Beiträge von Mia im Zelt

    Ein paar Impressionen von meiner 2 1/2 tägigen Tour mit 57km und ca. 2700hm um den Walchensee:

    Der erste Tag war recht langweilig, da es überwiegend über Forstwege durch den Wald ging.

    Dafür wurde es an Tag 2 umso schöner:

    Der Lagerplatz hat mir sehr gefallen. Zum zweiten Mal habe ich nun das Tarp nach dem Schnittmuster von Capere ausprobiert. Die Form gefällt mir. Jedoch ist mir aufgefallen, dass es doch sehr schwer ist ein Lager ohne Ameisen zu finden. Mücken gab es leider auch ein paar. Daher möchte ich das Tarp doch mit einem festen Moskitonetzeingang versehen.

    Am nächsten Morgen wurde noch ein Gipfel bestiegen, bevor es zurück in die Zivilisation ging.

    Welches Gewicht hast Du denn getragen, um die Anmerkungen zum Tragekomfort einordnen zu können?

    Ich muss gestehen, ihn gar nicht gewogen zu haben. Schätze es waren bis zu 7kg mit Wasser und Nahrung.

    Hast Du mal mit dem Winkel der Schultergurt Befestigung unten experimentiert - sowie mit der Tragehöhe?

    Nein, noch nicht. Der obere Brustgurt war mir nämlich ein paar cm zu kurz um ihn schließen zu können. An die weibliche Anatomie hat der Hersteller offensichtlich nicht wirklich gedacht... Den habe ich inzwischen verlängert und kann dann hoffentlich bei der nächsten Tour experimentieren.

    Und - weißt Du zufällig, was Du beim raustrennen der Telefon Tasche gespart hast?

    Es waren 5g.

    Wenn Du das Shockcord aus den Seitentaschen entfernt hast, haben die dich kaum noch Spannung auf dem Saum?

    Keine Ahnung. Ich hatte nicht den Eindruck, dass diese sehr dünnen Shockcords irgendeine reale Spannung erzeugen können. Falls es doch so sein sollte, fädle ich halt neue ein. Mich haben die Schnüre da jedenfalls genervt, wenn ich Gegenstände in die Seitentaschen stecken wollte.

    Btw. Der FJ2522 ist nach meiner Beschwerde bei AliExpress nun wenigstens überall als nicht mehr lieferbar markiert, scheint also tatsächlich nur auf Papier zu existieren derzeit.

    Schade! Der Rucki klang auf dem Papier spannend. Hoffentlich veröffentlichen sie bald ein sehr ähnliches Modell mit Mesh-Tasche am Rücken.

    Ich möchte nun ebenfalls vom Aonijie C9111 berichten:

    Die Verarbeitung wirkt tadellos und die Ausstattung ist auf den ersten Blick sehr gut.

    Beim ersten Overnighter habe ich ihn nicht mitgenommen, da die Plastikteile, mit denen der Hüftriemen befestigt ist, schmerzhaft ins Fleisch piekst.

    Hier musste ich erst kleine Hüftflossen annähen, um ihn bei der zweiten Tour mit zwei Nächten zu nutzen. Unterwegs ist mir dann aufgefallen, dass ich diese blöd angenäht hatte und das Gurtband zu kurz bemessen war und anfing auszufransen. Der Tragekomfort war aber ganz i.O., obwohl ich bis zu 3 Liter Wasser getragen habe.

    Das Volumen hat gereicht für einen 550g Daunenquilt, eine Torsomatte und ein DCF-Tarp sowie Kleidung und Verpflegung für 1,5 Tage. Es wäre noch Platz für weitere Ausrüstung vorhanden gewesen, das Volumen schätze ich daher als ideal für Wochenendtouren oder Sommertouren mit regelmäßigen Einkaufsmöglichkeiten ein.

    Manche von den vielen Täschchen an den Schulterträgern empfand ich als sehr nützlich, andere weniger. In die größte Tasche passen problemlos 750ml Flaschen. Die linke obere Tasche aus Elastikmaterial mit RV stellte sich als sehr praktisch heraus, es passen z.B. mehrere Riegel hinein. Die winzige Tasche mit Klettverschluss auf der rechten Seite finde ich unnütz und zudem stören mich die harten Nahtkanten des Materials. Es passten zwar zwei kleine Tropfflaschen für Wasserdesinfektion hinein, aber durch das starre Material drücken diese auf die Schultern. Habe ich komplett entfernt. Die dehnbaren Taschen unterhalb der Flaschenhalter sind ebenfalls praktisch, es passen in beide Seite je mehr als 2 Snickers rein. Auch Müll lässt sich dort schnell reinstopfen. An der linken Seite sind aber zwei übereinander, was ich als sinnlos empfand und diese entfernt habe. Rechts befindet sich unterhalb der Flaschentasche ein Fach fürs Smartphone. Das passt zwar sogar hinein, aber dann drückt das Phone, wenn ich meine Arme bewege. Hier habe ich den Aufwand betrieben und die Tasche komplett entfernt.

    Die Schultergurte sind für meine Zwecke zu wenig gepolstert - irgendwie gar nicht. Während der stundenlangen Tragezeit haben die Träger am Schultergelenk unangenehm gedrückt. Ich habe daher die Nähte aufgetrennt und jeweils 3mm Evazote untergelegt.

    Die hintere Reißverschlusstasche finde ich praktisch für Kleinkram und Wertsachen. Das große Fach innen kann evtl. weg, ich bin mir aber noch nicht sicher. Den seitlichen Reißverschluss brauche ich nicht, aber das Entfernen ist mir zu aufwändig.

    Die Shockcords an den Seiten habe ich an den Stellen entfernt, wo sie in der Seitentasche verschwindet. Die Mesh-Taschen an den Seiten und am Rücken finde ich gut gelöst. Mir reichte das Volumen.

    Zum Schluss hat der Rucki noch verbesserte Hüftflossen mit dehnbaren Hüftgurttaschen bekommen. Ich bin nun schon auf die nächste Tour mit ihm gespannt.

    Während der Probetour hatte ich das Rückenpolster drin und zwischendurch mal für eine Stunde entfernt. Ich konnte keinen Unterschied im Tragekomfort bemerken. Um Gewicht zu sparen, wäre es daher möglich das grobe Netz zu entfernen, welches das Rückenpolster hält. Bevor ich das tue, will ich ihn länger ohne Polster probetragen.

    Das Gewicht beträgt nun ohne Rückenpolster 511g.

    Die Magnetverschlüsse am Stratospire Ultra sind Mist. Ich habe sie abgeschnitten und durch toggles ersetzt. Dazu muss nicht genäht werden, aufkleben reicht.

    Die großen Flächen habe ich auch mit zusätzlichen Abspannpunkten versehen, die ich mit WovenDCF geklebt+genäht+getaped habe. Gedacht waren sie als kleine Unterstützung zum Erhalt der Form im Wind. Richtigen Sturm habe ich damit nicht erlebt, nur starken Wind. Da habe ich sie nicht gebraucht, das Stratospire stand auch so stabil. Allerdings habe ich mich zuvor sehr intensiv mit dem optimalen Aufbau beschäftigt. Mir hat es geholfen, die Stöcke 5cm länger zu stellen.

    Die Regenjacke von Rockbros ist angekommen. Der praktische Regentest folgt noch, jedoch kann ich sie nun zumindest mit der Decathlon Raincut vergleichen.

    Ist die Rockbros ähnlich der Raincat? Ja.

    Ist die Qualität besser? Teilweise ja. 

    Nun zu den Details:

    Gewicht der Rockbros in Größe S: 241g. Decathlon Raincut Full Zip: 235g. Bei der Rockbros kann man noch etwas Gewicht sparen, indem man die für Wanderer unnütze Rückentasche entfernt. Das werde ich definitiv machen, da ich diese mit Rucksack auf dem Rücken ohnehin nicht nutzen kann.

    Die Schnitt der Rockbros fällt für asiatische Hersteller ungewöhnlich groß und lang aus. Hätte es eine Nummer kleiner gegeben, würde die mir sicherlich auch noch passen.

    Schwächen der Raincut:

    - Nähte an den Ärmeln sind nicht abgedichtet. Rockbros: sind getaped.

    - Reißverschluss ist nicht wasserdicht. Rockbros: Reißverschluss wirkt optisch wasserdicht, da ich dort eine Art Gummischicht ertasten kann. Zudem ist der RV mit einer großen Abdeckleiste versehen. Aber: Bei beiden Jacken sind hier die Nähte nicht abgedichtet. Da sehe ich bei beiden eine Schwachstelle.

    - Die Ärmelbünchen lassen sich nicht verstellen. Rockbros: verstellbar mit Klett.

    - Taschen der Raincut sind offen und nicht abgedichtet. Rockbros: Taschen haben einen RV, aber bloß einen normalen. Zumindest die Naht, wo die Tasche angenäht ist, ist getaped. Bei der Raincut ist dies nicht der Fall.

    Schwächen der Rockbros: 

    - Am oberen Rücken gibt es Belüftungsöffnungen. Die Nähte dort sind nicht abgedichtet -> ganz klare Schwachstelle. Bei der Raincut sind diese Nähte getaped.

    - Der Reißverschluss endet unterhalb vom Kinn. Wenn ich die Kapuze ganz eng einstelle. wird die Öffnung zwar kleiner, aber ich sehe nichts mehr. Das stört mich wirklich - hat jemand einen Verbesserungsvorschlag? Zumindest bei der Raincut mit Full Zip ist dies viel besser gelöst. Bei der Half Zip ist ebenfalls eine solche Lücke vorhanden.

    - unter den Achseln gibt es an jeder Seite eine kleine Belüftungsöffnung mit je zwei Ösen. Sehe ich als mögliche Leckage bei starkem Regen an und trägt wenig zur Belüftung bei.

    Schwächen von beiden: 

    - Die Taschen sind weit unten angebracht und somit mit Hüftgurt nur eingeschränkt nutzbar.

    - Keine Belüftungsreißverschlüsse unter den Achseln

    - Die Kapuze hat keine Verstellmöglichkeit am Hinterkopf

    Ich habe auch noch eine interessante Jacke bei Aliexpress gefunden, die eine interessante Alternative zur Rain Cut sein könnte. Überlege gerade, sie zu bestellen.

    Hier der Link:

    ROCKBROS Radfahren Wasserdichte Jacke Männer Atmungs Reflektierende Mit Kapuze

    41,90€ | ROCKBROS Radfahren Wasserdichte Jacke Männer Atmungs Reflektierende Mit Kapuze Regenmantel Wasserdichte Outdoor Sport Windjacke Europäischen Größe
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    a.aliexpress.com

    Soll 260g wiegen.

    Tag 15

    Dies war der letzte Tag meiner Tour. Ich hatte bloß noch 9 km vor mir. Viel zu schnell kam ich diesmal voran. Die letzten km waren viel besser ausgebaut als die vorherigen. Beste Planken, keine nassen Stellen. Umso näher ich Sälen kam, umso mehr Menschen begegnete ich. Kurz vor Schluss schaute ich mir noch den kleinen botanischen Garten an, der sich kurz vor Sälen am Wegesrand befand. Zwar konnte ich kaum etwas von der schwedischen Schrift verstehen, aber schön wars trotzdem. Im Supermarkt deckte ich mich mit frischen Lebensmitteln für die Rückfahrt ein. Dann passierte mir etwas völlig dummes. Ich verpasste den Bus nach Mora. Nicht weil ich zu spät dran war, sondern weil ich so dusselig war und die Zeit falsch abgelesen hatte! :oops: Dann stand ich an der Bushaltestelle und musste mir überlegen was ich nun tue. Der letzte Bus (Sonntag!) war weg, also blieb mir nichts anderes übrig als zu trampen. Hilft ja nichts! Mit drei verschiedenen Fahrten kam ich dank vielen netten Menschen, die so freundlich waren mich mitzunehmen, doch noch in Mora an. Meinen Zug nach Stockholm hatte ich längst verpasst, also übernachtete ich auf dem Campingplatz in Mora und buchte eine neue Zugfahrt für den nächsten Morgen.


    Ende

    Tag 14

    Nachdem ich eine warme Nacht im Zelt verbracht habe frühstückte ich im Vindyskydd. Lustigerweise kamen der Vater mit seiner Tochter genau in dem Zeitpunkt dort an und wollten eine Pause machen. Sie gaben mir von ihrem Kaffee ab und wir plauderten. Ich erfuhr, dass sie immer in der Rasthütten übernachten. Offiziell ist in denen nur im Notfall eine Übernachtung erlaubt, aber laut ihnen würden das sehr viele Schweden so machen. Trotz des gesparten Gewichts eines Zeltes waren ihre Rucksäcke deutlich schwerer.

    Die ersten Schritte führten über abgesoffene Planken. Bei jedem Schritt senkten sie sich so weit herunter, dass sie mind. 10cm unter Wasser standen. Die Füße waren daraufhin natürlich wieder nass. Generell führte der Weg oft durch Wald und nasse Wiesen. Die Nässe ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits kühlt es die Füße, was sich anfangs sogar gut anfühlt. Andererseits quillt die Haut auf und wird empfindlicher. So erkläre ich mir zumindest meine zahlreichen Blasen, die mich vor allem unter den Zehen plagten und jeden Schritt erschwerten. Vielleicht wäre ich sonst auch schneller gewesen, wer weiß. An diesem Tag war es oft regnerisch. Es gab viele längere & kürzere Schauer. Einen konnte ich in der Närfjällstugan aussitzen. Jetzt könnt ihr raten, wer dort kurz darauf auftauchte. Genau, der Vater mit seiner Tochter. Wir mussten jedes Mal lachen. Diesmal sollte es aber das letzte Mal sein, denn am morgigen Tag hatte ich nur eine ganz kurze Etappe vor mir. Diesmal übernachtete ich auch mehr oder minder unfreiwillig in einer Rasthütte. Ich fand einfach keine Stelle für mein Zelt, die nicht sumpfig oder verbuscht war.


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    Tag 13

    Es war toll nach so langer Zeit mal wieder in einem richtigen Bett zu schlafen. Als ich aufstand waren die beiden bereits aufgebrochen. Zuerst war es sehr nebelig und die Sicht mau. Es ging leicht bergan zurück ins Fjäll und anschließend wieder bergab. Während des Anstiegs stieg der Nebel auf und die Sicht wurde klarer. Mittags kam ich bei der Björnholmstugan an, wo ich die beiden wieder traf. Wir unterhielten uns kurz, dann zogen sie weiter. In der Sonne verbrachte ich meine Mittagspause. Anschließend ging es ein Stück recht monoton an einer Forststraße vorbei an einem verstörten Häuschen, bevor ein schmaler Pfad rechts in den Wald hinein führte. Auch diesmal waren die Wege recht nass. Kurz ging es ins Fjäll hinauf zu einer Rasthütte, wo ich den Vater mit seiner Tochter erneut traf. Die beiden suchten eine Wasserstelle, da sie in der Hütte übernachten wollten. Bei meinem Weiterweg lief ich an einem kleinen Teich vorbei und informierte die beiden darüber. Für mich war es noch zu früh. Diesmal führte es mich länger durch den Wald. Am Fluss Görälven stellte ich mein Zelt neben ein Vindskydd. Kurz darauf kamen zwei deutsche Frauen dazu, die hier in ihrem Van übernachten wollten. Mit Tee verbrachten wir gemeinsam den Abend bis sich jeder ins Bett verabschiedete.

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    Tag 12

    Heute sollte es ins Fulufjäll, das südlichste Fjäll von Schweden, gehen. Also ging es erstmal einige hm bergauf. Die Farben der Natur zeigten sich zu Beginn des Fjälls sogar herbstlich angehaucht, später dann aber wieder sommerlich grün. Auf Höhe einer Hütte waren auf einmal ganz viele Leute und einige bunte Zelte. In der Nähe war noch eine andere Hütte, deren Name mir gerade entfallen ist. Dort gab es einen Kiosk, wo ich eigentlich was kaufen wollte. Doch der hatte Mittagspause... Wieder war ein Gewitter im Anmarsch und wieder war es genauso harmlos wie am Vortag. Diesmal kam ich schneller an meinem Ziel, die große unbewirtschaftete Tangsjöstugan an. Dort gab es Betten, in denen man gegen eine Gebühr, die im Nachhinein überwiesen wird, schlafen kann. Sie lag extrem idyllisch zwischen zwei Seen, doch es war erst 17 Uhr. Zur nächsten Hütte (Tangådalsstugan, ähnlich wie die andere aber kleiner) sollten es "nur" 10km sein. Das sollte doch zu schaffen sein, dachte ich mir. Bisher war ich auf den trockenen und gut gepflegten Wegen flott vorangekommen. Doch es fing an zu nieseln und der Weg zog und zog sich. Zudem wurde er stellenweise wieder so nass, dass meine Füße wieder nass waren. Die bunten Moose zeugten von dem feuchten Untergrund. Unterwegs traf ich eine Frau, die ebenso alleine unterwegs war. Wir unterhielten und ein paar Minuten ehe es jeden von uns weiterzog. Irgendwann führte der Weg in einen Birkenwald und da war dann auch endlich die Hütte. Gegen 20 Uhr kam ich an. An dem Tag muss ich so ungefähr 35km (habs nicht getrackt) gelaufen sein. Für mich war das schon ganz schön viel. Mehr hätte ich an dem Tag auch nicht geschafft. Innen war bereits ein Vater mit seiner Tochter am Essen. Die beiden sollte ich die nächsten Tage noch öfters treffen.


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    Tag 11

    Die heutige Etappe sollte etwas kürzer ausfallen, hatte ich doch geplant auf dem Campingplatz in Gördalen zu übernachten. Diesmal war der Weg auch deutlich weniger matschig, insbesondere sobald es ins Fjäll hoch ging. Dort angekommen kündigten dunkle Wolken ein Gewitter an. Dieses fiel im Vergleich zu den Gewittern, die ich aus den Alpen gewohnt bin, deutlich milder aus. Es regnete auch nicht stark oder sehr lange. Ich lief daher weiter ohne mich sonderlich beeindruckt zu zeigen. Immer wieder führte der Weg an den dort so typischen Seen entlang, wo ich immer mal wieder Vögel erblickte. Doch diese erwiesen sich als Kamerascheu. In einem Vinskydd geschützt machte ich eine Suppenpause, ehe ich den Abstieg nach Gördalen antritt. Das einzige Restaurant im Ort hatte geschlossen, wie es mir der andere Wanderer gesagt hatte. Der Grund war vermutlich Corona, da das Restaurant meist von Norwegern besucht wird, die zu dem Zeitpunkt noch nicht über die Grenze durften. Um 15 Uhr kam ich am Campingplatz an und ruhte mich nach der dringend nötigen Dusche im Zelt aus. Meine Füße taten abends bei jedem Schritt weh. Die Besitzerin des Campingplatzes berichtete von 3m Schnee pro Jahr. Überall im Ort standen Schneeskoter rum, für die der Ort wohl bekannt sein muss.


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    Tag 10

    Am Vorabend wurde ich gewarnt, dass auf der nächsten Etappe nur wenige Zeltmöglichkeiten sind, da der Untergrund sehr sumpfig sei. Mir wurde Id Pätersen empfohlen. Neben dem Haus seien ebene Wiesenflächen. Am nächsten Tag ging es glücklicherweise über weiche Pfade weiter. Jedoch waren diese oftmals sehr nass, sodass meine Füße wieder ständig nass waren. Immerhin diesmal keine harte Forststraße und somit angenehmer für meine Füße! Die waren inzwischen ganz schön geschunden. Landschaftlich war es so auch schöner, denn der weg führte durch lichten Wald und immer wieder an kleinen wilden Seen und Sumpfgebieten vorbei. Oder hindurch... Dies war für mich die einsamste Etappe, ich traf niemanden. Die Hütte Id Pätersen zeigte sich sehr idyllisch gelegen und gemütlich. Den Abend verbrachte ich lesend, ehe ich mich zum Schlafen ins Zelt verkroch.


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    Tag 9 

    Noch am Abend bemerkte ich die zahlreichen Mückenstiche, die mir die fiesen Biester zugefügt haben, obwohl ich die ganze Zeit lange Kleidung getragen hatte. Die vermaledeiten Mistviecher hatten mich tatsächlich sogar durch meine Trekkinghose durch gestochen!. Ich kratzte mich in den Schlaf...

    Am nächsten Tag führte mich der Weg über einen schmalen Pfad an zahlreichen Sümpfen und kleinen Seen vorbei. Hier waren die nassen Teile des Weges nicht mehr mit Planken ausgelegt, sondern entweder nackt oder es lagen Äste darüber, über die man balancieren musste. Dies gelang mir problemlos, aber trotzdem wurden meine Füße schon bald nass. Kurz darauf führte der Weg auf eine Forststraße, die mich den ganzen Tag noch begleiten sollte. In einer Rasthütte machte ich kurz Pause als ein Regenschauer aufkam. Schon bald fingen meine Füße an zu schmerzen. Ich weiß schon, warum ich Forststraßen nicht so gerne mag... Zwischendurch führte der Weg weglos durch einen Sumpf. Mit jedem Schritt versank ich knöcheltief im Wasser, aber dank dem Moos blieben die Schuhe immerhin sauber. Bei einem Vindskydd breitete ich meine Sachen aus um eine längere Pause zu machen. Nachdem mich die Mücken belagerten überlegte ich es mir anders und wusch nur schnell meine Socken aus und aß beim Gehen ein paar Snacks. Die Füßsohlen schmerzten immer mehr und ich ließ mich von Podcasts und Harry Potter ablenken. Irgendwann kam ich an eine Weggabelung und schaute aufs Smartphone. Laut dem sollte ich links abbiegen, was ich auch tat. Irgendwann fiel mir auf, dass ich diesen See da drüben doch gerade schon mal gesehen hatte - die Forststraße hatte mich im Kreis drumherum geführt. Laut Karte hätte da vorhin ein Weg abzweigen sollen. Ich folgte der Forststraße erneut und suchte den Weg - aber Fehlanzeige. Es war keine Spur vom gesuchten Weg zu sehen. Auch mein Garmin zeigte mir nichts anderes an. Dies war übrigens das einzige Mal, wo ich es nutzte. Also lief ich einige Kilometer zurück und folgte dem rechten Weg. Laut Karte war dort wo ich mich befand aber kein Weg mehr. Vielleicht wurde ein neuer Weg gebaut - ich weiß es nicht. Mit einiger Verspätung kam ich in Flötningen an. Außer dem geschlossenen Supermarkt war hier nichts los. Die Socken waren immer noch feucht und die Füße schmerzten immer mehr. Es war schon spät und ich überlegte fieberhaft, wo ich einen geeigneten Zeltplatz finden könnte. In der Nähe war zwar ein Vinskydd, doch der wirkte nicht so, als wäre der zur Übernachtung gedacht. Ich lief noch einige Kilometer Forststraße bis zu einem Abzweig, wo ich einen anderen deutschen Kungsleden-Wanderer traf, der hier in der Nähe sein Zelt aufgeschlagen hatte. Weit und breit sei dies die einzige geeignete Stelle, da ansonsten alle ebenen Stellen sumpfig wären. Es war gerade noch Platz für mein Zelt. Wir unterhielten uns lange angeregt über die Tour, bevor wir in die Schlafsäcke krochen. Da ich den ganzen Tag Mücken sei Dank kaum eine Pause gemacht hatte, war ich froh mich endlich ausruhen zu können. Ein Blick auf meine Füße, offenbarte mir das ganze Elend. Aufgrund der Nässe waren sie aufgequollen und unter den Zehen hatten sich mehrere Blasen gebildet. Auweia.

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