Beiträge von WonderBär

    Ich möchte hier eine Threat eröffnen, um das Tarptent Notch vorzustellen, und um einen Ort zu haben, um Fragen zu stellen, oder um sich über das Zelt auszutauschen. Es zu teilen auch schon einiges hier "Notch-Li oder Alternativen" diskutiert worden.

    Um die Specs kurz zusammenzufassen:

    Was mag ich an dem Zelt, warum habe ich es gekauft

    • für ein Double Wall -> leicht
    • Das Ding ist mit 4 Heringen superschnell supereasy aufgebaut (30sec?)
    • Da man entweder “Aussenzelt zuerst” oder “Aussenzelt mit Innenzelt zusammen” aufbauen kann, bekommt man es super auch im Regen hingestellt. Selbiges fürs abbauen.
    • Die beiden Apsiden bieten viel Platz - in der einen habe ich normalerweise all mein Zeug und die andere ist die “Tür” mit Kocher, Schuhen etc. So gesehen hat man fast mehr Platz als im z.B im Hilleberg Enan (mein Vorgängerzelt), aber es ist halt immer ein Reißverschluss zwischen Dir und deinen Sachen, was kein großes Problem ist. Die liegen halt dann “im Dreck” was mich endlich zu mehr Ordnung zwingt, und ich räume brav alles in den Rucksack, bevor ich mich ab lege (bleibt eh nicht viel übrig).
    • Da man nur 4 (max 6) Aufstellpunkte hat, bekommt man das auch auf Sand oder Schotter schön mit Steinen aufgebaut (sh Foto). Man kann die Außenleine mit einem kleinen Karabiner verknüpfen und in die so entstandene Schlinge Steine o.ä. legen
       
    • Das Innenzelt ist mit 8 Häckchen superschnell und super easy ein-/ausgebaut, ohne dass man pitschnass vom Kondens im Innenzelt ist, wenn man alle Türen hoch hängt kommt man problemlos dran <3<3<3
    • Man kann das Zelt ziemlich weit aufmachen und hat so eine gute Lüftung
    • Boden mit 5000 mm sollte “Kniefest” sein - man kann das Zelt tatsächlich in Pfützen aufstellen, ich habs getestet
    • Es regnet, der Boden ist matschig und alles ist neblig? Wurscht. Double Wall. Stells auf, kriech ins inner und alles ist trocken und wohlig.
    • man kann im Schneidersitz drinnen sitzen und beim kochen schön raus schauen
    • man kann bei Regen auch gut drinnen kochen, Platz in der Apside is genug
    • die Sehschlitze beim Solid Inner sind entgegen meiner ursprünglichen Erwartung echt sinnvoll angebracht und man kann vor allem Nachts gut raus sehen - wenn dass Außenzelt auf ist
    • Der Preis ist im Vergleich zum Hilleberg ein Traum
    • Der Stoff saugt sich im Vergleich zum Hilleberg Kerlon (SilNy?) kaum mit Wasser voll und trocknet schneller, sackt auch Nachts nicht durch. Das war beim Enan schon so eine Sache, dass man nach einer nassen Nacht echt so einen nassen Sack in der Hand hatte
    • Der Foodprint des Inners ist echt schmal. Wenn man kreativ mit dem Outer zum aufspannen ist, braucht man tatsächlich nicht viel Platz. Ich habe es zB mal auf einen breiteren Single Trail hingestellt.
    • Man kann die Sturm Flaps vom Innenzelt aus öffnen wenn man mal wieder vergessen hat sie nach dem Aufbau auf zu machen
    • Windschnittig ist es, und man kann es relativ "tief" aufbauen (Stocklänger 110 - 115cm)

    Neutral oder/und erwähnenswert

    • es hat den Ruf schlechtwetterfest zu sein (ich glaube (noch) nicht wirklich an UL Sturmbunker). Ich konnte mich vor Starkwind bisher recht gut verstecken. Wenn man das Zelt in Windrichtung stellt, hängt allerdings das ganze Zelt quasi an einem Hering. Gerade bei nicht idealen Böden die man gerne dort hat, wo es häufig windet überzeugt mich die Konstruktion so nicht wirklich
    • es ist echt klein innen, aber ich war überrascht, dass mich das kaum stört. Die LuMa macht sich im Kopfbereich dann doch Platz mit ihren 62cm Breite, was das Zelt auch geduldig erträgt. Die Sachen lagern in der nicht-Ausgang Apside jederzeit verfügbar und Pulli und Jacke sind im Kopfkissen zugreifbar
    • auf Kopfhöhe hängt das Inner tatsächlich recht tief, aber es ist trocken, und zumindest bei meinem Setup habe ich kein Problem mit Kondens abstreichen beim Aufstehen o.ä.
    • es gibt Stimmen die meinen, dass sie in einem so kleinem Zelt, besonders mit Solid Inner nicht auswettern wollen - allerdings - bei Regen gibt es keine Mücken und man lässt die Türen einfach auf, oder? Getier das sich mal trotzdem rein verirrt, hat eh kaum Platz sich zu verstecken :evil:
    • Durch die Stangen an den Enden ergibt sich ein längliches Packmaß von minimal 40 cm was nicht zu jedem Use Case passt. Bei mir kommt es normalerweise seitlich in den Rucksack (Bonfus Aerus) oder hochkant innen rein
    • Die Stangen an den Enden zwingen einen das Zelt immer ähnlich rollend einzupacken - manche bemeckern bei einem solchen packing schnelleren Verschleiß durch sich wiederholende Knickkanten. Mein Gegenargument hier wäre das stopfen zwar statistisch immer andere Kanten erzeugt, dafür aber DEUTLICH mehr. Ich bin von der Methode nicht überzeugt

    Was mag ich nicht so:

    • die Taschen im Innenzelt sind TO-TAL NUTZ-LOS, alles fällt raus, kein Plan wie die sich erhalten haben über die Jahre. Ich hab dann eine Seite etwas angenäht
    • der Türhalter vom Innenzelt, zwei einfache Gummis, ist ECHT WINDIG aber wtf
    • das Zelt wird meiner Meinung mit 30% zu kurzen Leinen geliefert
    • die Heringe machten auf mich eher einen windigen Eindruck und ich habe sie gegen Y-Alu Pegs getauscht. Ein Zelt mit 6 Abspannpunkten mit 4 Heringen zu liefern finde ich auch ziemlich frech.
    • An sich hängt das Notch falls in Windrichtung aufgestellt an einem einzigen Hering, und ich frage mich, ob/wie das gut geht. Ich hätte mir hier wie beim Enan zumindest ein paar Zusatzschlaufen für Just-In-Case gewünscht. Auch ein oder zwei zusätzlich Abspannschlaufen für just-in-case wären mir 20g mehr wert. Bin ich da zu paranoid? Ich hab teilweise Stingers (Titannägel) verwendet um die vorderen Ecken zu sichern, wäre aber trotzdem über mehr Abspannpunkte dankbar. Dazu ggf später noch mehr
    • Die mesh Schlitze hängen teils schräg, und es hat mir vom Outer (den AZ Tür toggeln) durchs mesh ins Auge getropft (einer der Gründe warum ich ein solid inner genommen habe war keinen Spray im innenzelt zu haben bei Regen uns Sturm)
    • Ich wäre glücklich, wenn die Aufhängungen für das Inner nicht mit Gummizug sondern solide ausgeführt wären. Dann könnte man sie generell ggf noch für Heringe extra hernehmen, zumindest die unteren 4. 

    Ich habe das Zelt an sich für Gegenden gekauft, wo das Wetter gerne mal mehrere Tage auch rauher wird. Wenn man es neben das Enan stellt, kommt mir das Enan halt schon deutlich stabiler/solider vor. Ich hatte das jetzt u.a. in Ligurien (Italien) und Jotunheimen (Norwegen) dabei. Durch das DW ist ein super Regenzelt, besonders wenn man es in selbigen auf und abbauen muss. In Jotunheimen kam man deutlich aus der Baumgrenze raus, ich hätte mich hier mit einem Zelt mit mehr Abspannpunkten subjektiv sicherer gefühlt, bin aber zugegeben bisher auch eher Mittelgebirgshikker

    Ich sitze hier in meinem Zelt und hatte die Wahl. Offensichtlich habe ich mich falsch entschieden.
    Trotz Hunger geht das Firepot “Nudeln mit würzigen Hackfleisch“ schwer runter.

    Wie schneidet Firepot Deiner Meinung nach generell im Vergleich zu Real Turmat ab? Firepot hatte ich noch nie...

    Sind dir die 105g nicht zu wenig? Hab schon ein schlechtes Gefühl wenn ich was mit 120g kaufe. Wobei ich abends irgendwie eh kaum was runter bekomme manchmal....

    Happy Trails! 8)

    Es war ja auch weniger der Stolz alleine, sondern eher die Hoffnung, dass das Wetter doch noch umschwenkt. Der Wetterbericht war sowas von unzuverlässig und hat sich quasi dauernd geändert. Und die Gegend ist schon superschön auch. Man kann auch schlecht nach Norwegen fahren und 14 Tage Sonnenschein erwarten. Dass es da mal 1-2h am Tag regnet ist jetzt nichts außergewöhnliches.

    Oslo Marka

    Der Bus geht um 8:00 direkt von Leirvassbu. Mit zwei mal umsteigen bin ich 7h später in Oslo. hab mir ein Apartment mit Waschmaschine genommen und wasche meine Klamotten. Am nächsten Morgen is alles trocken. Mit der U5 gehts an die Stadtgrenze. Wegen Umbaumaßnahmen fährt sie nicht wie gewöhnlich. Ich laufe einer meiner Lieblingssehenswürdigkeiten Oslos lang, die Akerselva, bis ich die Stadt verlasse. Dann planlos nach Norden. Die Marka ist wirklich schön. Und abwechslungsreich. Wald, Seen, Bäche. Das Wetter ist ideal zum wandern. Kaum Mücken. Wieso fahr ich immer so weit und bleibe nicht einfach hier?

    (man betrachte die Fotos mit Musikuntermalung - Beatles - Hello Goodbye)

    Zwei Nächte später geht es über die U-Bahn Halte Frognerseteren zurück. Alles ist gut <3

    Olavsbu - Leirvassbu

    Zum Frühstück gib es Kekse und Kaffee. Alles zusammenpacken und mit dem inReach noch das Wetter abrufen. Netz hatte ich seit Vorgestern nicht mehr. Es soll wieder den ganzen Tag regnen. Nachts um 3 angeblich sogar schneien. :/ Das holländische Pärchen meinte der Weg nach Leirvassbu sei auch ziemlich verblockt und schwer passierbar. Vielleicht schaff ichs zum Mittagessen? Der Hilleberg Camper von gestern schaut kurz rein um sich aufzuwärmen. Er hatte eine furchtbare Nacht, der Schlafsack war ihm abgesoffen. Sie werden die Tour einen Tag früher abbrechen. Das wären mir die 310 NOK (grob 30€) dann doch wert gewesen...

    Es geht weiter wie gestern. Verblockt, weglos. Es kommt mir nicht ganz so schlimm vor, wahrscheinlich weil ich gewarnt wurde. Man passiert einiges an Bächen. Die anfangs trockenen Schuhe laufen nach 3h wieder voll. Die Stöcke hab ich gar nicht erst ausgepackt. So schliddere ich teils durch den Regen. Beim Nedre Høgvagltjønnen muss ein reißender Fluss gequert werden. Ich nehm die Stöcke zu Hilfe. Nach den 3min sind die Hände vor Kälte ganz klamm. Ab hier wird es tatsächlich "zahmer" und man sollte wie beschrieben mit etwas suchen was zum zelten finden. Ab hier treffe ich auch wieder Leute, die meisten sind auf dem Weg nach Gjendebu. Mir geht der Regen nur noch auf die Nerven. Habe seit 4 Tagen nicht mehr geduscht und würde gerne mal wieder auch etwas Klamotten waschen. Zumindest das hätte ich gestern in Olavsbu machen sollen. Die letzten Kilometer ziehen sich dann doch. Ursprünglich wollte ich bis hinter Spiterstulen auf dem Plateau (grob 61.6329533N, 8.4870403E) was zum zelten suchen (sieht flach aus auf der Karte, war noch nie da) , aber wo duschen? Grob um 13:00 komm ich in Leirvassbu an. Ich habe einfach kein Bock mehr zum weiter laufen und nehme mir ein Zimmer. Der Trockenraum ist gesteckt voll. Erstmal duschen. Pizza und Bier. Dann überlegen wie es weiter geht. Der Hüttenwart von Olavsbu meinte noch dass bei Westwind hier die Wolken hängen bleibe und das Wetter wochenlang mies sein kann. In Oslo wäre es dann meistens schön. :/ Morgen ist wieder Regen angesagt. Poh. Ne. Ich beschließe mir ein Busticket zu besorgen und nach Oslo zu fahren. Hinter Oslo geht die Marka los. Wälder und Seen. Da scheint die Sonne. Der Stolz sticht. Lange. Aber Wtf.

    Jotunheimen vs. Wonderbär - 2:0

    Fuck.

    Deine Idee mit den drei einzelnen Schnüren statt der Schnurpyramide klingt clever, die Enan-Lösung kenne ich bisher nicht, würde mich aber interessieren.

    Man findet sowas im Internet, zB hier: Video: Aufbau Enan - 1,2kg btw - meiner Meinung nach DAS Vorbild des TT Moment. Was ich am Notch deutlich lieber mag als am Enan, ist das man das IZ DEUTLICH leichter rein/raus bekommt. Das Notch ist mM nach auch besser belüftet. Das sollte beim TT Moment ähnlich sein. Ich traue dem Enan halt deutlich mehr zu was Schlechtwetter anbelangt. Vom Stoff her als auch von der Aufspannun und besonders wie die Heringe verbaut werden

    Das Thema Heringsgrund im Gebirge, das du ansprichst, betrifft ja eigentlich beide Bauarten, nur habe ich beim Moment im Zweifel weniger Punkte, die halten müssen.

    Da möchte ich widersprechen. Du hast beim Moment weniger Punkte die halten KÖNNEN. Das ist schon ein Unterschied !
    (Disclaimer: wie gesagt, ich hab nur das Notch, nicht das Moment. Das Notch ist meiner Meinung aber nur das Moment mit Trekking Stöcken)

    Und ehrlich gesagt gefällt mir die Bauweise vom Moment einfach

    Ich finde das schon auch cool. :love: Wenn ich nicht eh mit Stöcken gehen würde, wäre das sicher MEINS!!

    Letztes Jahr war ich vier Wochen überwiegend oberhalb der Baumgrenze unterwegs, und wenn da unterwegs ein Stock hin ist, bekommt man so schnell keinen Ersatz.

    Hmnja... So Trekking Stöcke kann man klar auch wo liegen lassen. zB in einem Restaurant :saint: Aber so 115 cm Stöcke findest du fast überall, nicht? Man kann sie mit Leine auch wo von oben aufhängen. Ich hatte da schon Schilf drinnen und anderes. Das würde mich jetzt nicht abhalten... Und kaum trittst du mal auf versehen auf deinen Alu Bogen, kannst du mal schaun wie du den hinbekommst (ja, sollte eine Reparaturhülse dabei sein)

    Mich macht das mit den 2 Heringen eher skeptisch, besonders wenn der Boden nicht schön grasig ist, wie zB --------> im Gebirge. Du hängst bei Wind an sich dein ganzes Zelt an EINEN Hering. Beim Notch ist es ähnlich, meiner Meinung einer seiner Schwachstellen. Eine knackige Böhe beim Aufbauen und man fängt wieder von vorne an. Ich überlege beim Notch die "Schnurpyramide hinten und vorne durch 3 einzelne Schnüre + Schlaufe + Schnuspanner zu ersetzen die man best case an einen Hering, bei Schlechtwetter an 3 Heringe hängt, so wie beim HB Enan

    Was spricht eigentlich gegen Trekkingstockzelte im Gebirge? So ein Trekkingstock hält doch einiges aus?

    Eidsbugarden - Olavsbu

    Bierfaul und schläfrig nach dem Burger stehe ich auf. Es ist schon fast 16:00, hier unten pennen will ich an sich nicht. Wobei dort drüben gäbe es ja noch das Hotel? (Einer der Hauptgründe warum ich in Zelten schlafe ist, weil ich mit Gruppenschlafsälen wirklich nicht klar komme) Ich entschließe mal wieder die Götter entscheiden zu lassen und schlappe rüber. Wegen Renovierung geschlossen. Klare Absage. Also, rauf auf den Berg! Es ist bis spät in die Nacht rein wieder knackig Westwind angesagt. Wird spannend wo ich da was finde, aber worst case muss ich halt zurück ins Tal. Man verlässt Eidsbugarden immer den Fluß lang der sich hier wasserfallartig ins Tal stürzt. Touris kommen mir entgegen auf dem Heimweg. Gar nicht mal wenige. Nach 30min hat man die letzten Häuser hinter sich gelassen. Das Wetter hat sich wieder gut erholt. Ich quere den Fluß, langsam wird es 5, und halte nach einem Zeltplatz Ausschau. Je höher ich komme desto windiger wird es. Auf halber Höhe finde ich nach einigem suchen einen perfekten Platz, nur die gelben Blümchen tun mir etwas leid. Es gibt getrocknetes zu Abend und eine Tafel Schokolade. Es nieselt etwas in der Nacht aber sonst bleibt es unspektakulär.

    Aufstehen, Kaffee & Müsli gibts im Zelt, weil, Regen. Wie angesagt. Nur dieses mal ganztägig. Als es mal kurz aufhört, packe ich schnell alles zusammen und laufe los. Die Regenhose habe ich schon an. Am Store Mjølkedalsvatnet sehe ich 2 Zelte die auch gerade zusammenpacken. Kurz vor der Stuffe wird es richtig windig und kalt. Alpha Hoodie drüber. Und Handschuhe. Sind eh schon naß. Weiter hoch gehts. Irgendwann kann ich die Stecken aufgrund der Kälte nicht mehr halten und packe sie weg. Der Weg wird immer wegloser & verblockt. Waschmaschinen- bis 3-Tonner große Blöcke liegen vor mir, vom Weg, bis auf die Steinmächen kaum noch eine Spur. Ich habe die Brille im Rucksack gelassen weil ich bei dem Wetter eh nichts sehe. Das erschwert auch die Steinmänchensuche. Der obere See beim Snøholsvatnet kostet mich fast 1,5h. Es ist glitschig und kalt. Die spitzen Steine lassen die Landschaft unwirklich erscheinen. HOSTILE - feindlich - trifft es am deutlichsten. Von meinem Zeltplatz nach Olavsbu wären es etwas über 11km - 3,5h laut Navi. Da hätte ich Mittags da sein sollen. Nach 3,5h hatte ich etwas über die Hälfte. 3 Hiker mit Rucksack und Zelt kommen mir entgegen. "What a lovely Weather, isn't it?", kommt aus mir raus. Wir grinsen uns an und laufen weiter. Die Steigung runter nach Raudalen kletter man über riesige Findlinge zwischen denen auf voller Breite das Wasser abfliest. Bei schönem Wetter ein willkommenes Abenteuer - bei 5°C, 4Bft und Dauerregen ---- Mordor-esque. Überhaupt ist ein Flußbett hier nicht der übliche Weg für Wasser so scheints, sondern es läuft einfach so gerne mal 5cm tief den Hang herunter.

    Mir ist völlig schleierhaft wo man hier einen geschützten Zeltplatz finden soll. Die wenigen "ebenen" Flächen die man alle 3h mal findet, stehen 1cm unter Wasser. Ich sehne mich nach der Wärme der kommenden Hütte und habe Hunger. Entweder es ist bumsvoll, weil alle geblieben sind oder leer. Ich hoffe es ist wenigstens einer da, der mir die Einrichtung erklärt. Der Goretex meiner Schuhe hat zum ersten mal auf dieser Reise aufgegeben. Füße kalt und patschnass laufe ich weiter. Vor Olavsbu noch eine knackige Flußquerung. Fuck, nicht auch noch furten. Aber weiter oben kommt man mit springen rüber. Endlich komme ich zur Hütte. Der Hüttenwart empfängt mich schon. Ob ich Leute gesehen habe und ob noch wer kommt? Ich setzt mich erstmal in den Vorraum um mich mental zu sammeln. Poh. Krass. Das habe ich mir so nicht erwartet. Feindlich. Einfach nur feindlich.

    Dann packe ich meine Sachen erst mal in den Trockenraum. Der Hüttenwart erklärt mir wies läuft und koch ertmal Kaffe, danach gibts Blomkålsuppe mit Knäckebrot. Es ist 15:00, der nächste passable Campplatz meint das niederländische Pärchen, ist gute 3h von hier. Fuck. Ich will da echt nicht mehr raus und entschließe mich entgegen meiner Schlafsaalphobie hier zu bleiben. Den restlichen Tag verbringe ich beim Kartenspielen. Vom Fenster aus sehe ich zu wie jemand versucht sein Hilleberg aufzubauen und irgendwann doch weiter zieht. Nach ein paar Stunden ist mein Equipment komplett trocken. Ich schlafe dann auf der Eckbank im Aufenthaltsraum.

    Oh vielen Dank, das ist nett! Eine Frage, mein bisheriges Verständnis, DCF spielt seine Stärken aus, wenn Gewicht zählt, Silpoly, wenn das Zelt lange halten soll. Ich bin mir aber nicht sicher, ob ich die Haltbarkeit von DCF damit zu pessimistisch einschätze, ich kenne das Material bisher nur aus Berichten, nicht aus eigener Erfahrung.

    sh hier:

    Ich bin für mich bin zu dem Schluss gekommen dass zumindest beim Notch DCF keinen Sinn macht.

    1. wie in outdoorrama 's link auch aufgezeigt - "little Rock, big Rock wäre Deine" Lösung. Es macht Sinn das mit nicht-Zeltleinen zu machen, die Steine schaben sonst Deine Zeltleinen an
    2. Nimm halt mal 5-10m mit? Die wiegt doch eh nix? Allerdings sollte irgendwas unter 1m ausreichen um einen Stein zu umwickeln, hätte jetzt mit 50-80cm gerechnet. Aber probiers doch einfach mal aus, im Garagenhof auf Asphalt oder so. Zu den Abspannleinen generell, je kleiner der Winkel zum Boden desto mehr Kraft bekommst du in den Boden. Deswegen machen lange Leinen mehr Sinn, gerne 2m
    3. Zeltleine 2 - 2,5mm? Schau mal hier:
      Zeltleinen wie lang


    Bygdin - Eidsbugarden

    Ursprünglich wäre ja der Plan gewesen, mit der Fähre wieder zurück zu fahren, nach Eidsbugarden, aber ich war ja zum wandern hier! Der Weg von Torfinnsbu zurück nach Gjendebu sah spannend aus auf der Karte. Hab mich dann doch dazu entschieden auf der Südseite des Sees Bygdin zurück nach Eidsbugarden zu laufen. Es geht erst mal voll exotisch die ersten 500m auf Asphalt. Dann steuert man in die Einsamkeit. 2 Teenies überholen mich noch kurz joggend und kehren wieder um. Haben wohl was vergessen. Dann hab ich den Weg für mich alleine. Es hat einen knackigen Westwind dem ich entgegenlaufe. Man läuft parallel zum See durch knöchelhohes Buschwerk, immer wieder etwas sumpfige Feuchtwiesen dazwischen. Es nieselt immer wieder mal. Nach Seksin geht es Bergauf. Auf einem windgeschützten Blockfeld koche ich mir was getrocknetes zu Mittag und einen Kaffee. Dann ist man oben. Es hat einen schönen Blick auf den See, aber der Wind ist teils arg knackig & kalt. Der Vorteil am Gegenwind ist, dass einen Tiere die vor einem sind kaum wittern können, und so laufe ich immer wieder recht an Rentierherden heran. Irgendwann gehts wieder steil runter ins Tal des Olefjorden. Unten sumpfig, Dann auch wieder steil raus. Da es schon auf die 17:00 zu geht, suche ich mir langsam einen Zeltplatz. Bei dem Wind brauche ich etwas geschütztes. Laut Karte bietet sich das Tal bei der DNT Hütte Yksendalsbu an, dann gehts knackig hoch. Falls man oben am Berg nichts geschütztes findet dauert es wieder zum nächsten Tal. 2,5h meint Mapy.... So sehe ich mich um, aber alles hier ist nur moorige Feuchtwiesen. Irgendwann erreiche ich die Hütte. Was nun? Bei der Hütte gibt es drei schöne Zeltplätze. Zum nächsten Tal sind es wie gesagt 2,5h, und ob es da weniger moorig ist? Die Luft ist eh schon ziemlich raus, also bleiben. Da das Wetter ganz passabel ist, und ich zu geizig bin, die 50 NOK Tagesgebühr zu zahlen (oder die 300NOK Nachtgebühr nach 18:00) setze ich mich in den Windschatten der Hütte und koch mir was zu futtern. Das Zelt steht trotz Wind super. Kein Wunder wenn man dank Erde & Gras die Heringe zur Abwechslung mal gut versenkt bekommt. Btw, bis jetzt hat sich noch keine einzige Mücke hier gezeigt was auch so bleiben wird.

    Am nächsten Morgen gehts recht früh nach Kaffee & Müsliriegl weiter. Zelt ist komplett trocken. YES. Dan gehts erstmal knackig nach oben. Es scheint eine norwegische Angewohnheit zu sein, Steigungen am besten möglichst schnell hinter sich zu bekommen, als geradeaus hoch. Oben gehts weiter. Man trifft wieder Rentierherden und hat einen schönen Blick auf den See. Das nächste Tal stellt sich genauso moorig heraus aus das vorhergehende. Gut Entscheidung zu bleiben. Der Bach ist deutlich zu tief und zu rauschend, also muss ich furten. Also Bergschuhe aus und Campschuhe an. Füße trocknen. Snacken. Weiter. Wieder hoch. Oben wird der Weg zunehmlich beschwerlicher. Es kommen immer mehr immer größere Blockfelder. Man erkennt den Weg nur an den alle 20m entfernten Steinmänchen die man immer wieder aufs neue suchen muss. Je weiter ich komme desto schlechter wird das Wetter. Es fängt irgendwann so stark zum Regnen an, dass ich mir die Regenhose anziehe. Die grünen Flechten auf den Blöcken werden richtig glitschig, und ich rutsche mehr als einmal ab. Der Wind mit Regen wird so kalt, dass ich die Stöcke einpacke. Das letzte Blockfeld dauert gefühlt ewig. Regen. Kalt. Schlechte Sicht mit besprenkelter Brille. Und ich hatte mir zum Mittagessen an sich den Burger in der DNT Hütte Fondsbu eingebildet || Aber auch das geht zu ende. Endlich kommt Eidsbugarden in Sicht, das Blockfeld wird zur "Almwiese", und es treibt mich zu einem späten Mittagessen (15:00?) nach unten. Krass wie gut meine Knie halten. Und es geht nichts über die kulinarische Kombination des "Wandern & Einkehrens" :love:

    Gjendebu - Eidsbugarden / Bygdin

    Der Plan wäre wie gesagt gewesen die Fähre nach Bygdin von Eidsbugarden noch zu bekommen. Leider war die Homepage der Fähre eher verwirrend (sie scheinen das angepasst zu haben). Laut Mapy brauche ich 6h nach Eidsbugarden, erfahrungsgemäß habe ich in dem Terrain aber gerne mal einen Fehler von bis zu 30%, was dzu führt dass ich die Beine in die Hand nehme. Gefühlt um 15:00 soll ich da sein. Der Weg führt zuerst angenehm sanft nach oben. Zuerst durch ein kleines Briken-Wäldchen, später Wiesen. Man fühlt sich fast wie auf der Alm. Immer den Bach entlang. Selbiger möchte irgendwann gequert werden, was bei der Tiefe aber kein Problem dar stellt. Links die Gipfel pudergezuckert und mit große Schneefeldern. Oben erstreckt sich eine Hochebene. Es geht über Wiesen angenehm "chillig flowig". Die Lust auf Bier & Dusche treibt mich voran. Zum Mittagessen gibt eine kleine Packung Nüsse und einen Schokoriegel. Immerwieder Bäche zum queren, teils recht mächtige. Man suche sich einen Weg über Steine. Ich bin wieder mal dankbar über die wasserdichten Bergschuhe. Die Sonne scheint zur Abwechslung, ich versuche mich in meinem Sunhoody zu verstecken, man bekommt hier gefühlt deutlich leichter einen Sonnenbrand als in D-A.

    Langsam geht es nach unten, zum Schluss noch ein reisender Bergbach der mit einer Hängebrücke gequert wird. Parallel zu einem Wasserfall geht es nach unten und Eidsbugarden ist zu sehen. Nach drei Tagen hat es endlich mal wieder Internet. Ich buche ein Zimmer im Hotel, jetzt muss ich nur noch die Fähre erwischen. 13:00 ist es, klingt machbar. Es geht den See entlang, der Weg ist teils recht sumpfig und zieht sich unspektakulär. Eidsbugarden selbst ist eher eine Ansammlung mit Touristenhäuschen, einer DǸT Hütte und einem Hotel. Die DNT Hütte serviert mir einer der Besten Burger meines Lebens. Wow. Es gibt noch Kuchen den ich draußen verschnabbuliere während ich das Zelt in der Sonne trockne. Um 15:00 gehts runter, die Verdränger Fähre aus den 20er bringt mich grob um 15:30 rüber auf die andere Seite im See. Den Käpt'n werde ich noch beim Abendessen kennen lernen. Dann Einchecken. Duschen & Klamotten waschen. Der Trockenraum im Erdgeschoss tut seine Dienste gut. Das Bygdin Høyfjellshotell selbst versucht seinen Charm der alten Zeiten zu wahren. Es ist nicht immer eindeutig, ob man es als "würdigen Zeitzeugen", oder als "heruntergekommen" einstufen möchte. Das Abendessen, daß vorbestellt werden muss, ist absolut sein Geld wert. Ich bin immer wieder verwundert wie gut in Norwegen gekocht wird. Satt, müde, sauber und trocken schlafe ich ein.

    Man könnte aber auch zu dem Schluss kommen, dass dies wohl ein Ding zwischen Konradsky und Walkin' ist, und das beide alt genug sind das unter sich zu klären, und bräuchte nicht mal das finale URTEIL der Moderatoren . Man könnte sich zurücklehnen oder sich wieder um Upcyling Ideen unterhalten.

    Geschätzte Foristas & Forestinas, es ist SEHR HEISS draußen, da streitet man gerne um Dinge die einen sonst kalt lassen würden. So erkläre zumindest ich mir, warum ich gerade Lust & Freude hätte, alles und jeden mit Steinen zu bewerfen :evil:

    Ist es allein das Alter, dass mir erlaubt, selbige meist vorher wieder fallen zu lassen?