Es ist wirklich toll, was wilbo gefertigt hat, vor allem die professionelle Umsetzung ringt mir Respekt ab; insgesamt ist die Expertise bzgl. Tarp-Bau überall erkennbar, von feingliedrigen Arbeiten bis hin zu den tollen Fotos. Und manches wie die Jungle-Loops ist so sinnvoll, dass ich es auch bei meinen Projekten bzw. auch auf unserer Website als Inspiration für andere hinterlegen möchte, seine Erlaubnis vorausgesetzt.
Zur Umsetzung hätte ich nur 3 Hinweise:
Das benutzte Klebeband sollte für niederenergetische Oberflächen entwickelt worden sein, das Dondo-Klebeband ist dafür gut geeignet
Falls für die Spitze gerade kein DCF zur Hand ist, so tut es auch hochwertiges Filament-Klebeband (wobei DCF natürlich die bessere Wahl ist, wenn vorhanden)
Und wer sich das zusammenpacken etwas einfacher machen will, kann auch zu XFOIL fly greifen. Diese Version ist perforiert, und dadurch entstehen keine großen Luftkammern beim zusammenrollen, da Luft / Wasser durch die Oberfläche entweichen kann. Dazu muss ich aber sagen, dass noch keine richtigen Langzeit-Erfahrungen existieren, bestehende Tarps sind seit maximal 6 Monaten im Einsatz, also eher was für experimentierfreudige Trekker.
Kannst Du denn überhaupt relevante Unterschiede in der Haltbarkeit zu polycro feststellen, bzw. zu welchem polycro,
Bzgl. Unterschiede zu Polycryo: Das Thema ist nicht so einfach, da es keine Definition gibt, und Polycryo bzs. Polycro keine geschützte Marken- oder Produktbezeichnung ist, und inzwischen für verschiedenste Folien im UL-Bereich genutzt wird
Ich hatte mal versucht, das ganze in einem Blogbeitrag aufzudröseln, hier ein Auszug:
"Der Name "Polycro" oder "Polycryo" stammt wahrscheinlich aus der Ultraleicht-Wanderszene und bezeichnet eine dünne Plastikfolie, die häufig als Groundsheet verwendet wird. Der Begriff leitet sich wahrscheinlich von "Polyolefin" ab, der Polymerfamilie, zu der das Material gehört, und "cryo" von Kälte, da die Folien erstmals aus dem Bereich der Fensterisolationsfolien genutzt wurden. Das "cro" in Polycro stammt wahrscheinlich von "cross-linked", also "quervernetzt". Obwohl die genaue Herkunft nicht sicher ist, hat sich dieser Name in der Szene etabliert."
Ich persönlich würde sagen, dass Gossamer Gear die Bezeichnung in der UL-Szene etabliert hat. Als ich mich allerdings vor ein paar Jahren auf der Outdoor Retailer Show in Denver mit Leuten von GG darüber unterhalten habe, wiesen sie das von sich, der Name wäre bereits vorher in Verwendung gewesen, sie hätten den auch nur übernommen. Glücklich ist darüber niemand, da viele daraufhin aus Unwissenheit nach Fensterisolierfolien gegriffen haben, bei denen die Zusammensetzung meistens unklar ist, und selten aus quervernetztem Polyolefin besteht (Robustheit ist bei Fensterisolierfolien nicht besonders wichtig). Dementsprechend haben manche auch schlechte Erfahrungen damit gemacht. Auch sind die Bezeichnungen meines Erachtens nach wirklich nur in der UL-Szene überhaupt bekannt (wobei mein Kenntnisstand da nur auf Europa basiert, ich wäre sehr interessiert an weitergehenden Infos dazu).
Quervernetzt kann ja erst mal vieles sein, und das polycro und polyolefin ein- und dasselbe ist, hätte ich noch nicht gehört bei den polyolefin Produzenten. Irgendwelche Redditors orakeln darüber, aber eine Quelle hab ich da gerade auf die schnelle nicht gefunden.
Vielleicht kann xfoil dahingehende Licht in's dunkel bringen?
Ja, XFOIL ist quervernetzt (bitte entschuldigt die falsche Zitierung, ich habe es nicht besser hinbekommen)
Bzgl. Vergleichbarkeit: Wir haben auf der Website ein Datenblatt mit den entsprechenden Kennzahlen, die nach industriellen Normen (ASTM D882/1922) ermittelt wurden. Damit sollte eine Vergleichbarkeit mit anderen Folien möglich sein.
Wir haben noch andere Materialstärken, aber nichts was dicker als 19 µ ist. Wie wilbo sagt, die Stärke würde wenig an der Weiterreißfestigkeit ändern. Auf Anfrage liefern wir auch 15 µ Folien, da individuelle Anfragen eher in Richtung dünner gehen. Andere Rollenbreiten sind zwar möglich, allerdings ist der Aufwand bei so einem speziellen Nischenprodukt nicht zu rechtfertigen (Maschinenumrüstung, Lagerhaltung, große Losgrößen sind wirtschaftlicher etc.).