Beiträge von Biergourmet

    Den Turbat lasse ich aber vermutlich aus.

    Haha, daraus ist nichts geworden. Ich saß oben am Col und hab den Gipfel des Pic Turbat eine Weile angeschaut. Dann sind vor mir 6 Leute zum Gipfel aufgebrochen und ich bin hinterher. Der Aufstieg ist technisch einfach, aber anstrengend, da der Weg echt schlecht markiert ist und man sich an Steinhaufen und verblichenen roten Markierungen orientieren muss. Nach etwa 20-30 Minuten gibt es eine Kletterstelle, wo man eine steilere Wand hochkraxeln muss. Vor dem Gipfel gibt es dann noch eine Stelle, an der man über einen Vorsprung klettern muss. War happy, dass ich da oben dann nicht alleine war. Insgesamt hat der Aufstieg mich ca. 1,5h und Abstieg 1h gekostet. Bin dann noch weiter und bis nach La Desert abgestiegen. Hab am Ende aber meine Knie auch gespürt und war ein bisschen verdutzt als meine Uhr mit 1900m Anstieg und 3000m Abstieg angezeigt hat.

    Noch ein anderer Tipp: Bei der Gite Les Arias in La Desert kann man kostenlos zelten. Früh da sein lohnt sich, weil es sich dann doch sehr schnell füllt. Gibt dazu eine Wasserstelle und Toilette. Duschmöglichkeiten gibt es nicht, aber man kann sich am Bach waschen. Wenn man zurück zum Trail geht, an der Brücke links, gibt es einen Pfad der einen zu einer guten Stelle führt.

    Danke für den Hinweis auf zum Umweg über die Seen, das sieht in der Tat sehr spannend aus.

    Ist auch wirklich schön da!



    Ich habe mir bisher als Sidequest nur im späteren Verlauf den Lac Lautier und den darüber liegenden Gipfel des Turbat ausgeguggt.


    Die Etappe steht heute bei mir an. Bin gestern noch zur Refuge de l'Olan aufgestiegen (tolles Panorama und Biwakmöglichkeit bei der Hütte). Den Turbat lasse ich aber vermutlich aus.

    Achja, und den Abstecher auf den Pic de Vallonpierre vom gleichnamigen Col würde ich mitnehmen. Super Aussicht auf das Col, die umliegenden Täler und einen der höchsten Berge der Ecrins, den la Sirac. Nur die Wolken wollen nicht so mitspielen. ^^

    Bonus: hier oben gibt's auch Internetempfang!

    - Parken kann man kostenlos während der ganzen Tour in Le Bourg d'Oisans auf dem Veneon Parkplatz im Ortskern. Hatte im Vorfeld mit dem Tourismusbüro geschrieben und das ist kein Problem. Die wollen Namen, Nummernschild und Handynummer haben und leiten das dann an die örtliche Polizei weiter. Mal sehen, ob das Auto dann in ein paar Tagen noch da ist. :S

    - Der Campingplatz Pont des Places am L'Onde (44.83947 6.45480) ist ganz nett gelegen und bietet sich an, wenn man nicht direkt in Valloise bleiben möchte. Er wird im Führer und in der Hexatrek-App erwähnt, auf OSM oder Google Maps ist er nicht eingetragen. Kostet ungefähr 12,50€ für eine Person/Zelt/Nacht. Man kann da auch Snacks, Getränke und sogar Trekkingmahlzeiten kaufen. Die Sanitäranlagen sind allerdings eine Zumutung. :( der Orginalweg zum Campingplatz auf dem südlichen Ufer des Flusses ist nach einer größeren Flut wieder begehbar und man muss nicht die Fahrstraße (wie bei OSM hinterlegt) nehmen. Mit der macht man nach dem Campingplatz sowieso noch Bekanntschaft, wenn man nicht sogar das Shuttle aus Valloise für den Teil nimmt. ^^

    Bin gerade auf Tour de Ecrins unterwegs. Hier ein paar Eindrücke der ersten Tage:

    - Der Weg zum Col de Sarenne am ersten Tag ist so naja. Es war super viel los, weil diese Woche die Tour de France da langfährt. Zum Wandern ist der Anstieg aber wegen Skipiste und Asphaltstraße nicht besonders schön. Der Ausblick vom Aussichtspunkt ist allerdings grandios. Ab Clavans wird es deutlich schöner.

    - Das Plateau d'Emparis ist den Umweg wert und das Zelten an einem der beiden Seen (Noir oder Lerie) ist bei dem Gletscherpanorama grandios.

    - Auf den ersten Etappen lohnt es sich nicht viel Essen mitzunehmen, da man jeden Tag durch ein Dorf mit Einkaufsmöglichkeiten kommt. Ab Valloise ändert sich das dann aber.

    - Es gibt viele Möglichkeiten für Biwak, was die Etappeneinteilung sehr entspannt.

    - Von Monetier-les-Bains nach Vallouise habe ich die Variante über das Col de Grangettes und Lac de l'Eychauda gewählt, um das Skigebiet beim Col de Eychauda zu umgehen. Kann ich nur empfehlen. Der letzte Abschnitt ist allerdings voller Schotter und auf den letzten Metern geht es über Felsen mit Seilsicherung. Der Ausblick vom Col in beide Richtungen ist super. Genug Wasser mitnehmen!

    Vielleicht habe ich es übersehen, aber ich würde dir raten, einen Filter oder Tabletten zur Wasseraufbereitung mitzunehmen. Da oben gibt es streckenweide viele Schafe (inkl. Herdenschutzhunde) und Rinder. Ich hab ein paar Mal aus Faulheit nicht gefiltert und vor Andorra dann eine unfreiwillige Pause nehmen müssen. :(

    Ich bin im August 2022 den HRP gelaufen.

    Grödel: Meine Grödel haben die komplette Zeit im Boden des Rucksacks verbracht. Ich erinnere mich an ein paar flache Schneefelder, die man einfach umgehen konnte oder wo man mit Stöcken problemlos drübergehen konnte.

    Schlafsack/Quilt: Ich hatte eine Schlafsack mit Komfort 0°C dabei und habs nicht bereut. Ich friere aber auch schnell, daher hatte ich auch eine Puffy dabei. Je nachdem wie hoch du zelten willst, kannst du das natürlich anpassen. Ich würde dir aber raten, lieber ein bisschen wärmer zu planen, um an den schönen hochgelegenen Plätzen bleiben zu können.

    Powerbank/Solarpanel: Ich hatte ne 10.000er Nitecore dabei und das hat mir gereicht.


    Du läufst mit dem Aonijee, hast du den mal mit mehr Gewicht getestet? Je nach Ort, Wassser und Resupply kommen da noch einige Kilos dazu. Bei mir schneidet der Aonijee bei 8 kg+ doch schon ziemlich ein und wird ungemütlich.

    Cool. Danke für deine Einschätzung!

    Dann werd ich sie mir mal holen und ausprobieren. Bin gespannt, wie sie sich im Vergleich zu OSMand schlägt. Wenn die Infos da gebündelt sind, spart man sich da bestimmt so manche Suche in der OSMand Karte. :)

    Ich habe dieses Frühjahr einige Upgrades vorgenommen, auf die ich kurz eingehen möchte:

    Rainbow Tarptent Silpoly: Habe mir das Zelt aufgrund der sehr guten Rezensionen besorgt und es gefällt mir richtig gut. Es ist einfacher aufzubauen als mein altes Lanshan, man ist nicht so abhängig vom Untergrund und kann es mit Trekkingstöcken leicht freistehend aufbauen. Ich habe die neue, schmalere Version und komme gut damit klar. Habe auch noch einen Rooster für den Himmel mitbestellt. Ist ganz nett, aber weiß nicht, ob der für immer in meinem Setup bleiben wird, da ich ihn doch eher wenig genutzt habe. Gewichtstechnisch habe ich gegenüber dem Lanshan nicht viel gewonnen, bin aber deutlich flexibler, was den Zeltplatz angeht und das ist mir dann das Gewicht auch wert. Ich nutze die Carbonstäbe. Ist es normal, dass sich nach den ersten Nutzungen schon einzelne Carbonfasern abschälen? Das ist nicht dramatisch, aber mir ist es aufgefallen.

    Durston Wapta 30: Zum anderen habe ich mir den Durston Wapta gekauft, da mir der Kakwa 55 für Touren in Mittelgebirgen ohne lange Foodcarries zu groß ist. Bin jetzt auch nicht der Typ, der in DE autark unterwegs sein muss, wenn sich immer wieder die Gelegenheit bietet einzukehren. Alternativ habe ich auch schon den Aonijee 30L genutzt, aber dieser war mir auf vorigen Touren einen Tick zu klein. Der Wapta ist für mich perfekt und angenehm zu tragen. Ich habe ihn mir mit einem Hüftgurt in M/L gekauft, dieser ist aber zu groß, weshalb ich mir noch einen in S/M besorgen werde. Das Einzige, an das man sich gewöhnen muss, ist die geschlossene Fronttasche, weil man nicht auf den ersten Blick sieht, wo etwas liegt. Bei dem feuchten Wetter fand ich die Tasche aber ganz gut, da alles sehr gut geschützt war.

    GramXpert eLite Quilt 7D/10D APEX 133: Ich habe mir den Quilt zugelegt, um im Sommer diesen statt meinen EE Enigma 20F mitzunehmen. Wenn ich die Temperaturvorhersage für die höheren Lagen, wie am Schluchsee, besser studiert hätte, hätte ich meinen Enigma eingepackt und es wäre mir wärmer gewesen. So weiß ich nun, dass es mit aller Kleidung und APEX 133 bei 0 °C gerade noch so geht. Das muss ich aber unbedingt nicht wiederholen. 7D ist schon sehr dünn, man kann quasi hindurchsehen. Ich hoffe, dass es gut haltbar ist. Ansonsten ist der Quilt top verarbeitet und ist mit den simple straps einfach an der Matte zu befestigen.

    Yamaichi Alpha Hose und Karpos Octa Baselayer (Schlafkleidung): Beides sind Empfehlungen aus dem Forum (danke an Lina Wiese und FNZ) und sind angenehm zum Schlafen. Ich glaube nicht, dass es sich bei der Hose von AliExpress um echtes Alpha handelt. Die Struktur ist anders als bei meinem Senchi, aber sie erfüllt ihren Zweck. Allerdings fusselt sie deutlich mehr. Der Octa Baselayer fühlt sich aufgrund der Unterseite auf der Haut erst komisch an, wärmt dann aber ganz gut.

    G4free Reiseregenschirm (danke für den Tipp Sundance): Ich glaube, ich bin jetzt ein Fan von Regenschirmen in meinem Schlechtwettersetup. Es ist schon sehr cool, mit trockenem Kopf und Brille (!) freihändig zu laufen, während um einen die Welt untergeht. Ich denke, der Schirm wird mich nun häufiger auf Touren im Mittelgebirge bei gemischten Wettervorhersagen begleiten. Ich habe mir die Version mit Silberbeschichtung gekauft. Achtung, der ist 15 g schwerer als die schwarze Version. Das Teil wirkt fragil, hat aber gehalten. Mal sehen, was der Langzeittest ergibt.

    Cool, danke für den Bericht!

    In welchem Monat warst du da und welche Temperaturen hattest du grob?

    Mitte Mai. Nachdem das Wochenende davor sehr heiß gewesen war, bin ich von deutlich wärmeren Temperaturen ausgegangen, habe aber wie gesagt auch die Höhe des Schwarwalds vergessen einzuplanen.

    Nachts waren es etwa 8, 8 , 0 und 0°C. Tagsüber um die 10°C, mit Sonne ein bisschen mehr.

    Tag 4: Todtmoos – Wehr (25 km)

    Um halb vier wache ich auf, weil die Partygäste sich lautstark auf den Heimweg gemacht haben. Ich schlafe wieder ein, wache aber um 5:30 Uhr aufgrund der Kälte und der damit verbundenen Ungemütlichkeit erneut auf. Ich überlege kurz, raffe mich auf, betrachte das Eis auf meinem Zelt und gönne mir eine zweite heiße Dusche. Wenn ich schon für eine Nacht 18,50 € für den Platz bezahle, kann ich das auch nutzen. O-Ton der Betreiberin: „Du kannst so viel duschen, wie du willst.“ Gesagt, getan. Und es hat richtig gut getan.

    Ich mache mir noch einen Kaffee und frühstücke ein Croissant von gestern. Motiviert hatte ich mir am Vortag einen Smoothie und eine Banane beim Edeka gekauft, um ein richtig gutes Frühstück zu haben. Bei diesen Temperaturen und dem eiskalten Zustand verzichte ich allerdings vorerst gerne darauf. Ich kratze das Eis vom Zelt, packe zusammen und verabschiede mich meiner Zeltnachbarin, die zwischenzeitlich auch aufgestanden ist.

    Zuerst laufe ich zurück ins Zentrum, da ich keinen direkten Weg zum Trail finde. Das Thermometer der Sparkasse zeigt −2 °C an. Glücklicherweise verlasse ich Todtmoos über eine sonnenbeschienene Straße, die mich schnell aus dem schattigen Tal führt. Die Sonne tut gut und wärmt mich schnell auf. Ein Fuchs huscht über die Straße und flüchtet sich in den Wald.

    Es geht durch den Wald, an Kuhweiden vorbei und durch kleine Dörfer. Auffällig sind die überall hängenden Plakate, die auf die vor sechs Jahren auf dieser Etappe verschwundene Scarlet hinweisen. Es ist schon eigenartig, der Fall liegt jetzt schon sechs Jahre zurück und bisher wurde keine Spur gefunden. Ich ertappe mich dabei, wie ich meine Umgebung unwillkürlich nach irgendwelchen Spuren absuche. Immer wenn ich meine Gedanken von dem Fall wieder losreißen kann, kommt ein weiteres Plakat und ruft ihn mir zurück ins Bewusstsein. Es fällt mir sehr schwer, die Tour einfach so zu genießen.

    Es geht weiter an einem Wildtiergehege und Ziegen bei Todtmoos-Au vorbei, bis ich im Bannwaldgebiet Wehratal weit oberhalb der Wehra entlanglaufe. Es folgt ein Abstieg entlang eines schönen Bächleins und die Querung einer Straße. Hier mache ich eine kurze Pause, gönne mir Smoothie und Banane und strecke die Füße in die Sonne. Zwischenzeitlich treffe ich eine ältere Schluchtensteigwanderin mit großem Rucksack, mit der ich mich nett unterhalte. Immer wieder holt sie mich ein, wenn ich eine Pause mache. Sie spricht mich auf meinen kleinen Rucksack an und erzählt mir, dass sie bei ihrer Alpenquerung und auf anderen Wanderungen oft „gut gemeinte”, jedoch eher übergriffige Kommentare zu ihrem größeren Rucksack und dem damit verbundenen Gewicht bekommen hat. Ich stimme ihr zu, man sollte hier nicht dogmatisch rangehen und andere belehren, was besser oder schlechter ist. Lieber weckt mein kleinerer Rucksack das Interesse der anderen Person und dann kann man UL ein bisschen erklären.

    Leider habe ich kein Glück und entdecke keine Gämsen, die hier in der Schlucht leben sollen. Stattdessen dringt der Lärm von Motorrädern, die auf der unterhalb verlaufenden Straße fahren, nach oben auf den Trail. Ich folge dem Weg durch den Wald, bis das erste Mal Wehr in Sicht kommt. Ich steige weiter ab und und erreiche die Wehratalsperre. Es geht weiter entlang der Wehra nach Wehr hinein, bis ich schließlich mittags den Trailhead am Busbahnhof erreiche.

    Zufälligerweise findet heute ein Frühlingsfest in Wehr statt. Ich schlendere über das belebte Fest mit Bierwagen, Schülerband und Tanzaufführungen. Obwohl ich die Ruhe und Einsamkeit der letzten Tage genossen habe, genieße ich den Trubel auf seine Art, gönne mir noch etwas Leckeres zu essen, bevor ich in den Bus steige und über Basel schließlich nach Hause fahre.


    Fazit:

    Mir hat der Schluchtensteig im Südschwarzwald sehr gut gefallen. Ich finde den Trail mit Passagen über Wiesen, durch Wälder und entlang der Flüsse/Bäche in den Schluchten abwechslungsreich. Bei gutem Wetter wird man hin und wieder mit einem Blick auf die Alpen belohnt. Zudem verläuft ein großer Teil des Weges über Single Trails. Das Kernstück des Weges ist die Wutachschlucht, die mich mit ihrer natürlichen Schönheit und Ursprünglichkeit nachhaltig beeindruckt hat. Das satte Grün, das Rauschen und das Vogelgezwitscher waren echt traumhaft. Ich kann mir vorstellen, dass dieser Trail aufgrund seines Verlaufs durch Schluchten auch im Sommer relativ angenehm zu laufen ist. Unterkünfte und Verpflegung sind auf dem Weg einfach zu finden. Bei der Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln muss man sich ein bisschen abstimmen, da man doch sehr ländlich unterwegs ist. Rundum finde ich, dass der Schluchtensteig ein gutes Gesamtpaket bietet und kann ihn nur empfehlen. :)


    Der Schluchsee Platz in Aha habe ich bei einer anderen Gelegenheit genutzt, finde ich eher solala.

    Joa, der Platz ist ziemlich basic, günstig (14€) und für eine Nacht in Ordnung.

    Die sanitären Anlagen waren nicht sonderlich sauber. Sind halt so offene Baracken und alles war voller gelber Pollen. Warmwasser gab es nur aus der Dusche. Das ist aber auch ok für mich. Naturcamping halt. ^^

    Der Platz an sich ist ziemlich offen und mit den Zelten steht man irgendwie in der Mitte. Ansonsten haben die so Bubblezelte unf Baumhäuser zu vermieten. Zwischendurch fährt auch mal die Bahn oberhalb des Campingplatzes vorbei und die Leute können einem beim Abtrockenen nach der Dusche zu schauen.

    Ansonsten gibt es noch einen großen Grillpavillon mit Sitzmöglichkeuten und ein Nebengebäude mit Schränken und Kühlschränke für Essen. Es gibt die Möglichkeit spontan Holz vor Ort zu kaufen, wenn man ein Feuerchen machen will. Das ist ganz cool. Gibt wohl auch ne Sauna, die man buchen kann.

    Als ich da war, war aber auch keine betreibende Person vor Ort oder als solche zu erkennen. Habs Zelt auf- und abgebaut und niemand hat sich für einen interessiert.