Ich habe zwei Sommer gebraucht bis ich mich sicher am Berg in trailrunner gefühlt habe. Mit sicher am Berg meine ich loses Geröll oder weglose Wiesensteilhänge und deren Querung. Das ist möglicherweise schon eine sehr extreme Zeitspanne. Ich hab schon von Leuten gelesen, die einfach wechseln und auf große Tour gehen. Aber in meiner Wahrnehmung liest man viel häufiger von Menschen, die all zu enthusiastisch umstellen und dann langwierige schmerzhafte Probleme bekommen. Vielleicht fällt es dir leichter als bei mir, du gehst ja schon im Alltag mit weicheren Sohlen. Ich bin entweder in Zustiegsschuhen (Alltag) oder Hanwag Bergstiefeln unterwegs gewesen. Vielleicht wären Zustiegsschuhe für dich auch eine (Überbrückungs?)-Idee.
Ich habe salopp gesagt Geld in die Hand genommen und durchprobiert. Einige Schuhe davon trage ich jetzt 7 Jahre später noch im Alltag auf oder habe sie hier leicht gebraucht weiter verkauft.
Meine persönlichen Erkenntnisse:
Breiter Vorfuß Bereich macht mich sicherer in rutschigen, steilen Gelände, weil ich dann den ganzen Vorfuß einsetzen kann. Ich stelle mir immer breite Bärentatzen als Visualisierungshilfe vor. Diese Umstellung hat am meisten Zeit gebraucht: Muskelaufbau, neurologische Anpassungen, neuer Gehstil...
Zero Drop / keine Sprengung war von der Achillessehne eine echte Umstellung. Ich hatte zum Übergang Einlagen vom Orthopädietechniker, die ich dann nach 1-2 Stunden wieder in den Schuh hab. Und dann die Zeiträume ohne Einlagen immer weiter ausgedehnt. Der erste Sommer ganz ohne Stiefel und Einlagen war der erste Bergsommer ohne Knieschmerzen. Bin jetzt seit 7 Jahren Knieschmerzfrei, abgesehen von konkreten Verletzungen oder kurzzeitigen Überlastungssituationen.
Ich brauche für Tagestouren und Mehrtagestouren unterschiedliche gedämpfte Schuhe. Für Mehrtagestouren sind es Altra Olympus 5. Für Tagestouren gehen auch Lone Peaks ( ich glaube da bin ich auch noch bei 5er) oder die durchgelatschten Olympus.
Meine Füße sind 2-3 Nummern größer geworden (und auch breiter). Ich rate vom Kauf auf Vorrat am Anfang ab.
Im Winter gehe ich mit Hanwag Winter Bergstiefeln, weil ich im Schnee die steife Sohle so sehr zu schätzen weiß, dass ich meine Füße in die Stiefel reinquetsche. Dank Klimaerwärmung ist das allerdings nicht mehr so häufig nötig wie früher. Im Frühjahr/-sommer brauchen meine Füße dann erst mal wieder 1-2 kurze Touren um sich an die neue Freiheit zu gewöhnen. Aber das passt eh gut, weil weiter oben liegt ja auch noch Schnee.
Ich wünsche dir noch viele hilfreiche Beiträge und immer guten Tritt in deinen neuen leichten Schlappen.