Beiträge von Davido

    Azes Bei mir ersetzt die Windjacke in Kombination mit einem Alpha Direct 90 Hoody in der Regel (bis zu einem bestimmten Grad) die Pufferjacke. Insofern habe ich sie immer dabei. Ich empfinde meine auch als deutlich atmungsaktiver als meine Regenjacke.

    Trailrunner reichen definitiv aus!

    Eine Waschmaschine gab es auf dem El Cedro Campingplatz nicht. Grundsätzlich ist die Ausstattung des Campingplatzes auch ziemlich rudimentär. Es gibt Outdoorduschen (ohne Dach) und -Toiletten und meines Wissens keine Räume, in denen man kochen oder Wäsche machen/trocknen kann. Lediglich in der Bar kann man sich innerhalb der Öffnungszeiten aufhalten.

    Hallo WonderBär , hallo an alle anderen,

    nachdem ich hier lange nur mitgelesen habe, nehme ich diesen Beitrag zum Anlass, auch mal etwas in diesem Forum beizutragen 😊

    Ich war im Mai 2025 auf La Gomera und bin erst den GR 132 und anschließend den GR 131 gelaufen. Es war meine erst längere Tour überhaupt und zudem allein, sodass ich sie in vielerlei Hinsicht als sehr eindrücklich und intensiv erlebt habe. Ich hoffe, ich kann ein paar Erfahrungen weitergeben!

    Zur Anreise:

    Ich bin am späten Nachmittag in Teneriffa Süd gelandet und habe die Nacht in Los Cristianos verbracht. Für die letzte Fähre abends nach San Sebastian de La Gomera war es leider zu spät. Wenn ich es ein zweites Mal planen würde, würde ich nach Möglichkeit bereits am Anreisetag noch nach La Gomera rübersetzen und die erste Nacht dort verbringen. Los Cristianos ist wirklich kein besonders schöner Ort. Ich bin dann morgens mit der ersten Fähre (Armas und Fred Olson fahren täglich mehrfach) rüber nach San Sebastian und bin dort direkt auf dem GR 132 (gegen den Uhrzeigersinn) gestartet. Die Fahrt mit der Fähre war sehr entspannt.

    Zu deinen Fragen:

    1. Hier kann ich leider nicht weiterhelfen. Ich bin an dieser Stelle den Parallelweg durch den Barranco de Majona über den Enchereda gegangen – sehr schön, teilweise auch etwas wild. Ich würde mich jedoch nicht unbedingt auf diese Quelle verlassen.
    2. Ich habe die erste Nacht am Playa de la Caleta verbracht. Das öffentliche WC mitsamt Dusche haben zu diesem Zeitpunkt problemlos funktioniert. Es gab zwei Toiletten und eine Dusche“kabine“ (ohne Tür). Ausserdem gibt es eine Feuerstelle mit Wasserhahn. Ich habe dort einen schönen Abend nach langem Tag (Start um 10 Uhr in San Sebastian) gehabt und die Dusche war genial. Die Stadt Hermigua lässt die Sanitäranlagen dort anscheinend auch reinigen: Als ich morgens aufwachte, kam ein Mitarbeiter der Stadt und hat Toiletten und Dusche geputzt.
    3. Zu diesem Wasserhahn kann ich leider ebenfalls keine Aussage treffen, da ich die Version des GR 132 durch Vallehermoso gelaufen und nicht an der Stelle gewesen bin.
    4. Der Wasserhahn an dieser Quelle hat jedoch funktioniert und ich habe dort auch Wasser aufgefüllt.
    5. Das gesamte Gelände an und um den Playa del Cabrito gehört zu einem Agriturismo-Hotel, das nicht besonders scharf auf Wanderer ist, die sich auf dem Gelände aufhalten. Es ist relativ strikt beschrieben, wo man sich auf dem Gelände aufhalten kann (nur auf dem markierten Weg) und dass ein Verweilen/Aufenthalt nicht gestattet ist. Man kann an der Rezeption des Hotels jedoch Wasser kaufen (habe ich auch gemacht). Ich habe auf dem Gelände auch kurz das Bad genutzt, hat aber auch niemand mitbekommen. Ich bin dann aber auch relativ zügig weitergegangen.

    Bezüglich der Wassersituation würde ich Capere zustimmen. Insgesamt fand ich die Wasserversorgung in Ordnung, da man an nahezu jedem Tag durch ein Dorf läuft. Quellen gibt es jedoch so gut wie keine, vor allem nicht im trockenen Süden. Es ist also ein wenig Planung notwendig. Ich bin in der Regel morgens mit ca. 3 L Wasser gestartet. Auf Etappen, bei denen ich wusste, dass ich kein neues Wasser kaufen kann, jedoch auch mit etwas mehr.

    Herausfordernd fand ich teilweise auch die Vegetation. Im Mai waren einige Sections des GR 132, vor allem im Osten und Norden der Insel, stark mit Disteln überwuchert. Es war teilweise sehr mühsam, sich bei steilem Anstieg gleichzeitig durch ein (hüfthohes) Distelfeld zu schlagen. Im Westen und Süden der Insel hat dann im Mai ein Getreide geblüht, dessen Grannen sich regelmäßig in die Haut gebohrt haben. Ich musste teilweise alle 15 Minuten meine Schuhe ausziehen und Grannen aus meinen Socken bzw. meiner Haut entfernen. Gamaschen wären sehr hilfreich gewesen. Die Vegetation kann im März/April jedoch auch noch anders sein.

    Ich würde, je nach Möglichkeit und Etappenplanung, die Gelegenheit nutzen und in einigen der Dörfer/Städte eine Pause einlegen (ob tagsüber zum Snack oder abends zum Abendessen). Das beste Essen hatte ich eigentlich immer in kleinen Bars oder Restaurants, häufig in einem der kleineren Dörfer. Beispielsweise bei Hotel Bar Sonia in Chipude, Bar La Plaza in Alojera oder in der Bar des Canpingplatzes El Cedro (die Besitzerin ist allerdings nicht besonders gut gelaunt gewesen). Hier kann man auch das alltägliche Leben abseits des Tourismus beobachten. Ich hatte allgemein nur positive Begegnungen dort und bin teilweise mit den Einheimischen ins Gespräch gekommen 😊 Ich habe häufig abends in einer Bar/Restaurant etwas gegessen und bin anschließend aus dem Dorf rausgelaufen und habe mir einen Platz zum Zelten gesucht. Ansonsten gab es sehr viele Bocadillos (Baguette-Sandwiches). Ich war aber auch ohne Kocher unterwegs.

    Insgesamt fand ich die Natur sehr schön und wunderbar vielseitig – vor allem auf der Ost- und Nordseite sowie im Inselinnern. Wunderschöne und teils sehr verlassene und ruhige Barrancos, Regenwald, Palmenplantagen und allgemein eine schöne Pflanzenwelt, faszinierende Felsformationen, Höhenwege mit Blick auf das Meer und vieles mehr. Auch im Süden gibt es einige interessante und wirklich schöne Barrancos und Spots (z.B. Barranco de la Negra bei Arguayoda). Wie Boogada42 sagt, hat gerade der Süden jedoch auch eine andere Seite. Hier ist es sehr heiß und trocken und dies lässt sich auch mit Blick auf die Vegetation beobachten – es gibt sie teilweise nahezu nicht, und wenn, dann häufig nur in der Form des oben beschrieben Getreides. Dafür gibt es viele Steine. Der GR 132 quert hier mehrere Barrancos und so ist es ein ständiges auf und ab, das sich zeitweise sehr „pointless“ anfühlt. 300 bis 400 in Hitze hart erkämpfte Höhenmeter müssen direkt wieder abgestiegen werden – und anschließend wieder aufgestiegen. Das erfordert eine gewisse Frustrationstoleranz und gerade den Abschnitt zwischen Playa de Santiago und San Sebastian habe ich deshalb körperlich und mental als sehr fordernd empfunden. Ich habe mich jedoch hier auch übernommen und bin die Section von Valle Gran Rey bis San Sebastian in zwei Tagen (jeweils ca. 35 km) gelaufen.

    Ich vermute, dass du mit dem Zelt unterwegs bist. Die Zeltplatzsuche fand ich aufgrund der Vegetation und Steinfelder nicht immer einfach. Aber ich habe einige schöne Spots gefunden und dort geschlafen. Bei Chipude habe ich eine Nacht bei schwerem Sturm im Zelt verbracht. Das war nicht besonders angenehm, mein X-MID hat aber hervorragend gehalten 😊 Falls du Fragen zu konkreten Spots hast, meld dich gern bei mir!

    Ich hatte insgesamt eine sehr schöne Zeit auf La Gomera! Sag gern Bescheid, wenn du noch weitere Fragen hast. Ich teile gern weitere Erfahrungen 😊