Beiträge von Kay

    Ungefähre Kosten:

    • 5m Stoff bestellt: 60€ (ich habe noch gut 1m übrig.) Also knapp 50€ Materialkosten
    • Reissverschluss 20€
    • Reflexband: ca. 5€
    • Seam Grip: 20€ für zwei Tuben. 2/3 Tube ist übrig. Also großzügige 15€ Kosten.
    • Elastische Kordel: 2€
    • Garn, Tanka hatte ich zuhause: ich sag mal pauschal 5€

    Das macht 97€. Der Packa in L 15 den silnylon kostet aktuell 133 USD plus Zoll. Finanziell bin ich also günstiger weggekommen. Es ist eine Maßanfertigung und ich habe vieles gelernt. Das ist nicht zu bezahlen :D8)

    Als ich vor zwei Jahren zum ersten Mal in Schottland war, hatte ich den Hoodie Pack Cover von Lightheart Gear dabei. https://www.walkonthewildside.de/rucksack-zubeh…pack-cover.html Die Abdeckung von Kopf, Nacken und Rucksack gefiel mir sehr gut. Allerdings war die Größe nicht ganz passend zu meinem Rucksack, dadurch zog sich der Stoff nach hinten und ich hatte die Schultern nur noch knapp bedeckt. Nicht so großzügig, wie auf dem Produktbild abgebildet. Und dann flatterten die Schulterabdeckungen wild im Wind in Richtung Gesicht. Nicht so schön. Als erstes dachte ich an eine Befestigung der flatternden Teile, dann an T-Shirt-Ärmel satt nur eine Schulterabdeckung, dann daran wie mich die geringe Armabdeckung bei meinem StS-Poncho stört (und das Überwerfen / Hineinschlüpfen in den Poncho) und kam so auf die Idee eine Jacke mit Regenhülle zu kombinieren. Währendessen wurde ich auf den Packa aufmerksam https://www.thepacka.com/ Das brachte mir die Idee, des Verstauens der Kleidungsteile in der Regenhülle. Und so kam alles zusammen:

    Gewicht: 233g

    • Zum Vergleich: StS Poncho: 216g; Lightheart Gear Pack Hoodie L: 196g; Packa in L und 15 den: 11oz / 311g (laut Website)
    • Einsparpotential: statt Patagonia Torrentshell mit 416g kann ich eine leichtere Regnjacke mitnehmen (z.B. montbell Versalite: 185g)


    Materialliste:


    Vorgehensweise:

    1: Regenhülle für den Rucksack:

    Ich habe meinen Rucksack maximal bepackt. Das bedeutet mit Evazote seitlich, Zelt außen oben unter dem Y-Strap. Innen mit 5 Tage Resupply und Ausrüstung, die mich auch bei feuchtnassen Wetter knapp oberhalb von 0 Grad warm & trocken hält. Dann habe ich aus einem dünnen Zeltinnen-Material, dass mal ein Fehlkauf war, eine massgeschneiderte Regenabdeckung mit Gummizug erstellt. Also nichts anderes als käufliche Regenhülle, nur halt perfekt sitzend für diesen Rucksack.

    2: Eine passende Jacke

    Ich habe das Schnittmuster verwendet, dass ich schon für eine Windjacke verwendet habe. Dieser Schnitt ist sehr geräumig und lang, weil die Jacke im Winter (Minusgerade, Alpen) über mehrere Isolagen getragen wird. Ich hatte allerdings nicht bedacht, dass die Taschen an den Rucksack-Schultergurten auch Volumen brauchen ...

    Als nächstes habe ich die Länge der Öffnung der Regenhülle ausgemessen und auf dem Jacken-Schnuttmuster-Rückenteil einzuzeichnen. Dazu hat mir das Baumwoll-Probeteil, dass ich damals für den Jacken-Grundschnitt angefertigt habe, sehr geholfen. Ich habe mir von meinem Mann die Lage der Schultergurte und die Lage der Regenhüllen-Öffnung anzeichnen lassen. Das wäre natürlich auch irgendwie an der fertigen Jacke gegangen, aber so konnten wir hemmungslos auf dem Probeteil mit einem Filzstift markieren.

    Zuerst war der Umfang der Öffnung (Regenhülle) zu groß für das Rückenteil. Ich habe dann die Regenhülle etwas angepasst. Und nach etwas hin und her, hat es irgendwann gepasst.

    3: Die Herstellung der Regenhülle

    Die Regenhülle besteht aus zwei Seitenteilen und einen Mittelstreifen. Der Mittelstreifen ist ein Rechteck. Die beiden Seitenteile haben eine Halbrunde-Form (eher halbe Ellipse?). Durch das Nähen der Rundung an den geraden Mittelstreifen entsteht eine dreidimensionale Hülle. Die Nähte habe ich mit einer üppigen Nahtzugabe versehen. Die Nahtzugabe habe ich umgeklappt und nochmal umgeklappt und wieder festgenäht mit 1cm Abstand zu ersten Naht. Ich denke, man nennt das französische Naht oder eine vereinfachte Kappnaht. Anschliessend habe ich das Reflektorband einmal quer rüber aufgenäht. Zum Schluss habe ich alles von innen und außen mit Seam Grip versiegelt.

    4: Herstellung der Jacke

    Die Jacke besteht aus einem Teil für den Körper, zwei Ärmeln und der Kapuze. Die Kapuze besteht aus zwei seitlichen Teilen, ohne einen Mittelstreifen, um Nähte zu sparen. Da ich bei Regen immer ein Cap trage (bin Brillenträger) habe ich keine Versteifung an der Stirn eingebaut. Den Gummizug habe ich diesmal außen angebracht. Ansonsten klappe ich gerne das Material nach innen um, um einen Kanal für das Gummi zu bekommen. Das fand ich hier durch den Schnitt der Kapuze mit dem hohen Kinnteil und durch den unelastischen Stoff unpraktisch. Da der Lightheart Gear Hoodie Pack Cover meine Inspiration war, habe ich deren Konstruktionsweise kopiert. Hier wird wie mit einem Beleg gerbeitet, nur verschwindet der nicht nach innen , sondern liegt außen. Auch hier wieder diese vereinfachte Kappnaht für die Naht über den Scheitel. Anschliessend alle Nähte mit Seam Grip versiegeln.

    Genauso wird die Jacke zusammengenäht. Ich nähe die Ärmel zusammen (vereinfachte Kappnaht) und versiegel die Naht. Dann die Ärmel an den Jacken-Körper. Der Jackenkörper ist aus einem Teil geschnitten um Nähte zu sparen. Es gibt also keine Nächte im Schulterbereich oder an den Seiten. Für das Ärmelloch ist eine solche Kappnaht nicht möglich durch den unelastischen Stoff und de Rundung. Ich habe die Nahtzugabe nur einmal umgeklappt und knapp zur ersten Naht (0,5cm) ein zweites Mal genäht. Die Ärmel habe ich sehr lange zugeschnitten, da ich mir noch nicht sicher war, wie ich die Abdeckung meiner Hände an den Stöcken lösen möchte.

    Kapuze an Jacke annähen. Auch hier wegen der Rundung, wie bei dem Ärmelloch keine Kappnaht, sondern zwei Nähte nebeneinander. Versiegeln. Zu dem Zeitpunkt sind Kapuze und Vorderteil noch aus einem Teil. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen an dem ich den Schnitt für den Reissverschluss mache. Es hat sich für mich einfach als praktischer herausgestellt, den Schnitt nachträglich zu setzen. Als Einzelteile zuzuschneiden und einzeln zu vernähen. Ich vermute, das ist Geschmackssache.

    5: Verbindung Rücksackhülle und Jacke

    Ich wollte den Gummizugkanal für die Regenhülle außen liegend haben mit der Verstellung durch einen Tanka seitlich unten, so dass ich im angezogenen Zustand den Gummizug verstellen kann. So kann ich einen lockeren Zustand mit mehr Bewegungsfreiheit und Durchlüftung haben bei Windstille. Und bei schottischen "Orkanwinden" kann ich alles festzurren. Ebenso kann ich den Zug lockern, um an den Inhalt der Seitentaschen des Rucksacks zu kommen.

    Daher stelle ich als nächstes einen Gummizugkanal her mit ausreichend Nahtzugaben (ich meine es waren 5 cm). Dann lege ich Jacke, Hülle und Kanal zusammen. Stecke es mit vielen Nadeln in der an allen Teilen großzügig bemessenen Nahtzugabe fest und nähe sorgfältigst die Lagen alle 2-3 cm sortierend und glättend die Teile zusammen. Das war anstrengend! Anschliessend rattere ich die Nahtzugaben durch die Overlock. So habe ich eine schön versäuberte Naht. Großzügig versiegeln auf der Oberseite und auch auf der Innenseite an beiden Seiten der Nahtzugabe.

    6: Bonusarbeit - Verbreiterung Vorderteil

    Nun schlägt die bittere Stunde der Erkenntnis, dass meine Schultergurt-Taschen auch Platz unter der Jacke brauchen. Da a) nicht mehr viel Zeit ist bis zur Reise nach Schottland und b) ich schon sehr viel Zeit in die Versiegelung gesteckt hatte war ein neuer Zuschnitt außer Frage. Mein Blick viel auf das Reflexband - Problem gelöst. Kein Zuschnitt und versäubern von Stoffstreifen nötig. Sehr knappkantig nähte ich zwei Streifen Reflexband an den Schnitt für den Reissverschluss. Dann "nur noch" den Reissverschluss einnähen. Alles versiegeln und fertig!

    Versiegelung:

    Ich habe das oben verlinkte Seam Grip mit dem mitgelieferten Pinsel aufgetragen. Zuerst sehr penibel, dann wegen Zeitknappheit und Unlust sehr viel schneller und großflächiger. Dadurch habe ich 1 und 1/3 Tube verbraucht. Ich habe keine Garage oder einen wettergeschützten Balkon. Also habe ich in einem Zimmer, dass ich gut lüften kann, immer Abends den genähten Fortschritt Stück für Stück versiegelt. So ein Kleidungsstück kann man auch nicht so einfach straff abspannen wie ein Tarp/Zelt. Das war also etwas knifflig aber mit vorhandenen Gegenständen machbar. Dann habe ich die Versiegelung rund 20-22h ausdünsten lassen, eben bis ich am nächsten Abend wieder etwas genäht habe. Nach dem Trocknen habe ich Penaten Babypuder mit einem Pinsel auf die Nähte verstrichen. Überschüssiges Puder habe ich mit einem Staubsauger entfernt und einem trockenen Microfasertuch abgewischt (es ging ja gleich wieder unter die Nähmaschine). Zum Puderauftrag habe ich eine FFP2-Maske getragen, da ich meiner Lunge den Feinstaub ersparen möchte. Die angebrochene Seam Grip Tube habe ich im Kühlschrank gelagert. Den Pinsel habe ich vor der nächsten Versiegelung mit den Fingern von angetrockneten Silikon freigerubbelt.

    Hat sich die Arbeit gelohnt?

    Ich hatte in Schottland nur 1,5 Tage mit stundenweise nieseligen bis leichten Regen, dafür mit dem üblichen stärkeren böigen Wind. Die Jacke hielt erfolgreich Regen von mir und dem Rucksack ab. Sie blockte den Wind sehr angenehm. Ich schwitze schnell, bzw. produziere auch ohne Schwitzgefühl viel Feuchtigkeit. Das hat man dann auch schon nach einer halben Stunde strammen Marsch bergauf auf der Innenseite in Form von sehr feinen Wasserperlen gesehen. Ich habe ein Polypropylen Shirt von Liod getragen, was sehr hydrophob ist. So wurde meine Kleidung nicht durchnässt von Kondensation innen. Die feinen Wasserperlen wurden nie zu größeren Tropfen. Ich vermute sie sind nach unten abgeperlt oder durch die Lüftung an den Öffnungen entwichen?

    Über den Sommer hatte ich nur an einem Wandertag die Möglichkeit den Poncho in strömenden Regen über 4,5h zu testen. Es ist alles wasserdicht. Es trat wieder diese feinperlige Kondensation auf, die sich in einer Pause in einem Unterstand einfach aus dem Material schütteln liess.

    Was mir noch fehlt als Test, ist ein ganzer durchregneter Wandertag, in dem man auch keine Pause in einem Unterstand machen kann.

    Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dem Jacken-Poncho. Es war immer schön muckelig warm ohne zu überhitzen. Ich hasse den nassen, kalten Rücken, den ich unweigerlich bei starken Regen mit Rucksack und Regenjacke bekomme. Ich mag es, dass der Inhalt der Netztasche und der Seitentaschen des Rucksacks trockenbleiben. Ich mag den zwei Wege Reisverschluss, der erlaubt auch hohe Schritte in steilen Gelände und bietet viele Lüftungsmöglichkeiten. Ich mag die Länge bis Mitte des Oberschenkels, denn die meisten Regenjacken sind mir etwas zu kurz, da ich einen langen Oberkörper habe. Ich mag die Verstaumöglichkeit der Jacke in der Regenhülle, während ich den Rucksack trage. Gerade bei dem wechselhaften schottischen Wetter habe ich häufig davon Gebrauch gemacht. Außerdem mag ich es eine Rucksackhülle zu haben, wenn ich mit Öffis oder an Bahnhöfen etc. unterwegs bin. Der Inhalt der Aussentaschen des Rucksack erscheint mir dann geschützter vor fremden Fingern und Dreck.

    Verbesserungspotential:

    • Die vordere Weite ist auch nach der Erweiterung etwas zu eng. Ich hätte es für die Dürchlüftung gerne etwas lockerer über der Brust. Aber dafür nochmal all die Arbeit mit dem versieglen? Eher nein.
    • Ich überlege Unterarmlüftungen einzubauen (pit zips). So kann ich bei moderaten Wetter oder auf der windabgewandten Seite noch besser lüften.
    • Rot ist nicht meine Lieblingsfarbe, aber es war die beste knallbunte Farbe erhältlich. Ich wollte nicht so viel Geld für den Stoff ausgeben für ein ungewisses Projekt.

    Und Abend, bei einem Bierchen, habe ich mich halt breitschlagen lassen. :D

    Eine passende Intro zu meinem brain dump (Referenz zum angefragten Brainstorming).

    Ich bin Mitglied in der örtlichen DAV-Sektion. Vorher war ich Mitglied in einer benachbarten Sektion. Nach einem Umzug hatte ich mich entschlossen die Sektion zu wechseln, da ich in all den Jahren keinen Anschluss gefunden hatte. Jetzt bin ich 5 Jahre in der neuen Sektion und ich habe auch hier noch keinen Anschluss gefunden.

    Beide Sektionen haben (anscheinend) sehr aktive Alpin-, Kletter- Skitour- und Kinder/Jugendgruppen. Hier werden im jährlichen Hefterl auch (Nachwuchstrainer /-betreuer sowie Teilnehmer gesucht. Nichts davon ist relevant für mich. Nicht meine Sportart und Kinder/Jugendliche möchte ich auch nicht betreuen. Die Kommunikation findet vor allem durch das jährliche Hefterl mit Tourenberichten und den im neuen Jahr anstehenden Touren etc statt. Bis vor 2 Jahren war ich viel, v.a. auf Instagram, aber auch in einigen Facebook-Hobbygruppen unterwegs. Ich konnte keine Sektionsgruppen oder sonderlich viel Aktivität in den vereinseigenen Accounts feststellen. Irgendwo gibt es wahrscheinlich Kommunikation, aber sie ist nicht für mich (einfach!) zugänglich. Es gibt im Winter die Vereinsversammlung. Wenn ich die Bilder sehe, wie sich (für mich) viel zu viele Menschen in den Raum einer örtlichen Gastwirtschaft quetschen, dann ist für mich klar, dass ich nie zu einer solchen Versammlung gehen werde. Noch dazu in der Haupterkältungsaison! Finde ich eher rücksichtslos geplant. (Ich bin in einem anderen überregionalen Hobbyverein - LARP- und wir haben die Möglichkeit online teilzunehmen. Es gibt eine Agenda vorher und man kann vorher Beiträge , Vorschläge oder Fragen einbringen. Es geht als, wenn man möchte.)

    Was könnte ich mir vorstellen: Wegearbeit und Betreuung, weil ich gerne draußen bin und anpacken kann. Das wird nur nie gesucht. Zumindest auf den Kommunikationswegen, die ich kenne. Ich schlussfolgere daraus: es besteht kein Bedarf. Mir auch recht, ich brauche auch keine Wandergruppe. Ich würde nur gerne etwas beitragen, da ich den Verein und seine Tätigkeiten als wichtig für die Gesellschaft erachte.

    Ich hatte mich vor vielen Jahren auch für das örtliche THW interessiert. Als ich auf der Website las: nach den Einsätzen und Übungen sitzen wir gerne gemütlichen bei einem Bierchen zusammen, war das Interesse schlagartig erloschen. Ich war schon in Sportvereinen früher, wo das genau so lief: die Klüngelei, wer was machen darf und welche Ressourcen bekommt, lief meist über diese informelle Kommunikation. Bei der ich mich völlig falsch am Ort fühle. Ich suche kein neues soziales Leben, sondern möchte nur ein paar Stunden die Woche zur Gesellschaft beitragen,

    Gegen-Beispiel: ich bin in einer SoLaWi Mitglied. Da gibt es eine wöchentlichen Newsletter, in der auch die Hilfsmöglichkeiten aufgelistet werden. Zusätzlich werden das Forum und die Chatgruppe erwähnt. Da findet man super niedrigschwellig Anschluss und ich fühle mich willkommen.

    Und nun der Bogen zum Intro: Aus meiner Sicht kann fehlender Nachwuchs auch an der fehlenden niedrigschwelligen Kommunikation liegen. Sei es der der Nachbar / Kollegin/ Freund / Bekannte, die Abends beim Bierchen sagt "ich brauche da jemand wie dich", "komm doch mal mit wenn wir xyz machen". Oder die gleiche Kommunikation per leicht zugänglichen digitalen Kommunikationswegen. Mit konkreten, niedrigschwelligen Unterstützungsanfragen ("2h Karottenernte am Freitag nachmittag oder Sonntag mittag", oder "Den Wanderwege xyz abgehen und Schäden /Auffälligkeiten per Mail/App zurückmelden") Wenn man dann die Menschen kennen gelernt hat, und sich wohlfühlt, dann bleibt man vielleicht auch für die langfristigen Arbeiten, die in allen Vereinen im Hintergrund laufen.

    Vereine sehe ich als sehr zeitgemäss an. Sogar mehr denn je. Man hat die Möglichkeiten, Leute kennenzulernen, die wir in unserer digitalen Bubble /Freundesgruppe / Arbeitsplatz sonst nicht kennenlernen würden. Das finde ich als sehr wichtig für den Zusammenhalt in der Gesellschaft. Als wenig zeitgemäss finde ich manchmal die Kommunikation und die Verteilung der Arbeit auf einzelne Menschen und die Anpassung der Ehrenamtsaufwände an die Lebensweise der heutigen Menschen.

    Ich konnte gestern einen neuen Poncho testen: Northfinder Unisex Regenponcho https://northfinder.com/de/1507-bu-026…l-northkit.html

    Gewicht: 348g (zusätzlich 9g für den Packbeutel) in der Größe XXL. Zum Vergleich, der STS Poncho (ultrasil 15D) wiegt bei mir 214g.

    Nachteile:

    • wiegt mehr als der STS Poncho (das Material wirkt nur unmerklich dicker als das STS ultrasil. Der fette RV und das zusätzliche Material für Ärmel und Zusatzlänge machen wohl den größten Unterschied.)
    • Keine Tarp-Funktion
    • Kapuze ist sehr geräumig. Ohne Cap würde sie mir ins Gesicht fallen. Man kann sie eng ziehen. Es bleibt aber ein größerer Spalt am Kinn offen.
    • Farbauswahl (dunkles oliv, sehr dunkles blau und Müllsack-Blau :D ... siehe Bild)

    Vorteile:

    • vollwertige lange Ärmel (yay! :love:)
    • durchgehender Front-RV (Zweiwege!) Mit etwas Platz und Schwung kann man den Poncho gut alleine über den Rucksack bringen, ohne den "Ich schüttel den Poncho über Rucksack-Twerk" aufzuführen.
    • mit Cam-snaps kann ein Rucksack-Kompartment aus/eingefaltet werden. Ein vollgepackter Liteway Gramless 35 Liter Rucksack passte mit 4 Segmenten Z-Lite vertikal im Gummizug vor dem Netz locker unter den Poncho
    • der Poncho ist relativ schlank geschnitten, eher wie ein Regenmantel: damit hat man einen sehr guten Blick auf die Füße, und trotzdem ausreichende Schrittfreiheit für Pfützensprünge. Beim Steigen am Berg würde ich vermutlich den RV bis zum Knie öffnen wollen. Konnte ich gestern allerdings nicht ausprobieren. Mehr als ca. 30 cm hohe Schritte waren nicht im Programm. Die gingen sowohl bergauf wie bergab problemlos mit geschlossenen RV. Weiterer Vorteil, wenn es weht, wird man weniger zum Segel. Der Wind war gestern zahm, nur stellenweise unterhalb einer Schlucht war eine leichte Brise, aber ich meine, dass es angenehmer war als mit dem STS-Poncho (der bei jedem Windhauch flattert)

    Atmungsaktivität: ich schwitzte schnell, bzw. verdampfe auch ohne Schwitzempfinden sehr viel Wasser. D.h. ich habe auch bei Ponchos ganz schnell eine feuchte Innenseite. Das war hier nicht so. Ich nehme an, das kommt vor allem, durch die Wahl einer Größe größer, die ausreichend dimensionierten Ärmellöcher (keine Verstellung, nur ein Gummizug, der bei mir mehrere Finger breit Lücke lässt). Es war gestern kühl, laut Wetter App waren wir zwischen 5-8 Grad unterwegs. Mit leichten Wind, der allerdings von den Bäumen gemindert wurde. Und On-Off-Niesel mit ca. 1h Dauerrregen. Das ist für mich klassisches Ponchowetter. Ich habe unter dem Poncho einen leichten longsleeve Hoody (myog) getragen und war muckelig warm ohne in Bewegung zu überhitzen.

    Fazit: Das ist jetzt der erste Poncho, den ich auch in die Berge mitnehmen würde (wegen der Sicht auf die Füße). Aber auch für Touren wie drei verregnete Herbsttage in den Vogesen kann ich mir ihn gut vorstellen. Auf längeren Touren mit etwas durchmischteren Wetter, würde ich wahrscheinlich wieder meinen myog-Packa-style Poncho einpacken. Denn die 348g würden es mich reuen im Rucksack spazieren zu tragen. Aber überall, wo ich absehen kann, dass ich den immer am Körper tragen werde, finde ich den besser als den STS-Poncho.

    MYOG-Ideen: Pit-zips oder eine mit Cam-Snaps verschlossene Lüftungsluke unter den Armen. Die Kapuzen-Verstellung bis zum RV ausweiten, damit die Kapuze noch besser am Kopf sitzt (für Regen waagrecht von vorne)

    Bild: Ich bin knapp 180 cm groß. Der (Tages)-Rucksack war nur zu 1/3 unkomprimiert gefüllt und hing auch recht sackartig an mir. Das Volumen kommt von 4 Segmenten Zlite, die ich als Sitzmatte dabei hatte (vertikal am Gummi vor dem Frontnetz). Man kann zumindest sehen, dass nach oben noch ordentlich Platz für einen gefüllten Rucksack bleibt. Nach Anprobe im Laden (mit einem voll gepackten Rucksack) habe ich mich für XXL entschieden. Mehr Durchlüftung und Bewegungsfreiraum auch bei vollgepackten Rucksack. Plus die zusätzliche Länge, auch am Arm.

    Es scheint aus dem gleichen leichten Stoff wasserdichte Hosen und eine Regenjacke zu geben. Hätte ich Bedarf, würde ich diese testen, da mir das leichte Material und die solide Versiegelung der Nähte gefallen. Es gibt auch Winterprodukte mit Alpha: Jacke, Hosen, Westen, Rock. Mir fiel z.B. eine Jacke aus Toray Airtastic mit Innenfutter Polartec Alpha direct 136g/qm und Polartec Power Grid auf.

    Onkelchris Ich habe Ende August 2024 direkt an der Küste gecampt. Wenn man den Berg runterkommt sieht man schon mehrere Spots bei den Ruinen. Da gibt es einige. Nach den Ruinen bis kurz vor dem Camper Platz ist eher steile Küste. In der Not findet man vielleicht einen mehr oder weniger buckligen Biwakspot in der Nähe des Pfads. Ich hab allerdings nicht sehr weit gesehen wegen Nebel und Regen waagrecht. Auf dem Camperspot, da wo die Teerstraße südlich von Torrin anfängt kann man auch zelten. Sind vermutlich immer Auto Camper da. Nach Torrin am Meeresarm habe ich morgens einige Zelte stehen sehen. Ist halt direkt neben dem kleinen Teersträsschen. Ich war dann mit meiner Wahl gleich des ersten spots bei den Ruinen sehr zufrieden. Dort gibt es auch ein kleines Bächlein. Sind 9km von Broadford Busstation.

    Sobald ich etwas spüre "hot spot" oder Druckstelle: so schnell wie möglich Kinesiotape drüber. Das Tape und Mini Vic mit Schere habe ich immer ganz oben im Rucksack. So komme ich nicht in Versuchung das Thema zu ignorieren weil ich abgeneigt bin in meinem perfekt gepackten Rucksack kruschen zu müssen.

    Früher zur Bergstiefel- & Blasenzeit habe ich meist mit der Mini Vic Schere einen möglichst kleinen Schnitt gesetzt. Keine Desinfektionsroutine. Ging immer gut. Dann so Compeed Blasenpflaster drüber.

    Vielen lieben Dank für eure Ideen und Empfehlungen. Ich werde am Wochenende mir das alles genauer ansehen.

    Absolut ruhig muss es nicht sein. Ich war mal im Spessart oder Steigerwald (schon +15 Jahre her) da haben wir über zwei Tage fast dauernd die Autobahn gehört. Vielleicht war es nur Pech mit dem Wind, aber es hat halt alle leisen Naturgeräusche überdeckt. Blätterrascheln durch ein kleines Tier etc. Das hat mir nicht so viel Freude gemacht. Im Taubertal hatten wir ein Herbstwochenende lang andauernd Motorradlärm. Hatte ich auch letzten Herbst an einem Tag in den Vogesen. Wenn es geht, möchte ich so was vermeiden. Oder die Tage im Rheintal, so laut. Ich bin dann lieber in den Westerwald weitergereist. Und die Nacht in der Nähe vom Nürburgring ist auch nicht vergessen. Windräder, landwirtschaftliche Tätigkeiten oder Holzmaschinen machen mir wiederum gar nichts aus.

    Man ist halt schon seltsam gestrickt was das eigene Lärmempfinden angeht. ^^ Daher vielen Dank für eure Einschätzungen und Erfahrungen, das bekommt man halt nur hier in einem Forum. <3

    Ich kann dir von meinen Erfahrungen mit dem Xmid 1 ( Doublewall, Silpoly) berichten. Es erfüllt viele deiner Anforderungen, außer dem free standing. Freier Blick ohne Stange ist gegeben. Ich habe ein Solid inner, auch da kann ich raussehen, da das Solid sich nur auf den unteren Teil des Innenzelts bezieht. Ich schätze das solid inner weil es bodennahe Zugluft reduziert und ich das Außenzelt dafür nicht am Boden festtackern muss.

    Ein weiterer Nachteil ist der große Footprint/Fly Area von den Xmids. Ich bin in den Vogesen von Wissembourg bis Le Bonhomme gewandert und es hätte nur wenige Hütten gegeben, in denen das Xmid in voller Pracht gepasst hätte. Es gibt einen skinny pitch mit dem man die Absiden verkleinern kann. Und man könnte das Inner alleine aufstellen. Falls dir macgyvern nichts ausmacht, sollte es sich mit etwas extra Schnur im Gepäck und ein bisserl Steine suchen, gut bewerkstelligen lassen.

    Videotipp um die Dimensionen zu checken: Elli hikes auf YouTube, irgendein Video aus ihrer JoGLE Playlist ansehen. Sie teilt das Zelt sogar mit ihrem kleinen Hund und sie müsste in etwa deine Körpergröße haben.

    Und zum Schluss ein Screenshot von meiner Durston Übersicht. Vielleicht ist das für dich von Interesse. Alle Daten sind von seiner Website. Können veraltet oder fehlerhaft sein.

    Sehr schöne Gegend. Wie sah es mit der Lärmbelästigung durch Motorradfahrer aus? Ich war vor ein paar Jahren etwas südlicher an einem Wochenende unterwegs und fand den Lärm der aus den Tälern hochdringt teilweise als sehr störend.

    Ich habe gerade nochmal dein Essen angesehen. Ich finde 2400 kcal zu wenig für einen Tag in den Bergen mit ordentlich Höhenmeter und dann noch die Kälte. Ich würde mit min. 2600-2800 kcal rechnen. Ich komme mit einem Kalorien Defizit in den Bergen oder wenn es kalt ist nicht zurecht. Aber da ist natürlich jeder Jeck anders. Mir ist es wichtig ausreichend Essen dabei zu haben, da durch Mangel an Kohlenhydraten verursachte Müdigkeit, schlechtere neuromuskuläre Reaktion etc ein Sicherheitsrisiko darstellen. Szenario: Es ist kalt, man muss vom Berg runter. Dem Körper fehlen Kohlehydrate. Der Steig ist anspruchsvoll, verlangt saubere Tritte und meine Muskeln machen dicht oder meine Konzentration lässt nach? Nicht mein Wunsch Szenario. Oder man muss einen Tag schlechtes Wetter in einem Winterraum, Biwakhütte etc aussitzen. Eine extra Portion Essen oder eine Packung Fruchtleder sind für mich ein echter Moralbooster.

    Ich schau so genau hin, da ich für den Herbst 2026 eine im Umfang wahrscheinlich vergleichbare Tour im Piemont plane.

    Schöne schlanke Packliste!

    Kurz vorher sollte man das Wetter gut absehen können. Kaltfront im Anmarsch oder allgemein instabile Wetterlage: ich würde Spikes einpacken. Bei stabiler Hochdrucklage würde ich darauf verzichten und das "Risiko" auf mich nehmen ggf. absteigen und auf eine niedriger gelegene Route mit besseren Wegbedingungen zu wechseln. Daher noch der Tipp vorher dran denken offline Karten großräumig genug herunterzuladen.

    Mir wäre dein Schlafsetup zu kalt und zu riskant. Ich würde eine full size Xtherm und eine Halbkörper Evazote einpacken. 233er Apex wäre für mich vielleicht mit zwei Wärmflaschen und mit Puffy Pants machbar. Falls ihr in der Höhe übernachten wollt (und das ist doch der Charme solcher Routen) dann würde ich mit Temp unter Null rechnen plus Wind Chill plus sehr kalten Boden. Die Sonne kommt im September nicht mehr an alle geschützen Schlafplätze. Und an den weniger geschützten Plätzen ist es oft zugig und dann auch das Zelt ggf sehr laut. Warst du mit dem Plex auch in Island? So ein Zelt wäre für mich (sicherheitsorientierte Person) nicht meine erste Wahl im Herbst in den Alpen. Auch hier würde ich mich vielleicht an die Wettervorhersage kurz vorher orientieren. Die Evazote hilft dir eine Nacht mit ggf kaputter Matte zu überstehen, ist ein guter Temperatur Boost für die Xlite. Und du hast immer einen trockenen Platz zum hinsetzen untertags.

    Und noch eine Kleinigkeit: es ist kein Kabel bei der Elektronik aufgeführt?

    Mit etwas Wetter Glück wird das sicherlich eine super Herbstwanderung! Bin schon etwas neidisch. ^^