Spannendes Thema, also los: Ich war bisher bei Regenjacken mit keiner Membrantechnologie zufrieden von diversen Herstellern und aus diversen chem. Grundmaterialien auf diversen Trägerstoffen, egal ob die Membran lose eingehängt, 2-, 3- oder 2,5-lagig verarbeitet war. [Ausnahme Outdry, wo die Beschichtung/Membran außen liegt; davon bin ich bisher begeistert, da null Durchnässung und null wet-out.] Es war ansonsten jedes Mal der wet-out-Effekt, der m.E. angesichts des Preises nicht aktzeptabel war, sobald man in echten, langen Regen kam und dann die DWR des Außenstoffes gerade im Schulter-/Nackenbereich aufgab. Daher habe ich mir oft gewünscht, es gäbe Membranjacken, bei denen der Schulter- und Kapuzenbereich aus diffusionsdichtem (nicht-atmungsaktivem) Stoff gemacht ist. - Es sei aber auch gesagt, dass es gewisse Dauerbrenner von Membran-Jacken gibt, die seit vielen Jahren etliche Fans und zufriedene Dauernutzer haben, die nichts Anderes nehmen wollten.
Interessanterweise fand ich Windstoppermembranen noch am überzeugendsten, auch gegen Regen, weil auch da irgendwann Wasser durchging, aber die Atmungsaktivität beim Tragen nach dem Regen sonst eben sehr hoch war. (Montbell verarbeitet in seiner Versalite-Jacke ebenfalls Windstopper aus eben diesem Grund, nehme ich zumindest an; und dennoch verzichtet der Hersteller hier nicht auf lange Seiten-RVs.)
Gegenüber diffusionsdichten Stoffen, gerade solchen, die kein Wasser aufnehmen und mit reichlich Lüftungsmöglichkeiten sinnvoll zu Jacken verarbeitet werden (z.B. wie bei Timmermade, z.B. Sil-Nylon, Sil-Poly oder DCF) oder auch gegenüber dem pile&pertex-Prinzip bzw. dessen "regenfester" Abwandlung in Paramo-Kleidung werden Membranjacken (mit Trägerstoff außen) allzu oft als Goldstandard von der breiten Masse der Outdoor-Nutzer gesehen, würde ich sagen; ich vermute mangels Überblick, Erfahrung oder geringer Popularität der alternativen Regenjacken-Techniken (abgesehen von Ponchos aus Sil-Nylon, die sieht man etwas öfter).
Bei Regenhosen hatte ich hingegen nie groß etwas zu bemängeln, egal welche Membranen und Hersteller es waren. Am ehesten störte mich dort, wenn der Trägerstoff langsam trocknet, wet-out war aber kein echtes Problem. - Allerdings komme ich mit einer Sil-Nylon-Regenhose auch ohne Diffusion gut zurecht und dieses Material nimmt sehr, sehr wenig Wasser auf; und unter ca. 8°C bevorzuge ich aufgrund Tragekomfort die Kombination aus Fleece- und Lauf-Wanderhose anstelle einer Regenhose, solange es nicht stundelang kübelt.