Beiträge von janphilip

    Hallo ihr lieben,

    ich möchte eigentlich seit unserer Tour in der Hardangervidda einen Reisebericht über Trekking mit Baby schreiben.

    Nun sind, ich kann es kaum glauben, schon 2 Jahre vergangen und ich habe immer noch keinen geschrieben. Ich schaffe es einfach nicht mit den Ansprüchen die ich eigentlich an den Bericht hatte.

    Da mich aber immer mal wieder Anfragen diesbezüglich per PN erreichen, mache ich jetzt einfach einen Faden auf, schreibe meine Erfahrungen zusammen und suche in den nächsten Tagen auch noch ein paar Bilder raus.

    Auf das Tagebuch, die detaillierte Route, Packliste und was ich mir nicht alles vorgenommen hatte müsst ihr wahrscheinlich verzichten aber vielleicht ist es trotzdem besser als nichts.


    Als Präambel möchte ich folgendes loswerden:

    Lasst euch durch niemanden verunsichern, dass sowas mit Kind nicht möglich ist! Auch nicht von euch selbst.

    Wir haben vor der Tour so dermaßen viel Gegenwind, auch von Freunden und Familie bekomme, dass wir echt unsicher geworden sind. Da sind Begriffe gefallen wie "verantwortungslos", "unverantwortlich", "viel zu klein" und viele viele weitere Bedenken.

    Als wir dann auf Tour waren haben selbst die Norweger gestaunt und viel nachgefragt wie und warum wir das machen.

    Es war richtig schön, gerade auch bei jungen Leuten die wir getroffen haben, nach den Gesprächen zu merken, dass sie auf das Thema Eltern-Werden durch die Begegnung mit uns einen anderen Blickwinkel bekommen haben und hoffentlich den Mut und die Motivation aufbringen sowas auch mit ihren Kindern zu machen.

    Während der Tour haben wir mehrfach festgestellt, dass sich die Pflege unseres Kindes sogar "einfacher" anfühlt als zu Hause. Man ist ja, gerade beim ersten Kind eigentlich ständig in der Überforderung. Wir konnten damit auf Tour deutlich besser umgehen als zu Hause und waren alle drei entspannter als mit all dem Komfort zu Hause.

    Was ja eigentlich total kontraintuitiv ist: Wir dachten auch, es wäre viel anstrengender wenn man keine Wickelkommode, keine Badewanne, kein Heißwasser, keinen Mülleimer etc. pp. dabei hat. Das genaue Gegenteil war der Fall!


    Auswahl der Tour:

    Folgende Überlegungen zur Auswahl der Tour möchte ich jedem ans Herz legen.

    • Schwierigkeitsgrad:
      • Man sollte eine Bewertung der Schwierigkeit einer Tour vornehmen nach folgenden Kriterien: Kondition, Orientierung, Klima, Technik/Trittsicherheit (Absturzgefahr etc. pp.).
      • Danach sollte man sich ehrlich beantworten: Wo stehen wir da ohne Kind? Und dann sollte man den Schwierigkeitsgrad dramatisch verringern!! Eine solche Tour sollte man nicht machen um irgendwas zu schaffen! Keine Strecke, kein Ziel, kein gar nichts! Es gibt also kein Ziel, das ist das erste was an einer solchen Tour anders ist.
      • Das bedeutet auch: Man muss zu jeder Zeit aussteigen können!
    • Tagesetappen:
      • Als Planungsgrundlage empfehle ich die Tagesetappen die man normalerweise geht durch 5 zu teilen und diesen Schnitt als groben Plan zu haben. Aber noch mal: Es geht nicht um eine Tour mit Start und Zielpunkt! Bei uns war es zum Beispiel so, dass weder der Start noch der Zielpunkt der ursprünglichen Planung entsprachen! :)
      • Außerdem haben wir weitere Must-Haves und Don't-Haves definiert.
    • Must-Haves:
      • Ausstieg innerhalb eines Tages immer möglich
      • Gute medizinische Versorgung im Tourgebiet
      • PLB dabei
      • Bergekostenversicherung für alle Beteiligten (Kleingedrucktes lesen wegen dem Kind)
      • Eigene Erste Hilfe Fähigkeiten (Normalen Erste Hilfe Kurs auffrischen + Baby Erste Hilfe Kurs). Meine Freundin ist Ärztin daher ist dieser Punkt bei uns gut abgedeckt.
      • Wenn kein Elternteil eine medizinische Ausbildung hat würden wir empfehlen vorher mit dem Kinderarzt zu sprechen. Der kann einem eine Reiseapotheke zusammenstellen mit Anleitung was wann gegeben werden sollte. Also zum Beispiel: Was gebe ich dem Kind wenn es plötzlich hohes Fieber bekommt um die Zeit in die Zivilisation zurück zu überbrücken.
    • Don't-Haves:
      • Kritisches Klima im Tourengebiet
      • Furten über Kniehöhe
      • Absturzgefahren / Ausgesetztheit/ Kletterpartien jedweder Art. Auch keine ganz kurzen Passagen.
      • Keine Bären im Tourengebiet

    Ausrüstung:

    Hier wird es spannend. Ohne ultraleicht und ultra reduziert geht es nicht. Es wird so schon mehr als schwer das alles zu schleppen! Wir haben z.B. normalerweise immer leichte Sandalen für Furten, Lagerleben und als Notfall Schuhe dabei. Haben wir nicht mehr reinbekommen, sind also zu Hause geblieben. Eigentlich wollte meine Freundin ihre Regenjacke mitnehmen, hatte keinen Platz mehr, ist zu Hause geblieben. Der Poncho musste reichen.

    Es ist hier tatsächlich vor allem auch das Volumen ausschlaggebend und nicht nur das reine Gewicht. Man muss daher also wirklich extrem reduzieren. Wir haben tatsächlich auch noch mal Sachen kurz vor der Tour aussortiert und im Auto gelassen.

    Nun zu einigen Details:

    Kraxe: Auf jeden Fall vorher ausprobieren! Bei uns gab es RIESEN Unterschiede darin wie lange unser Kind ruhig drin sitzen mochte! Wir sind alle Kraxen auf kurzen Wanderungen Probegelaufen. Gewichte rein, Kind rein und dann 1-2 Stunden wandern gehen. Das haben wir mit 3 Modellen gemacht und uns für die Osprey Kraxe entschieden. Die hat unserem Kind am besten gefallen und hat wirklich sehr viel zusätzliches Stauvolumen! Das ist krass was man da unter dem Sitz noch unterbringen kann!

    Außerdem hat die Osprey Kraxe eine Wassersystemaufhängung die mega genial ist. Da passt eine 500 ml Blase hinter das Rückennetz. Das ist sehr angenehm weil man rankommt ohne alles auszupacken.

    In die Kraxe haben wir alles gestopft was halbwegs leicht war: Poncho, Windeln und Zubehör, Mückennetz, Trockennahrung, Kleidung plus die 500 ml Wasserblase.

    Den Rest habe ich getragen in einem 85 l Monster von einem Rucksack.

    Wir haben es nicht gewogen aber ich schätze ohne Wasser lagen wir bei ca. 25 kg Rucksack und 20 kg Kraxe. Mit Wasser entsprechend mehr.

    Mückennetz:

    Handelsübliches, kleines Mückennetz für Kinderbetten welches man über die Kraxe werfen kann. Im Gehen und auch in den Pausen oder Abends bis das Zelt steht GOLD wert!

    Verpflegung:

    Grundverpflegung einplanen und so planen, dass man in den Hütten nachkauft. Anders geht es nicht.

    Das Baby wurde bei uns gestillt. Mit Milchpulver müsste es aber auch gehen.

    Windeln:

    An dem Thema wären wir fast gescheitert und mussten auch auf Tour dann noch ein bisschen nachbessern.

    Unsere Tipps:

    2x wasserdichte, wieder verwertbare Stoffwindel Windelüberhosen

    Kompostierbare Einwegsaugeinlagen für Stoffwindeln. Kompostierbare Wochenbetteinlagen gehen auch. Dazu Bambusvlies zur Verteilung. Da gibt es im Netz genug Anleitung wie man Stoffwindeln zum funktionieren bringt. Hier nur mal ein Beispiel: Hamac kompostierbare Saugeinlagen – 30Stk. | Wegwerf Saugeinlagen für Stoffwindeln | zerohero.ch

    Man muss wirklich genau gucken, dass die zu 100% kompostierbar sein. Häufig steht das da und dann ist doch irgendwo Kleber oder Gewebe welches aus Plastik ist. Vorher bestellen und testen!

    Ihr müsst vorher testen wie viele dieser Windeln ihr am Tag braucht und entsprechend mitnehmen. In stabilen ZipLocs alle Luft rausdrücken oder sogar vakuumieren!

    Dazu eine wasserdichte Unterlage so zurechtschneiden, dass man sie nochmal als Windel drum herum packen kann. Zwei Sicherheitsnadeln halten diesen riesen Apparat dann an an Ort und Stelle... :)

    Babykleidung GANZ wichtig:

    Die Babykleidung muss 100% frei von Baumwolle sein! Nehmt nur Sachen aus Wolle/Seide oder Wolle mit. Wir hatten Anfangs das Problem mit einem Body, der war Baumwolle/Wolle gemischt und hat aus der Windel heraus die Feuchtigkeit gezogen.

    Als Überkleidung zum Schlafen und im Zelt hat sich ein Wollwalk Anzug bewährt. Tagsüber: Wasserdichte Jacke mit Kapuze, wasserdichte Latzhose, wasserdichte Schuhe.

    Dual Use:

    Unser Babyschlafsack bestand aus einer unserer Daunenjacken die wir mit einem Haargummi unten zugemacht haben. Die Ärmel über der Brust verknotet und der Sack ist dicht und warm. Bedeutet aber, dass ein Eltern Schlafsack so dick sein muss, dass man ohne Daunenjacke nicht drin friert.

    PLB (Personal Locator Beacon):

    Ist für mich Pflicht mit Baby auf dem Rücken.


    Beim Rest gerne fragen, mehr fällt mir gerade nicht ein.


    Die Eckdaten unserer Tour:

    • 2 Erwachsene Eltern mit viel Trekking Erfahrung.
    • Hardangervidda im Sommer.
    • Wetter: 50% Strarkregen bei ca. 15°C Tags und 6° Nachts. Auch mal Sonne zwischendurch aber ansonsten typisch fürs Fjell eher grau in grau.
    • Kind: 6 Monate alt, wurde zu dem Zeitpunkt zu 100% gesäugt.


    Erfahrungen:

    Wir hatten extrem viel Regen aber vorher schon damit gerechnet. Ein Poncho ist unserer Meinung nach absolut Plicht. Darunter kann man: Wickeln, spielen, stillen, schlafen ohne das Mama/Papa oder das Kind auskühlen oder nass werden.

    Unser Kind hat in der Kraxe hervorragend gechillt. Es gab ganz selten mal die Situation das wir anhalten mussten weil das Kind keine Lust mehr hatte und das war meistens bei Dauerregen wenn es unterm Poncho dann doch zu langweilig wurde, man aber auch gerade nicht schlafen wollte.

    Auf der besagten Tour hatten wir es noch nicht aber auf den darauffolgenden schon: Ein Fenster im Poncho, einfach selber reingenäht und mit Seamgrip abgedichtet. Macht die Durchhaltefähigkeit noch mal besser weil man rausgucken kann. Aber auch so war unser Kind auch unter dem Poncho erstaunlich zu Frieden. Ein bisschen singen zwischendurch oder ein Kuscheltier dazu und es hat gepasst.

    Teilweise standen wir wirklich bis zu den Knien im Schlamm, dass war mit dem schweren Gepäck echt ne Zumutung und die Füße waren später eigentlich dauerhaft nass oder steckten in unseren Seal Skin Socken.

    An Pipi Geruch im Zelt muss man sich gewöhnen, da am Zelthimmel immer eine notdürftig gewaschene Überziehwindel hängt.

    Start und Zielpunkt sind bei uns wie gesagt spontan vor Ort umgeplant worden. Damit waren wir sehr zu Frieden. Wirklich gelaufen sind wir am Tag im Schnitt wahrscheinlich nicht mehr als 3-4 Stunden.

    Geschlafen haben wir nie auf der Hütte aber wir haben mehrmals auf einer Hütte gegessen und Verpflegung nachgekauft. Außerdem haben wir uns gewissenhaft jeden Tag, entweder auf der Hütte oder auf einem Gipfel mit Handy Empfang den aktuellen Wetterbericht gezogen um nicht von einer Sturmfront überrascht zu werden.


    Ich gucke wie gesagt die Tage über dass ich Fotos nachreiche. Ist jetzt wie gesagt alles andere als ein Reisebericht aber es hat auch nicht wirklich in keine der anderen Kategorien im Forum gepasst...

    Das mit dem Boothy Bag ist jetzt deine Theorie ^^ Lassen wird das mal so stehen. Ich befürchte ich muss mich zur Seite gerollt erstmal 30 Minuten wieder entfalten, bevor ich aufstehen kann. Welches Modell hast du da? Der LifeSystems ist schon sehr klein finde ich.

    Den TPA habe ich für ein DIY-Projekt mal abgeschnitten. Ich würde sagen um die 250 Gramm. Er kann aber ja auch unter die Isomatte. Manche verwenden da ja ne Rettungsdeckel, die bei mir auch schon 100 Gramm wiegt.

    Wie schon gesagt, wenn man sowas "braucht". Beim Nammatj sprechen wir ja auch von einem 3 kg-Zelt. Und wenn das Wetter passt, fühlt es sich federleicht an. :D

    ^^

    Ich muss zu Hause mal gucken welches das genau ist. Ich dachte eigentlich dass es von Terra Nova ist aber wenn ich auf deren HP gucke hat das ein Fenster und unseres hat keins. Ist aber auch schon 10 Jahre alt...

    250 g ist für einen Notfall Bivy ja akzeptabel. Das Nano Bivy von Samayan Equipment wiegt zum Beispiel auch 250 g.

    Wahrscheinlich erübrigt sich in dem TPA auch die Schlafsack und Kondens Frage. Da wird es voraussichtlich so schnell so warm drin, dass man einfach in Badehose einsteigt und dann nach kurzer Zeit einen mobilen Floating Tank hat oder? :D

    Ist das eine reine Silberfolie oder ist die noch mal isoliert zwischen der Innen- und Außenschicht? Wie so ne Thermotüte aus dem Supermarkt stelle ich mir das gerade vor... das muss doch wirklich tierisch warm sein wenn man die komplett zu macht?!

    Das Nammatj kommt bei uns wie gesagt immer dann mit wenn es wirklich hässlich werden kann. Und für das was das Zelt leistet ist es wirklich leicht! Wir haben das 3P und es ist alles zusammen genommen, das durchdachteste und am besten funktionierende Zelt das ich kenne. Aufbau, Stabilität, Lebensqualität, Belüftung, Haltbarkeit. Da stimmt einfach alles. Ist natürlich Bock schwer aber nach Island zum Beispiel nehmen wir es immer wieder mit wohingegen ich vor 2 Jahren mit meiner 6 Monate alten Tochter 2 Wochen durch die Hardangervidda gezogen bin und im XMid geschlafen habe. Nach Island aber würde ich immer wieder das Namatj mitnehmen. Oder zukünftig vielleicht das Ultamid wenn es sich als halbwegs ebenbürtig erweist. So ab dem 60ten Breitengrad sollte man meiner Erfahrung nach genau gucken was man macht und wie das Klima vor Ort ist.

    Ich habe auch für EVA immer mal wieder drüber nachgedacht den Schaumstoff zu kaschieren.

    Ich hatte irgendwo mal kaschiertes EVA gefunden und getestet. Aber leider nur einseitig und mit einer Kaschierung die für den Zweck zu schwer war und zu viel Wasser aufnehmen konnte.

    Wenn ihr euch weiter mit dem Thema beschäftigt wäre das vielleicht eine Überlegung wert denn meiner Erfahrung nach erhöht die Kaschierung die Haltbarkeit dramatisch. Und das schon bei nur einseitiger Kaschierung.

    Ich würde mir ein leichtes PE oder PES Gewebe vorstellen mit dem die Plastazote beidseitig kaschiert wird. Ist dann allerdings nicht mehr wirklich günstig, sollte aber ziemlich haltbar sein. Auch der Druckverformungsrest sollte eigentlich besser werden wenn die Kaschierung wirklich fest verklebt ist.

    Zu zweit ist ein Boothy Bag tatsächlich angenehmer als alleine. Man sitzt auf dem Rucksack und kann sich anlehnen da man sich gegenseitig stützt quasi. Für 1-2 Stunden war das bequem. Man kann sich abwechseln: einer die Beine außen ausgestreckt der andere innen angewinkelt. Das geht ganz gut weil man nicht auf dem Boden sitzt. Wenn es länger dauert muss man wahrscheinlich zwischendurch mal aufstehen und sich die Beine vertreten. Das geht aber ohne Probleme und ist immer noch warm und trocken.

    So ein TPA sieht interessant aus. Die kenne ich noch garnicht.

    Was wiegt sowas? Ich finde nirgends eine Angabe..

    Das Fly würde einen Großteil des Bodens abdecken. Aber wie gesagt, 20 D ... :(
    Ich glaube zudem, dass Chen von Knot die Produktion eingestellt hat. Das Zelt ist zu schwer, im Vergleich zur Konkurrenz und als normales Firstzelt nicht fanzy genug.

    War eher eine Idee weil bei mir ja immer noch ein A-Frame Längslieger als semi-Einwand Zelt im Kopf herum schwirrt. Wenn man da die untere Hälfte aus dickerem Stoff fertig, könnte das den Boden ergeben mit der Option es hoch aufzubauen bei gutem Wetter und drinnen fast stehen zu können.

    Oder man designt ein Zelt welches zum Beispiel ohne Boden 1,5 m hoch und sich dann zu einem quasi Bivak mit Boden umfunktionieren lässt.

    Ist nur eine fixe Idee bisher seit ich deine Fotos gesehen habe...

    Zitat

    Das eine führt zum anderen ...

    Jeder, der schon einmal einen richtigen Sturm draußen miterlebt hat, sieht ul-shelter mit anderen Augen.

    Das sehe ich ganz genauso. Deshalb ziehe ich auf längeren Touren auch mit dem Luxe-F6 und Myog-Stange los. Das hat schon heftige Winde im Fjäll gemeistert. Eingefleischte UL-Puristen würden mich dafür zwar steinigen, aber mir ist es den Komfort und Sicherheitsgewinn wert. Solch ein Zelt in haltbarer Sil-Poly Ausführung könnte mein nächstes werden.

    Auf Seekajaktouren schwöre ich mittlerweile auf das Nortent Vern-1 . Das muß ich ja nicht schleppen.....8o

    Ich habe seit einigen Wochen das HMG Ultamid hier und bin mega angetan. Das Zelt macht einen extrem robusten Eindruck. Ich hatte noch keine Chance es bei viel Wind zu testen aber sobald ich kann werde ich berichten.

    Ich hab lange nach einer 6 seitigen Pyramide gesucht weil die den Wind ja tendenziell besser verteilt, habe aber keine brauchbare aus Silnylon gefunden. (Das war für mich Pflicht.)

    Nun hab ich das Ultamid hier und stelle fest, dass das so geschnitten ist, dass sich mit den Abspannpunkten zwischen den Bahnen fast ein Oktagon ergibt. Mega viel Platz drinnen und es wirkt wie gesagt sehr vertrauenserweckend. Mal gucken ob ich da irgendwann so viel Vertrauen zu habe, dass es die Funktion meines Nammatj übernehmen kann.

    Der Aufbau ist noch mal leichter als beim Hexapeak und meiner Einschätzung nach auch bei viel Wind gut möglich.

    PS: Magst du mir die Beschreibung oder Fotos deiner MYOG Stange mal per PN schicken? Da experimentiere ich nämlich gerade.

    Nice! :D Das ist ja cool.

    Reichen die unteren Seitenwände evtl. sogar als Boden?

    Es sei denn, es fliegt komplett davon ^^

    https://youtu.be/vf1phMabXo8?si=GQ4lk2x3khUn4Gwy

    Wow, spannende Geschichte. Es begann wohl alles mit den Heringen die nicht hielten. Zum Glück war er ansonsten wohl gut ausgerüstet.

    Vielleicht muss man da noch an einen Biwaksack und eine Schutzbrille denken. Ab einer gewissen Windstärke tränen mir nur noch die Augen. Und bei dem Wind tun die Regentropfen wohl schon weh.

    Regen in den Augen: Ein Buff hilft! Straff über das komplette Gesicht ziehen. Man kann durchgucken aber die Augen sind vor dem Regen geschützt. Hilft auch bei Sandsturm und zwar besser als ne normale Brille. Eine Sturmbrille hat man ja leider selten dabei wenn man nicht gerade in die Arktis geht.

    Eine Sonnenbrille mit selbstönenden Gläsern kann ich übrigens auch empfehlen. Habe ich für Tour nur noch. Bis zur Dämmerung kann ich damit noch genug sehen und die Augen sind den ganzen Tag geschützt.

    Generell mag ich den Gedanken eines Notfall Plans aber ich denke und plane das ehrlich gesagt mittlerweile anders: Wenn man irgendwo unterwegs ist wo der Shelter das Überleben sichern muss dann nimmt man einen mit der das auch zuverlässig tut.

    Denn im hohen Norden bist du auch am Arsch wenn dich ein Schneesturm erwischt der vielleicht länger als ein paar Stunden andauert und du liegst mit nem nassen Daunenschlafsack in einem Bivy...

    Was ich empfehlen kann ist einen zuverlässigen Shelter mitzunehmen. Ja, der mag dann etwas schwerer sein aber ist in der Situation dann halt nicht zu ändern.

    Bei der Überlegung Bivy oder nicht würde ich sonst eher ein Boothy Bag empfehlen.

    Das kann man gegen Spray bei einwandigen Zelten auch Nachts über den Schlafsack legen und es ist ein wirklich nützliches und wichtiges Equipment! Da muss ich mich nämlich nicht erst ausziehen und den Schlafsack auspacken bis ich Schutz habe.

    Bei mir hat in Alaska mal eine nicht-Goretex Jacke versagt und es hat Wasser durch den Druck der Rucksackgurte durchgedrückt. Das T-Shirt hat das ganze hübsch weiter transportiert und nach ner Stunde war ich am Oberkörper komplett nass. Hat 3 Stunden gedauert und ich war unterkühlt.

    Wir haben dann den Boothy Bag ausgepackt und darunter Mittag gemacht weil es durchgehend geregnet hat bei ca. 10°C. Nach 10 min ist es im Boothy Bag so warm, dass man alles auszieht und ständig lüften muss weil es sonst zu warm wird. Da man auf dem Rucksack sitzt ist auch der Popo warm. Kann ich also sehr empfehlen die Dinger wenn man im Norden unterwegs ist.

    Ich fragte deswegen, weil ich gerade ähnliches mit einem Baumwoll-Tarp testen will.

    Vorstudie:

    Innen war so weit, bis auf eine kleine Pfütze, alles „trocken“. Der nächste Test wird bemannt sein. ;)

    Auf den Test bin ich sehr gespannt! Baumwolle ist eh ein cooles Material wenn es um Außenhaut geht. Zelte oder Kuchenbuden aus Baumwolle sind, was das Klima angeht einfach genial. Der Stoff ist aber schon relativ schwer oder? Also eher was fürs Paddeln oder stationär..

    Aber warum willst du da direkt drin pennen und es nicht irgendwie aufspannen?

    Also, lass uns träumen. Nimm einen ganz leichten, nicht wassefesten aber recht winddichten stoff. Lege ihn mit einer Pumpe leicht auf Überdruck. Jetzt hat man eine Art Wurst in der man schlafen könnte. Sowohl Kondens als auch Regenwasser würden nach aussen gedrückt werden und abfliesen. Die Pumpe müsste nur so stark sein, wie der Stoff wirklich winddicht ist. Und er müsste durchlässig sein.

    Die Frage bleibt wo hier die Energie her kommt. Im SiFi als auch im Falle der Gegenwart. Ich kannir vorstellen, dass man im Falle eines Overnighters tatsächlich besser oder even aussteigt. Alles darüber hinaus setzt Kontakt zu einem Stromnetz vorraus...

    Wie wäre es die Energie aus einem kräftigen Bohneneintopf zu gewinnen? Ganz ohne Batterie und nur mit rein natürlichem "Lüfter" ließe sich der benötigte Überdruck so die ganze Nacht aufrechterhalten!

    Zitat

    12 Stunden ungeschützt im Sturm mit 10°C und Regen = Exitus.

    ...wenn man das Zelt schon nicht mehr aufgestellt bekommt, kann man die Plane wenigstens als Biwaksack/Windschutz gebrauchen. So kann man auch längere Zeit zumindest überleben; komfortabel ist aber anders!

    Das hab ich auch immer gedacht bis ich sowas ähnliches mal mit nem Tarp versucht habe bei dem mir Nachts der Stock gebrochen ist und ich zu faul war das zu reparieren. Mit Daunenschlafsack kann ich das nicht empfehlen. Der ist nach kurzer Zeit klitsch nass und wärmt nicht mehr. Und den Windchill beseitigst du so auch nicht. auch wenn man in Goretex Jacke, die ja per se winddicht ist, im Wind sitzt greift der Windchil Effekt trotzdem!

    Außerdem kann man sie alle alleine auch bei viel Wind ohne große Probleme aufstellen.

    Ich habe einmal ein Tarra alleine im aufkommendem Sturm aufgebaut. Das war im Oktober auf einer Schäreninsel, also auf Fels.
    Wenn es um Zeltaufbau auf Fels ging, sagte ich vorher, „Na, dann suche ich mir halt ein paar Steine“.

    Die ersten ca. 10 Kilo Steine haben die Sturmabspannungen locker weg-geruckelt. Am Ende habe ich Brocken geschleppt, die ich gerade noch so anheben konnte.
    Normalerweise dauert der Aufbau vom Tarra ca. 5 Minuten und braucht 4 Heringe. Bis ist alle wesentlichen Abspannpunkte am Boden hatte, hat es über 20 Minuten gedauert und ich war vom Starkwind so unterkühlt, dass ich anfing mit den Zähnen zu klappern.
    Draußen hatte es ungefähr +5 Grad. Als ich mir später zu Hause die Windchill-Tabelle angeschaute, wurde mir einiges klar ...

    Es wurden zwei sehr interessante Tage auf dieser Insel. ;)

    VG. -wilbo-

    Das hört sich nicht so angenehm an.

    Finde ich auch immer wieder krass wie stark der Windchill Effekt ist! Und 5° ist schon ne Ansage.

    Im Wasser ist es dann noch mal schlimmer. Das unterschätzt man auch grundsätzlich. Je nachdem wie breit der Fluss ist ist danach dann nämlich Not am Mann. Das war bei mir auf Island so nachdem wir einen Fluss durchquert hatten...

    Hattest du Titan Nägel dabei? Die habe ich bisher selbst auf massiven Steinplatten fast immer irgendwie reingehämmert bekommen. Wenigsten 2 oder 3 sodass ich dann nicht mehr ganz so viel schleppen musste...

    Und die Steine müssen wirklich schwer sein! Das stelle ich auch immer wieder fest. Macht keinen Spaß die zu heben.

    :D hört sich lustig an... Ist dann aber schon viel Geraffel um einen Shelter zu pimpen der ja extra leicht und unkompliziert sein soll oder? Wenn der Bivy nicht mehr unkompliziert ist dann kann man auch einfach ein gescheites Zelt nehmen...

    Im Ernst: Wenn man es darauf anlegt dann geht an einem VBL nichts vorbei. Andrew Shurka hat ja mehrfach klargestellt, dass mehrtägige Reisen in kalten Regionen ohne VBL oder synthetische Isolierung (also schwer) kaum machbar sind.

    2020 haben wir im anderen Forum einen speziellen Bivy von Blueboltgear diskutiert, der mit einem VBL kombiniert war.

    Interessantes Produkt! Ist aber auf Grund der synthetischen Füllung recht schwer. Mich würde interessieren wie der Geruch nach einigen Jahren ist. Denn es wird ja trotzdem feucht innerhalb der Isolierung werden und die Trocknung stelle ich mir schwierig vor...

    Wenn man sich deren Bivy-tent anguckt weiß man warum reine Bivys einfach nicht zum geplanten übernachten taugen. Solange sie oben offen sind ist es noch akzeptabel aber wenn man zu machen muss wird es unangenehm.

    Für mich ist ein Bivy ein Notfall Equipment welches man mitnehmen kann um sich im Notfall vor dem Erfrieren zu schützen. Oder um den Schlafsack unter dem Tarp vor Nässe zu schützen.

    Es spricht ja auch eigentlich nichts dagegen wenigstens ein Mini Tarp mitzunehmen welches man bei Regen über den Bivy spannt damit man ihn am Kopf auflassen kann.

    Dann kann man die trockenen Nächte unkompliziert nur im Bivy pennen und wenn es regnet spannt man das Tarp drüber, hat Raum für die Ausrüstung und kann den Bivy weiterhin oben offen lassen.

    Es ist also auch wichtig nicht nur die Windstabilität zu betrachten sondern auch wie der Aufbau klappen soll wenn es schon stürmt. Da sind viele leichte Zelte direkt raus.

    Die nächste Übung wäre bei Wind mit Handschuhen.
    (Ich weiß, komplett absurder Gedanke) ;)

    Jep, absolut. Mein Handy bediene ich zwischenzeitlich immer mal wieder mit der Nasenspitze wenn die Finger zu kalt sind oder in Handschuhe stecken aber mit der Nase ne Zeltstange einfädeln wird irgendwie schwierig... :)

    Da ist ein Tarp wie dein Penta-Mid oder ein gut durchdachtes Zelt ein Lebensretter. Die HB Black Lable Zelte haben ja zum Beispiel immer gleich lange Stangen. Da kann man also nichts verwechseln und alle Elemente sind so gemacht, dass man sie mit Handschuhe bedienen kann. Außerdem kann man sie alle alleine auch bei viel Wind ohne große Probleme aufstellen. Ich kann da generell eher Tunnel Zelte empfehlen oder halt Tarps/Tipis die man bis zum Boden abspannt und dann mit einem einzelnen Stock aufstellt.

    Im Flachland im Sommer oder dort wo man innerhalb weniger Stunden an einer Straße oder wenigstens im Handynetz sein kann ist das alles kein Problem, bei allem darüber hinaus sollte man sich genau überlegen welchen Shelter man mitnimmt.

    12 Stunden ohne Wasser = sehr unangenehm aber man überlebt es. Selber ausprobiert in Griechenland... :rolleyes:

    12 Stunden ungeschützt im Sturm mit 10°C und Regen = Exitus.

    Warum Gehassel?

    Bau mal ein 3x3 bei ein wenig Wind auf. Das ist ein Erfahrungswert. ;)

    Das möchte ich noch mal unterstreichen und den Punkt Aufbau nochmal explizit zu den Grenzen von UL Sheltern hinzufügen. Es gab im Outoorseiten Forum einen netten Beitrag von jemandem mit relativ viel Erfahrung der ein Kuppelzelt bei Sturm nicht mehr aufgebaut bekommen hat. Hatte glücklicherweise einen GPS Sender dabei und konnte sich abbergen lassen.

    Ich gehe selber viel in nördlichen Regionen und häufig auch sehr abgelegen. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass man teilweise in die Unterkühlung rutscht ohne es vorher zu merken. Das was an einem Tag ohne Probleme ging (zum Beispiel nasse Hosenbeine) kann an einem anderen Tag, mit einer anderen Tagesform auf einmal dazu führen, dass man sich unterkühlt wiederfindet. Übrigens einer der blödesten Zustände die ich auf Tour kenne. Da war selbst Durchfall oder eine Kein-Wasser-Situation weniger unangenehm als ne Unterkühlung.

    Wenn man dann das Zelt nicht aufgebaut bekommt wird es wirklich schnell gefährlich. Auskühlen ist die Nummer 1 Gefahr wenn man draußen ist. Und wenn man eh schon unterkühlt ist baut sich so ein Zelt nochmal schwieriger auf.

    Ich hab glaube ich relativ viel Erfahrung mit Zelt Aufbau aber einige Zelte bekommt man, gerade alleine, bei viel Wind nicht mehr aufgestellt.

    Es ist also auch wichtig nicht nur die Windstabilität zu betrachten sondern auch wie der Aufbau klappen soll wenn es schon stürmt. Da sind viele leichte Zelte direkt raus.

    An sich wirst Du doch in der ganzen Blase die ganze Zeit nur verarscht --- oder man tuts ja auch gerne selber. Man kauft sich ein Zelt, möglichst das leichteste, nein, das nicht, das wiegt 70g mehr, nur um im Anschluss die Leinen zu verlängern und die Heringe gegen was anständiges zu tauschen. Das Notch haben sie mir mit 4 Heringen geliefert - bei 6 offiziellen Abspannpunkten, geil wieder ein Zelt um 20g leichter gekauft. 🤪<facepalm>

    Und mal ganz ehrlich, an welcher Kenngröße soll ich als Konsument die Schlechtwettertauglichkeit erkennen? Da bleibt halt nur das Youtube Video, oder? Nicht jeder ist halt Zeltstatiker...

    Full ACK!

    Insbesondere die Gewichtsangaben sind mittlerweile bei vielen wirklich lachhaft. Keine Heringe oder nur Shepard Hooks dabei und null Leinen.

    Ich bin da wirklich angetan von Firmen wie Hilleberg (ja, ich muss sie hier nennen) die im Gewicht wirklich alle Heringe (teilweise sogar +2) angeben und an jedem Abspannpunkt Leinen von mehr als ausreichender Stärke anbringen. Wenn man die Gewichte mal bereinigt anguckt sind die Gewichtsunterschiede häufig wirklich klein und manch ein super light Zelt wird auf einmal zu einem naja Zelt.

    Zu deinem letzten Punkt: Ich vertraue Herstellern die wenigstens selbst Windtests machen oder sich sogar eine Fahrt im Windkanal leisten und die maximal Belastung in den Specs angeben.

    Ansonsten habe ich gerade gesehen, dass es das "Tiger Wall UL1 Solution Dye" im offiziellen Big Agnes Shop für 300 € im Abverkauf gibt.

    Das klingt echt gut! Hat es noch weitere Vorteile außer 200 weniger Gewicht? Verarbeitung?

    Die Wände sind deutlich steiler.

    Die Verarbeitung sollte gut sein. Ich habe selber noch kein Big Agnes Zelt gehabt aber die Copper Spur Reihe ist 10tausendfach getestet worden in den letzten Jahren und ein Quasi Standard im Kuppel Segment geworden. Ich habe kein einziges Review im Kopf welches von schlechter Qualität gesprochen hätte.