Ich folge einem auf der Karte genauso wie der vorige Abstieg eingezeichneten Weg - und lande - der geneigte Leser ahnt es - endlich wieder auf einer Forststraßen ![]()
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Es geht lang einen schönen Fluss entlang, wäre die Wegart nicht, landschaftlich immer noch hübsch, aber so fällt mir der Genuss deutlich schwerer...
Für eine späte Mittagspause im Schatten und mittlerweile auch ganz gut in Anspruch genommene Beine taugt er trotzdem wunderbar.
Irgendwann stoße ich wieder auf den heißgeliebten GR247 - und schufte mich weiter diesen entlang, die Sonne brutzelt unaufhörlich - und ich muss an die Wanderer auf der Staubpiste denken, die ich morgens von oben noch bemitleidet hatte.
Im Ausblick dabei zumeist spannende Bergpanoramen, auf denen ich mich so viel lieber entlang bewegen würde...
Ich komme an einem weiteren Refugio vorbei, dass auch über so einen tollen Klapp-Bett-Tisch in schönster VEB Kacheloptik verfügt
Die Tischplatte ist gedoppelt, klappt sich auf die Bank im Vordergrund aus, das Element an der Wand wird bündig von der anderen Seite bis an die Tischplatte anschließend heruntergelassen - smartes multiuse von wenig Platz!
Wo ich dir Bilder gerade so sehe - gar nicht so unhübsch. Ich habe den Schnabel aber so langsam gestrichen voll von der endlosen Schotterpiste, auf der ich mich seit heute Mittag und nunmehr bald zwanzig Kilometern befinde.
Zumal die Aussicht bis zurück nach Cazorla und die verbleibenden um und bei 30km GR nicht wirklich besser wird.
Irgendwann scheinen sich Autos erlaubt - oder einfach nur üblicher, womit ich mich auch immer öfter fluchend in Staubwolken wiederfinde - aber zugleich die Möglichkeit, den Trauerspiel ein Ende zu bereiten nur einen Daumen hoch entfernt scheint
Ich fange im Laufen an, mich mit Busrouten ab Cazorla auseinanderzusetzen, das Netz ist hier und da wieder brauchbar. Heute noch bis kurz vor Cazorla und morgen früh ab zurück zur Familie und Annehmlichkeiten der Zivilisation anstelle eines weiteren Tages Schotterpiste macht die Entscheidung leicht.
Ich fange an, den Daumen raus zu halten, der Erfolg ist zwar weniger einfach, als in erwartet, aber irgendwann werde ich von einem älteren birdwatcher Ehepaar mit Kofferraum voller gigantischer Spektive mitgenommen zu einer größeren Straßenkreuzung - und von dort nach längerem Daumenzeigen und eher Ignoranten Tageswanderern in Blechdosen von einem wie sich herausstellt Wanderführer aus der Gegend bis la Iruela kurz vor Cazorla.
Ein denkbar geeignetes Opfer für meine Tiraden auf den GR247 während der langen, kurvigen Fahrt, für die er als Kenner der Sierra vollstes Verständnis hat.
Einen Tipp zur wilden Übernachtung hat er auch noch parat - und so bin ich mit der Dämmerung plötzlich wieder in der Zivilisation und steige durch die hübschen Sträßchen vorbei an der malerischen Burgruine hinauf zur Einsiedelei, um mit Blick auf das Städtchen die Nacht zu verbringen.
In der mittlerweile fast Dunkelheit überrasche ich noch ein paar Steinböcke, die mir schnell noch mal ihre Sprungkraft vorführen
Einem fast Herzinfarkt entgehe ich, indem sich das laute Ungetüm im Wald im Mondlicht sich im Licht der Kopflampe schnell als Stromverteilerhäuschen samt gelungenem Graffiti entpuppt
Die Lichter gehen an, die Berge leuchten noch im Hintergrund, ich bin zufrieden mit meiner Entscheidung. Ich baue die Hängematte auf, stelle den Wecker auf viel zu früh vor Sonnenaufgang, morgen geht es dann noch ein paar Kilometer bergab und weiter nach Cazorla zum Bus, der mich zum späten Frühstück zurück bringt.