Beiträge von dee_gee

    Einfach komplett übertrieben und unrealistisch.

    Eher unerfahrene Wanderer nehmen ja nicht deshalb viel zu viel mit, weil sie schon Probleme damit haben, den Rucksack aufzusetzen. Sondern es ist genau anders herum, weil er am Anfang gar nicht so schwer scheint, es okay ist damit ein paar Kilometer zu gehen, wird übersehen wie der zu schwere Rucksack auf Dauer das Forthommen behindert.

    Meine Erfahrung: Juli 2013 in Genua -- "Ich bin dann mal weg!"; Die Reise ins "Ungewisse" ging los, mit vielleicht 25 kg im Rucksack? (Deuter Aircontact 75+10) :/ :D Es war schon von Anfang an ein Struggle, das Monster auf den Rücken zu bekommen.

    Und ich habe das gar nicht in Frage gestellt. Warum? Weil ich zuvor noch nichts von UL gehört und meine Ängste (bzw. Vor-Sorge(n)) mit eingepackt hatte. "Muss wohl so ein". "Besser Vorsicht, als Nachsicht" etc. :S

    Es gab ja mal ein Youtube-Survival-Format, wo die zwei Protagonisten je 30kg mit sich rumschleppten?

    Insofern kann ich mir vorstellen, dass es hie und da Greenhorns gibt, die ihr Unterfangen mit kaum schulterbarem Gepäck (auch metaphorisch gesprochen) beginnen. Bis sie eines besseren belehrt werden. ;)

    Schlafsack ( ohne Zipper, ohne Kapuze ) mit Apex,Lavalan oder ähnlichen in verschieden Füllstärken ( auch oben und unten verschieden ) zur Auswahl

    Ich meine, dass man das auf Anfrage auch bei https://www.gramxpert.eu/ bekommt, in verschieden schweren APEX-Grammaturen gemäß dieser Angaben.

    Hab ich "mal gehört" ... kann es also nicht mit Sicherheit sagen.

    Und ist natürlich dementsprechend hochpreisig; aber wenn man es selbst nicht kann, will, etc., vielleicht eine Option.

    Auf YT kam vor kurzem eine Video-Reihe von einem sympathischen amerikanischen Paar zum Camino:

    Playlist (5 Haupt-Videos): https://www.youtube.com/watch?v=saTSJY…tTzZ1JvpXJqFp1A

    Das Ganze eher in Relation zu anderen spanischen Jakobswegen, die i.d.R. schon sehr üppige Infrastruktur & Komfort aufweisen.

    Dennoch bin ich letztes Jahr von Fisterra nach Muxia etwas über diesen Camino gelaufen, und fand es ganz nice. Hab ihn so halbwegs auf "der Liste" :)

    Einzig der Schnitt beim OMMCore Hoodie (Primaloft) ist so eng, das er bei mir wie eine Wurst sitzt.

    (...)

    Wenn die nicht so scheiße aussehen würden, würde ich die Dinger auch im Alltag tragen !

    Wart mal ab, bis die UL-Funktionskleidung auf den Laufstegen angekommen ist, dann darfst du mit Fug und Recht behaupten, dass du Trendsetter´warst. Evtl. in den 2040er-Jahren als "Revival" oder in den 2050ern als "Vintage".

    P.S.: No Fat Shaming ... könnte fast ein Selbstportrait sein. ;)

    DINAMICO OCTA T-SHIRT in L, welches bei mir im Vergleich bedeutend enger wie mein Mountain Hardwear AirMesh Longsleeve in Größe L anliegt; mein Karpo DINAMICO OCTA JERSEY LS in XXL

    was wiegen die Teile so? Ich finde auf der Herstellerseite keine Gewichtsangaben

    Aus meiner Lighterpackliste (gewogen mit Küchenwaage):

    • KARPOS DINAMICO OCTA JERSEY LS, XXL -- 124 g
    • KARPOS DINAMICO OCTA T-Shirt, XL -- 92 g

    Zum Vergleich meine Mountain Hardwaer AirMesh-Teile:

    • Mountain Hardwear AirMesh Longsleeve, L (gekauft 2022) -- 118 g
    • Mountain Hardwear AirMesh Hoodie, L (gekauft 2022) -- 134 g 

    Und dazu in Relation mein Alpha Direct Hoody:

    • Outliteside Polartec Alpha Direct 90 Hoodie, M+ -- 143 g

    Passt mir alles Pi mal Daumen ähnlich gut, und alle Teile funktionieren für meine Einsätze ähnlich gut (i.d.R. als Midlayer bei gefühlt unter 10°C in Bewegung; zusammen mit Windjacke wärmend/isolierend im Camp und nachts).

    Mit dem "Airmesh" von Mountain Hardwear habe ich keine Erfahrung. Siehst du da einen Unterschied zum Teijin Octa?

    Ich sehe da keinen Unterschied.

    Hier ein Artikel (2022): https://backpackinglight.com/mountain-hardwear-airmesh-review/

    Zitat

    Teijin, a large Japanese textile manufacturer ($8 billion revenue in 2020), introduced Octa fibers in 2018. Octa is used to manufacture Octa Active Mesh. This fabric has been implemented in various products, including the Arc’teryx Proton FL (as well as several other Arc’teryx products), the Noronna Faltikind Octa, the Mountain Equipment Kinesis Insulated Jacket, and now, the Mountain Hardwear AirMesh Shirt and Kor AirShell Warm Jacket.

    Den Artikel als solchen habe ich mir aber nicht durchgelesen.

    Mountain Hardwear und Karpos tragen sich für mich gleich gut. Bin sehr zufrieden mit beiden; ziehe sie tw. auch meinem Alpha90-Hoody vor, weil irgendwie "unkomplizierter". :)

    Interessant.

    Ich hab von Karpo ein DINAMICO OCTA T-SHIRT in XL, welches bei mir im Vergleich bedeutend enger wie mein Mountain Hardwear AirMesh Longsleeve in Größe L anliegt; mein Karpo DINAMICO OCTA JERSEY LS in XXL sitzt mir ähnlich bequem wie mein Mountain Hardwear AirMesh Hoody in Größe L (tatsächlich minimal lockerer, das Karpo ist ja aber auch zwei ausgewiesene Nummern größer vom MH Hoody entfernt).

    Ich habe gute Erfahrung damit gemacht, direkt bei Karpo zwei Größen zu bestellen, die infrage kommen, und das, was nicht gut passt, zurückzusenden. (das war bei mir kostenlose Rücknahme via UPS).

    Bei all dem Lobgesang auf das "Alpha", bringe ich doch gerne auch wieder das Teijin Octa ins Spiel.

    Alpha hat ja nicht nur Vorteile und mein Shirt von Karpos sieht nach 2000 km noch aus wie neu. Das kann ich von den Hosen von OMM nicht behaupten. Und die trug ich selten und meist nur im Zelt.

    https://www.karpos-outdoor.com/DE/de/search/?text=Octa

    Ich bin mittlerweile von "Alpha" zu "Octa". 🙂

    Laut der Beschreibung sind die Karpos Teile eher Baselayer. Wie ist denn da der Schnitt ? Ich benuzte mein Fleece eher als Midlayer über dem Hemd.

    Bei den Karpo DINAMICO OCTA JERSEYs würde ich daher auch 1 Nummer größer als gewohnt empfehlen.

    Bei mir befindet sich nix im .zip-Container, wenn ich die Datei runterlade und öffne.

    .stl ist bei mir drin, wollte sie dir hochladen, kommt aber leider: "Die Datei hat eine ungültige Dateiendung"

    Hm... also, mein native zip-Verwaltung unter WIN11 zeigt keine Datei im zip an. Mit 7-Zip funktionierts.

    Ich wollte aber nur mal gucken -- brauche das Gadget nicht. ;)

    Ich habe dann eine Kombi aus leichtem S2S-Silk-Liner (159 g) und Tyvek-Bivy (139 g) bevorzugt. Je nach Temperatur beides in Kombination (ggf. noch mit Windjacke und Midlayer gut bis 6-7° Grad aushaltbar) oder, meistens bei milden Temperaturen, nur den Silk-Liner solo

    Hi dee_gee, also die Kombi funktioniert für Dich bis 6-7 °C ohne zusätzliche Wärmeschicht aus Apex etc., verstehe ich das richtig?

    Also 6-7°C war ca. Außentemperatur ... ich habe dann in ungeheizten Räumen, ab und an mit Anwesenheit mehrerer Personen, geschlafen. Das war dann völlig in Ordnung. Im Zelt oder unterm Tarp habe ich das noch nicht probiert. Aber die Kombi kann man ja ggf. mal eine Nacht auf dem Balkon oder Terasse testen.

    Suche grade auch ne gute modulare Lösung mit mehreren Schichten für den Sommer, wenn's mit Quilt oft zu warm ist, manchmal aber auch etwas kälter wird. Ein Liner wäre da schon gut, weil auch mehr Schweiß, Sonnencreme etc.

    Für Schlafen im Zelt im Sommer hat bei mir die Kombi aus einem 133er APEX eLite-Quilt von Gramxpert und bei kälteren Nächten die Kombination zzgl. des 3FUL-Tyvek Bivys (dort die Version B MUMMY) gut funktioniert. Da war es schon mal eine 6°C-Nacht am Emmer-Ufer (auf frisch geschnittenem Gras, also sehr feucht mit viel Kondensation). Das hat mit Windjacke und ALpha90-Hoody sehr gut funktioniert).

    Und der Tyvek-Bivy ist DIY oder gibt's den zu kaufen?

    In Kombi mit dem SILK-Liner in Spanien hatte ich den 3FUL-Bivy Version A (Quilt) dabei. Das ist, wie der Name sagt, eine Quilt-Variante, also ohne Rückenteil sozusagen.

    Beide Varianten wie oben verlinkt zu beziehe, tw. dann auch bei Ali oder Amazon oder so.

    Über 3FUL: https://3fulgear.com/about/

    Aber könnte man solch ein Inlet wenigstens als Hüttenschlafsack im Sommer verwenden?

    Ich denke, ja.

    Die Teile scheinen nämlich einen komfortablen eiförmigen Schnitt zu haben, den ich sehr mag.

    Das ist doch schön. Ich mag die Mummy-Form nicht so sehr.

    Ich hatte mir mal für Jakobsweg-Vorbereitungen den Reactor bestellt und getestet, fand ihn aber als stand-alone-Hülle nicht überzeugend (es fehlte einfach an einer isolierenden Luftschicht). Ich habe dann eine Kombi aus leichtem S2S-Silk-Liner (159 g) und Tyvek-Bivy (139 g) bevorzugt. Je nach Temperatur beides in Kombination (ggf. noch mit Windjacke und Midlayer gut bis 6-7° Grad aushaltbar) oder, meistens bei milden Temperaturen, nur den Silk-Liner solo. Das hat zumindest auf 1000 km in Spanien (Sommer) für mich gut funktioniert. Auf kurzen Trips in geheizten Unterkünften wird man aber wohl auch mit dem Reactor solo nix falsch machen, denke ich.

    Ich tue mich schwer mit diesem Konzept. Jemand, der sich problemlos Unterkunft, Kleidung und Essen leisten kann, macht sich selbst auf die Großzügigkeit anderer angewiesen. Der Punkt ist, dass Großzügigkeit möglich erzwungen wird. Denn niemand möchte jemanden hungrig, frierend und obdachlos seinem Schicksal überlassen. Selbst wenn ihm nicht danach ist.

    Ich habe des Öfteren den subjektiven Eindruck gewonnen, dass man durch [ich nenne es in diesem Kontext mal] "Bedürftigkeit" anderen ermöglicht, großzügig zu sein. (Mutmaßlich) viele Menschen helfen gerne und bieten gerne Hilfe an, im persönlichen Umgang miteinander -- zumal, wenn sie sich die Großzügigkeit "leisten" können ["Du brauchst einen Platz zum Schlafen? Ich habe einen Platz frei.", "Du hast Durst? Ich habe ein warmes/kühles Getränk für dich übrig.", "Du musst von A nach B? Ich fahre in dieselbe Richtung, ich nehme dich gerne mit."].

    Wenn Menschen am Ende nicht das Gefühl haben, ein "Opfer" gebracht haben zu müssen, sondern Hilfe angeboten zu haben, weil sie gebraucht und angenommen (!) wurde, hinterlässt das bei vielen einen bleibenden, positiven Eindruck; auch für den eigenen wahrgenommenen Selbstwert.

    Hilfe geben und Hilfe empfangen resultiert bestenfalls in einer Win-Win-Erfahrung. In einer stark individualistisch, selbstbestimmten Zeit/Gesellschaft kann es für einige eine lebensverändernde, bereichernde Erfahrung sein, am eigenen Leib zu erfahren, was es bedeutet, wenn„the trail provides“.

    Dieser Prozess kann auch Teil eines Learnings sein, bei dem es darum geht, seine eigene Hilfsbereitschaft zu entwickeln, indem man erfährt, was es bedeutet, wenn einem selbst geholfen wird.

    Früher habe ich häufiger gehört "Die Italiener (Ungarn, Spanier, Serben, etc. etc.) sind so gastfreundlich und hilfsbereit ..." und passende Urlaubs-Anekdoten dazu. Im eigenen Alltag ist das meiste eben save, gut im Voraus geplant, klar geregelt. Ich weiß, dass ich morgens ins Auto X oder in Bus Y steige, und wann ich wie von A nach B komme. Da muss ich i.d.R. keinen um Hilfe fragen. "Unterwegs" zu sein bedeutet auch, sich vertrauensvoll für das Unbekannte zu öffnen, und bereit für "Segen" (in welcher Form auch immer) zu sein. Besonders durch das Wandern in Deutschland habe ich erfahren, dass auch "die Deutschen" sehr freundlich, aufgeschlossen und hilfreich sind und gerne helfen -- ebenso, wie es mir über Landsleute anderer Nationen berichtet wurde.

    Wir sind eine [Menschen]Familie; das lernt man unterwegs -- wenn man es nicht bereits vorher wusste.

    Nach einem Trip vor gut 12 Jahren, bei dem ich mich von Freunden "irgendwo" in Italien mit Rucksack und Zelt habe aussetzen lassen, und dann drei Monate lang "gepilgert" bin, hat sich in den allermeisten Fällen das geflügelte Wort bestätigt:

    A stranger is a friend you haven't met yet.

    Das war die Erfahrung, die ich mir damals wohl (unbewusst) gewünscht hatte, und ich habe sie sozusagen durch Vertrauen auf Gutes in/im Unbekannten "kreirt".

    Just my 2 cents.


    Ich glaube eher das ist eine religiös motivierte "the trail will provide it" Geschichte....

    Dazu fällt mir "Peace Pilgrim" ein: https://de.wikipedia.org/wiki/Peace_Pilgrim

    Hier ein Auszug aus einem Buch über Peace Pilgrim (Auszeichnungen fett, unterstrichen von mir):

    Zitat

    Eines Morgens, als ich in einem Weizenfeld bei Kansas schlief, wurde ich durch ein sehr lautes Geräusch geweckt. Ich hob den Kopf und sah, wie eine riesige Mäh­maschine auf mich zufuhr. Blitzschnell rollte ich mich zur Seite, um den rotie­renden Messern zu entkommen.  

    Ich fühle mich auf meiner Pilgerreise vollkommen behütet. Gott ist mein Schutz. Weder gibt es Unglücksfälle auf der göttlichen Ebene noch lässt Gott uns unbeachtet. Niemand geht so sicher, wie der, der bescheiden und arglos geht, mit viel Liebe und großem Vertrauen. 

    Ich erinnere mich an eine Zeit im Jahr, in der es nachts sehr kalt wurde. Die Temperatur sank unter den Gefrierpunkt, aber am Tag wurde es wieder etwas wärmer, sodass es tagsüber recht angenehm war. Das war im Herbst und der Boden war mit trockenen Blättern bedeckt. Ich befand mich inmitten eines Wal­des und es gab kilometerweit keine Stadt. Die Sonne ging gerade unter. Es war Sonntag. Irgendjemand hatte eine dicke Sonntagszeitung gelesen und sie an den Straßenrand geworfen – so wie man es nicht machen sollte; aber die Leute tun es immer wieder. Ich hob sie auf, ging von der Straße ab und fand einen großen immergrünen Baum. Darunter war eine kleine Senke, in der sich einige Blätter angesammelt hatten. Ich schob noch mehr Blätter in diese Senke. Dann legte ich ein paar Zeitungsblätter darauf und deckte mich mit dem Rest der Zeitungsblätter zu. Als ich am Morgen erwachte, war alles mit dickem weißen Reif bedeckt, aber der immergrüne Baum hatte ihn von mir abgehalten und ich war geborgen und warm in meinem Nest aus Laub und Papier. Das ist nur ein Tipp, falls du einmal draußen von der Nacht überrascht wirst.

    Die meisten Menschen, die sich nach Urlaub sehnen, sind Menschen, die etwas tun, wozu sie nicht berufen sind und wovon sie eine Weile ausspannen wollen. Ich kann mir nicht vorstellen, ein Bedürfnis nach Urlaub von meiner Pilgerreise zu verspüren. Wie gut ist es doch, im Herbst in den Süden zu wandern und die stille Schönheit der Erntezeit zu erfahren, aber den Frost zu meiden; die leuch­tende Pracht der Herbstblätter zu erleben, aber weiterzuwandern, bevor die Bäume kahlgefegt sind. Wie gut ist es, mit dem Frühling nach Norden zu ziehen, und die Frühlingsblumen einige Monate statt einige Wochen zu genießen. 

    Ich fand das Buch sehr inspirierend.