Beiträge von questor | hangloose

    Ich war damit nun auf dem Lykischen Weg und in den Westalpen unterwegs und auch dafür reicht mir der Platz.

    https://lighterpack.com/r/tl8vcy


    Macht vielleicht Sinn, die inhaltliche Diskussion zum Pack hier hin zu verschieben, wo es schon ein paar Rückmeldungen dazu gibt?

    questor | hangloose
    24. Februar 2025 um 15:03

    Hab's gerade in den Fingern, der Poncho Modus ist wirklich schräg, wie schon im Video hier zu erahnen.

    Die Seiten sind zu lang, hinten wird's mit Rucksack ever zu kurz, vor allem, wenn man das alles noch mit dem Gürtel zusammenrafft, um die zu langen Seiten zu bändigen. Bin nicht so riesig, mein Rucksack auch nicht, daher nicht ganz so dramatisch zu kurz, wie im Video, aber wirklich sinnvoll erscheint das nicht.

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    Hab mal spaßenhalber das ganze um 90° rotiert, sodass die langen Seiten vorne und hinten sind - VIEL besser. Lässt sich auch einfacher raffen vor dem Bauch, wo's dann zu lang ist.

    Die Seiten könnte man mit kamsnaps oder Klett schließen, wie bei anderen Ponchos auch, die Durchgriffe, wie vorgesehen braucht es dann nicht.

    Die Kapuze dürfte sich - zumindest mit Können halbwegs schmerzfrei abtrennen, rotieren und erneut annähen lassen.

    Aber mir selbst als eher mäßig begabtem traue ich die Operation am brandneuen Teil nicht so recht zu.

    Ich denke, ich werde es erstmal zurück schicken.

    Im Kragen/Kapuzenbereich gibt es dazu ne Menge Nähte, da bilden sich beim Tragen auch viele Kuhlen für Regenwasser - ob man das dauerhaft mit seamseal abgedichtet bekommt ist aber schon so eine generelle Frage, auch ohne Mod.

    Den Aufbau habe ich nicht versucht, aber da ist das pyraomm ja erprobt...

    Wir brechen im Morgengrauen auf nach Hisarcandir - auch am Morgen ist der Blick über die Berge und Bucht nach Antalya traumhaft.


    H. ist eine kuriose Mischung aus Holzhütten mit selbstversorger-Schweinestall und recht luxuriösen Wochenendhäuschen - es scheint sich in Antalya rumgesprochen zu haben, dass es einen Steinwurf entfernt ganz netten Zustieg in die Berge gibt...



    Sollte der Bus tatsächlich wie angegeben fahren, haben wir noch jede Menge Zeit, aber wir trauen der Google Maps Angabe nicht so recht und weitere Optionen gibt es ja nicht - und so frühstücken wir halt in aller Ruhe an der 'Bushaltestelle' aka Straßenrand. Irgendwann gesellen sich ein paar Schulkids und ältere Damen zu uns, um auf den? Bus zu warten, und so steigt die Hoffnung, dass das mit dem Fahrplan schon irgendwie stimmt.
    Und tatsächlich - fast auf die Minute pünktlich kommt er angerauscht, wir steigen ein, auf gen Zivilisation. Das war's nun echt, komisch...Die bergige Landschaft zieht vorbei, es wird flacher, urbaner - und schwupps sind wir im Trubel von Antalya.

    Zunächst das übliche Programm: Supermarkt für den kulinarischen Amoklauf kapern, Bleibe suchen, Grundreinigungsprogramm von Körper und Kluft - und dann ein bisschen Antalya erkunden.

    Um es kurz zu machen: Altstadt hübsch, aber wirklich bis zum allerletzten Laden ein reines Tourierlebnisdorf.







    Drumrum ganz nett, nichts, was einen vom Hocker haut, Aber zum Ausspannen für einen Tag perfekt.

    Wir legen uns abermals ordentlich in's Zeug, das Kaloriendefizit wieder wett zu machen, rund um die Uhr, von türkischem Frühstück bis Kokorec






    und lassen uns treiben. Hafen und Küste, Bazar, Friedhof, Stadtteilfest












    Und schauen in der Abendsonne noch ein Mal zurück über die Bucht auf die Berge, von denen aus wir gestern Abend noch in die andere Richtung gestaunt haben


    Schön war's! Vor allen Dingen auch überraschend. Überraschend vielfältig und abwechslungsreich für einen 'Küstentrail', sowohl landschaftlich wie historisch, um diese Jahreszeit überraschend grün, ab und an sogar überraschend anspruchsvoll, aber sehr in Maßen, überraschend einsam und zivilisationsferner als erwartet - definitiv auch in 2025 noch eine Empfehlung für einen relativ einfachen no-brainer Trail mit Schönwettergarantie und ohne viel Vorbereitung und Planung.

    Gelaufen sind wir in den Acht vollen Tagen und zwei Tagen rumgeeier zum Einstieg und beim Abkürzen insgesamt 275km, rund 12000hm rauf und 11000hm runter.

    Der morgen ist wie erwartet klatschnass, selbst in der Hängematte, von P.'s Tropfsteinhöhle ganz zu schweigen.

    Das Zelt auf der Wiese ist nun nicht nur zu sehen, sondern beim Abbauen trotz der ordentlichen Entfernung sogar auch zu hören - das Sägewerk läuft noch auf Hochtouren.

    Wir machen den Absprung, noch bevor uns die Sonne erreicht und machen am nächstbesten Roadside Cafe eine kleine Morgenetappe weiter durch eher liebliches Gelände Halt, um unsere Sachen zu trocknen.



    Die Preise sind eher ambitioniert (Der BigMac Index ist bei unserer Tour eher der Dose-Cola-Index als Anhaltspunkt), aber die Ecke scheint auch ziemlich vielbegangen.
    Das hier schon mal gezeigte Klo mit Ausblick gibt jedoch wiederum Pluspunkte




    Es ist ganz schön Betrieb am Vormittag, abermals Mitglieder der sagenumwobenen, russischen Umschnall-Silbersitzkissensekte mit den Riesenrucksäcken in großer Zahl, die dort Lager aufgeschlagen hatten und noch immer nicht vom Fleck gekommen sind. Im Folgenden kündet die schweizer-Käse-artige Durchlochung des feuchten Bodens und die vielen russichen Schilder und Trail Sticker davon, dass dieser Abschnitt rund um Kemer fest in der Hand der Sekte sein muss.




    Es geht ein gefälliges Flussbett entlang und wir haben Spaß beim Felshopping, bergab Richtung Göynük. Die Sonne brutzelt ordentlich, der Schirm leistet treue Dienste.









    Dem Städtchen genähert mehren sich auch die unzureichend ausgerüsteten Tageswanderer und Instagramer im Selbstüberschätzungsmodus.
    Ein paar Britinnen im steten Selfiemodus, Flip-Flops, leeren Wasserfläschchen und hochroten Köpfen kommt uns entgegen mit fast schon der Aufforderung statt der Frage, dass da jetzt wohl bald gefälligst mal Trinkwasser zu kommen hat. Nee Mädels - seit Stunden nicht. Aber das Flusswasser wird man ja wohl doch trinken können? Na ja, man kann vieles - ob man auch sollte...Gn8 and good luck!
    Unten angekommen wirkt der Flussausläufer eher wie ein Disneyland. Zipline Jeeps im Safaristyle, Papageien, lustige Eiscremestandclowns - und eher urban anmutende Tourigruppen das volle Programm. Wir sind froh, keine Resupply zu brauchen - und nehmen die Beine schnellstmöglich wieder in die Hand, den nächsten Flusslauf wieder rauf.



    Da wird es schlagartig wieder ruhiger, nur noch ein paar Mehrtageswanderer begegnen uns.
    Wie sich das eigentlich mit dem Bus aus Hisarcandir nach Antalya verhält, wissen allerdings leider weder die türkischen, noch die russischen Wanderer.
    Ob man dem Google Maps Fahrplan trauen kann? Da gibt es nämlich genau einen Bus früh morgens. Ob wir es überhaupt noch in ausreichende Schlagweite schaffen?
    Aber der Wald und der Fels bieten langsam endlich Schatten und Abkühlung und so tun wir, was wir am frühen Abend für gewöhnlich tun - laufen, laufen, laufen. Bilder sind dabei kaum entstanden, Vernichtung der Vorräte, hier Sesamstange mit Schokocreme aus der ULer freundlichen Tube mal außen vor.




    Es ist Vollmond - und irgendwie eine ganz besondere Stimmung, in der wir da andächtig unterwegs sind.

    Und so werden die Kopflampen heute mal später fällig als sonst - laufen, laufen, laufen.

    Und plötzlich, am letzten Pass und vor Abstieg nach Hisarcandir, zeigt sich Antalya gegenüberliegend der Bucht mit langsam aufgehenden Lichtern.
    Wir verharren eine ganze Weile und genießen den Ausblick. Manchmal ist es ja der eine Blick, der einem klar werden lässt, dass man es geschafft hat, am Ende ist, Finish!






    Wir rollen noch ein ganzes Stück weiter bergab bis kurz vor Hisarcandir - und latschen fast auf einen Skorpion - vielleicht doch etwas mehr Kopflampe statt Vollmond?


    Es ist schon ein ganzes Stück wärmer, so weit unten. Morgen ist früh aufstehen angesagt, um auf Nummer sicher zu gehen, dass wir den Bus auch erwischen, so er denn irgendwie um und bei der angezeigten Uhrzeit auch fährt - und so fallen wir relativ direkt in die Federn, als das schnelle Lager steht.

    Endspurtmodus: 35km, 2050hm ruff - und 1880 runter. Morgen früh noch schnell drei zum Bus und das war's dann - wenn er denn kommt.

    Am Fahrrad ist kleines Packmass wichtiger als das letzte Gramm

    Vielleicht wäre ja auch der Kunstfaserschlafsack

    Nee, das beißt sich.

    Möglichst viel Iso, wo man sie braucht + kleines Packmaß + idealerweise noch geringes Gewicht spricht halt für einen Quilt. Bei anderen Optionen musst Du abwegen, bei welchem dieser Faktoren Du bereit bist, Abstriche zu machen, das berühmte Dreieck.

    Puh, das ist schon verdammt viel Gewicht für verdammt wenig ISO.

    Brauche auch viel Platz - deshalb Quilt. Vor allem bei dem von dir beschriebenen Jahreszeitenfenster.

    Da wäre eher ein aerial 180 meine Waffe der Wahl, ggf. zum Quilt gemoddet wie von MaikGrosser :thumbup:

    MaikGrosser
    1. Oktober 2024 um 18:27

    Bist Du eigentlich weiterhin zufrieden Maik? Wie weit kommst Du damit temperaturmäßig runter?

    Wir genießen den Morgen im wunderschön lichten Nadelwald


    und machen uns auf den Weg Richtung Beycik und den Tahtali Dagi.
    Als wir an einige Straßenkehren bergauf kommen, spielen wir das beliebte - 'ich kürze querfeldein ab, das ist schneller' - 'Ich lauf die Kehren, das ist schneller' Hase-und-Igel Spiel.
    Als ich nach meinen Abkürzungen wieder auf der Straße lande, schmunzle ich als Igel und Erster kurz, Recht behalten zu haben, staune aber, den Hasen noch nicht mal sehen zu können.
    Als ein Auto von hinten naht, staune ich nicht schlecht, als selbiger dort bereits drin sitzt - und mich dazu winkt.

    Zwei türkische Wanderer, die ebenfalls auf den Tahtali Dagi wollen, haben angehalten und ihn eingesammelt - und so geht es anstelle auf der Straße entlang zu Fuß nun motorisiert bis zum Zustieg.

    Der Aufstieg durch altehrwürdige Zedern voll silbernem Moosbehang ist wirklich hübsch, wir plaudern, so gut es auf Englisch geht mit den Beiden, die schon öfter oben waren, verpflegen uns kurz mit einem Snack an einer homestay-Artigen Holzkonstruktion am Wegesrand noch mit Gözleme und Cai - und kraxeln weiter.

    Wilde Pfingstrosen - laut unserer Mitwanderer wohl sowas wie eine türkische Nationalblume und unter höchstem Schutz.

    Als es langsam geröllig und baumlos wird, wird es leider auch schlagartig diesig. Der Tahtali Dagi hüllt sich als höchste Erhebung in der Gegend und nah am Meer leider gerne mal in Wolken.

    Mit Schnee hatten wir auf dieser Tour wahrlich nicht gerechnet!

    Und so bleibt es leider auch. Bis oben, lange und länger, bis wir keine Lust mehr haben, oben an der Gondelstation auszuharren und auf Sicht zu hoffen.
    Und so hätten wir das gemeinsame Gipfelfoto auch zu Hause vor der weißen Tapete machen können, der Hintergrund hätte nicht anders ausgesehen.
    Viele scheinen nicht gerade zu Fuß zu gehen, werde ich als einer der wenigen mit Schuhen, die tatsächlich einen Trail berührt haben doch aufgefordert, in der Gondelstation mit Aussichtspunkt, Restaurant, Shop etc. die Einwegüberzieher überzuziehen, um den blank gewienerten Steinboden zu schützen. P. mit seinen Lunas bleibt da als des Wanderns unverdächtig unter dem Radar ^^

    Wir verabschieden uns von unserern Mitwanderern und steigen wieder ab. Etwas scheint es aufzuklaren, so ist es ja immer, aber viel ist es nicht, und so marschieren wir ohne Reue weiter.

    Zunächst wieder geröllig-neblig gleichende Blicke (s.o.), dann wieder herrliche Zedern und Ausblick.

    Ein Stück lang unterhalb des Tahtali Dagi vermiesen uns nervige Quad-Gruppen etwas die Stimmung, bleiben aber zum Glück eine lokale Touristenerscheinung. Irgendein Rennen ist hier wohl auch durchgegangen.

    Nachdem uns wieder diverse Gruppen der sagenumwobenen, russischen Umschnall-Silbersitzkissensekte mit den Riesenrucksäcken im schnaufenden Aufstieg entgegengekommen sind, sind wir schließlich 'unten' an einer Straße und nahegelegenem Ort Beycik Dagi. Das vermeintliche Stromhäuschen entpuppt sich als öffentliche Toilette - mit DUSCHE im Nirgendwo. P. hüpft unter die Dusche, ich begnüge mich faul mit etwas Katzen- und Klamottenwäsche an der Quelle daneben und mache es mir in der 'Lounge' bequem, die direkt daneben an den Wegesrand gezimmert wurde - und scheinbar jeder Dorfbewohner einen andersfarbigen Sessel gespendet hat ^^


    Ein Stück weiter im Dorf selbst bewundern wir noch die hier schon mal gezeigte Turboschubkarre mit Scheibenbremse,

    futtern noch am Kiosk und kaufen nach - und schon sind wir auch wieder raus aus der Zivilisation (die hier neben normalem Dorfleben auch eine ganze Menge kleinere Unterkünfte für Wanderer bereithält - und sogar Speisekarten und Schilder auf russisch) und weiter in der Abendstimmung gen Nachtlager.

    Die Suche gestaltet sich mal wieder etwas langwierig, laufen wir doch mal wieder quer zum Hang und eher bergauf - ohne Aussicht auf Besserung, bis es endlich wieder so weit ist, wie jeden Abend ritualisiert die Kopflampen zu zünden, und die Nachtstimmung mitzunehmen.

    Irgendwann landen wir weiter oben auf einem Plateau auf einer riesigen Wiese. Im Kopflampenlicht reflektieren auf der anderen Seite auch irgendwie Zeltleinen - da wird sich jemand im Zelt wohl mal wieder an den Kopf fassen, wer wohl zum Teufel um diese Zeit im Nirgendwo noch unterwegs ist...

    Die Wiese ist jetzt schon ordentlich feucht, das könnte nass werden morgen früh, aber was soll's - an Sonne mangelt es hier ja eher weniger - Gn8! :sleeping:


    Das Tagwerk: 32km und Dank abstecher auf den Tahtali Dagi satte 2190hm hoch, 1950 runter, - die 1,5km Anhalter nicht aus den hm herausklamüsert

    Möglich - wobei das auch bereits einen gewissen Sonnenschutz bietet. Wie hoch der ist, müsste man ausprobieren - oder mal hören, ob OR dazu eine Meinung hat.

    Und für die behaupthaarten unter uns dürfte die bessere Lüftung dafür wahrscheinlich sogar überwiegen.