Meiner Meinung nach haben die Entwicklungen der letzten Jahre Quilts technisch so weit gebracht, dass sie grundsätzlich in allen Temperaturbereichen funktionieren.
Ein Meilenstein sind für mich Anti-Draft Pad-Attachment-Systeme. Wenn die Straps weiter innen am Q uilt angebracht sind (nicht direkt am Rand), wird der Quilt stärker um den Körper und unter ihn gezogen. Seitenzugluft wird dadurch faktisch eliminiert – jedenfalls bei sauberem Setup.
Dazu kommt: Gute Winter-Quilts haben inzwischen ausgeprägte, daunengefüllte Wärmekragen. Bei sehr niedrigen Temperaturen funktioniert auch eine separate Daunenkapuze hervorragend – thermisch absolut auf Augenhöhe, und ich muss sie nicht immer mitschleppen, wenn mir auch eine Mütze reicht. Und mit passender Breite des Quilts und der Matte entsteht auch in Seitenlage keine Kältebrücke.
Mein Neve Gear ist relativ weit geschnitten. In Kombination mit einer NeoAir kann ich die Knie anziehen, ohne dass Spannung entsteht oder sich seitlich etwas öffnet.
Der einzige valide Punkt aus meiner Sicht: Wer sich extrem viel dreht, könnte mit einem Quilt eher an Grenzen kommen. Wobei man fairerweise sagen muss, dass sich ein Schlafsack dann komplett mitverdreht – und man schnell das „Wurstpellen-Gefühl“ hat.
Ein offenes Fußteil ist bei solchen Temperaturen natürlich keine Option – das sollte konstruktiv geschlossen sein.
Einen zwingenden Grund, bei Kälte noch zum Schlafsack greifen zu müssen, sehe ich ehrlich gesagt nicht. Für mich war der Wechsel eine Entscheidung, die ich eher zu spät getroffen habe.
Eine offene Fußbox habe ich nie gebraucht, denn wenn mir warm ist, mach ich halt den oben ein Stück auf.
Meine aktuellen habe ich bisher max. bei minus 11 Grad genutzt, meinen vorherigen Cumulus 450 bis zu minus 18 (natürlich dann mit Daunenjacke, Daunenhose etc.)