nicht nur in eventuellen Hotels, sondern auch in den Refugis Abendessen und Frühstück mitbuchen. Kleiner Werbeblock für alle, die sich auch mal gutes Essen gönnen wollen: im Blai in Port des Soller und im Aura in Deia haben wir wirklich vorzüglichst gespeist.
Sidequests: der Puig de Galatzo bietet Blicke über die gesamte westliche Hälfte der Insel; die Bucht von Deia ist eine extrem schöne Felsenbucht, die man mindestens zu wärmerer Jahreszeit auf jeden Fall für einen kleinen Swim mitnehmen sollte; der Puig Tomir bietet einen atemberaubenden Blick über die Berge hinab zum Meer im Osten bis hin zum Cap Formentor sowohl der Auf- als auch der Abstieg sind allerdings recht fordernd; nach Abschluss in Pollenca mit dem Bus weiter zur Halbinsel von Formentor und z.B. einige der tollen Felsenbuchten erwandern
Fazit: Wir haben die Wanderung auf dem GR221 sehr genossen. Der Weg ist in Teilen wirklich mehr als spektakulär und bietet immer wieder im Minutentakt neue Ausblicke auf die Berge oder die Steilküste. Dazu kommen schöne alte Ortschaften wie Valdemossa, Deia usw. Man ist zwar weder fernab der Zivilisation noch ist es menschenleer auf dem Weg, aber es fühlt sich außerhalb von Ortschaften auch nicht überlaufen an und vor allem im östlichen Teil aber auch gerade wenn man ein paar Varianten einbaut, trifft man schon mal für Stunden am Stück keine anderen Menschen.