mars_hikes : vielen Dank für deine Erfahrungen mit der Gryphon Hood. Das finde ich sehr spannend. Ohne dich zu kennen, würde ich noch in Frage stellen, ob wir beide dasselbe Wärmeempfinden haben?! Ich hätte erwartet, dass -30°C wohl eher die realistische Grenze nach einem langen Tag und nicht die Optimaltemperatur ist.
Das Problem: Geht man mit einem - 30 Grad System raus und es wird "nur" minus 10, so wird man kaum Schlaf finden. Alle fünf Minuten macht man dann den Reisverschlus auf und lockert den Verschluss oben, d.h. entweder an der Kapuze oder halt an den Schultern. Nun ist minus zehn Grad aber unangenehm kalt, also zieht man die Verschlüsse nach weiteren fünf Minuten wieder zu. Und macht wieder auf, weil man zu warm hat. Es gibt wirklich Systeme, die bei - 30 Grad noch Reserven haben, die sich aber für über - 25 Grad kaum eignen.
Einigen hier bereitet die Feuchtigkeit im Schlafsystem Sorgen und sie ziehen deshalb VBL Kleidung in Betracht. Das ist IMHO eine extreme Massnahme, die sicher ihre Berechtigung hat, z.B. wiederum beim Beobachten von herzigen Ochsen über dem Polarkreis (dann schafft man es sogar auf die Hilleberg-Webseite) oder beim dreiwöchigen Küchendienst in gewissen Basecamps auf über 5000 m. Oder wie beim Alt-Meister, der wochenlang bei - 30 Grad durch die amerikanische Wildnis gestapft ist. Er trägt VBL Kleidung ab - 20 F d.h. - 28 C.
In meiner persönlichen Erfahrung z.B. bei - 10 Grad auf dem AT im Februar, März und November ist gewisse Feuchtigkeit normal. Eis und Schnee auf dem Schlasa/Quilt auch (man kann dort entweder im Zelt oder in Shelter übernachten, in Shelter zieht dann der Schnee hinein).
Die Aussenseite ist dann minimal feucht, die im Schlasa gespeicherte Wärme reicht aber aus, um die Feuchtigkeit nicht in die Daunen dringen zu lassen. Dementsprechend kann man auch mit einem vernünftigen Daunen-Quilt 2 Stunden lang auf einem Boot im Regen liegen, ohne jegliche Wasserabwehr. Die Feuchtigkeit dringt dann noch nicht in die Daunen ein, am Morgen ist alles trocken (selber ausprobiert, nie kalt oder nass gehabt). Daunen immer ohne Behandlung d.h. keine HyperDry oder ähnlich. Persönlich würde ich nie von Anfang an die Puffy Jacke als Zusatz Isolation einplanen. Es ist einfach nicht komfortabel genug, ständig drückt es einem den Reisverschluss in den Bauch etc.
Ein Schlasa/Quilt muss auch atmen können, von Ausnahmen wie - 30 Grad abgesehen. Das sehen sogar Hersteller ein, die ihre Schlasa mit Gore einpflastern. Andernfalls würden sie direkt Dyneema nehmen und die Nähte schweissen (oder eben trotzdem Gore, ein Schelm, wer denen Marketing unterstellt).
IMHO macht Gore am Schlasa nur Sinn, wenn man unbedingt im Schnee Cowboy-Campen will oder im Winter mit einem Tarp im Taschentuch-Format ausrücken will, d.h. wenn das Ziel ist, von den Rangern gefragt zu werden, ob man sich im Wald umbringen will. Dem Vernehmen nach, ist dies z.B. Swami gelungen, er hatte jedoch kein Gore an seinem Quilt.
Momentan besteht hier eine Chance, dass ich im 2026 wieder ein Jahr lang wandern kann (wenn ich im 2025 länger arbeite), was ich ggf. auch tun werde. Sicher ohne Gore an meinem Schlasa/Quilt. Gewicht, Preis etc. passen für mich nicht.
Aber hey, ich habe hier auch einen Schlasa mit wasserdichter Membran an Kopf- und Fussende gefunden! Schwer wie ein Sack Zement, nur 700er Daune, aber schon mit "Deep Sleep Maske" und Ohrstöpseln! Kostet auch nur 620 Schweizer Franken und ganz wichtig, ein grosses Logo!!!